Pflege und Betreuung in Pandemiezeiten

Die Budgets der Pflegekasse stehen immer zur Verfügung und sorgen für eine wichtige Entlastung aller pflegenden Angehörigen

Für die meisten Menschen war es ein anstrengendes Jahr. Vor allem Angehörige, die dementiell veränderte oder chronisch kranke Verwandte zu Hause pflegen, werden durch ihre Sorge um diese stark belastet. Die erneut steigenden Fallzahlen und die näher rückende kalte Jahreszeit schüren die Angst vor einer zweiten Welle – einhergehend mit dem steigenden Bedürfnis nach einer regelmäßigen Auszeit für die pflegenden Angehörigen.

Verhinderungspflege schafft Freiräume

Eine gute Nachricht: Wer sich etwas wohlverdienten Freiraum verschaffen möchte, dem bietet die so genannte Verhinderungspflege eine passende Gelegenheit. Wenn der*die Pflegebedürftige mindestens in Pflegegrad 2 eingestuft ist, kann diese Leistung in Anspruch genommen werden. Dafür stehen seitens der Pflegekasse jährlich bis zu 2.418 Euro zur Verfügung.[1] Die geschulten Betreuungskräfte unterstützen bei der Grundpflege, begleiten notwendige Gänge zum Arzt, helfen beim Einkauf oder im Haushalt – all das abgedeckt durch die Budgets der Verhinderungspflege. Um diese in Anspruch nehmen zu können, müssen die Leistungen jedoch bis zum 31. Dezember 2020 abgerufen werden. Danach verfallen die Budgets für dieses Jahr.

Entlastung im Alltag

Für alle pflegebedürftigen Menschen ab Pflegegrad 1 kann durch das Budget der Entlastungsleistungen in einer Höhe von 125 Euro monatlich eine regelmäßige Betreuung ermöglicht werden. Betreuungs- und Pflegedienste sind gerade während der Pandemie wertvolle und zuverlässige Partner; sie kennen die Belastung und Sorgen der Angehörigen gut und können diesen unterstützend unter die Arme greifen, indem die verschiedenen Budgets der Pflegekasse genutzt werden.

Pflegesachleistungen runden das Paket ab

Zusätzlich zu den bereits genannten Budgets kann ab einer Einstufung in den zweiten Pflegegrad auf die Pflegesachleistungen zurückgegriffen werden. Mit steigender Pflegebedürftigkeit, steigt auch der durch einen Pflege- oder Betreuungsdienst monatlich abrufbare Betrag auf bis zu 1.995 Euro an. Ein großes monatliches Budget, aus dem die dauerhafte Betreuung demenziell erkrankter Menschen und somit die Entlastung der pflegenden Angehörigen gewährleistet werden kann.

Auch in einer Pandemie muss niemand alleine sein. Wenden Sie sich zu persönlichen Informationen an das Demenznetzwerk Rodenkirchen, an die Seniorenberatungen oder an einen Pflegedienst in Ihrer Nähe. Die Versorgung geht unverändert weiter trotz, oder gerade wegen steigender Fallzahlen.  Gerade in außergewöhnlichen Zeiten sind wir alle sehr gerne für Sie da.

[1] Diese ergeben sich aus dem jährlichen Budget der Verhinderungspflege von 1.612 Euro, zuzüglich eines Anteils der ambulanten Kurzzeitpflege von 806 Euro jährlich. Insofern diese nicht für die Unterbringung in einer Einrichtung der ambulanten Kurzzeitpflege benötigt werden.

(Text:  Ana Lieth Teilnehmerin im AK Demenznetz Köln-Rodenkirchen)