Wer sind Sie? Erzählen Sie uns bitte etwas über sich.

Stephan Kaschny, 50 (Mist) seit 09.17, den ich mit 100 Freunden bei Helmut auf unserem Lieblingsschiffchen, der MS Rodenkirchen, feiern durfte. 2 Kids, Fabio (18) und meine Prinzessin Joy (10), für die ich vor ca. 10 Jahren nach 18 sehr aufregenden und bunten Jahren in der Welt der freien Wirtschaft und mehreren Ländern zurück in den strukturierten, nicht besser bezahlten, aber wesentlichen sichereren öffentlichen Dienst ging. Dort bin ich nach 7 harten Jahren an der Front mehrerer „Special Forces“ des Jobcenters in Köln und Solingen nun im schönen Innendienst der BG ETEM vor den Toren Rodenkirchens in Bayenthal gelandet. Zufrieden – prima Team – klasse Job. Mein beruflicher Werdegang vom „fast“Profi beim 1.FC Köln über Spieler der Cologne Crocodiles, Tennislehrer beim MSC Marienburger Sportclub, vor allem aber Verbandssnowboardlehrer mit eigener Snowboardschule in Sölden für den Kultsurfladen HOKUS POKUS in der Südstadt der tollen 90er Jahre hat sich nach Ausbildung im öD mit 18 nun wieder geschlossen. Ich bin sehr zufrieden, habe unfassbar viel gelernt, erlebt, „überlebt“ und genießen dürfen und bin nun im ruhigen Fahrwasser eines zukunftssicheren Arbeitgebers. Niemals werde ich meine Stationen McFit (Studioleiter&Ausbilder), Punta Arabi Ibiza (Clubchef), Phantasialand (Restaurantchef Matamba & Ling Bao), Triple A (Geschäftsführer), Tarm Center Köln (Geschäftsführer) und viele Erlebnisse wie meine Zeit als Helikopter-Snowboardguide in den kanadischen Rocky Mountains oder meine Zeit als Surfer an der wunderschönen Algarve in Portugal vergessen.

Heute bin ich dankbar für unfassbar viele und tolle Freunde, gründete vor knapp 5 Jahren die Männergruppe „Lokalpatrioten“, die zu Beginn aus 6 Jungs bestand, um sich gemeinsam zum Kino zu verabreden … und inzwischen im Kölner Süden zu den beliebtesten Männertruppen gehören dürfte, 104 Mitglieder mit den bekannt-beliebten schwarz-goldenen Clubshirts und Jahr für Jahr bei wundervollen Events Freundschaften & Geschäftsbeziehungen „ohne Regeln“ (die haben wir alle im Beruf genug) und Verpflichtungen bei Sport&Kölsch immer weiter wächst. Diese Truppe macht mich sehr stolz, derzeit ist ein Stammtisch des „Inner Cirle“ (Gründungsmitglieder) in der Mache, natürlich platziert bei Gastronomen aus unserer Mitte und dem Kölner Süden…

 

Was verbindet Sie mit dem Kölner Süden?

Siehe oben – schon seitdem ich in Köln lebe und wirke, liebe ich dieses Veedel. Als ich 2008 hier landete, wusste ich direkt, dass ich dieses Veedel, wenn überhaupt, nur noch horizontal verlassen werde….meine Tochter und ich atmen das Flair, den Beach, die Menschen, die Gastro – Rodenkirchen ist einfach wundervoll.

Wo ist Ihr Lieblingsveedel und warum?

Siehe oben – ich lebte in Dellbrück, Bayenthal, Sülz, Innenstadt (Ehrenstrasse), Wahn, Rondorf, Marienburg……und macht Köln nicht gerade genau diese Vielfältigkeit aus – jedes Veedel mit seinem ganz eigenen Charakter. Für mich und meine Zukunft, meine Kids und meine Freundschaften ist und bleibt Rodenkirchen meine Endstation in Kölle.

Was können Sie zur Vergangenheit im Kölner Süden sagen?

Zu meiner? Besser nichts. Zur Historischen? Das möchte ich mir nicht anmaßen, mein 93j. Nachbar erzählt mir bei jeder Gelegenheit unfassbare Geschichten, lustig wie traurig, kölsch wie Krieg…da höre ich sehr interessiert zu.

Sind Sie ein Karnevalsfreund, mögen Sie die fünfte Jahreszeit und verkleiden Sie sich? Wenn ja als was…

Wir sagen im Freundeskreis seit Jahren: Dabei sein oder abhauen. Und so mache ich es auch…mal habe ich Lust und werfe mich in den Strassenkarneval & auf Sitzungen (dann meistens als Footballspieler, da habe ich noch alles zuhause), mal möchte ich einfach nicht mitmachen und „flüchte“ in die Berge zum snowboarden….auch das ist wundervoll: Alles kann, nichts muss in dieser Stadt. Verpasst Du eine Party, warte maximal einen Tag und es kommt eine Neue…

Sind Sie in einem Verein oder engagieren Sie sich ehrenamtlich?

Ich bin seit 4 Jahren ehrenamtlich Klassenpflegschaftsvorsitzender der Grundschulklasse meiner Tochter und arbeite nebenberuflich seit 9 Jahren für den wundervollen Träger aus dem Kölner Süden, der Diakonie Michaelshoven, als Freizeitbetreuer für mehrfach schwerstbehinderte Jugendliche einer Außenwohngruppe in Porz. Eine 100%ige Herzenssache, die ich niemals missen möchte…wundervolle, so dankbare Menschen.

Wo finden Sie es richtig schön im Kölner Süden? Wo halten Sie sich gerne auf?

