Foto: Privat

 

Mein Name ist Simon Gosk, 41 Jahre alt und seit 10 Jahren Inhaber der Wiesel Apotheke in Rodenkirchen an der Hauptstraße neben der Rheingallerie.

Ich habe mich seit dem ersten Tag in Rodenkirchen wohl gefühlt und bin froh hier arbeiten zu dürfen und für meine Kunden da zu sein.

Ich bin aus Leidenschaft Apotheker und kann mir keinen schöneren Job für mich vorstellen.

Es ist nicht nur die Herausgabe und die Beratung von und zu Arzneimitteln, sondern ganz viel mehr!

Einfach für den Kunden mit all seinen Nöten und Sorgen da sein, zuhören, die Hand halten oder wenn Not am Mann ist auch in kürzester Zeit ein Medikament nach Hause bringen.

Aber auch ganz leidenschaftlich zu diskutieren oder herzlich mit meinen Kunden zu Lachen.

Durch die Übernahme der Wiesel Apotheke im Jahr 2008 von meinem Vorbesitzer und Gründer Herrn Klütsch habe ich mich fest im Kölner Süden verwurzelt.

Ich liebe unser schönes Rodenkirchen mit all seinen Facetten und der bunten Vielfalt.

Wir haben alles vor Ort, was wir brauchen, in unserem schönen Dorf.

Die Menschen sind herzlich und liebenswürdig.

Das alles und die schöne Umgebung schätze ich sehr!

Im Sommer fahre ich aber auch gerne mal mit dem Fahrrad in die Südstadt um mich mit Freunden auf ein Kölsch zu treffen.

Ich kann nur über die letzten 10 Jahre berichten und ich bin sehr froh, dass wir so einen schönen Platz (Maternusplatz) im Ort haben und der Umbau der Kreuzung auf der Hauptstraße gut gelungen ist.

Durch Zuzug von jungen Familien ist der Ort lebendig, bunt und fröhlich.

Leider ist die Vielfalt an Geschäften in den letzten Jahren verloren gegangen.

Ja, der Karneval…

Ich habe immer gerne Karneval gefeiert. Aber nie im organisierten Karneval und nicht in einer Gesellschaft.

Bis eines Tages, Anfang 2008, zwei Herren in die Apotheke kamen um den Jahresbeitrag für eine Karnevalsgesellschaft einzusammeln.

Von meinem Vorbesitzer. Nun, der war nicht mehr da… (Ist aber noch in der Gesellschaft)

Da wurde ich ratzfatz verhaftet und bin heute Präsident der Großen Rodenkirchener Karnevalsgesellschaft vom 1935, worauf ich stolz bin!

2014 durfte ich als Prinz im Dreigestirn der Altgemeinde mitregieren. Unvergesslich!

Die GRKG ist eine tolle Familiengesellschaft mit Tradition!

Eine Gesellschaft für alle Altersklassen mit mittlerweile 100 Mitgliedern und weiter steigenden Mitgliederzahlen.

Übrigens war mein Sohn 2012 mit zwei Jahren das jüngste Mitglied.

Eine Gesellschaft mit Herz!

Privat verkleide ich mich gerne in rut un wiess. Ne Kölsche Jung halt. Einer mit Migrationshintergrund.

Bin nämlich nicht im schönen Köln geboren.

Ich denke, dass viele die Kölsche Riviera in Rodenkirchen genießen, gerade im Sommer. So ich auch.

Manchmal fahre ich im Sommer gerne rüber auf die andere Seite des Rheins um mir Rodenkirchen mit seinem Kapellchen oder die Kranhäuser anzusehen und zu entspannen.

Wo Licht ist, da ich auch Schatten.

Leider wird die Uferstrasse und die Riviera, gerade im Sommer, von Jugendlichen heimgesucht die kein Benehmen gelernt haben.

Aber auch die Zerstörungswut in den letzten Jahren macht mich nachdenklich.

Wenn eine Horde Idioten durch Rodenkirchen zieht und einfach nur zerstört. So auch bei mir an der Apotheke.

Da fragt man sich, wo der Respekt bleibt, wonach wir alle rufen! Das Eigentum anderer Leute zu zerstören ist ein Armutszeugnis!

Das ist sehr, sehr traurig. Gerade wenn es da zu körperlicher Gewalt kommt und man sich nicht mehr sicher fühlt!

Das ist eine Schande!

Ein wirkliches Lieblingslokal habe ich nicht.

Ich gehe je nach Anlass hier und dort hin. Und ich kann nur positives berichten!

Was in unserem schönen Ort fehlt ist ein Mehrzweckraum oder -halle.

Für Festlichkeiten, so z.B. Karnevalsveranstaltungen oder Theateraufführungen.

Jedes noch so kleine Dorf in der Eifel hat so was, hier sieht die Stadt keinen Bedarf. Sehr schade, weil es notwendig ist!

Rodenkirchen ist einzigartig, weil es einen dörflichen oder Kleinstadtcharakter hat und trotzdem zur Weltmetropole Köln gehört.

Et gitt kei Wood, dat sage künnt wat ich föhl, wann ich an Rudekirche denk!

Es würde mich interessieren, wenn die „alten“ Rodenkirchener ein paar Anekdötchen erzählen würden.

Es ist immer wieder schön an solchen Erinnerungen teilhaben zu können. So wie mein Kunde Herr Bröhl immer wieder gerne erzählt.

Z.B. bei einer Kulturveranstaltung.

Liebe Mitmenschen hier in unseren schönen Veedel,

bleibt wie ihr seid, haltet an eurer Meinung fest, seid Charaktervoll und lasst euch nicht vom Mainstream umstimmen.

Habt Achtung und Respekt voreinander!

Ich denke so kann man schön und friedvoll miteinander leben.