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Hör doch mal die Ruhe

„Es klingeln die Motoren, es dröhnt in meinen Ohren“

…singt Herbert Grönemeyer in einem Lied.

Ich sitze gerade im Flugzeug auf dem Weg in den Urlaub. Es war ein riesiges Geräuschgewusel vor und beim Start. Fluggäste, die fröhlich ausgelassen ihre Plätze einnahmen, Durchsagen der Crew, und dann die Motoren der Boing… Kinder, die weinten als der Flieger abhob, wahrscheinlich auch weil der Druck auf den Ohren plötzlich da war und Schmerzen entstanden – Kinder schaffen das mit dem Druckausgleich nicht immer so leicht.

Gerade habe ich mir meine Kopfhörer aufgesetzt, mit spanischer Musik in Vorfreude auf den Urlaub und bin dankbar, dass ich mit meinen Ohren wunderbar hören kann.

Es gibt mehrere Millionen Schwerhörige in Deutschland, viele alte Menschen weil im Alter die Organfunktionen schlechter werden, aber auch viele Kinder, die taub auf die Welt kommen oder durch Infektionen im Ohr an Hörkraft früh verlieren.

Das Sinnesorgan Ohr ist ein phantastisches Gebilde, individuell – es gibt für jeden Menschen einen eigenen Ohrabdruck, wie der eigene Fingerabdruck – und ich bin froh, daß das Menschenohr seitlich am Kopf angebracht ist.

Wie sähen wir aus, wenn wir wie Heuschrecken die Ohren an den Beinen hätten oder wie bei Eidechsen der Hörapparat im Brustkorb säße? Ja, das passt schon alles wunderbar bei der Gattung Mensch und wenn man sich so den Aufbau eines Ohres anschaut, dann sieht man wie phänomenal unser Körper mit den Organen ausgestattet ist.

Anatomisch betrachtet besteht unser Ohr aus drei Teilen.

Das äußere Ohr besteht aus der sichtbaren Ohrmuschel, über die Schallwellen aufgenommen werden und dann durch den äußeren Gehörgang bis zum Trommelfell geleitet werden. Diese dünne Haut trennt das äußere Ohr vom Mittelohr und wird in Schwingung versetzt, von den ankommenden Schallwellen.

Das Mittelohr muss man sich als Hohlraum vorstellen, der mit Luft gefüllt ist. Drei klitzekleine Knochen, die man wegen ihrer Form Hammer, Amboss und Steigbügel nennt, nehmen die Schwingungen vom Trommelfell auf und leiten sie dann in das Innenohr. Das Mittelohr ist durch einen Gang, den man Eustachische Röhre nennt, mit dem Nasenrachenraum verbunden. Also deshalb hilft es immer bei Druck auf den Ohren den Mund aufzumachen, wie z.B. auch im Flugzeug. Kleine Kinder machen das automatisch richtig, schreien und weinen um den Druck rauszulassen.

Im Innenohr, das gut geschützt ist, befindet sich das eigentliche Hörorgan: die Gehörschnecke. Drei lange eingerollte Kanäle, die an ein Schneckenhaus erinnern. In den Kanälen befindet sich Flüssigkeit. Die Schwingungen aus dem Mittelohr, gelangen also in die Gehörschnecke und erzeugen Wellen in der Flüssigkeit, die angepasst an Lautstärke und Tonlage stärker oder schwächer sind. Die Kanäle sind mit tausenden kleiner Härchen ausgekleidet. Ihre Funktion besteht darin Informationen über die ankommenden Wellen zu filtern und diese dann zum Hörnerv weiterzuleiten. Der Hörnerv gibt sie zum Gehirn, zum Beispiel auch in die Emotionsareale. Daher sind wir in der Lage, vertraute Stimmen wiederzuerkennen.

Auch das Gleichgewichtsorgan befindet sich im Ohr.

Der kleine Anatomieexkurs ist wichtig um zu verstehen, wie wir Ohrenerkrankungen vorbeugen können. Gerade im Sommer und in der Urlaubszeit häufen sich oft epidemieähnlich Infektionen der Ohren durch mögliche Keimbesiedlungen in den Pools. Vorbeugend ist es ganz wichtig:

  • Nicht den Fettfilm der sich im äußeren Gehörgang befindet ständig mit Wattestäbchen zu entfernen! Er schützt uns vor bakterieller Infektion.
  • Nach dem Schwimmen die Ohren nochmal mit Wasser unter der Dusche leicht zu spülen.
  • Wenn schon Ohrenprobleme oder häufige Infektionen bestanden kann eine Tropfenlösung aus Glycerin/ Wasser helfen das Ohr zu schützen.

Ist die Infektion einmal da muss meist schnell ein Arzt aufgesucht werden. Denn wenn das Trommelfell undicht ist, kommt es schnell zu Infektionen des Mittelohres, oft mit hohem Fieber und ausgeprägtem Krankheitsgefühl, aufgrund der bakteriellen Belastung. Der untersuchende Arzt entscheidet dann ob ein Antibiotikum gegeben werden muss.

