Das Umwelt- und Verbraucherschutzamt warnt vor Online-Tierkäufen

Im Zusammenhang mit illegalem Welpenhandel sind in den vergangenen acht Wochen allein in Köln rund ein Dutzend Anzeigen eingegangen, die auf schwerwiegende Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und illegalen Hundehandel hinweisen. Alle Welpen im Zusammenhang mit diesen Anzeigen verstarben innerhalb kürzester Zeit nach dem Kauf qualvoll. Den Käufern wurde ein vermeintlich gesundes Tier verkauft.

Daher warnt das Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln ausdrücklich vor dem Kauf von Welpen oder anderen Tieren, die auf Internetplattformen angeboten werden. Die Erfahrungen der Veterinäre zeigen, dass einige Hinweise auf illegalen Welpenhandel hindeuten können:

  • Verkaufsanzeigen über Internetplattformen.
  • Treffpunkt und Übergabe der Tiere an öffentlichen Orten (Parkplätze, Parkanlagen), aber auch Straßenverkauf trotz vorher angegebener Adresse.
  • Verkauf ohne Sichtung von Muttertier und Wurfgeschwistern.
  • Es wird angeboten, die Welpen direkt beim Käufer vorbei zu bringen.
  • Augenscheinlich schlechter Gesundheits- und/oder Pflegezustand der Welpen. Anzeichen: Mattigkeit, Appetitlosigkeit, verklebtes Fell und/oder Geruch nach Urin oder Kot, ängstliches Verhalten.
  • Fehlende Impfausweise oder ausländische Impfausweise.
  • Fehlende Kennzeichnung der Tiere (Chipnummer).

Die meisten Welpen stammen vermutlich aus osteuropäischen Massenzuchten, wo sie unter erbarmungswürdigen Bedingungen gehalten werden. Die Hundewelpen werden teilweise schon nach vier bis fünf Wochen vom Muttertier getrennt und nach Deutschland gebracht. Sie sind überwiegend mit der meist tödlich verlaufenden und nicht behandelbaren Krankheit Parvovirose infiziert. Durch die unzulässige und frühzeitige Trennung vom Muttertier kommt die Krankheit zum Ausbruch. Der schlechte Gesundheitszustand der Welpen wird durch die Gabe von Medikamenten verschleiert.

Die Käufer zahlen nicht selten Preise zwischen 1.000 und 2.000 Euro für Tiere, die innerhalb weniger Tage qualvoll versterben. Die Ermittler gehen von einem Netzwerk organisierter Kriminalität aus. Erst am 3. Dezember 2020 wurden in den frühen Morgenstunden in Köln-Porz und Köln-Chorweiler durch die Kripo Köln in Zusammenarbeit mit dem städtischen Veterinäramt Razzien gegen den illegalen Welpenhandel vorgenommen. Es fanden zwei umfangreiche Hausdurchsuchungen statt, um Hinweise zu sammeln und Beweismaterial zu sichern. Bei der Durchsuchung der beiden Haushalte wurden insgesamt 15 Hunde sichergestellt: fünf Malteserwelpen sowie sechs Schnauzer-Pudel-Mischlinge, zwei französische Bulldoggen und zwei Chihuahuas. Die Welpen sind vermutlich zwischen sieben und zehn Wochen alt. Die Tiere waren unter erbärmlichen Umständen untergebracht. Die Malteserwelpen wurden in einem ausrangierten Kühlschrank auf dem Balkon aufgefunden. Die restlichen Hunde wurden aus einer verwahrlosten und mit Fäkalien verunreinigten Wohnung gerettet.

(Text : Stadt Köln – Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Jürgen Müllenberg)