Sein Boot soll den Stadtachter gewinnen

Werner Siegel: Rudersport als Leidenschaft

Werner Siegels Leben war geprägt durch den Rudersport. 31 gewonnene Rennen, darunter zweimal der Sieg beim Stadtachter, sind eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Während der Schulzeit war er Mitglied des Schüler-Rudervereins Gymnasium Kreuzgasse, ab 1955 bis heute beim Kölner Ruderverein von 1877. 1968 kam das Ende des geliebten Ruderns, eine Entzündung in der Schulterentzündung machte jede Bewegung zur Qual.

“Ich hatte ein schwieriges Elternhaus”, erinnert sich Werner Siegel. “Was mir ohne Vater an meiner Entwicklung fehlte, lernte ich im Mannschaftssport und durch den Verein, der im Vorstand immer respektvolle Persönlichkeiten hatte, die für uns Leistungssportler immer ein offenes Ohr hatten. Der Rudersport hat mir wichtige Eigenschaften mitgegeben, von denen ich bis heute profitiere.”

In der Tat merkt man Werner Siegel seine 80 Lebensjahre nicht an, frisch und geistig beweglich schaut er optimistisch in die Zukunft. Und für diese Zukunft des Ruderns möchte er ein Zeichen setzen. Ursprünglich war der Betrag für ein Boot testamentarisch vorgesehen. Er wurde jedoch von seinen Bootskameraden überzeugt, dass es mehr Freude macht, wenn Ruderinnen und Ruderer des KRV 77 oder des Schülerrudervereins Kreuzgasse den Achter einsetzen und das Boot modernster Bauart an den Siegersteg des Kölner Stadtachters anlegen.

Wegen Corona wird jetzt erstmal das Boot in kleinem Rahmen auf den Spitznamen des Spenders “Sigella” getauft, und das gleich von zwei Taufpatinnen – seiner Schwester Hannelore Siegel, der früheren Sekretärin Konrad Adenauers, und seiner Lebensgefährtin Karin Klooss. “Eine Bootstaufe ist für mich etwas Neues. Ich habe vorher schon geübt”, lacht Karin Klooss. “Ich will ja vermeiden, dass etwas drankommt.”