Wunderkerzen leuchten den Schiffen den Weg, Musiken erzeugen Gänsehaut, pyrotechnische Kunstobjekte werden in den Kölner Nachthimmel gezaubert. Es sind die Kölner Lichter, die seit achtzehn Jahren die Stadt zum magnetischen Pol für die Freunde der Feuerwerke werden lässt. Die Kompositionen der Nacht erreichen weit über fünfhunderttausend Gäste aus aller Welt. Für dieses positive Völlegefühl zwischen Rodenkirchen und Rheinpark zeichnet Werner Nolden verantwortlich. Mit dem „Herrn der Lichter“ sprach Dieter Schmidt.

DS: Wann kam Dir die Idee zu diesem Event, dass etwas anders werden sollte, als Formate wie Rhein in Flammen?

WN: Wenn man durch die Stadt geht und an Punkten innehält, dann kann genau im diesem Moment eine Idee erwachsen. Diese Idee führte zum Veranstaltungskonzept, dass ich 2000/2001 selbst geschrieben habe. Es sollte eine mit Gefühl aufeinander abgestimmte Veranstaltung werden die Freunde, mit Freude und Emotionen verbindet. Es ist eine immer sich fortschreibende Story, die rund um das Areal und dem Rhein stattfindet.

DS: Die Kölner Lichter sind nummerisch volljährig geworden. Sie gehören zu den Top Events Deutschlands. Wann wurde Dir bewusst, dass die Lichter eine Erfolgsstory geworden sind?

WN: Die Medien interessieren sich dafür, Radio und Fernsehen möchten live dabei sein. Als ich vor knapp 10 Jahren auf einer Anzeigentafel an der B8 den Hinweis gelesen haben „Innenstadt – Achtung STAU – Kölner Lichter“ wird dir bewusst, dass du gemeint bist. Du stellst dir dann die Frage, ob du es jetzt geschafft hast.

DS: Die Hotellerie müsste für den Tag zusätzliche Hotels bauen, Parkraum ist nur noch weit vor den Toren Kölns zu erhalten. Die Deutsche Bahn sowie die Kölner Verkehrsbetriebe setzen hunderte von Sonderzüge und Bahnen ein. Ein gigantischer logistischer Aufwand ist heutzutage erforderlich. Welche Gedanken gehen Dir zu der Veranstaltung durch den Kopf?

WN: Hoffentlich gibt es keine Überraschungen. Wie z.B. am Freitag vor den Kölner Lichter. Da steht auf einmal ein Bagger in der Trankgasse. Jetzt gilt es schnell mit allen Behörden zu handeln, denn die Fluchtwege müssen komplett barrierefrei sein. Das Zusammenspiel von Stadt, den Behörden, den beteiligten Versorgern, alles ist komplett verschriftet. Wir hatten schon vor Duisburg die Idee ein größeres Areal zu nutzen. Ich spürte innerlich, dass wir etwas mehr für die Sicherheit tun müssen. Heutzutage ist genau festgelegt wer zu welcher Zeit wo und wann singen darf. Das Projekt Kölner Lichter ist ein 365 Tage Event und erfordert zu jedem Zeitpunkt eine hohe Konzentration.

DS: Die Kölner Bands auf der Bühne geben den Gästen das Gefühl mittendrin in der Aura Köln sein zu können. Die Schiffe fahren im Konvoi entlang der Begrüßungsfeuerwerke und den fünfhundertausend leuchten Wunderkerzen zur Einfahrmusik zum Rheinpark um das Feuerwerk erleben zu können. Wann ist Dein emotionalster Moment?

WN: In dem Moment, wenn die Schiffe unter der Hohenzollernbrücke durchfahren und die eigentlichen Kölner Lichter, die fünfhundert Wunderkerzen entzündet werden.

DS: Wann kommen die Ideen zum nächsten Jahr?

