Festakt mit Oberbürgermeisterin Reker und Umweltministerin Heinen-Esser

Gebäude von oben
© Rheinisches Bildarchiv Köln/Michael Albers
Historische Archiv und das Rheinische Bildarchiv der Stadt Köln am Eifelwall

Rund zwölf Jahre nach dem Einsturz des Historischen Archivs in der Kölner Südstadt ist am heutigen Freitag, 3. September 2021, der Neubau für das Historische Archiv und das Rheinische Bildarchiv der Stadt Köln am Eifelwall feierlich eröffnet worden. Oberbürgermeisterin Henriette Reker begrüßte zum Festakt im Beisein von Baudezernent Markus Greitemann die NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser. Die beiden Archivleiterinnen Dr. Bettina Schmidt-Czaia (Historisches Archiv Köln) und Dr. Johanna Gummlich (Rheinisches Bildarchiv) führten die Oberbürgermeisterin und die Umweltministerin durch das neue Archivgebäude, das eines der modernsten kommunalen Archive Europas ist.  

Oberbürgermeisterin Henriette Reker:

Wie für mich war für viele Kölnerinnen und Kölner der 3. März 2009 ein schmerzlicher Tag. Menschen verloren ihr Leben –  viele ihr Zuhause. Und mit dem Archivgebäude war nicht irgendein Gebäude versunken, was schlimm genug gewesen wäre, mit dem Gebäude lag unser jahrtausendealtes Gedächtnis in Morast und Wasser unter einem Berg von Schutt und Trümmern begraben. Beim Blick in den Abgrund wurde uns in Köln bewusst, was ein Archiv für eine Gesellschaft wirklich bedeutet. Es dient eben nicht bloß der Wissenschaft. Es dient der Selbstverortung und Selbstvergewisserung. Aus der Gesamtheit der Quellen speist sich unsere Mentalität, auf die wir so stolz sind. Umso bedeutender ist es für die Stadt Köln, dass das neue Archiv vor allem als Bürgerarchiv wahrgenommen wird. Eine Narbe wird immer bleiben, aber versuchen wir, stolz zu sein, ein solch schickes, modernes, nachhaltiges und faszinierendes neues Archivgebäude in der Stadt zu haben.“  

Umweltministerin Ursula Heinen Esser: 

Es ist ein ganz besonderes Gefühl, heute den Neubau des Historischen Archivs und des Rheinischen Bildarchivs einweihen zu können. Vor zwölf Jahren war ich tief erschüttert, nicht nur, weil ich Kölnerin bin. Der Schutt begrub Menschen, denen wir heute besonders gedenken. Und die Trümmer begruben einen Teil des Kölner Stadtgedächtnisses. Umso erfreulicher ist es, dass es gelungen ist, den Großteil der Archivalien zu bergen. Schritt für Schritt werden sie restauriert. Unter anderem durch die „Landeshilfe Substanzerhalt“ sowie digitale Techniken sind viele Bestände wieder zugänglich. Sie tragen zur Identitätsbildung, zum Selbstverständnis und zur Kultur der Stadt bei. Vielen Dank an alle, die daran mitgewirkt haben, die historischen Schätze zu sichern und in dieses großartige moderne Gebäude zu überführen. Alle Bürgerinnen und Bürger sollten von diesem wundervollen neuen Angebot rege Gebrauch machen.“  

Die leitende Archivdirektorin Dr. Bettina Schmidt-Czaia, die selbst Zeugin des Einsturzes 2009 war, stimmt die Eröffnung des Archivneubaus zuversichtlich, nun vor allem nach vorn schauen zu können. Sie betont:

Den 3. März 2009 werde ich wie die meisten Kölner*innen niemals vergessen, aber die Freude über diesen Neubau macht den Schock und Schmerz dieses Tages mit seinen unzähligen Schäden erträglicher. Dem Architektenteam von Waechter + Waechter ist hervorragend gelungen, das, was ein Archiv ausmacht, in die Sprache und Ausstrahlung des Gebäudes umzusetzen. Unser Neubau hat eine ganz besondere Atmosphäre. Wir haben hier die besten Voraussetzungen, unserem Anspruch gerecht werden zu können, ein Bürgerarchiv zu sein.  

