Prinzenproklamation 2021 im Veedel…

Es wurde das Zepter abgegeben. Die KG Der Reiter 1960 e.V. und das Festkomitee der Alt-Gemeinde Rodenkirchen 1973 e.V. präsentierten im Gürzenich von Rondorf (Anne-Frank-Schule) das neue Dreigestirn. Ein buntes Programm und eine Dankesrede an das ausscheidende Dreigestirn mit Übergabe der Insignien rundete den Abend ab.

Was war das eine Freude und alle scharrten im wahrsten Sinne des Wortes mit den Füßen. Die KG Der Reiter hatte zum Kölschen Ovend mit Proklamation eingeladen und alle waren mit einem Strahlen im Gesicht und nach 2G-Regeln gekommen. Klein, aber fein präsentiert sich die Aula der Anne Frank Schule und wurde sofort zum Gürzenich von Rondorf. „Es ist wundervoll und ich freue mich so sehr“, war oft an diesem Abend zu hören. So war die Spannung groß: Wie ist der neue Präsident des Festkomitees? Wie wird das neue Dreigestirn sein und sich das alte verabschieden? Was präsentieren die Künstler und sind sie genauso aufgeregt wie wir?

Und wie sie aufgeregt waren. Jeder auf seine Weise und jeder auf seine Art. So zog als erstes der Spillmannszoch der KG Kallendresser aus Nippes ein und verbreitete sofort Frohsinn und die erste Animation zum Mitsingen. Dieser Tambourkorps ist nämlich bekannt für gute Laune und sucht demnach immer nach weiteren Musikern zur Verbreitung Kölscher handgemachten Musik.

Doch es gab nicht nur Musik. Jörg Runge, der Tuppes vom Land brachte in seinem Vortrag alle Menschen zum Lachen. Er nahm die Corona Zeit, die Politik und die kommenden Aussichten ganz schön auf humorvolle Weise auf die Schippe. Was selbst die anwesenden Politiker mit einem Lächeln dokumentierten. Es war ein großartiger Vortrag und man hätte ihm immer weiter zu hören können, wenn das Programm nicht von hinten gedrückt hätte.

Im Anschluss wartete nämlich schon eine neue und ausgezeichnete Band „Zesamme“. Diese fünf Musiker wurden vor wenigen Tagen mit dem 2. Platz bei „Euer Song für Köln 2021 – des GAG-Wettbewerb für Nachwuchsmusiker und -bands“ ausgezeichnet und freuten sich sehr auf ihren Auftritt.

Danach folgte dann die große Proklamation, worauf alle mit Spannung gewartet haben. Das alte sowie neue Dreigestirn strahlten im Kreis und jeder merkte gleich, das sind Karnevalisten durch und durch. Geleitet durch eine sensationelle Ansprache des neuen Festtagskomiteepräsidenten Stefano Straberg, der sich auf eine sehr professionelle Art präsentierte und sich vorbildlich vorbereitet hatte, war es eine sehr würdevolle Übergabe. Er berichtete aus der vergangenen Zeit und stellte einige Besonderheiten des Dreigestirn 2020 noch einmal gesondert vor. Das Lächeln in den Gesichtern von Jungfrau Chrissi (Christian Buchmüller, v.l.), Prinz Stephan I. (Albrech) und Bauer Lutz (Schmiedel) war unübersehbar. Doch freuten sich diese Drei auch sehr für das neue Dreigestirn, was in ihrer Ansprache deutlich zu verstehen war. So wünschte ihnen der scheidende Prinz Stefan Albrecht eine genauso tolle Zeit, wie sie erleben durften und wies auch gleich auf die Besonderheit des Zepters hin: Das Zepter ist quasi eine Spardose, in dem man dem Dreigestirn so manches Scheinchen zustecken kann, was sie auch gleich taten. Der Applaus für diese großartige Geste huldigten sie noch ein letztes Mal, bevor sie in die Reihe zurücktraten. Dann übernahm der Bezirksbürgermeister Manfred Giesen das Wort. Auch er hatte sich vorbildlich mit der Proklamation auseinandergesetzt und extra ein großes Gedicht vorbereitet, bevor er die Insignien an das Dreigestirn überreichte. Genau um 20:45 Uhr hatte die Altgemeinde nun ihr neues Dreigestirn 2021, was über das ganze Gesicht strahlte. Bis zum 6. Januar dürfen seine Tollität Prinz Willi III. (Willi Meißeler), Jungfrau Sonja (Björn Doant) und Bauer Peter Scheuß nun den Rodenkirchener Karneval präsentieren. Ist es auch eine kurze Zeit, wird das für die Drei eine besondere Zeit werden, denn viele Gäste hatten schon eine Zusage für eine Buchung sowie den Besuch in ihrer Hofburg im Grossrotterhof in Hochkirchen zugesichert. Auch dürfen sie mit dem Dreigestirn 2020 auf einem Wagen in verschiedenen Veedelszügen fahren, sofern diese in 2022 auch starten werden, was immer ein Highlight für alle Dreigestirne ist. Unter Applaus nahmen sie dann an ihrem Dreigestirntisch Platz und beobachteten mit Freude das laufende weitere Programm. Leider durften sie sich nicht unter das feiernde Volk mischen, da dies die Statuten nicht erlaubten. So schauten sie würdevoll auf den Auftritt von Kaschämm, welche als Coverband noch einmal den Saal zum Kochen brachten, bevor Willi und Ernst mit einem Zwiegespräch schallendes Lachen erzeugten. Hoch emotional wurde dann der letzte Auftritt von Oli Blum. Er stellte sich mit seiner Gitarre mitten in die Gäste und sang ein Potpourri aus verschiedenen beliebten kölschen Liedern, was immer weitere Zugabe-Rufe erzeugte, weil keiner wollte, dass dieser wunderschöne Abend zu Ende ging. Summasummarum war es ein gelungener Abend mit Freude auf eine kommende Karnevals-Session, die nun erwartet wird.