Mal weg von der Krankheit jetzt wieder hin zu Tönen und Geräuschen, die wir hören. Eine Freundin sagte vor kurzem nach ihrem Umzug in eine ganz ruhige Wohngegend: „weißt du wie schön dass ist, dass ich jetzt auch mal Ruhe hören kann“.

Ich schaute sie an und musste zunächst lachen aber da ist ja was Wahres dran.

Gerade im Urlaub hat man fernab von den gewöhnlichen Geräuschbelastungen die Muße, bewusst zu hören und auf Stille zu achten. Das entspannt ungemein und ist für die Ohren eine Wohltat.

Probier es mal aus. In den Bergen, am Meer, im Wald… Es gibt viele Orte wo Du Ruhe hören kannst. Und dann mal einzelne Geräusche wahrnehmen, ganz bewußt: Vogelstimmen, Meeresrauschen… 
Tue was, um das Feintuning Ihrer Ohren zu trainieren.

Hör doch mal die Ruhe

Ich wünsche Dir eine erholsame Zeit, insbesondere auch für die Ohren.

Herzlichst

www.diegrossstadtaerztin.de

Dr.Karin Müllerinformiert

Ver’Darm’t nochmal – wenn Essen zur Qual wird…

Mein heutiger Blog entsteht gerade in meiner zweiten Heimat auf Mallorca. Ich sitze auf meiner Terrasse mit einem phantastischen Blick auf das Meer. Die tiefblaue Farbe des Wassers zieht meinen Blick magisch an und ich muss aufpassen, nicht weg zu träumen.

Die vielfältigen Meeresbewohner können Tag für Tag unsere Gaumen verwöhnen. Hier kann der Fisch fangfrisch gekauft werden und wenn man Lust hat kommt jeden Tag etwas anderes, leckeres Fischiges kulinarisch auf den Tisch. Alternativ läßt du dich sich in den zahlreichen Küstenrestaurants verwöhnen.

In einer schmackhaften Paella hat man direkt ein Allerlei auf dem Teller. Muscheln, Riesengarnelen, Tintenfisch werden in dem Reisgericht serviert oft auch kombiniert mit Huhn und spanischer Chorizo, grünen Bohnen und Erbsen – in weißem oder schwarzem Reis geköchelt.

Wie lecker!!! Oder wie der Spanier sagt: Sabe rico!!!

Und wie ärgerlich ist das denn, wenn man ein paar Stunden später nicht schlafen kann, weil der Darm spinnt und Achterbahn fährt, unsere Verdauung gestört ist, Krämpfe und Völlegefühl einen plagen und man die halbe Nacht eventuell auch noch auf der Toilette verbringen muss. Wer hat das schon einmal erlebt? Die Ursachen dafür können vielfältig sein.

Unser Verdauungstrakt benötigt zur Verarbeitung der zugeführten Nahrungsmittel fein abgestimmt Enzyme und andere Stoffe, die oftmals nicht ausreichend gebildet werden.

Die Bauchspeicheldrüse z.B. ist so ein Enzymgenerator. Sie produziert zum einen Insulin um den Blutzucker im Körper im Lot zu halten und zum anderen ein Enzym namens Pankreaselastase.

Dieses Enzym wird in der inaktivierten Form an den Dünndarm, der kaum vorstellbar – 5-6 m lang in unserem Bauch zusammengerollt liegt – abgegeben, dort aktiviert und ist dann bereit insbesondere die Aminosäuren also die Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate aus der aufgenommenen Nahrung zu spalten.

Bei Zufuhr eiweißreicher Lebensmittel wie Fisch und auch Fleisch kann es, bei fehlender bzw. nicht ausreichender Produktion des Enzyms Pankreaselastase zu Verdauungsstörungen kommen und insbesondere ein plötzlicher Durchfall auftreten.

Nachtruhe vorbei- was war da in der Paella! Nein… es ist nicht immer was im Essen, was man nicht vertragen hat, weil es über dem Verfalldatum war.

Und Nein… es muss auch nichts Schlimmes an der Bauchspeicheldrüse sein.

Im heutigen Ernährungsurwald mit den verschiedenen Kostformen oder Diäten wie Low Carb, Paleo, Vegan, vegetarisch…, die in Büchern, Foren und Blogs empfohlen werden, geht es meistens darum aufzuzeigen, wie man am besten Gewicht verliert. Leider ist unser Verdauungssystem mit den einseitigen Ernährungsvorgaben oftmals total überfordert wodurch es zur Unverdauung kommen kann. Was ist also richtig für mich? Was tut mir gut? Mit welchem Essen fühle ich mich wohl?

