Ordensapell bei der Großen Rodenkirchener Karnevalsgesellschaft

Diese KG ist eigentlich ein großer Freundeskreis. Hier sind sie quasi alle gleich alt, alle auf irgendeine Art miteinander verwandt oder zumindest zusammen zur Schule gegangen.

Viele der Mitglieder kennen sich seit der Kindheit, so spürt man eine unglaubliche Vertrautheit. Im nächsten Jahr feiern sie übrigens ihr 88-jähriges Bestehen, worauf die Damen und Herren im schönen blau-gelben Zwirn sehr stolz sind. Sie leben nämlich die (meist) von den Eltern oder Verwandten übertragene Brauchtumspflege hinter der Rodenkirchener Brücke mit viel Tradition schon seit Jahrzehnten. Den Satz „dat hann mir immer schon so jemaht“ könnte bei ihnen glatt in der Satzung stehen. So ist es auch ganz klar, dass zum Mützenappell gut die Hälfte der Mitglieder gekommen war und mit Spannung auf den Orden warteten. Ov krüzz oder quer, dat Rudekeechener Kapellchen ist ihre Herzmitte und demnach auf dem neuen Orden groß zusehen. Darum war es auch nicht verwunderlich, dass er als Überraschung am Abend zuvor in der Abendmesse im Kappellchen von Pfarrer Windt gesegnet wurde. Denn die KG hat nun endlich eine Standarte und diese wurde zum Mützappell den Mitgliedern vorgestellt. Simon Gosk, ehemaliger Prinz der Gesellschaft und seit letztem Jahr Ehrenpräsident, hat dieses Vorhaben sehr wohlwollend finanziell unterstützt. „Es war mir schon immer eine Herzensangelegenheit und als ich letztes Jahr zu meiner völligen Überraschung zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde, wollte ich einfach etwas zurückgeben“, so der bescheidene Apotheker. „Die KG Rodenkirchen hat einen Plaggen aus dem Jahre 1935 und einen Neuen aus den siebziger Jahren, doch eine Standarte hatten wir nie. Was gibt es somit für ein besseres Datum als zu 8×11 und hoffentlich zum Ende der Pandemie mit einem solch Prunkstück um die Ecke zu kommen“, lächelt er stolz. Die Mitglieder dankten es ihm mit dem Büttenmarsch (Vereinslied) und einem herzlichen dreimal Kölle Alaaf. Natürlich wurde das tolle Teil, mit feinstem Seidengarn bestickt, genauestens unter die Lupe genommen, denn es ist wirklich eine Meisterleistung. Auch hier steht das Logo und natürlich das Kappelchen im Mittelpunkt und wurde Perfektion umgesetzt. „Die Standarte wird nun in die Geschichte eingehen und somit haben wir auf hohe Qualität geachtet“, so der Präsident Jörg Lyon.

Doch das war noch nicht alles an diesem Abend. Neben vielen lobenden Worten an die Mitglieder für ihr eingebrachtes Engagement und wirklich großen Ehrungen für sehr lange Mitgliedschaften (diese werden in den nächsten Tagen auf der Internetseite der Gesellschaft zu sehen sein) ist die große Rodenkirchener  (GRKG) eine Gesellschaft, wo unglaublich viel gelacht wird. Demnach kamen schon wenige Minuten später Willi & Ernst. Die befreundeten Rentner brachten einen Vortrag der Spitzklasse und so war es auch nicht verwunderlich, dass sie einige Zugaben geben mussten. Denn sie nahmen die Gäste mit in ihre Rede auf und hatten brandaktuelle Themen, wo jeder lachen musste. Sehr respektvoll wurde es dann, als das designierte Rodenkirchener Dreigestirn den Raum betrat. Die zukünftige Jungfrau Zirconia (Ziya Arpaci), der zukünftige Prinz Marc (Müller) und baldige Bauer Stefan (Widdig) sind jetzt schon mit Herz und Seele bei der Sache und können es kaum noch erwarten, bald im großen Ornat auf der Bühne zu stehen. So war es Ihnen ein Fest, ihre Generalprobe auch bei der Großen Rodenkirchener zu halten. Unter Beifall werden sie nun in der nächsten Woche ihren großen Auftritt bei der Proklamation haben, denn darin waren sich alle einig „dat Dreijestehn, sinn drei joode Junge“ und nun schon in der großen Rodenkirchener Karnevalsgesellschaft persönlich bekannt.