Das Eröffnungsprogramm  

Musikalisch begleitet wurde der Festakt von einem Streicherensemble des Gürzenich-Orchesters sowie der Jazzmusikerin und Improvisationsmusikerin Luise Volkmann (aktuelle Preisträgerin des Horst und Gretl Will-Stipendiums) – es wurden Stücke aus den Archivbeständen gespielt. Professor Felix Waechter (Gewinner des 2011 durchgeführten Architekturwettbewerbs) gab eine kurze Einführung zur architektonischen Leitidee des Siegerentwurfs. Das Rheinische Bildarchiv sorgte ab Einbruch der Dunkelheit für die Inszenierung des Gebäudes durch eine Lichtchoreografie unter dem Motto „Aus Unordnung entsteht Ordnung“, die während der Eröffnungswoche jeden Abend zu sehen sein wird. Dem Festakt zur Eröffnung folgt eine Informationswoche für die Öffentlichkeit. Vom 4. bis 10. September finden täglich mehrere kostenlose Führungen durch den Neubau statt.

Zur Anmeldung der kostenlosen Führungen

Am Samstag, 4. September, werden zudem der Kölner Männergesangsverein und das COMEDIA Theater unter der Leitung von Manuael Moser eine eigens für die Eröffnung des Archivgebäudes erstellte Kurzaufführung im Neubau präsentieren.  

Das Bauwerk  

Das neue Archivgebäude zeichnet sich durch eine nachhaltige Planung und Bauweise aus, die einen maximal energieeffizienten und damit wirtschaftlichen sowie ökologischen Betrieb sicherstellt. Für diesen Sonderbau wurde ein so noch nie realisiertes Klimakonzept entwickelt und umgesetzt. Dazu gehören ein eigener Eisspeicher, der im Erdreich verbaut wurde, eine Wärmepumpenanlage und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Der Eisspeicher mit einer Hüllflächentemperierung für den Magazinbaukörper sowie Geothermie und Photovoltaik verfügt über ein komplexes Energiekonzept. Schon in der Planungsphase wurde der Eisspeicher von der Fachwelt interessiert verfolgt. Er gibt Energie ab und kann Energie aufnehmen, womit die Gebäudetechnik besonders energieeffizient und damit wirtschaftlich, aber auch ökologisch gesteuert und betrieben werden kann.  

Ebenso bedeutsam für die Zukunftsfähigkeit des Archivneubaus und das parallele Arbeiten mit den originalen und digitalisierten Archivalien und Fotografien sowie deren virtuelle Vermittlung ist eine sehr schnelle Internetverbindung. Beide Archive haben seit Jahren öffentlich zugängliche Datenbanken.

Zum virtuellen Lesesaal des Historischen ArchivsZur Bilddatenbank des Rheinischen Bildarchivs

Auch im Bereich der Historischen Bildungsarbeit bieten die Einrichtungen vielfältige digitale Angebote für unterschiedliche Zielgruppen.  

Prägendes Gestaltungselement des Bauwerks ist das Fassadenmaterial aus Baubronze mit seinen „Brises Soleils“. Sie bestehen aus feststehenden, rund 80 Zentimeter tiefen Metall-Lamellen, die Sonnenschutz einerseits und optimale Tageslicht-Ausnutzung andererseits garantieren. Aneinandergereiht reichen die Lamellen fast vom Dom bis zum Rhein-Energie-Stadion. Haupteingang und Vorplatz liegen an der Luxemburger Straße. Durch ein lichtdurchflutetes Foyer mit Blick in den ersten von zwei Innenhöfen gelangen die zukünftigen Archivbesucher*innen zu den öffentlichen Bereichen mit Vortragsraum, Ausstellungsfläche und über die Treppe hoch in den Lesesaal. Von hier aus ist der sechsgeschossige Magazinbau – auch „Schatzhaus“ genannt – sichtbar. Er wird von der dreigeschossigen Mantelbebauung umrandet.  

Baulich weitgehend fertiggestellt wurde das neue Haus mit der im Sonnenlicht immer neu anmutenden Fassade aus Baubronze im Dezember 2020 unter der Leitung der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln. Die Schlüsselübergabe an die Nutzer*innen erfolgte bereits am 26. Mai 2021, kurz bevor die Bauaufsicht die uneingeschränkte Nutzung am 8. Juni 2021 genehmigte. Danach wurde die Gebäudetechnik nach und nach in Betrieb genommen und für die hochempfindlichen Archivbestände einreguliert. Der Bau ist auf neun verschiedene Klimazonen aufgeteilt, um für die verschiedene Archivalien und Fotografien die jeweils optimalen konservatorischen Bedingungen zu garantieren. Diese raumklimatischen Bedingungen wurden mit dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP aus dem oberbayrischen Valley wissenschaftlich begleitet. Auch im Dauerbetrieb wird das Institut ein kontinuierliches Klimamonitoring durchführen.  

