1912 von der Firma Henkel als chem. Fabrik zur Herstellung von Bleich und Waschmittel gebaut.1914 wurde die Fabrik zu einer Pulver- und Munitionsfabrik umfunktioniert. 1918 wurde daraus eine Likör- und Schnapsfabrik und 1945 nach dem Krieg, dann eine Wachs- und Kerzenfabrik. Erst hatte es einen großen Erfolg, doch über die Jahre, wurde das Gelände zu groß sodass im März 1979  der Maler und Kunsterzieher Michael teReh die ehemalige und teilweise leerstehende Kerzenfabrik anmietete. Mit befreundeten Künstlern entstand ein außergewöhnliches Projekt. Acht Bewohner zogen bald in die gemieteten Räume, die sich in einem desolaten Zustand befanden. Auf Eigeninitiative und mit viel Liebe und Leidenschaft machten sie sich ans Werk, um daraus eine Atelier- und Wohnlandschaft zu schaffen. Die Wachsfabrik wurde seit diesem Tag, kontinuierlich aus- bzw umgebaut. Im Oktober 1979 war übrigens die öffentliche Einweihungsfeier des „Kunstzentrum Wachsfabrik“ mit einer Ausstellung der Künstler, die damals den Grundstein legten. Bis heute finden in den Räumlichkeiten der alten Fabrik viele Veranstaltungen statt. Neben den verschiedensten Kunst-Ausstellungen, gibt es eine Theaterproduktion, eine Bildhauerei, ein Café und die unterschiedlichsten Workshops. Jetzt droht der Kulturoase das aus. Die Künstler sollen vertrieben werden und das Areal moderner, edler und kommerzieller werden. Eine Online-Petition „Rettet das Kunstzentrum Wachsfabrik“, die Anfang April gestartet wurde und auf der Internetseite www.kölner-wachsfabrik.de zu finden ist möchte das verhindern. Am 1. Juni kam es bereits zu den ersten Räumungsklagen, doch der Anwalt der Wachsfabrikbewohner sieht gute Chancen, dass sie nicht rechtskräftig wird.

Große Sorgen, macht neben der eigenen Kündigung, das Gerücht das die Fabrik ganz abgerissen werden soll. Die alten Gebäude seien für den Vermieter nicht mehr wirtschaftlich. Er plane einen großen modernen Wohnraum mit Tiefgaragen und Infrastruktur.  Für die Kunstszene ist das nicht zu tolerieren. Durch den Abriss der Wachsfabrik ginge nicht nur eines der ältesten Architekturen verloren sondern auch eins der ältesten Kunstzentren der Stadt. Die Gemeinschaft, wie sie in der Wachsfabrik entstanden ist und früher an vielen Orten zu finden war, gibt es kaum noch. Darum feiern die Bewohner und Künstler im Herbst auch ein großes Fest. Das 40-jährige Bestehen als Kunstort in Köln.   Eine große Sonderausstellung mit früheren und aktuellen Künstlern, Musik und vielen Darbietungen ist zurzeit in Planung.

Daneben gibt es aber auch andere Angebote sich einen Eindruck zu machen. Das Kunstzentrum Wachsfabrik | Industriestraße 170, 50999 Köln | www.kölner-wachsfabrik.de , ist übrigens jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr geöffnet und kann besichtigt werden.