Rechts überholen, Ohrhörer, Alkohol – was dürfen Radfahrer?

 

Radfahrer haben derzeit Rückenwind. Sie sind ökologisch und politisch gewollt, dazu ist Radfahren schnell und gesund, mit einem Motor ist es ganz einfach. Auch sollten gerade Kinder und fitte Senioren oft in die Pedale treten. Radfahren ist im wahrsten Sinne des Wortes „in“.
Manche Radfahrer schließen aber leider daraus, dass auch die Verkehrsregeln für sie nicht gelten. Das allerdings ist ein grober Irrtum und kann sogar teure Folgen haben. Wir haben die wichtigsten Punkte einmal zusammengestellt.
Alkohol auf dem Rad? Das kann den Führerschein kosten. Radfahrer, die mit über 1,6 Promille erwischt werden, müssen laut Bußgeldkatalog mit drei Punkten in Flensburg, einer saftigen Geldstrafe sowie der Androhung einer Medizinisch-Psychologischen-Untersuchung (MPU) rechnen. Ab 0,3 Promille kann es zu einer Strafanzeige kommen.
Einfach auf der Straße fahren? Besser nicht!
Einfach auf der Straße zu fahren, nur weil der Belag besser ist, geht nicht immer. Radwege und Radfahrstreifen, die mit den runden blauen Schildern mit einem Fahrrad gekennzeichnet sind, müssen benutzt werden, ansonsten droht eine Verwarnung ab 20 Euro
Nebeneinander fahren darf man, Sie dürfen nur dabei keinen anderen Verkehrsteilnehmer behindern und gar gefährden. Das bedeutet: Für Autos muss ausreichend Platz, sprich 1,50 Meter zum Überholen bleiben.
Rechts an der Schlange vorbei? Auch das darf man .. zum Beispiel an einer roten Ampel dürfen Radfahrer bei genügend Platz an den wartenden Autos rechts vorbeifahren. Beim Abbiegen darf man sich vor oder hinter den Autos einordnen. Selbstverständlich dürfen auch Radfahrer nicht über rot fahren, das wird teuer, bis zu 180 Euro und einen Punkt in Flensburg kann es kosten. Der vielbeachtete Zebrastreifen ist übrigens nur zu Fuß mit dem Rad zu passieren und keine Radfahrstrecke. Wer Vorrang haben will, muss sein Rad schieben. Ohrhörer sind grundsätzlich erlaubt. Ausnahme: Man hört so laut, dass man nichts mehr von der Umgebung mitbekommt, kostet ansonsten 10 Euro. Verboten ist aber die Nutzung eines Handys wie im Auto. Wer beim Radeln telefoniert oder das Gerät nur in die Hand nimmt, muss mit einem Verwarnungsgeld rechnen.
Dazu ist gegenseitige Vorsicht, Rücksicht und Nachsicht zu allen übrigen Verkehrsteilnehmern eine Grundvoraussetzung. Denn wenn etwas passiert hat es oft für den Radfahrer schwere Folgen.