Rat beschließt Änderungen im Sinne der Sportentwicklungsplanung 

Die Stadt Köln geht bei Planung und Bau von Schulsporthallen künftig neue Wege. Der Rat hat in seiner Sitzung am 23. März beschlossen, dass die Bedarfe des Vereinssports schon bei der Konzeption berücksichtigt und entsprechend mit eingeplant werden sollen. Die (nachhaltige) Nutzbarkeit für den Schul- und Vereinssport kann so erhöht und benötigte Hallenkapazitäten können besser abgedeckt werden. Damit wird eine weitere zentrale Empfehlung aus der Sportentwicklungsplanung in die Tat umgesetzt.

In der wachsenden Großstadt mit begrenzten Flächenkapazitäten müssen wir auch Schulsporthallen verstärkt multifunktional konzipieren und nutzen,

betont Robert Voigtsberger, Beigeordneter für Bildung, Jugend und Sport.

Dabei ist der Hallenneubau aus den Augen von Schule, OGS-Bedarfen sowie Vereins- und Individualsport zu betrachten. Nicht mehr Flächenkonkurrenzen, sondern Flächensynergien müssen im Vordergrund stehen. Das neue Konzept spart letztlich auch Kosten, da der parallele Bau von Schulsporthallen einerseits und speziellen Hallen für den Vereinssport andererseits reduziert werden kann.

Bislang wurden Sporthallen in Köln, wie in den meisten deutschen Kommunen, vornehmlich nach der DIN-Norm für den Schulsport geplant und gebaut. Diese Norm, die in angepasster Form seit Jahrzehnten Grundlage des Sporthallenbaus ist, sorgt für relativ gleichförmige Sporthallen, die oft für das Training und den Spielbetrieb der Sportvereine nicht ideal oder nur schlecht nutzbar sind. Es fehlen etwa Auslaufzonen an den Spielfeldern, entsprechende Bodenlinien oder Funktionsräume zur Lagerung von Sportgeräten. Zudem sind Beleuchtung und Deckenhöhe nicht ausreichend.

Deshalb sollen jetzt schon bei der Planungsaufnahme neuer Hallen oder bei Generalsanierungen die Bedarfe von Schul- und Vereinssport berücksichtigt werden. Das neue Konzept zur Optimierung der Hallennutzung hat die Stadt auf der Grundlage der Sportentwicklungsplanung in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund Köln und den Fachschaften der Sportverbände erarbeitet, die zuständigen Ämter haben es abgestimmt und weiterentwickelt. Auch die Deutsche Sporthochschule Köln ist eingebunden.

Auf sogenannten Raumblättern wird der Bedarf von Schule und Verein festgeschrieben und so sichergestellt, dass beim Bau von Schulhallen keine Verzögerungen durch spätere Wünsche aus dem Vereinssport entstehen. Durch Anpassung der Hallengrößen soll die Nutzungsmöglichkeit beispielsweise für Ballsportarten wie Basketball, Handball oder Volleyball erweitert werden. So kann eine erhebliche Verbesserung für den Wettkampfsport gewährleistet werden und der bisherige Termindruck der Vereine in den Dreifachhallen gemindert werden.

So optimierte Sporthallen ermöglichen aber auch den Schülerinnen und Schülern, bereits im Unterricht unter Wettkampbedingungen Sport zu treiben. Durch eine Anpassung der Maße einer Einfachturnhalle von 15 mal 27 Meter auf 21 mal 34 Meter entsteht eine Halle, die zum Beispiel für Basketball wettkampftauglich ist. Immer da, wo künftig eigentlich eine Zweifachhalle aus Platzgründen nicht gebaut werden kann, wird bei passenden Voraussetzungen eine vergrößerte Einfachhalle gebaut, die den Erfordernissen eines optimierten Sportbetriebes entspricht.

(Text: Stadt Köln – Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Nicole Trum)