Das Thema Klimaschutz scheint vor dem Hintergrund der Corona-Krise oft in den Hintergrund gerückt zu sein. Doch werden die Entscheidungen wohin staatliche Unterstützung in diesen Zeiten fließt auch die Klimapolitik auf Jahre hinaus beeinflussen. Dabei ist der Verkehrssektor ist einer der zentralen Sektoren, der umgestaltet werden muss, um aktiven Klimaschutz zu betreiben. Er ist in Deutschland nicht nur der Sektor mit den drittgrößten CO2 Emissionen, sondern auch der einzige, in dem die Emissionen in den letzten Jahren weiter gestiegen sind. Gleichzeitig wurde im Öffentlichen Personennahverkehr die letzten Jahrzehnte in Deutschland an allen Enden gespart. Es fehlt an Geld in den Kommunen und in der Gesellschaft an Anerkennung für die Beschäftigten im ÖPNV. Zum 30.6. wurden alle Manteltarifverträge in den kommunalen Nahverkehrsunternehmen gekündigt und die Gewerkschaft Verdi macht sich nun für einen flächendeckenden Tarifvertrag im (Nah-)verkehr und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in diesem stark.

In diesem Zuge wollen Fridays For Future dieses Jahr im Rahmen einer gemeinsamen Kampagne mit Ver.di zusammen mit Beschäftigen im ÖPNV auf die Straße gehen. Für eine klimagerechte Zukunft und gute Arbeitsbedingungen. In Köln arbeiten die beiden Organisationen schon seit einem guten Jahr im „Solidarisches Klimabündnis“ zusammen. „Wir haben viel gemeinsam: Wir alle wollen einen guten und gerechten ÖPNV. Wir wollen saubere Luft in den Städten, eine gute und bezahlbare Anbindung an den ländlichen Raum. Aber nur wenn die Bus– und BahnfarherInnen gut bezahlt werden und nicht unter Dauerstress leiden, möchten in Zukunft Menschen weiterhin im ÖPNV beschäftigt sein. Wir werden uns nicht gegeneinander ausspielen lassen!“ , so Melanie von Fridays For Future Köln. „Während die Lufthansa 11Milliarden Rettungsgelder bekommt und es für die Autoindustrie einen eigenen Regierungsgipfel gibt, scheint für besseren Nahverkehr und gute Arbeitsbedingungen im ÖPNV wohl kein Geld da zu sein.“ empört sich Kim von den Students For Future Köln.

In Köln wird die Kampagne vom „Solidarisches Klimabündnis Köln“ unterstützt, in dem neben Fridays For Future auch ver.di, die GEW, Greenpeace, Students For Future, Attac und viele weitere zivilgesellschaftliche Gruppen sitzen.
Deswegen treffen sich am heutigen Freitag Aktivist*innen der Klimabewegung bei und in den Ruheräumen am Neumarkt und Wiener Platz mit Beschäftigten der KVB. Sie starten eine gemeinsame Fotoaktion um Gesicht zu zeigen für eine Verkehrswende. Außerdem
wollen sie ins Gespräch kommen, Kontakte knüpfen und gemeinsame Forderung an die Politik stellen. Auch mit Hinblick auf die Kommunalwahl im September.

(Text:Fridays For Future Köln)