Individualität ist angesagt, nicht auf jeden Zug aufspringen, keine Einseitigkeit im Essen propagieren, denn das kann ebenfalls auf Dauer zu Unverträglichkeiten führen.

Mein präventiver Tipp, um Verdauungssäfte zu fördern ist der Verzehr von Bitterstoffen. Artischocke, Chicorée, Endivie, Radiccio, sind Beispiele für Lebensmittel mit hohem Bitteranteil. Bittertropfen greifen als Aperitivschnäpschen vor den Mahlzeiten und sind eine Alternative. Auch kann ein Frischpresssaft z.B. aus Artischocken getrunken werden. Zu bedenken ist, dass man es immer als Kur anwenden muss, denn es braucht eine Zeit bis die eigene Verdauungssaftproduktion wieder in Gang kommt. Tropfen und Säfte von verschiedenen Anbietern sind erhältlich in Apotheken und auch Reformhäusern.

Bei länger andauernden Beschwerden heißt es aber ab zum Arzt.

Es ist immer wichtig zu wissen, daß eine Organgesundheit besteht. Eher selten sind die Symptome die im Laufe eines Lebens im Körper signalisieren, dass etwas nicht stimmt einer schlimmen Erkrankung zugeordnet. Und wenn, dann ist eine frühe Erkennung wichtig, um heilend eingreifen zu können.

Die schulmedizinisch zu recht empfohlene Darmspiegelung wird als Krebsprävention von den gesetzlichen Krankenkassen ab dem Alter von 55 Jahren bezahlt. Sie ist zur Entdeckung von Polypen, Divertikeln, gutartigen und bösartigen Tumoren auf jeden Fall wichtig.

Wie gesund ist mein Darm?
Er ist unser größtes Organ (ca. 450m² Oberfläche)!!! 
Also her mit der Aufmerksamkeit.

In meiner Praxis empfehle ich die Stuhlanalyse als “Gesundheitscheck-Darm“ all meinen Patienten. Bei Reizdarm, hoher Infektanfälligkeit, beruflichem Stress, Allergiebelastung, Asthma und anderen chronischen Belastungen sowie auch bei Depressionen ist eine Stuhlanalyse wichtig, um Erkenntnisse zu ziehen und dann gezielt zu behandeln.

  • Die gesunde Darmflora sollte als sogenannte Bakterienpolizei im ausgewogenen Verhältnis zu der immer im Darm vorkommenden Fäulnisflora stehen. Gute Darmbakterien kann man als Kur einnehmen.
  • Es dürfen keine wuchernden Darmpilze vorhanden sein.
  • Die Verdauungsrückstände können geprüft werden, um zu sehen ob Leber und Galle als Verdauungsorgane funktionieren.
  • Die Intaktheit der Darmschleimhaut kann über bestimmte Marker gemessen werden, um herauszufinden ob ein Leaky gut ( übersetzt: löchriger Darm ) vorliegt. Dann fehlt uns der Schutz vor toxischen Stoffen und Krankheitserreger werden nicht eliminiert.
  • Die Pankreaselastase kann bestimmt werden und es muss nicht unbedingt direkt eine Bauchspeicheldrüsenentzündung vorliegen, wenn zu wenig Elastase produziert wird.

Fehlt diese, so gibt es Präparate um das Leck zu stopfen. Pankreasenzyme, täglich zu den Mahlzeiten eingenommen können vor Darmalarmschützen. Wichtig jedoch ist zu wissen, dass die Enzyme im Dünndarm nur wirken können, wenn der aus dem Magen kommende saure Nahrungsbrei im Dünndarm durch Natriumhydrogencarbonat neutralisiert wird.

Oh je – soviel kompliziertes Darmwissen. Wie unsere Organe so funktionieren oder auch gestört werden können, das ist schon beachtlich. Sei es Dir stets wert, Gesundes zu essen und achte darauf, was im Körper passiert, um entsprechende Symptome rechtzeitig zu behandeln bzw. ärztlich abklären lassen.

Damit es im nächsten Urlaub wieder heißt:

Her mit der Paella! Und anderen leckeren Köstlichkeiten!

Herzlichst
www.diegrossstadtaerztin.de

Dr. Karin Müller informiert

Denkst Du noch oder schläfst Du schon?

Kennst Du das? Du stehst wie jeden Morgen in der Woche zeitig auf, naja vielleicht nochmal kurz auf die Schlummertaste gedrückt aber dann raus aus dem Bett! Und weißt schon – heute geht es ab. Viiieeel zu tun!!!! Ganz normal, wenn man dann auch schon beim Frühstück an den Abend denkt und sich darauf freut, wieder in der Horizontallage zu liegen und zu schlafen.

Der Tag war auch wirklich gut ausgefüllt durch die Arbeit. Super, wenn Du vielleicht auch beim Sport warst oder am Abend noch eine andere Freizeitaktivität für Dich im Programm hattest.

