Pflegekinderdienst sucht neue Familien

Pflegekinder sind Kinder, die nicht mehr bei ihren Eltern leben können. Die Stadt Köln bringt sie vorzugsweise bei Pflegefamilien unter. Gerade auch in der Corona-Pandemie werden deshalb Familien gesucht, die sich vorstellen können, ein fremdes Kind langfristig bei sich aufzunehmen, in seiner Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen. Es sind Kinder, deren leibliche Eltern aus den unterschiedlichsten Gründen nicht für sie sorgen können.

Um ein Pflegekind aufnehmen zu können, bedarf es keiner pädagogischen Ausbildung. Geduld, Zeit und Belastbarkeit sind hilfreich, die Freude am Zusammenleben mit Kindern wichtig. Nur so können sie Bindungen aufbauen und sich gut entwickeln. Eine wertschätzende Grundhaltung den Kindern gegenüber, aber auch Respekt vor deren familiären und kulturellen Hintergründen sind unverzichtbar. Einem bisher unbekannten Kind aus einem fremden Umfeld ein neues Zuhause zu geben, erfordert Verantwortung und einen großen Einsatz, den die ganze Familie mittragen sollte. Grundsätzlich können verheiratete und nichtverheiratete Paare, gleichgeschlechtliche Paare, aber auch Einzelpersonen mit oder ohne eigene Kinder Pflegestelle werden.

Pflegepersonen übernehmen eine öffentliche Erziehungsaufgabe und werden zu Kooperationspartnern des Jugendamtes. Der Pflegekinderdienst begleitet sie und die Kinder sowohl beim Kennenlernen als auch im Zusammenleben. Sie werden fortlaufend mit Einzelberatung, Fortbildungs- und Entlastungsangeboten unterstützt. Der Lebensunterhalt der Kinder wird durch finanzielle Leistungen des Jugendamtes sichergestellt, Pflegeeltern erhalten eine Aufwandsentschädigung.

Interessierte können sich beim Pflegekinderdienst der Stadt Köln am Service-Telefon unter 0221 / 221-24372, per E-Mail an Pflegekinderdienst@stadt-koeln.de oder auf www.stadt-koeln.de/pflegekind informieren.E-Mail an den PflegekinderdienstPflegestellen für Kinder und Jugendliche gesucht!

Während viele Menschen unter den Corona-Einschränkungen leiden, gibt es auch positive Rückmeldungen aus Kölner Pflegefamilien. Hier einige gelebte Beispiele:

Etwa von einer Dreizehnjährigen, die sich freut, ausgiebig kuscheln zu können und Vertrautheit zu genießen, wie sie dies mit ihrer leiblichen Mutter nicht kannte. Ihre Pflegefamilie kennt ihre Geschichte, hier muss sie ‚cool‘ zu sein und kann ihre Gefühle zeigen. Ähnlich geht es einem dreijährigen Jungen, der derzeit nicht zur Frühförderung gehen kann. Er findet es spannend, mit viel Zeit Bilderbücher mit dem Pflegevater anzuschauen, Bilder zu benennen und ganz nebenbei seine Sprache zu entwickeln. Eine Sechsjährige vermisst zwar ihre Ergotherapie, kann aber dafür zu Hause mit der Pflegemutter das häkeln, was sie neu für sich entdeckt hat. Ein anderes Mädchen musste in seiner leiblichen Familie häufig die kleineren Geschwister versorgen. Umso mehr genießt sie jetzt, gemeinsam mit der Pflegemutter zu kochen und langsam zu lernen, sich selbst verwöhnen zu lassen. Ein Pflegevater sitzt verzweifelt zusammen mit dem Pflegesohn an den Matheaufgaben, während die Pflegemutter zusammen mit dem Pflegekind auf der Yogamatte schwitzt, weil das Sporttreiben sonst kaum möglich ist.

(Text:Stadt Köln – Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Nicole Trum)