Patientenverfügung

Patientenverfügung

Niemand denkt gern darüber nach, was passiert, wenn man einmal richtig krank ist und nicht mehr selbst entscheiden kann. Sie sollten es trotzdem tun. Wahrscheinlich haben Sie instinktiv eine klare Vorstellung davon, welche medizinische Behandlung Sie wünschen, auch wenn Sie sich in einem Notfall nicht mehr äußern können. Vielleicht wollen Sie Ihren Angehörigen aber auch die Last der Entscheidung abnehmen und Ihnen keine weiteren Sorgen machen.

Wann braucht man eine Patientenverfügung?

Wenn eine Operation ansteht oder besondere Therapien und Medikamente mit starken Nebenwirkungen verordnet werden, dann bespricht der Arzt solche Maßnahmen immer ausführlich mit seinem Patienten und holt seine Zustimmung ein. Mit einer Patientenverfügung können Sie schriftlich festlegen, welche ärztlichen Maßnahmen zu treffen sind. Sie können genau bestimmen, was durchgeführt wird und was zu unterlassen ist. Wenn Sie als Patient zum Beispiel das Bewusstsein verlieren und trotzdem weitreichende Entscheidungen getroffen werden müssen, ist alles geregelt.

Ab dem 18 Lebensjahr ist eine Patientenverfügung möglich, für unverheiratete Paare und ältere Personen ist eine solche (notarielle) Vorsorge sogar anzuraten. Ebenso ist eine solche Verfügung ratsam für Personen mit einem waghalsigen Hobby oder einem gefährlichen Job. Im schlimmsten Fall müssen zwangsläufig Dritte eine Entscheidung treffen, und das ist nicht immer einfach. Um sicherzustellen, dass solche Entscheidungen im Sinne des Patienten ausfallen, muss eine Patientenverfügung hinterlegt sein.

Was steht in der Patientenverfügung?

Man beschreibt möglichst ausführlich in der Patientenverfügung, welche medizinischen Maßnahmen im Falle der eigenen Entscheidungsunfähigkeit gewünscht sind und welche nicht. Es reicht, wenn der Patient bestimmte Lebens- und Behandlungssituationen umschrieben hat, woraus klar zu verstehen ist, wie zu handeln ist. Auch die künstliche Ernährung und Beatmung, bestimmte Medikamente sowie lebensverlängernde und lebenserhaltende Maßnahmen sind genau festzulegen. Die Benennung eines Bevollmächtigten ist ebenfalls sinnvoll. Die schriftliche Verfügung ist für Ärzte und Pfleger verbindlich, wenn der Patient seinen Willen nicht mehr selbständig bilden oder äußern kann. Eine unheilbare Krankheit, ein Gehirnschaden durch Schlaganfall oder Unfall, aber auch bei fortschreitender Demenzerkrankung sowie eine starke Veränderung des Wesens durch Medikamente sind oft die Grundlage für eine solche Situation.

Achtung: Viele gehen davon aus, dass Ehepartner oder Kinder automatisch bevollmächtigt sind. Das ist nicht so. Auch die nächsten Angehörigen benötigen die schriftliche Ermächtigung, um Ihren Willen im Notfall oder bei schwerwiegenden medizinischen Entscheidungen durchsetzen zu können.

Was passiert, wenn man keine Patientenverfügung hat?

Falls man in eine Situation gelangt, in der über eine medizinische Behandlung entschieden werden muss und man weder eine Patientenverfügung hat noch ansprechbar ist, wird sich ein Arzt immer für das Weiterleben entscheiden – egal, in welchem Zustand der Patient dann weiterleben wird.

Mit wem spreche ich über eine Patientenverfügung?

Über eine Vorsorgevollmacht, eine Betreuungs- und Patientenverfügung sprechen Sie am besten als erstes mit Ihrem Hausarzt. Er hat mit Sicherheit einen Leitfaden zu Ihrer ganz individuellen Person. Im Internet beim Bundesgesundheitsministerium sind dann weitere wertvolle Informationen zu finden. Zum Fixieren sollten Sie auf jeden Fall einen Notar aufsuchen. Mit Ihm können Sie dann auch eine Generalvollmacht besprechen, denn auch Ihre Finanzen sollten im Notfall geregelt sein