Und dann bist Du zu Hause, bist todmüde und fällst ins Bett und…

…schläfst nicht ein. Drehst dich von einer Seite auf die andere, wälzt dich von rechts nach links aber es funktioniert nicht.

Vielleicht gehen dir viele Gedanken durch den Kopf, über den vergangenen tag, über das was morgen ist, über das Wochenende und was du noch alles erledigen musst bis dahin.

Dabei willst du nicht an irgendetwas denken sondern nur schlafen, denn morgen ist ja schon heute und der Wecker ist erbarmungslos und nicht zu betören.

Stop!!!! Finde für Dich das richtige Ritual!

Es kann z.B. sein, auch wenn Du keinen Hunger verspürst, dass Du, je nachdem wann du zu Abend gegessen hast, in einer leichten Unterzuckerung bist. Das hält Dich ungewollt wach.

Dann hilft:

Aufstehen und

  • etwas Wasser trinken
  • ein kleines Stück Vollkornbrot essen, ein Stück Schokolade, oder eine Reiswaffel oder ähnliches.
  • Kurz Zähneputzen und dann wieder ins Bett.

Wenn Deine Gedanken kreisen und du das durchbrechen willst dann mache Folgendes:

Bewusst atmen

  • Nimm dir einen Daumen und umgreife ihn mit den Fingern der anderen Hand. Dann atmest du 7mal aus und ein und hältst den Daumen dabei fest.
  • Mache das gleiche mit dem Zeigefinger der gleichen Hand- wieder 7mal aus,- und einatmen.
  • Dann mit dem Mittelfinger, Ringfinger, Kleinfinger.
  • Wechsele über zur anderen Hand und wiederhole dort die 7 Atemzüge pro Finger.
  • Achte darauf, dich auf den Atem zu konzentrieren – atme langsam und bewusst.

Diese Übung ist besonders wirkungsvoll denn du beruhigst Dich über die Akupunkturendpunkte an den Fingern und nimmst einen positiven Einfluss auf Deine inneren Organe. Auf die Lunge, das Herz, die Nieren und den Darm.

Schlafforscher sind der Meinung, dass 7-8 Stunden Schlaf optimal sind. Aber hier gibt es keine Regeln, die Individualität ist entscheidend. Wer schon lange unter Schlafstörungen leidet sollte das auf jeden Fall ärztlich abklären lassen. Es können auch andere Ursachen als das Gedankenkarussell oder die Unterzuckerung vorliegen.

Verschreibungspflichtige Schlaftabletten sind keine Lösung, denn sie machen auf Dauer abhängig.

Es kann jedoch sein, dass bei ausgeprägten Schlafstörungen ein Hormon fehlt, das Melatonin. Die Einnahme ist sinnvoll bei durch den Arzt nachgewiesenem Mangel. Da es rezeptpflichtig ist, musst Du dafür auf jeden Fall den Arzt aufsuchen.

Aus der Naturheilkunde kennt man beruhigende Substanzen, die frei verkäuflich sind und auch echt gut helfen wie z.B.

Baldrian, Melisse, Kamille oder Lavendel.

Diese Substanzen gibt es in verschiedenen Formen als Tee, Tabletten oder auch z.B. als Spray für den Raum oder das Kissen. Hier musst Du aber unbedingt auf Bio Qualität achten.

Natur-und Bioläden haben ein großes Angebot.
Was Du unbedingt wissen musst: Geduld brauchst du schon.
Atemrituale wollen geübt werden.
Tees und Naturstoffe brauchen eine Zeit, bis Dein Körper die wohltuende Wirkung verspürt.

Eine andere Lösung kann noch sein, abends zu meditieren. Es gibt mittlerweile richtig gute Apps zur Meditation.

VORSICHT ! ALKOHOL IST KEINE LÖSUNG !

Alkohol verhilft Dir kurzfristig schnell einzuschlafen. Aber ganz nachteilig ist, dass Du meistens nicht durchschläfst und der Schlaf daher nicht erholsam ist.

Und Alkohol führt in die Abhängigkeit und ist eine der gefährlichsten Krankheiten

Ich wünsche Dir immer einen erholsamen Schlaf und hoffe, dass Du das Denken für immer auf den Tag verschieben kannst!

Herzlichst
www.diegrossstadtaerztin.de

Hör doch mal die Ruhe

„Es klingeln die Motoren, es dröhnt in meinen Ohren“

…singt Herbert Grönemeyer in einem Lied.

Ich sitze gerade im Flugzeug auf dem Weg in den Urlaub. Es war ein riesiges Geräuschgewusel vor und beim Start. Fluggäste, die fröhlich ausgelassen ihre Plätze einnahmen, Durchsagen der Crew, und dann die Motoren der Boing… Kinder, die weinten als der Flieger abhob, wahrscheinlich auch weil der Druck auf den Ohren plötzlich da war und Schmerzen entstanden – Kinder schaffen das mit dem Druckausgleich nicht immer so leicht.

