Heiner Wiencke liebt seine Heimatstadt – und die Musik der vielen Bands und Künstler aus der Domstadt ebenso. So engagiert sich der kölsche Jung bei der Mitsinginitiative „Loss mer singe“. Während sich diese Kneipentour vornehmlich darauf konzentriert, jeweils den Hit der Session zu küren, hat Heiner auch ein offenes Ohr für Klänge, die nichts mit dem Fastelovend am Hut haben. „Ich feiere jedes Jahr vun Hätze die fünfte Jahreszeit, aber es gibt abseits der jecken Tön noch viel mehr aufregende Leeder zu entdecken“, erzählt er. „Und einige davon möchte ich gerne anderen Musikfans vorstellen.“

Gesagt, getan: Am 23. Mai steigt in der Kultkneipe Chlodwigeck in der Südstadt die Premiere von „Nit för Kooche – Kölsche Musik is mih wie Karneval“ – bei freiem Eintritt. Das Motto der Veranstaltung hat sich Heiner bei BAP ausgeborgt. In der Nummer von 1982 beteuerte Sänger Wolfgang Niedecken, dass er am Fasteleer auf jeden Fall die Stadt verlässt. Das macht Heiner zwar nicht – aber wie für den BAP-Chef besteht für ihn die Musik im heimischen Dialekt ebenfalls aus mehr als nur den üblichen Schunkelliedchen voller Rhing un Sunnesching. Also hat Heiner wochenlang in seiner Plattensammlung gewühlt, um noch nie, selten oder lange nicht mehr Gehörtes zutage zu fördern. Stilistisch gibt es keine Grenzen, aber op Kölsch jesunge muss jeder Beitrag sein.

Herausgekommen ist eine spannende Playlist von 20 starken Titeln. Sozusagen als Bonustrack kommt zudem als Nummer 21 eine Kapelle zum Zuge, die 2019 ihren 30. Geburtstag feiert. „Jede Band ist nur einmal vertreten“, sagt der Moderator dieses kölschen Ovends, „damit ist für jede Menge Abwechslung gesorgt.“ Heiner wird die Lieder anmoderieren, die DJ Olaf anschließend auflegt – zum Zuhören, Mitsingen oder Abfeiern. Selbst ausgewiesene Kenner der hiesigen Musikszene dürften an diesem kurzweiligen Abend also den einen oder anderen Schatz für sich entdecken.
Text: Dirk Christian / Jeckes.net