WN: Wir denken immer in zwei oder sogar drei Jahresabständen. Die komplexen Abläufe erfordern dies. Schon nach 24 Uhr verkünden wir die Richtung für 2019. Dies alles läuft im Team mit meinen Kreativen ab. Dazu gehört auch Claudia Hessel, von RTL 17.30, die uns damals bei der Bierbörse medial den Weg geebnet hat. So viel für 2019 sei gesagt, es sind die jungen Wilden auf der Bühne.

DS: Wie lebt es sich zwischen den Events, wie entspannst Du?

WN: Gerne auf einer Nordseeinsel. Abschalten und auftanken mit der Familie.

17 km Sandstrand sind fast unendliche Weiten. Kein Auto, keine Dezibel um die Ohren. Einfach die Seele baumeln lassen.

DS: Ist der Applaus nach dem Feuerwerk Balsam für die Seele?

WN: Das ist ein Beruhigungsmittel, dass alles gut gelaufen ist. Mit das Schönste ist nach dem Feuerwerk, wenn sich die Mitarbeiter und Kollegen verabschieden. Trotz der Anspannung, die ein Jeder hatte, sehe ich die Freude in den Augen, dass wir Alle an einem großen Event mitgearbeitet haben. Für mich selbst kommt erst ab Dienstag/Mittwoch danach die gesamte Erleichterung, diese Veranstaltung verarbeitet zu haben, die emotionalen Momente erlebt und die Angespanntheit von mir und uns gewichen ist.

DS: Welchen Feuerwerkstraum würdest Du gerne realisieren wollen?

WN: Die Kölner Lichter werden in diesem 18 Jahre jung und es bleibt nicht mehr viel, was überhaupt noch möglich werden könnte. Wir hatten auf dem Rhein Jet-Skier, die abtauchten und geschossartig auf dem Wasser schnellten. Wir schossen von der Hohenzollernbrücke Motive, es gab Krane auf dem Feuerschiff, es gibt das Achter-Ruderrennen, Night-Glowing der Heißluftballone, die bengalischen Feuer entlang des Rheins. Vielleicht kommt noch etwas, woran wir derzeit gar nicht denken.

DS: Die Kölner Lichter sind das i-Tüpfelchen in über vierzig Jahren Veranstaltungsbüro Werner Nolden. Ständig mit den patentierten Bierbörsen in Deutschland auf Achse. Der Wohnwagen als fahrende Schaltzentrale ist Anlaufstation bei jeder Veranstaltung. Hätte es auch ein anderer Beruf sein können?

WN: Ich lebe einen tollen Beruf. Ich bin nie gelangweilt, gibt es doch immer wieder was Neues. Alles angefangen hat am 30. Juni 1987. Mein Durchbruch mit Herbert Grönemeyer im Wuppermannpark (Kinder an die Macht) oder auch Roy Black war dabei. Die erste Bierbörse im August 1987 in Leverkusen-Opladen in der Fußgängerzone. Am 9. Dezember kam Marius Müller-Westernhagen ins Forum. Ab diesem Zeitpunkt kamen die Aufträge herein, auch seitens der Bayer AG. Stars wie Carlos Santana saßen nachmittags im Rund an der Kirche, der damals große Gilbert O Sullivan stand bei mir auf der Bühne, ebenso wie Boney M. oder Harpo. Poldi überraschte uns vor zwei Jahren auf der Bühne. Ich habe es nie bereut diesen Weg eingeschlagen zu haben und auch mit meinen Mitarbeitern diesen Weg gegangen zu sein. Familie und Team sind die Grundlage für mein Wirken und dafür bin ich sehr dankbar.

 

Zur Info
Die WDR-Live-Übertragung mit ca. 1.5
Mio. Fernseh-Zuschauern überträgt
ab 20:15 Uhr die beeindruckende
Veranstaltung am Rhein.
Auch die Traditionsregatta der Kölner
Stadtachter,
wird im Vorfeld der
»Kölner Lichter« übertragen,
welcher Jahr für Jahr unter den
Rudervereinen aus Köln und den
benachbarten Städten durchgeführt
wird.
Am Rodenkirchner Rheinufer gibt es
dazu ab 16.00 Uhr extra eine große
Sommer-Beachparty am Strand des
Kölner Ruderverein.