Gerade habe ich mir meine Kopfhörer aufgesetzt, mit spanischer Musik in Vorfreude auf den Urlaub und bin dankbar, dass ich mit meinen Ohren wunderbar hören kann.

Es gibt mehrere Millionen Schwerhörige in Deutschland, viele alte Menschen weil im Alter die Organfunktionen schlechter werden, aber auch viele Kinder, die taub auf die Welt kommen oder durch Infektionen im Ohr an Hörkraft früh verlieren.

Das Sinnesorgan Ohr ist ein phantastisches Gebilde, individuell – es gibt für jeden Menschen einen eigenen Ohrabdruck, wie der eigene Fingerabdruck – und ich bin froh, daß das Menschenohr seitlich am Kopf angebracht ist.

Wie sähen wir aus, wenn wir wie Heuschrecken die Ohren an den Beinen hätten oder wie bei Eidechsen der Hörapparat im Brustkorb säße? Ja, das passt schon alles wunderbar bei der Gattung Mensch und wenn man sich so den Aufbau eines Ohres anschaut, dann sieht man wie phänomenal unser Körper mit den Organen ausgestattet ist.

Anatomisch betrachtet besteht unser Ohr aus drei Teilen.

Das äußere Ohr besteht aus der sichtbaren Ohrmuschel, über die Schallwellen aufgenommen werden und dann durch den äußeren Gehörgang bis zum Trommelfell geleitet werden. Diese dünne Haut trennt das äußere Ohr vom Mittelohr und wird in Schwingung versetzt, von den ankommenden Schallwellen.

Das Mittelohr muss man sich als Hohlraum vorstellen, der mit Luft gefüllt ist. Drei klitzekleine Knochen, die man wegen ihrer Form Hammer, Amboss und Steigbügel nennt, nehmen die Schwingungen vom Trommelfell auf und leiten sie dann in das Innenohr. Das Mittelohr ist durch einen Gang, den man Eustachische Röhre nennt, mit dem Nasenrachenraum verbunden. Also deshalb hilft es immer bei Druck auf den Ohren den Mund aufzumachen, wie z.B. auch im Flugzeug. Kleine Kinder machen das automatisch richtig, schreien und weinen um den Druck rauszulassen.

Im Innenohr, das gut geschützt ist, befindet sich das eigentliche Hörorgan: die Gehörschnecke. Drei lange eingerollte Kanäle, die an ein Schneckenhaus erinnern. In den Kanälen befindet sich Flüssigkeit. Die Schwingungen aus dem Mittelohr, gelangen also in die Gehörschnecke und erzeugen Wellen in der Flüssigkeit, die angepasst an Lautstärke und Tonlage stärker oder schwächer sind. Die Kanäle sind mit tausenden kleiner Härchen ausgekleidet. Ihre Funktion besteht darin Informationen über die ankommenden Wellen zu filtern und diese dann zum Hörnerv weiterzuleiten. Der Hörnerv gibt sie zum Gehirn, zum Beispiel auch in die Emotionsareale. Daher sind wir in der Lage, vertraute Stimmen wiederzuerkennen.

Auch das Gleichgewichtsorgan befindet sich im Ohr.

Der kleine Anatomieexkurs ist wichtig um zu verstehen, wie wir Ohrenerkrankungen vorbeugen können. Gerade im Sommer und in der Urlaubszeit häufen sich oft epidemieähnlich Infektionen der Ohren durch mögliche Keimbesiedlungen in den Pools. Vorbeugend ist es ganz wichtig:

  • Nicht den Fettfilm der sich im äußeren Gehörgang befindet ständig mit Wattestäbchen zu entfernen! Er schützt uns vor bakterieller Infektion.
  • Nach dem Schwimmen die Ohren nochmal mit Wasser unter der Dusche leicht zu spülen.
  • Wenn schon Ohrenprobleme oder häufige Infektionen bestanden kann eine Tropfenlösung aus Glycerin/ Wasser helfen das Ohr zu schützen.

Ist die Infektion einmal da muss meist schnell ein Arzt aufgesucht werden. Denn wenn das Trommelfell undicht ist, kommt es schnell zu Infektionen des Mittelohres, oft mit hohem Fieber und ausgeprägtem Krankheitsgefühl, aufgrund der bakteriellen Belastung. Der untersuchende Arzt entscheidet dann ob ein Antibiotikum gegeben werden muss.

Mal weg von der Krankheit jetzt wieder hin zu Tönen und Geräuschen, die wir hören. Eine Freundin sagte vor kurzem nach ihrem Umzug in eine ganz ruhige Wohngegend: „weißt du wie schön dass ist, dass ich jetzt auch mal Ruhe hören kann“.

Ich schaute sie an und musste zunächst lachen aber da ist ja was Wahres dran.

