Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Ralph Caspers würdigen Engagierte 

Eine unabhängige Jury hat aus 180 Vorschlägen die Preisträger*innen von „KölnEngagiert 2021“ ausgewählt. Mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Köln werden neben vier Einzelpersonen vier Vereine, zwei Schulen und ein Unternehmen ausgezeichnet. Zum zweiten Mal wurde in diesem Jahr auch der „Miteinander-Preis Köln für Demokratie und Vielfalt“ vergeben, der das ehrenamtliche Engagement von Kölner*innen mit Migrationshintergrund würdigt. Die Preise überreichen unter anderem Oberbürgermeisterin Henriette Reker und der diesjährige Ehrenamtspate Ralph Caspers am Sonntag, 22. August 2021, in der Champions Hall des Deutschen Sportmuseum und Olympiamuseums.  

Folgende drei Einzelpersonen wurden von der Jury ausgewählt: Professor Igor Epstein gründete 2004 Deutschlands erste, unabhängige jüdische Bildungseinrichtung, den Verein „Gemeinnützige Weltmusik, Klezmer und Ästhetik Akademie; Integration und Begegnungszentrum e.V.“. Das Zentrum wurde gegründet, um Menschen unabhängig von ihrer Nationalität, Religionszugehörigkeit oder sozialem Status zu helfen. Hilfestellung und Förderung von Kindern, Jugendlichen und Senior*innen wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Darüber hinaus bietet das Zentrum Neuankömmlingen mit einer abgeschlossenen Ausbildung im Bereich Kunst und Kultur Kurse und Fortbildungen an. Ziel ist es, diesen Personenkreis für die Arbeitssuche in ihren erlernten Berufen auf dem deutschen Markt vorzubereiten und zu unterstützen.

Barbara Süsterhenn übernahm 2013 eine sogenannte Bildungspatenschaft für ein Geschwisterpaar. Bis heute unterstützt und begleitet sie ihre Patenkinder auf deren schulischen und integrativen Wegen in Deutschland. So hilft sie beispielsweise beim Online-Unterricht oder den Hausaufgaben und unterstützt eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung durch gemeinsames Kochen, Schwimmen oder Kinobesuche. Ihr Engagement hat in hohem Maße dazu beigetragen, dass die Kinder ihre seelischen Widerstandskräfte entwickeln konnten und sich besser integrieren zu können.

Rosemarie Wittko engagiert sich seit 1986 in der evangelischen Kirchengemeinde in Porz-Langel und gehört seit 34 Jahren dem Festausschuss der katholischen Frauengemeinschaft in Porz-Langel an. Ehemann Gernot Wittko ist seit 1995 für die Technik und die Musik bei Auftritten in der Frauengemeinschaft verantwortlich. Zudem leiten die Eheleute seit 25 Jahren den Seniorentanzclub „Immer in Schwung“ in Porz-Finkenberg und organisieren sie Veranstaltungen für Senioren*innen aller Nationalitäten.  

Auch drei Gruppen sind Preisträger von „KölnEngagiert 2021“. Im Jahr 2007 gegründet, setzt sich „himmel & ääd“ für bedürftige und sozialschwache Kinder und Jugendliche in Köln und Umgebung ein. Grundversorgung, Lernförderung, soziale Kompetenzen und einen sicheren Übergang von Schule, Weiterbildung auch über den Berufseintritt hinaus.

Faire Chancen für alle Kinder stehen an erster Stelle. Anfallende Kosten werden ausschließlich durch Spenden finanziert. Der Straßenwächter e.V. kümmert sich seit 2005 um obdachlose und wohnungslose Menschen. Täglich gehen die Ehrenamtlichen auf einer festen, bekannten Route durch die Kölner Innenstadt und versorgen Bedürftige mit warmen Mahlzeiten und Getränken. Mindestens zweimal in der Woche verteilt der Verein Bekleidung und Hygieneartikel. Der „Run of Colours“ ist für die Aidshilfe Köln ein sehr wichtiger Event. Zum einen können wichtige Angebote so finanziert werden, zum anderen zeigt die Aidshilfe Köln mit diesem bunten Lauf ihre Haltung zu Diversität, Toleranz und Akzeptanz in der heutigen Gesellschaft. Alle ehrenamtlichen Helfer*innen setzen sich für das Leitbild der Aidshilfe Köln ein und engagieren sich für diese Werte.  