Das gesamte Gebäude ist barrierefrei. Taktile Bodenleitsysteme sowie Treppenhandläufe und Raumbeschilderungen und Infotafeln weisen Menschen mit keinem oder geringem Sehvermögen den Weg. Im ersten Obergeschoss befinden sich die Werkstätten und Fotolabore des Rheinischen Bildarchivs, dessen zweigeschossiges Fotostudio Raum für die Dokumentation großer Objekte bietet. Im Geschoss darüber ist die Restaurierungswerkstätte des Historischen Archivs untergebracht. Neben den eigentlichen Archivflächen auf sieben Magazinebenen und den öffentlichen Räumen sind damit mehr als 150 hochfunktionale Arbeitsplätze für städtische Bedienstete entstanden. Das Archivgut nimmt allein 8.800 von rund 14.500 Quadratmetern Nutzfläche ein. Verteilt ist es auf mehr als 50 Regal-Kilometer, was ungefähr der Strecke von Köln bis nach Düsseldorf entspricht.  

Über Planung und Bau  

Der architektonische Entwurf stammt aus dem Büro Waechter + Waechter Architekten Darmstadt, das sich in einem Wettbewerb mit insgesamt 40 Entwürfen von nationalen und internationalen Architektenteams im Juni 2011 durchsetzen konnte. Nach dem Siegerentwurf „umarmt“ eine dreigeschossige Mantelbebauung „beschützend“ die Archivalien aus dem langgestreckten Schutzbau, auch „Schatzhaus“ genannt. In einer ruhigen, zeitlos unaufgeregten Architektursprache erhebt sich der fensterlose auratische Block der Magazine im Schatzhaus.  

Die Höhe der Mantelbebauung mit drei Geschossen bleibt unter den Traufhöhen der bestehenden Bebauung mit vier bis fünf Wohngeschossen am Eifelwall. Rundum zeigt sich das Stadtarchiv mit einer belebten Fassade aus in der Sonne schimmernder Baubronze. Das „Schatzhaus“ überragt seiner Bedeutung entsprechend die Mantelbebauung um drei Geschosse und soll damit auch in der Fernwirkung sichtbar sein. Die Höhe des eingestellten Baukörpers entspricht den Firsthöhen der Bestandsbauten an der Ecke Luxemburger Straße. Da der Baukörper allseitig stark eingerückt ist, korrespondiert die Höhe städtebaulich mit den Zielen des Masterplans. Die Mantelbebauung öffnet sich nach Nordwesten mit der Stirnseite zur Luxemburger Straße. Die Gebäudekante folgt bewusst nicht der Straßenkante, um eine asymmetrische Aufweitung des Straßenraums zu erreichen.  

Zwischen dem Magazin/Schatzbau und dem umlaufenden Schutzmantel sind ein quadratischer und ein längs gerichteter Innenhof eingeschnitten – das Grün der angrenzenden Parklandschaft kann so im Innenbereich fortgeführt werden. Die hieran anschließenden Erschließungsflächen mit Blick auf das Grün werden natürlich belichtet. Unmittelbar an das Magazin grenzen längsseitig im Nordosten Labore und Werkstätten des Historischen Archivs sowie des Rheinischen Bildarchivs an. Nach Südwesten liegen ebenfalls längsseitig, zum Park ausgerichtet, die Verwaltungsflächen. Die Anlieferung liegt an der östlichen Gebäudeecke – die öffentlichen Nutzungen sind in dem Kopfbau, nach Norden ausgerichtet, zusammengefasst.

Fassade Eingang

© Rheinisches Bildarchiv / Michael Albers. Der Haupteingang des Historische Archivs und des Rheinischen Bildarchivs der Stadt Köln mit seinem angemessen großzügigen Vorbereich

Äußere Erschließung

Der Haupteingang liegt mit seinem angemessen großzügigen Vorbereich der Innenstadt zugewandt an der Luxemburger Straße. Von hier betreten die Besucher*innen den Kopfbau mit seinem lichtdurchfluteten Foyer mit Blick in den Innenhof, den geräumigen Ausstellungsraum und vertikal in den Lesesaal. Die Struktur des Gebäudes wird unmittelbar leicht erfassbar. Für die Mitarbeitenden sind Eingänge am Eifelwall vorgesehen, die jeweils übersichtlich in das Ringsystem der inneren Erschließung münden. Nach Süden zum Park sind die erforderlichen Notausgänge angeordnet. Die Anlieferung erfolgt an der Südostecke vom hier gelegenen Parkplatz, die gemeinsame Zufahrt wird vom Eifelwall erschlossen.

