Offene Ateliers – Geballte Kunst in Meschenich

10 Jahre SüdArt

Das passte doch perfekt zusammen – zum Wochenende der offenen Ateliers im Kölner Süden feierte das Künstlernetzwerk SüdArt sein zehnjähriges Jubiläum. Im September 2008 wurde SüdArt gegründet, 13 Künstlerinnen und Künstler haben sich hier zusammengetan, um gemeinsam ihre Kunst nach vorn zu bringen. Das ist umso bemerkenswerter, als dass sich diese künstlerische Insel in Meschenich befindet, gerade in dem Stadtteil, dem ein oft zweifelhafter Ruf vorauseilt. Doch es geht auch anders – die Künstler sind mit Stolz und Begeisterung dabei und freuten sich über viele kunstinteressierte Besucher, welche in die alte Schule an der Brühler Landstraße gekommen waren.

 

Man konnte hier alles Bewundern, ob Bilder, Skulpturen, Geschenkpakete, Indoor oder Outdoor – die Phantasie wurde an jeder Ecke angeregt. Da biss mal eine üppige Dame in einen Hahn, eine Horde Ratten kletterte aus einer Toilette, man blickte durch ein Fenster auf das Amsterdamer Rotlichtviertel, ein knackiger Männerkörper regte die Gedanken an, was für die eleganten leicht bekleideten Damen aus Gips natürlich genauso galt. Gut gelaunte Künstlerinnen und Künstler führten durch die eigene Ausstellung, in den oberen Etagen konnte man ein Gemeinschaftsatelier besichtigen. Ganz authentisch waren die Bilder von Tamara Mindlin, die lange im Amsterdamer Rotlichtviertel gelebt hat und so einen realistischen Blick durch das Fenster wagen konnte.

 

Mit nur Hinsehen war es übrigens nicht getan, bei Heike Lülsdorf gab es Kunst zum Mitmachen. Auf kleinen gelben Zetteln konnten die Besucher ihre Ideen verewigen, die dann irgendwie in kommende Werke einfließen sollen. „Die Menschen haben so viel Fantasie, das regt mich zu ganz neuen Dingen an“, freute sich die Künstlerin über die rege Beteiligung. Bei einem Sekt und ein paar Keksen ließ es sich auch ganz entspannt plaudern.

 

An den Wänden war die Chronik über 10 Jahre Südart zu besichtigen, viele Meilensteine und Zeitungsartikel belegten den Erfolg des Künstlernetzwerkes. „Wir verstehen uns hier blendend“, konnte eine strahlende Marianne Krause berichten. Zweimal im Monat trifft man sich und plant gemeinsame Aktionen oder Ausstellungen, jeder kann vom Netzwerk des anderen profitieren. Die alte Schule ist ein perfektes Umfeld für die Kreativen, „wir hoffen, dass wir hier noch ganz lange bleiben können.“ Wer die Künstler gerne mal besuchen möchte, kann sich auf http://www.suedartkoeln.de informieren und dort auch gleich Kontakt aufnehmen.