Der „Miteinander-Preis Köln für Demokratie und Vielfalt“ geht an eine Einzelperson und eine Gruppe. Seit über 30 Jahren engagiert sich François Koutouan bei verschiedenen gemeinnützigen Kölner Organisationen. Er ist Ehrenmitglied des Ivorischen Dachverbandes in Deutschland und Vorstandsmitglied von Bündnis14 AFRIKA e.V., seit 2004 ist er ehrenamtlicher Geschäftsführer der Deutsch-Afrikanischen Kooperation und Interkultureller Trainer (Der Paritätische), Kommunaler Berater von MiGlobe und Mitglied der „Eine-Welt Stadt Köln“ SOFRA Cologne ist ein Ort für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, intersexuelle und queere Geflüchtete, Migrant*innen (B-POC) und Unterstützende. SOFRA ist das arabische Wort für Esstisch. SOFRA Cologne ist ein sicherer Ort der Begegnung und Unterstützung sowie ein Raum für LGBTIQ* B-POC-Geflüchtete und Migrant*innen, wo eine Unterstützungsstruktur aufgebaut und Wissen vermittelt werden kann. Jeden ersten Samstag im Monat findet ein Treffen mit sechsstündigem Programm statt, das von LSBTIQ* B-POC-Geflüchteten und Migrant*innen selbst organisiert und verwaltet wird. Dazu kommen auch regelmäßig Workshops und Freizeitaktivitäten.  

Auch Schulen und eine Unternehmen werden mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Köln 2021 ausgezeichnet. Das städtische Gymnasium Thusneldastraße führt ein Schulprojektjahr zu „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ durch, an dem die gesamte Schule in unterschiedlichen Projekten und Aktionen teilnimmt. In allen Klassenstufen beschäftigen sich die Schüler*innen altersangemessen mit jüdischer Kultur, jüdischer Geschichte und jüdischem Leben in Deutschland. Außerdem werden ihnen persönliche Begegnungen ermöglicht, die sie nachhaltig prägen. Das Richard-Riemerschmid-Berufskolleg ist seit 2013 Projektschule „Schule der Vielfalt – Schule ohne Homophobie“. 2020 haben die Schüler*innen in zwei Projekten neue Plakate zum Thema Antidiskriminierung der LSBTQ-Community entworfen. Zudem wurde ein Großbanner „Vielfalt im Blick“ an der Schulaußenwand angebracht. Das Schulprojekt hat zum Ziel, die Schule zu einem Ort zu machen, an dem Homophobie und Diskriminierung keinen Platz haben, an dem sich niemand verstecken muss und jede*r so sein darf wie er oder sie will.  

Butlers wurde 1999 gegründet und beschäftigt insgesamt rund 1.000 Mitarbeiter*innen in elf europäischen Ländern. Butlers engagiert sich mit seinen Mitarbeitenden in gemeinnützigen Projekten, setzt auf lange Partnerschaften, bei denen beide Seiten gemeinsam Ideen entwickeln und auf Augenhöhe miteinander kooperieren. Ziel der Langfristigkeit ist es auch, nachhaltig und dauerhaft zu helfen. Mit dem Sozialdienst katholischer Frauen e.V. (SkF) und Chancenwerk e.V. kooperiert das Unternehmen bereits seit 2014 auf vielfältige Weise: Gemeinsam wurden Infotage und Spendentage ins Leben gerufen wieder Gewaltlos-Tag für das SkF-Projekt „Gewaltlos.de“ oder der Chancentag für Chancenwerk e.V.. Medienwirksame und öffentlichkeitswirksame Events und Projekte wie eine Lesung mit Annette Frier für Gewaltlos.de, Benefizkonzert für den SkF, CSR-Produkt für den guten Zweck für Chancenwerk organisiert sowie Chancenwerk-Spendenhäuschen in den Filialen aufgestellt, die dauerhaft im Einsatz sind.

(Text:PI/Stadt Köln/Nicole Trum)