Förderung in Höhe von 200.000 Euro läuft über drei Jahre

Das Amt für Soziales, Arbeit und Senioren der Stadt Köln hat ein Förderprogramm für das Projekt „Housing First“ entwickelt. Ziel der Förderung ist die Inklusion obdachloser Menschen. Sie soll Träger dabei unterstützen, entsprechendes Fachpersonal zu finden, um ein Betreuungssystem nach dem Housing-First-Ansatz zu etablieren. Die Förderung in Höhe von 200.000 Euro läuft über drei Jahre.

Ich freue mich sehr darüber, dass wir mit diesem wichtigen Betreuungs-Projekt nun endlich den ersten Schritt gehen können, sagt Dr. Harald Rau, Beigeordneter für Soziales, Umwelt, Gesundheit und Wohnen.

Ergänzend zu den bereits in der Kölner Wohnungslosenhilfe praktizierten Konzepten geht „Housing First“ davon aus, dass eine Wohnung nicht erst Folge, sondern in vielen Fällen eine Voraussetzung einer Mietfähigkeit ist. Deshalb wird eine obdachlose Person in diesem Konzept bedingungslos – also auch ohne Annahme einer Mietfähigkeit – in eine Wohnung vermittelt. Aus der Sicherheit und Struktur heraus, die eine Wohnung bietet, organisieren die Träger der Wohnungslosenhilfe dann persönliche, soziale und gesundheitliche Hilfen.

Zur aktuellen Praxis: Die Kölner Wohnungslosenhilfe sieht eine Vielzahl verschiedener Unterbringungsangebote für wohnungslose Menschen vor, um sie vor Obdachlosigkeit zu bewahren und sie auf die Rückkehr in eine eigene Wohnung vorzubereiten. Die aktuell in Köln praktizierten Konzepte stellen zunächst die persönliche Stabilisierung des Einzelnen sicher, bevor es zu einer Wohnungsvermittlung und letztendlich zum Abschluss eines Mietvertrages kommt. Mit diesen Leistungen werden die Menschen befähigt, ein eigenständiges Leben zu gestalten, ihre mietvertraglichen Verpflichtungen einzuhalten und an ihrem Lebensumfeld teilzuhaben.

Damit das Projekt erfolgreich verlaufen kann und zu keiner Konkurrenzsituation im angespannten Kölner Wohnungsmarkt führt, wird eine Kooperation mit der GAG Immobilien AG angestrebt. Mit ihr werden in Verbindung mit dem Liegenschaftsamt Verhandlungen über die Schaffung von zusätzlichem preiswerten Wohnraum für Alleinstehende geführt. Der Wohnraum soll möglichst gestreut in den Quartierenentstehen.

Das Projekt soll in Kooperation mit der GAG, den Trägern der Wohnungslosenhilfe sowie dem LVR konzipiert, modellhaft erprobt und wissenschaftlich begleitet werden.

Die Umsetzung hat der Rat der Stadt Köln in seiner Sitzung am 6. Februar 2020 beschlossen. Im Haushalt 2020/21 wurden insgesamt 5,4 Millionen Euro für dieses Projekt eingestellt.

(Text: Stadt Köln – Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Simone Winkelhog)