Ich fühle mich sogar an der seit einiger Zeit lauten und zu Kontroversen führenden Promenade an der Uferstraße wohl…dass mag daran liegen, dass ich weder Halbstarke noch etwas übermütige Jugendliche scheue oder/und daran, dass ich zu den Menschen gehöre, die direkt vor Ort klären und ansprechen, was mir nicht gefällt….und was man kaum glaubt, viele dieser Jugendlichen sind klüger als der Müll, den sie hinterlassen…sie sind einfach nur frustriert und gelangweilt ob fehlender Angebote. Politisch sicher eine Herausforderung. Ansonsten liebe ich die Plätze im Süden, die wohl jeder liebt….von unserer unschlagbaren Uferpromenade, Grillabenden in unseren grünen Rheinbuchten, Spaziergängen im ForstBo oder durch die immer belebte und ansprechende Hauptstrasse in Rodenkirchen schlendern bis hin zu einer wieder erwachten Goltsteinstrasse in Bayenthal. Ich liebe aber auch Inlinen am Sonntag durch Marienburg, Joggen bis zum Schokomuseum und natürlich, last but never least, die lauen Sommerabende in der unvergleichlich-atmosphärischen Südstadt, perfekt mit dem Fahrrad zu erreichen. Einen Absacker auf dem Rückweg durch Zollstock im Höninger und dann mit dem Rad durch den Grüngürtelpark nach Hause. Perfekt.

Was gefällt Ihnen im Kölner Süden überhaupt nicht? Was nervt?  Wo sind für Sie Schandflecke?

Als positiv ausgerichteter Mensch fallen mir da tatsächlich nur 2 bautechnische Katastrophen ein, die jedem Gast und uns Bewohnern dieses Vedeels direkt als „geht ja gar nicht mehr“ ins Auge fallen….der Betonklotz „Sommershof“, geprägt durch grausame Kastenbausweise in Mitten unserer schönen Hauptstrasse und einer Vermietergesellschaft, die seit Jahrzehnten nur an Attraktivität in der Mieterschaft zu verlieren scheint…und natürlich eines der hässlichsten Rathäuser in ganz Köln – ein fürchterliches, erdrückendes und optisch beleidigendes Gebäude, das sich zwar anscheinend selbst einige Meter nach hinten versteckt, leider aber offensichtlich trotz diverser großspuriger Ankündigungen uns Alle zu überleben scheint….

Wo ist Ihr Lieblingslokal und warum?

Ich würde vielen Freunden, Gastronomen, Ex-Mitarbeitern und Köchen Unrecht tun, würde ich mich auf einige Wenige beschränken. Lasst es mich so sagen – was nicht gut ist, was nicht eine Lücke findet im Angebot, was trotz bester Lage nicht im Preis, in der Qualität und vor allem auch die Menschen hinter Theke & Herd zu überzeugen weiß, sortiert dieses Veedel sehr konsequent über kurz oder lang ganz alleine aus….man nennt den Süden nicht ohne Grund „recht eigen“….hier mag es stimmen und das ist gut so. Denn niemand sollte sich nur hinter der Sonnenseite, dem Monopol aufs 400gr. Steak oder den besten Wein des Veedels ausruhen – zu guter Gastronomie gehört soviel mehr. Und wenn dann der Wirt, der Kellner, der Koch und einfach jeder Mitarbeiter mit Herzen dabei ist…ja dannnnnn sind wir nicht mehr aufzuhalten und kommen gern, oft und bleiben lange Jahre.

Was fehlt Ihnen im Kölner Süden?

Siehe oben – vergesst nicht, dass wir auch mal jung waren. Der Süden ist lautstark, bietet unfassbar viel, aber für Jugendliche wird hier deutlich zu wenig getan. Ansonsten sehe ich ein schönes Gleichgewicht, wir haben große Konzerne wie kleine Läden, wir haben Fast-Foodketten und ein exklusives Sternerestaurant, Sportvereine wie volle Eventkalender, aktive Vereine von KG bis TVR & MSC…wir haben grünen Wald und schwimmbares Wasser….Kölner, was willst Du mehr. Mietpreise, politische Tendenzen und all die (weniger schönen Themen) unserer Zeit haben für mich nichts mit dem Veedel zu tun und trüben deswegen meine Freude über den Süden nicht im Geringsten.

Und was finden Sie ist einzigartig hier?

Das Lebensgefühl der mit dem man unabhängig von Status und Beruf, frei von vielen Zwängen der heutigen Zeit in dem oben beschriebenen Rahmen sein eigenes Leben genauso leben kann, wie man sich das wünscht…mitten in einer der Millionenstädte unseres Landes und doch so vertraut, dass man seine Freunde beim Bäcker & Metzger trifft.

Über wen, würden Sie gerne etwas aus dem Kölner Süden erfahren?

…den spreche ich an und trinke ein Kölsch mit ihm/ihr. Prominente interessieren mich nicht, sollten sie nahbar geblieben sein, finden wir sie überall im Süden, Tags- wie Nachts. Sind sie das nicht, sind sie mir egal. Und Vergangenes, Ehrbares lese ich nach oder besuche Museen, Ausstellungen oder Events.

Welche Worte würden Sie gerne den Menschen mit auf den Weg geben?

Life is what you make it.

Mehr nicht….ich mag keine Ratgeber….jeder sollte schlau genug sein und erkennen, dass egal was-wer und wie er ist, auch er nur dieses eine Leben hat.

Und was sind Ihre Zukunftsgedanken an Ihr Stadtgebiet?

Bleiben wir alle friedlich miteinander….gönnen wir dem Nachbarn, was er hat und freuen uns über Tage in der Sonne am Rhein und 3 Punkte im Brauhaus für den FC. Alle zusammen.