Lisa Lautenschläger berichtet:

Kleiner multikultureller Veedelszoch in Köln- Meschenich

Ali ging als Teufel, Judith als Geish und die besten Freunde Tom und Fahad entschieden sich für rut und wieß. Sie freuten sich seit Tagen auf den Zug im Veedel, weil dann die Menschen zusammen rutschen und zusammen feiern. Einmal im Jahr kommt Fahad mit seiner Familie ins Unterdorf und besucht, mit seinen Eltern und Geschwistern, die Familie von seinem besten Freund Tom. Seine Mutter, hat nach alter Tradition der Heimat Bulgur gemacht, denn in Deutschland ist es üblich das jeder etwas mitbringt, wenn man zusammen feiert, so hatte man es Ihr gesagt. Mit stolz stellt Sie ihre Schüssel zwischen Kartoffelsalat und Würstchen. Sofort wird Sie auf Ihr Kostüm angesprochen, denn sie trägt eine wunderschöne Tracht ebenfalls aus der Heimat. Schnell ist sie integriert und auch der Vater Mohamed tanz zur kölschen Musik, nur beim Alkohol lehnen sie ab – denn das sieht Allah nicht gern. Dann kommt der Zug und Safira und Lisa rufen nach Kamelle und Strüssjer. Reich werden sie von Hunnen-Pänz beschenkt und Ihre Augen fangen an zu leuchten. Die Teufelchen setzen dann noch einen obendrauf und bieten eine Kamelleregen, der die Kinder überglücklich macht. Ganz aufgeregt werden die Kinder als der Kindergarten und die Grundschule kommt, denn aus diesen Gruppen kennen sie recht viele und so ist die Freude groß als man sich erblickt. Beim Thema Fussball im Zug, kommen dann auch die Väter ins Gespräch, Vater Mohamed schaut jedes FC Spiel, wenn er kann. Fussball ist für Ihn Integration unter Männern und so freut er sich, als er einen Fußball von den jecken Elf fängt. Diesen gibt er wie selbstverständlich an den Sohn des Hauses und wird umgehend zum nächsten Fussballspiel in die Familie des Freundes geladen. Der Zug ist schon lange vorbei, doch in der Garage am Zugweg ist das Fest noch nicht zu Ende. Erst als alle Schüsseln geleert sind und auch der letzte Schluck aus dem Fässchen ausgetrunken ist, gehen alle nach dem Veedelszoch in Meschnich nach Hause. Veedelkarneval der Kulturen könnte nirgendwo schöner sein, wie im unteren Dorf an der Brühler Straße.