Shell arbeitet „mit Hochdruck“ daran, alle noch im Boden verlaufenden Rohrleitungen des Werks in
Godorf früher als vorgesehen über die Erde zu holen, um so Störfälle durch auslaufendes Öl
künftig zu vermeiden. Dies kündigt Marco Richrath, Direktor der Rheinland-Raffinerie, jetzt in
einem Interview mit dem Newsletter SÜDBLICK an. In dem Werk Wesseling liegen nach seinen
Worten bereits alle Leitungen oberirdisch. Schäden wie in der Vergangenheit seien „nicht
tolerierbar und hier sind wir unserem eigenen Anspruch nicht gerecht geworden. Wir werden alles
daransetzen, das Programm, um Rohrleitungen in Straßenunterquerungen aus der Erde zu holen
und in frei einsehbaren Brückenkörpern zu verlegen, zu beschleunigen“ erklärte Marco Richrath in
dem Newsletter der Dorfgemeinschaft Rondorf -Hochkirchen-Höningen e.V. an, der Ende Januar
erscheint.
Marco Richrath fügte hinzu „Trotz 60-jähriger guter Betriebserfahrung mit Mantelrohren, in denen
Produktleitungen Straßen unterqueren, mussten wir lernen, dass dieses Konzept nicht das Maß an
Sicherheit und Verlässlichkeit bietet, dass wir in der Raffinerie unabdingbar brauchen. Deshalb
setzen wir alles daran, die verbleibenden 77 Rohrleitungsabschnitte beschleunigt aus der Erde zu
holen“.
Die Aufsichtsbehörden haben Shell hierfür bis ins Jahr 2034 Zeit gegeben. Marco Richrath sicherte
im SÜDBLICK zu, man arbeite daran, schneller mit den Maßnahmen fertig zu werden: „Keine
Frage: 2034 ist zu lang“ versprach er. Schon jetzt liege man mit den Umbauarbeiten über Plan.
In

dem Interview mit dem Newsletter SÜDBLICK, der von der Dorfgemeinschaft Rondorf,
Hochkirchen, Höningen e.V. herausgegeben wird, nannte Direktor Richrath erstmals auch Details
zum Umbau der Werke hin zu umweltfreundlichen Arbeitsplätzen. Die Rheinland Raffinerie will sich
demnach „mit einem klaren Plan für eine kohlenstoffarme, nachhaltige Energie- und
Mobilitätszukunft“ zu einem nachhaltigen grünen Energie- und Chemiestandort weiterentwickeln.
So soll künftig aus Ökostrom und Wasser grüner Wasserstoff hergestellt und damit die CO2-
Emission der Raffinerie deutlich reduziert werden. Zudem engagiert sich das Unternehmen für
weitere industrielle Anwendungen wie die Wasserstoffnutzung im öffentlichen Nahverkehr. „Unsere
Perspektive ist, die Verarbeitung von Rohöl zu Kraftstoff zu reduzieren und stattdessen mehr und
mehr regenerative Stoffströme zu integrieren, also Bio-Komponenten, Ökostrom, grünen
Wasserstoff. Wir wollen den Netto-Kohlenstoff-Fußabdruck der von uns verkauften
Energieprodukte bis 2050 um 65 Prozent verkleinern. Auf dem Weg dahin – bis 2035 – wollen wir
ihn um 30 Prozent reduzieren“ beschrieb Marco Richrath im SÜDBLICK die Zukunftsvision der
Rheinland-Raffinerie.

Das komplette SÜDBLICK-Interview erscheint in der Ausgabe Ende Januar. Zu dem Newsletter
können sich interessierte Bürger kostenlos anmelden unter www.dorfgemeinschaft.koeln oder per
E-Mail an newsletter@dorfgemeinschaft.koeln.

(Text: 26.01.2021
Torsten Röcher
Geschäftsführer
Presse/Öffentlichkeitsarbeit
Dorfgemeinschaft Rondorf-Hochkirchen-Höningen e.V.)