Innere Erschließung

Der Bau gliedert sich in den externen, öffentlich zugänglichen Bereich des Kopfbaus und den internen Bereich für die Magazine sowie die Mantelbebauung mit Büros und Werkstätten. Die Orientierung im Inneren wird durch die Einblicke in die verschieden großen Innenhöfe gewährleistet, das horizontale Wegesystem ist daher leicht erfassbar. An den Kreuzungspunkten ist die Vertikalerschließung mit Treppen und Aufzügen übersichtlich angeordnet.

Öffentliche Bereiche

Foyer und Veranstaltungsbereich

Der Besuchereingang und der Ausstellungsraum öffnen sich großzügig und schwellenlos zum Vorplatz. Der Ausstellungsraum kann – je nach Ausstellungskonzept – schaufensterartig vom Vorplatz eingesehen werden und verleiht so der Bedeutung des Gebäudes als Bürgerarchiv Ausdruck. In Eingangsnähe ist die Nutzergarderobe in Verbindung mit der Funktion als Windfang angeordnet. Das hieran anschließende Foyer erstreckt sich entlang der Innenhoffassade. Der Blick schweift von hier in den begrünten Innenhof und auf das Gegenüber des Magazinbaus. Jenseits des Innenhofs öffnet sich der Ausstellungsraum auf ganzer Länge zum Foyer hin, Ausstellungen können so schwellenarm und einladend inszeniert werden. Durch den dreigeschossigen Luftraum entlang der Innenhoffassade ist das Foyer räumlich mit dem Lesesaal im ersten Obergeschoss verknüpft, den die Besucher*innen auf kürzestem Wege über eine einladende Freitreppe erreichen.

Arbeitstische Lesesaal

© Rheinisches Bildarchiv / Michael Albers. Arbeitstische und Lesetische im Lesesaal des Historischen Archivs und Rheinischen Bildarchivs

Lesesaal Historisches Archiv und Rheinisches Bildarchiv

Im ersten Obergeschoss ist der gemeinsame Lesesaal beider Archive angeordnet. Direkt am Eingang werden Besucher*innen von der Aufsicht empfangen. Von hier ist auch der gesamte Lesesaal gut einsehbar. Die Arbeitstische und Lesetische sind für eine optimale Belichtung an der Nordfassade organisiert. Der Freihandbereich und Karteischränke des Rheinischen Bildarchivs sind in raumhohen Regalen in der Mittelzone vorgesehen. Die Regale bilden atmosphärisch und akustisch eine Filterzone zum Luftraum der Halle. Zum Park orientiert befinden sich die Gruppenarbeitsräume. Der Bereich zur Archivalienbereitstellung aus den verschiedenen Magazinen des Archivbaus erfolgt auf sehr kurzen Wegen.

Bedingt öffentliche und nichtöffentliche Bereiche  

Archivflächen Historisches Archiv, Werkstätten, Verwaltung

Sämtliche Archivflächen sind im Magazinbau (Schatzhaus) untergebracht. Die Magazinräume erstrecken sich über alle Geschosse vom Untergeschoss bis in das fünfte Obergeschoss und werden zweibündig über eine mittige Erschließungsachse mit Anbindung an den zentralen Lastenaufzug erschlossen. Diese Anordnung ermöglicht es, das natürliche Kältepotential des Erdreichs zur passiven Kühlung im Sommer optimal zu nutzen.  

Die Werkstätten mit größerer Raumtiefe sind nach Nordosten zum Eifelwall und nach Südosten zum Parkplatz angeordnet. Nach Südwesten zum Grünraum liegen die Verwaltungsräume. Alle Restaurierungswerkstätten des Historischen Archivs können im zweiten Obergeschoss auf einer Ebene mit den Büros der Restauratoren organisiert werden, während die Werkstätten und Fotolabore des Rheinischen Bildarchivs im ersten Obergeschoss nahe der RBA-Verwaltung und -Magazine gelegen sind.  

