Normalerweise finden zu dieser Zeit im Kölner Süden die traditionellen Neujahrsempfänge statt. Der des Bezirksbürgermeisters, der Bürgervereinigung Rodenkirchen oder eben auch der unseres Chor, des Männer-Quartetts „Frohsinn“ aus Immendorf, das seit vielen Jahren in die wunderschöne alte Dorfschule einlädt und in gemütlicher Atmosphäre einen Rückblick auf das vergangene und einen Ausblick in das kommende Jahr wirft. Da in diesen Zeiten Treffen solcher Art leider nicht möglich sind möchte der Verein ein Lebenszeichen aus den Sängerreihen geben und auf diesem Weg einen Blick in das veränderte Vereinsleben ermöglichen. Es erscheint fast schon unwirklich, dass man sich noch vor einem Jahr mit dem Dreigestirn der Altgemeinde Rodenkirchen, den Sternsingern aus Immendorf, Lokalpolitikern und Vereinsvertretern in der Alten Schule traf und gemeinsam auf ein verheißungsvolles, neues Jahr anstieß. Dann stellte sich auch noch heraus, dass Singen das gefährlichste Hobby der Welt geworden ist und jeder lernte eine Menge über Aerosole, Kontaktbeschränkungen, Infektionsketten und Herdenimmunität. Das Schlimmste daran war aber, dass alle Sänger von jetzt auf gleich auf das geliebte Hobby, das gemeinsame Singen, verzichten mussten. Um niemanden im Chor zu gefährden, stellte der Verein dann im März die Anwesenheitsproben in den eigenen Räumen ein und verlegten sich auf „Zoom“. Was für die meisten Tenöre und Bässe wie ein Ballerspiel für den Computer klang, war in Wirklichkeit, wie wir heute alle wissen, eine Möglichkeit sich zumindest zum gemeinsamen Proben, wenn auch virtuell, zu treffen. Schnell wurden die wöchentlichen Onlineproben zu einer lieben Gewohnheit, bei denen, wie auch bei den normalen Proben, nicht unbedingt immer das einzustudierende Liedgut, sondern mehr die Frage nach dem „wie geht’s euch allen“ im Vordergrund standen. In Zeiten der Distanzierung konnte man sich zumindest sehen und austauschen. Der Chorleiter Marc Mönig sorgte mit hervorragender Gestaltung der Proben für ein kurzweiliges Erlebnis, trotzdem waren alle Sänger froh sich im Sommer, wenn auch nicht zum gemeinsamen Singen, so doch zu einem kühlen Glas Kölsch an einem lauen Abend im Garten der Alten Schule zu treffen. Jeder Sänger bekam sein persönliches Glas, Desinfektionsmittel war am Start und selten hat es allen so lecker geschmeckt. Man war einfach wieder beisammen. Nur mit dem Singen war es noch sehr schwierig, denn laut den Bestimmungen der Regierung sollte der Abstand mindestens drei Meter betragen, was ganz brav eingehalten und auf dem Hof der Schule sehr zur Freude unserer Nachbarn praktiziert wurde, aber eben nicht das gewohnte Harmonieerlebnis lieferte. Das war im August und September und kurz danach wurden die Bestimmungen leider wieder verschärft und es war Schluss mit Präsenzproben. Also stieg man wieder auf Onlineproben um und jeder Sänger kann es kaum erwarten, wenn endlich wieder gemeinsam in unserem Probenraum gesungen werden darf.  Der Verein ist stolz darauf diese harte Zeit bislang recht schadlos überstanden zu haben. Alle Sänger sind fleißig bei den virtuellen Chorproben dabei, im Sommer wurden viele Räume der Alten Schule renoviert, die Kosten für den Verein sind dank vieler Spenden und der Unterstützung der vielen Fördermitglieder tragbar und auf dem Youtube- Kanal des Chores sind ein paar der Ergebnisse der Online Arbeit hörbar. Unter anderem auch ein musikalisches Lebenszeichen mit dem Lied „Mer sin am Levve“. Leider musste der Chor viele Veranstaltungen im letzten Jahr ausfallen lassen. So beschränkte sich das traditionelle Sommerfest im Winter auf einen Weihnachtsbaumverkauf, das geplante Konzert im April fiel aus und die Jahreshauptversammlung mit verbundenen Vorstandswahlen muss auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Alle Sänger hoffen im neuen Jahr eine kleine Wiedergeburt des Chor- und Vereinslebens zu erfahren, denn die Sehnsucht nach dem gemeinsamen Singen ist mit den Händen zu greifen und der Verein möchte endlich wieder mit ganz Immendorf feiern und Töne, Tränen und Freude hervorbringen. Der Chor ist weiter da und freut sich auf ein hoffentlich bald mögliches uneingeschränktes Zusammensein. Bis dahin bleibt er online und hoffentlich alle gesund.

(Text:

Männer-Quartett „Frohsinn“ 1925 Immendorf

Mitglied der Kreis-ChorVereinigung Köln e.V. im Chorverband NRW e.V.

im Deutschen Chorverband e.V.

Mitglied im Stadtmusikverband Köln e.V.

Inhaber der „August von Othegraven Plakette“ in Gold

August von Othegraven, Kölner Komponist, (1864 – 1946)

Stiftung der Kreis-ChorVereinigung Köln e.V. für besondere Verdienste)