„Der Tote ist tatsächlich der seit Montag
vermisste 16-Jährige. Der Jugendliche
war nach einem Badeunfall in
Rodenkirchen verschwunden.“ Solche
und ähnliche Meldungen liest
man leider immer wieder in der lokalen
Presse, Muss man das wirklich in
diesem Jahr wieder lesen?
Keiner kann gegen die Strömung anschwimmen
Zugegeben – die Rodenkirchener Riviera
lockt mit Mittelmeer-feeling im
Sommer. Da geht man gerne mal
schnell ins Wasser und holt sich eine
kleine Erfrischung. Der Haken daran –
der Rhein ist nicht das Mittelmeer, der
Rhein ist ein Fluss mit starker Strömung
und Schiffsverkehr.
Die Flussströmung an sich ist schon
so stark, wenn man da hineingerät,
hat man selbst als geübter Schwimmer
keine Chance, dagegen anzuschwimmen.
Kommt ein Schiff dazu,
entsteht ein gefährlicher Sog, ein
selbständiges manövrieren ist unmöglich,
man wird aus dem vermeintlich
seichtem Ufergewässer in die Strömung
gezogen. Schnell ist man unterkühlt,
körperlich erschöpft, hat
Knochenbrüche
und dann
irgendwann ertrunken.
Überall stehen mittlerweile
Schilder, die auf die Gefährlichkeit
des Schwimmens im Rhein
hinweisen. Inzwischen wurden auch
Rettungsringe an verschiedenen Uferstellen
angebracht. Gerät doch jemand
in Not, sollte man Ruhe bewahren
und diese Regeln befolgen:
Wenig Chancen auf Rettung
Wer einmal in die Strömung
geraten ist, hat wenig Aussicht
zu überleben. Die Rettung gestaltet
sich aufgrund der Strömung besonders
schwierig – wenn man den Verunglückten
überhaupt findet. Die Kölner
Feuerwehr wird pro Jahr zu etwa
50 Einsätzen gerufen, um Menschen
aus dem Rhein zu retten, gerettet wird
davon nur ein geringer Teil.
Badeverbot im Rhein
Nach der „Verordnung über das Baden
in den Bundeswasserstraßen
Rhein und Schifffahrtsweg Rhein-Kleve…
« ist das „Baden und Schwimmen
im Zuständigkeitsbereich der Wasserund
Schifffahrtsämter Köln und Duisburg-
Rhein“ verboten. Konkret besteht
zwischen Rodenkirchen und der
Zoobrücke auf der Rodenkirchener
Uferseite ein Badeverbot. (Mehr dazu:
https://bez-koeln.dlrg.de/sicherheit/
baden-im-rhein.html). Die Wasserschutzpolizei
kontrolliert die Ufer regelmäßig.
Wer sich nicht an das Verbot
hält, muss mit einem Platzverweis, einer
Verwarnung und einem Bußgeld
rechnen.

 

Verhalten im Notfall
· mit der Strömung schwimmen
und versuchen, das Ufer zu
erreichen
· durch lautes Rufen auf sich
aufmerksam machen
· nicht selber in den Rhein springen,
um jemanden zu retten
· SOFORT die 112 rufen
· Rettungsring zuwerfen
(stehen am Ufer)
· Person im Blick behalten und
Rettungskräfte darüber informieren