Anlieferung

Der zweigeschossige Anlieferungsbereich grenzt direkt an den Werkstattbereich an, sodass Archivgut und Arbeitsmaterial nach eventueller Zwischenlagerung und entsprechender Bearbeitung in die Werkstätten und Magazinräume transportiert werden kann.  

Architektonische Gestaltung 

Das städtebauliche Konzept besteht aus einem mantelartigen Schutzbau, um die empfindlichen Archivalien zu schützen. Der Schutzbau wird durch die allseits umlaufende Fassade unterstützt. Zugleich öffnet sich das Gebäude als Bürgerarchiv freundlich, schaufensterartig in die Straßenräume und Grünräume. Einblicke und Ausblicke tragen zur Belebung des öffentlichen Raums bei.  

Fassade

Tiefe, außenseitig vor die Fassaden gehängte Lamellen aus brünierter Baubronze bilden eine feingliedrige „Brises Soleils“. Das etwa 80 Zentimeter tiefe starre Sonnenschutzsystem wirkt als feststehender Sonnenschutz, der direkte Sonneneinstrahlung weitgehend verhindert und damit die solaren Lasten in den Werkstatt- und Büroräumen erheblich reduziert. Zugleich wird durch die Transparenz der Fassade eine hohe Lichtqualität am Arbeitsplatz erzielt und so die Zeiten für Kunstlichtzuschaltung gering gehalten. Die geplante Fassadenkonstruktion ermöglicht es somit, die hohen Anforderungen an das Raumklima einzuhalten und den haustechnischen Aufwand zu reduzieren. Sie ist damit im besten Sinn nachhaltig und wirtschaftlich.  

Ausstattung im Innenbereich

Die öffentlichen Bereiche im Erdgeschoss sowie der Lesesaal im ersten Obergeschoss mit ihren Holzverkleidungen aus weiß geölter Douglasie sind freundlich und einladend, vermitteln jedoch auch die notwendige Ruhe. Die Oberflächen aus Holz und Sichtbeton sind bestens geeignet, die hohen Anforderungen an Raumakustik und Raumklima zu erfüllen.     

Vergangenheit und Zukunft  

Beim Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln am 3. März 2009 befanden sich rund 27 laufende Kilometer Akten, circa 62.000 Urkunden, etwa 329.000 Karten, Pläne und Plakate, circa 500.000 Fotos und rund 2.500 Tonträger und Videos im Archiv. In der mit Unterbrechungen zweieinhalb Jahren dauernden Bergungsphase wurden 95 Prozent davon geborgen. Zu diesem Bergungserfolg haben die Akuthilfe der Feuerwehren und Hilfsorganisationen, freiwillige Helfer und der Bau des Bergungsbauwerkes beigetragen sowie insbesondere die Bereitschaft anderer Archive in der Bundesrepublik, Bestände, die noch nicht in Köln untergebracht werden konnten, aufzunehmen.  

Am Eifelwall hat die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln Europas modernstes kommunales Archiv errichtet, in dem das Historische Archiv der Stadt Köln und das Rheinische Bildarchiv ihren neuen Platz finden. 460 Planschränke für das Archivgut stehen zur Verfügung. Das Rheinische Bildarchiv bekommt weitere 2,2 Regalkilometer Lagerfläche. Es bietet gleichzeitig rund 150 Mitarbeiter*innen hochfunktionale Arbeitsplätze. Im Lesesaal stehen 45 Plätze für die Arbeit mit Archivgut zur Verfügung. Die Planungs- und Baukosten betragen vorbehaltlich der noch ausstehenden Schlussrechnungen für die abschließende Kostenfeststellung aktuell rund 90 Millionen Euro (brutto)

Flächen:Außenabmessungen:

Länge rund 122 Meter,

Breite rund 46,40 Meter

Grundstücksfläche:rund 9.250

QuadratmeterBruttogrundfläche:

davon 10.600 Quadratmeter

Magazin /SchatzhausNutzfläche:

rund 22.584 Quadratmeter,

rund 14.492 Quadratmeter,

davon 8.800 Quadratmeter Magazin /Schatzhaus

Bruttorauminhalt: rund 81.500 Kubikmetertechn. Funktionsfläche:

rund 2.550 QuadratmeterVerkehrsfläche:rund 3.317 Quadratmeter

Zum Video: Neubau Historisches Archiv Köln

(Text: Stadt Köln/PI/Katja Reuter)