Kölner Radsportler:innen auf den Spuren Albert Richters in Brest

Zehn Kölner Radsportler:innen machten sich am 25. Juni zu einem knapp einwöchigen Besuch nach Brest in der Betragne auf, wo in den neunzehnhundertdreißiger Jahren der Ehrenfelder Bahnsprinter und Weltmeister Albert Richter seine Spuren hinterlassen und Freundschaften geschlossen hat.

Richter war damals mit Fañch Favé, einem erfolgreichen Straßenrennfahrer und Lokalmatador auf den bretonischen Radrennbahnen befreundet. Jahrzehnte später initiierte dessen Sohn Yves Favé einen ersten Besuch in Köln: 2016 besuchten eine Delegation junger französischer Radrennfahrer:innen die Albert-Richter-Bahn in Müngersdorf sowie Richters Grab auf dem Ehrenfelder Friedhof.

Dieser Austausch nimmt sich ein Vorbild an der Freundschaft dieser Radsportler in Kriegszeiten, denen diese wichtiger war als die Feindschaft ihrer Heimatländer. Besonders Richter, Namensgeber der Albert-Richter-Bahn, ist dafür ein leuchtendes Beispiel, da er allen Anfeindungen zum Trotz seinen Prinzipien treu geblieben ist, und dies mit dem Leben bezahlt hat.

Damit fand nun zum vierten Mal diese wechselseitige Begegnung statt. Auf der Hinreise legte die drei Schüler:innen, drei Studierenden und vier Erwachsenen eine Übernachtung in Omaha Beach, dem Ort der Landung der Alliierten am Ende des zweiten Weltkriegs in der Normandie, ein. In Brest besuchte die Gruppe die U-Boot Bunker und Museen, die einen tiefen Eindruck in die schreckliche Zeit der deutschen Besatzung hinterließen. Gemeinsam absolvierten die französischen und deutschen Sportler:innen zwei Bahnradtrainings sowie eine Ausfahrt und sahen den Film «Albert Richter, le champion qui a dit non« (Albert Richter, der Champion, der Nein sagte).

Organisiert wurde die Fahrt vom Cologne Cycling Club e.V. mit der dankenswerten finanziellen Unterstützung durch das Deutsch-Französischen Jugendwerk, Eigenbeiträgen und Mitteln des Sportamts der Stadt Köln.

(Text:Reinhold Goss
Bicycle Mayor of Cologne | Kölner Fahrradbürgermeister)