Gerade im Urlaub hat man fernab von den gewöhnlichen Geräuschbelastungen die Muße, bewusst zu hören und auf Stille zu achten. Das entspannt ungemein und ist für die Ohren eine Wohltat.

Probier es mal aus. In den Bergen, am Meer, im Wald… Es gibt viele Orte wo Du Ruhe hören kannst. Und dann mal einzelne Geräusche wahrnehmen, ganz bewußt: Vogelstimmen, Meeresrauschen… 
Tue was, um das Feintuning Ihrer Ohren zu trainieren.

Hör doch mal die Ruhe

Ich wünsche Dir eine erholsame Zeit, insbesondere auch für die Ohren.

Herzlichst

www.diegrossstadtaerztin.de

Dr.Karin Müllerinformiert

Ver’Darm’t nochmal – wenn Essen zur Qual wird…

Mein heutiger Blog entsteht gerade in meiner zweiten Heimat auf Mallorca. Ich sitze auf meiner Terrasse mit einem phantastischen Blick auf das Meer. Die tiefblaue Farbe des Wassers zieht meinen Blick magisch an und ich muss aufpassen, nicht weg zu träumen.

Die vielfältigen Meeresbewohner können Tag für Tag unsere Gaumen verwöhnen. Hier kann der Fisch fangfrisch gekauft werden und wenn man Lust hat kommt jeden Tag etwas anderes, leckeres Fischiges kulinarisch auf den Tisch. Alternativ läßt du dich sich in den zahlreichen Küstenrestaurants verwöhnen.

In einer schmackhaften Paella hat man direkt ein Allerlei auf dem Teller. Muscheln, Riesengarnelen, Tintenfisch werden in dem Reisgericht serviert oft auch kombiniert mit Huhn und spanischer Chorizo, grünen Bohnen und Erbsen – in weißem oder schwarzem Reis geköchelt.

Wie lecker!!! Oder wie der Spanier sagt: Sabe rico!!!

Und wie ärgerlich ist das denn, wenn man ein paar Stunden später nicht schlafen kann, weil der Darm spinnt und Achterbahn fährt, unsere Verdauung gestört ist, Krämpfe und Völlegefühl einen plagen und man die halbe Nacht eventuell auch noch auf der Toilette verbringen muss. Wer hat das schon einmal erlebt? Die Ursachen dafür können vielfältig sein.

Unser Verdauungstrakt benötigt zur Verarbeitung der zugeführten Nahrungsmittel fein abgestimmt Enzyme und andere Stoffe, die oftmals nicht ausreichend gebildet werden.

Die Bauchspeicheldrüse z.B. ist so ein Enzymgenerator. Sie produziert zum einen Insulin um den Blutzucker im Körper im Lot zu halten und zum anderen ein Enzym namens Pankreaselastase.

Dieses Enzym wird in der inaktivierten Form an den Dünndarm, der kaum vorstellbar – 5-6 m lang in unserem Bauch zusammengerollt liegt – abgegeben, dort aktiviert und ist dann bereit insbesondere die Aminosäuren also die Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate aus der aufgenommenen Nahrung zu spalten.

Bei Zufuhr eiweißreicher Lebensmittel wie Fisch und auch Fleisch kann es, bei fehlender bzw. nicht ausreichender Produktion des Enzyms Pankreaselastase zu Verdauungsstörungen kommen und insbesondere ein plötzlicher Durchfall auftreten.

Nachtruhe vorbei- was war da in der Paella! Nein… es ist nicht immer was im Essen, was man nicht vertragen hat, weil es über dem Verfalldatum war.

Und Nein… es muss auch nichts Schlimmes an der Bauchspeicheldrüse sein.

Im heutigen Ernährungsurwald mit den verschiedenen Kostformen oder Diäten wie Low Carb, Paleo, Vegan, vegetarisch…, die in Büchern, Foren und Blogs empfohlen werden, geht es meistens darum aufzuzeigen, wie man am besten Gewicht verliert. Leider ist unser Verdauungssystem mit den einseitigen Ernährungsvorgaben oftmals total überfordert wodurch es zur Unverdauung kommen kann. Was ist also richtig für mich? Was tut mir gut? Mit welchem Essen fühle ich mich wohl?

Individualität ist angesagt, nicht auf jeden Zug aufspringen, keine Einseitigkeit im Essen propagieren, denn das kann ebenfalls auf Dauer zu Unverträglichkeiten führen.

Mein präventiver Tipp, um Verdauungssäfte zu fördern ist der Verzehr von Bitterstoffen. Artischocke, Chicorée, Endivie, Radiccio, sind Beispiele für Lebensmittel mit hohem Bitteranteil. Bittertropfen greifen als Aperitivschnäpschen vor den Mahlzeiten und sind eine Alternative. Auch kann ein Frischpresssaft z.B. aus Artischocken getrunken werden. Zu bedenken ist, dass man es immer als Kur anwenden muss, denn es braucht eine Zeit bis die eigene Verdauungssaftproduktion wieder in Gang kommt. Tropfen und Säfte von verschiedenen Anbietern sind erhältlich in Apotheken und auch Reformhäusern.

