Mehr als nur schießen

Zollstocker Adlerschützen – ein Treffpunkt für alle

Muffig, verschroben, rechts und schießwütig – mit solchen oder ähnlichen Klischees haben Schützenvereine nicht nur in Zollstock zu kämpfen. Was dort aber wirklich gelebt wird, hat mit diesen Vorurteilen rein gar nichts zu tun. Von einem hoch anspruchsvollen Sport über Geselligkeiten bis zu gemeinsamen Unternehmungen bieten die Zollstocker Adlerschützen vielseitige Aktivitäten für Mitglieder und Gäste.

Konzentration gefragt – Schießsport anerkannte olympische Disziplin

Erst einmal steht der Schießsport im Mittelpunkt der Adlerschützen. Hier wird allerdings nicht wild in der Gegend herumgeballert, schon gar auf irgendwelche Lebewesen. Im Schützenverein wird ein Sport gelebt, der nach strengen Regeln ausgeführt wird und sogar bei olympischen Spielen seinen Platz hat – und das schon ganz lange: Das Sportschießen ist eine der Gründungsdisziplinen der Olympischen Spiele der Neuzeit. Bei den Adlerschützen wird ausschließlich mit Luftgewehren und Luftpistolen gearbeitet. Geschossen wird aus zehn Metern Entfernung auf eine kleine schwarze Scheibe. Das Ziel ist, in deren Zentrum einen kleinen schwarzen Punkt, „die Zehn“, der einen halben Millimeter groß ist, zu treffen. Ein Zielfernrohr oder gar elektronische Hilfsmittel gibt es nicht – hohe Konzentration ist gefragt. Und die kann man trainieren. Natürlich misst man sich gerne in Wettkämpfen. „Hier werden je nach Disziplin zwischen 30 und 60 Schuss abgegeben. Ziel ist, mit jedem Schuss die Zehn zu treffen.“

Adlerschützen bieten qualifizierte Ausbildung

Seit Mitte März 2019 ist Hans-Jürgen Kampf Vorsitzender bei den Zollstocker Schützen, bis dahin war er erster Schießmeister und für das Sportschießen verantwortlich. Er ist von seinem Sport fasziniert und hat eine qualifizierte Trainerausbildung absolviert. „Das Schöne am Sportschießen ist, dass der Sport bis ins hohe Alter betrieben werden kann – und das mit phantastischen Leistungen.“ So kann er die angehenden Schützen an diesen Sport heranführen und für diesen Sport begeistern. Schlangestehen muss hier übrigens niemand, die Adlerschützen haben insgesamt fünf qualifizierte Schießleiter, die sich um ein professionelles Training kümmern. Übrigens kann man bei den Adlerschützen schon ganz früh anfangen: Ab einem Alter von 12 Jahren ist das Schießen mit Luftdruckwaffen in Begleitung Erwachsener erlaubt.

Aktives und abwechslungsreiches Vereinsleben

Die Adlerschützen bieten neben dem Schießsport ein aktives und abwechslungsreiches Vereinsleben. Neben dem Schützenfest, was den alljährlichen Höhepunkt darstellt, gibt es diverse andere Aktivitäten: Einen Neujahrsempfang für benachbarte Vereine, ein Osterschießen, einen Grilltag, einen Kegelabend und diverse Ausflugsfahrten der Jugend und auch der Damen. Zum Schnuppern laden die Schützen im Sommer zu einem Tag der offenen Tür ein. In diesem Jahr hat sogar eine richtige Karnevalssitzung im Schützenheim Premiere. „Wir haben uns die Unterstützung von Karnevalisten geholt, die ein wirklich tolles Programm zusammengestellt haben.“ In kurzer Zeit waren die Karten zum Preis von 20,00 Euro komplett ausverkauft, die Sitzung für die kommende Session findet am 23. Januar 2021 statt und ist bereits voll in der Planung.

Jeder ist willkommen

„Wir freuen uns über jedes neue Mitglied“, betont Hans-Jürgen Kampf. So traditionsbewusst der Verein ist, bei den Adlerschützen findet sich jeder wieder. Derzeit hat man 26 aktive Mitglieder, hinzu kommen sieben jugendliche Schützen. Mit den fördernden Mitgliedern – sie tragen keine Schützentracht, werden aber in alle Aktivitäten eingebunden – zählen die Zollstocker Adlerschützen stolze 67 Mitglieder. Wer mal reinschnuppern möchte, kann jeden Mittwoch ab 18:30 Uhr ins Schützenheim an der Fritz-Hecker-Straße kommen. Unter fachlicher Anleitung der fünf Schießleiter kann man dann sogar mal seine Schießkünste ausprobieren.  (kgs)