Bei länger andauernden Beschwerden heißt es aber ab zum Arzt.

Es ist immer wichtig zu wissen, daß eine Organgesundheit besteht. Eher selten sind die Symptome die im Laufe eines Lebens im Körper signalisieren, dass etwas nicht stimmt einer schlimmen Erkrankung zugeordnet. Und wenn, dann ist eine frühe Erkennung wichtig, um heilend eingreifen zu können.

Die schulmedizinisch zu recht empfohlene Darmspiegelung wird als Krebsprävention von den gesetzlichen Krankenkassen ab dem Alter von 55 Jahren bezahlt. Sie ist zur Entdeckung von Polypen, Divertikeln, gutartigen und bösartigen Tumoren auf jeden Fall wichtig.

Wie gesund ist mein Darm?
Er ist unser größtes Organ (ca. 450m² Oberfläche)!!! 
Also her mit der Aufmerksamkeit.

In meiner Praxis empfehle ich die Stuhlanalyse als “Gesundheitscheck-Darm“ all meinen Patienten. Bei Reizdarm, hoher Infektanfälligkeit, beruflichem Stress, Allergiebelastung, Asthma und anderen chronischen Belastungen sowie auch bei Depressionen ist eine Stuhlanalyse wichtig, um Erkenntnisse zu ziehen und dann gezielt zu behandeln.

  • Die gesunde Darmflora sollte als sogenannte Bakterienpolizei im ausgewogenen Verhältnis zu der immer im Darm vorkommenden Fäulnisflora stehen. Gute Darmbakterien kann man als Kur einnehmen.
  • Es dürfen keine wuchernden Darmpilze vorhanden sein.
  • Die Verdauungsrückstände können geprüft werden, um zu sehen ob Leber und Galle als Verdauungsorgane funktionieren.
  • Die Intaktheit der Darmschleimhaut kann über bestimmte Marker gemessen werden, um herauszufinden ob ein Leaky gut ( übersetzt: löchriger Darm ) vorliegt. Dann fehlt uns der Schutz vor toxischen Stoffen und Krankheitserreger werden nicht eliminiert.
  • Die Pankreaselastase kann bestimmt werden und es muss nicht unbedingt direkt eine Bauchspeicheldrüsenentzündung vorliegen, wenn zu wenig Elastase produziert wird.

Fehlt diese, so gibt es Präparate um das Leck zu stopfen. Pankreasenzyme, täglich zu den Mahlzeiten eingenommen können vor Darmalarmschützen. Wichtig jedoch ist zu wissen, dass die Enzyme im Dünndarm nur wirken können, wenn der aus dem Magen kommende saure Nahrungsbrei im Dünndarm durch Natriumhydrogencarbonat neutralisiert wird.

Oh je – soviel kompliziertes Darmwissen. Wie unsere Organe so funktionieren oder auch gestört werden können, das ist schon beachtlich. Sei es Dir stets wert, Gesundes zu essen und achte darauf, was im Körper passiert, um entsprechende Symptome rechtzeitig zu behandeln bzw. ärztlich abklären lassen.

Damit es im nächsten Urlaub wieder heißt:

Her mit der Paella! Und anderen leckeren Köstlichkeiten!

Herzlichst
www.diegrossstadtaerztin.de

Dr. Karin Müller informiert

Denkst Du noch oder schläfst Du schon?

Kennst Du das? Du stehst wie jeden Morgen in der Woche zeitig auf, naja vielleicht nochmal kurz auf die Schlummertaste gedrückt aber dann raus aus dem Bett! Und weißt schon – heute geht es ab. Viiieeel zu tun!!!! Ganz normal, wenn man dann auch schon beim Frühstück an den Abend denkt und sich darauf freut, wieder in der Horizontallage zu liegen und zu schlafen.

Der Tag war auch wirklich gut ausgefüllt durch die Arbeit. Super, wenn Du vielleicht auch beim Sport warst oder am Abend noch eine andere Freizeitaktivität für Dich im Programm hattest.

Und dann bist Du zu Hause, bist todmüde und fällst ins Bett und…

…schläfst nicht ein. Drehst dich von einer Seite auf die andere, wälzt dich von rechts nach links aber es funktioniert nicht.

Vielleicht gehen dir viele Gedanken durch den Kopf, über den vergangenen tag, über das was morgen ist, über das Wochenende und was du noch alles erledigen musst bis dahin.

Dabei willst du nicht an irgendetwas denken sondern nur schlafen, denn morgen ist ja schon heute und der Wecker ist erbarmungslos und nicht zu betören.

Stop!!!! Finde für Dich das richtige Ritual!

Es kann z.B. sein, auch wenn Du keinen Hunger verspürst, dass Du, je nachdem wann du zu Abend gegessen hast, in einer leichten Unterzuckerung bist. Das hält Dich ungewollt wach.

Dann hilft:

Aufstehen und

  • etwas Wasser trinken
  • ein kleines Stück Vollkornbrot essen, ein Stück Schokolade, oder eine Reiswaffel oder ähnliches.
  • Kurz Zähneputzen und dann wieder ins Bett.

Wenn Deine Gedanken kreisen und du das durchbrechen willst dann mache Folgendes:

Bewusst atmen

  • Nimm dir einen Daumen und umgreife ihn mit den Fingern der anderen Hand. Dann atmest du 7mal aus und ein und hältst den Daumen dabei fest.
  • Mache das gleiche mit dem Zeigefinger der gleichen Hand- wieder 7mal aus,- und einatmen.
  • Dann mit dem Mittelfinger, Ringfinger, Kleinfinger.
  • Wechsele über zur anderen Hand und wiederhole dort die 7 Atemzüge pro Finger.
  • Achte darauf, dich auf den Atem zu konzentrieren – atme langsam und bewusst.

Diese Übung ist besonders wirkungsvoll denn du beruhigst Dich über die Akupunkturendpunkte an den Fingern und nimmst einen positiven Einfluss auf Deine inneren Organe. Auf die Lunge, das Herz, die Nieren und den Darm.

Schlafforscher sind der Meinung, dass 7-8 Stunden Schlaf optimal sind. Aber hier gibt es keine Regeln, die Individualität ist entscheidend. Wer schon lange unter Schlafstörungen leidet sollte das auf jeden Fall ärztlich abklären lassen. Es können auch andere Ursachen als das Gedankenkarussell oder die Unterzuckerung vorliegen.

Verschreibungspflichtige Schlaftabletten sind keine Lösung, denn sie machen auf Dauer abhängig.

Es kann jedoch sein, dass bei ausgeprägten Schlafstörungen ein Hormon fehlt, das Melatonin. Die Einnahme ist sinnvoll bei durch den Arzt nachgewiesenem Mangel. Da es rezeptpflichtig ist, musst Du dafür auf jeden Fall den Arzt aufsuchen.

Aus der Naturheilkunde kennt man beruhigende Substanzen, die frei verkäuflich sind und auch echt gut helfen wie z.B.

Baldrian, Melisse, Kamille oder Lavendel.

Diese Substanzen gibt es in verschiedenen Formen als Tee, Tabletten oder auch z.B. als Spray für den Raum oder das Kissen. Hier musst Du aber unbedingt auf Bio Qualität achten.

Natur-und Bioläden haben ein großes Angebot.
Was Du unbedingt wissen musst: Geduld brauchst du schon.
Atemrituale wollen geübt werden.
Tees und Naturstoffe brauchen eine Zeit, bis Dein Körper die wohltuende Wirkung verspürt.

Eine andere Lösung kann noch sein, abends zu meditieren. Es gibt mittlerweile richtig gute Apps zur Meditation.

VORSICHT ! ALKOHOL IST KEINE LÖSUNG !

Alkohol verhilft Dir kurzfristig schnell einzuschlafen. Aber ganz nachteilig ist, dass Du meistens nicht durchschläfst und der Schlaf daher nicht erholsam ist.

Und Alkohol führt in die Abhängigkeit und ist eine der gefährlichsten Krankheiten

Ich wünsche Dir immer einen erholsamen Schlaf und hoffe, dass Du das Denken für immer auf den Tag verschieben kannst!

Herzlichst
www.diegrossstadtaerztin.de

Dr.Karin Müller informiert:

Borreliose – eine ernst zu nehmende Erkrankung

Ich bin Expertin für Borreliose Erkrankte und weiß durch meine über 1000 erkrankten Patienten und deren Geschichten, die sie mir erzählen wirklich eins:

Borreliose Kranke sind in der Symptomvielfalt sehr betroffen – in unterschiedlicher Ausprägung. Sie verdienen ärztliche Aufmerksamkeit und Akzeptanz und es ist sehr bedauerlich wie oft ihnen nicht geglaubt wird, wenn sie beim Arzt Symptome schildern.

Und wie froh ist der Großteil meiner Patienten in dem Moment, wenn sie bei der Besprechung der Laborergebnisse ENDLICH die Diagnose erfahren.

Nicht selten rollen Tränen und ich höre Sätze wie: „…ich habe ja selber schon gedacht ich habe einen an der Klatsche als mir letztens der Neurologe sagte, solche Symptome gäbe es nicht.“

Der 38jährige ist ein Beispiel für viele Erkrankte, die einen Zeckenstich erleiden, mit Erythema migrans zu deutsch Wanderröte, zum Arzt gehen und auch ärztliche Hilfe bekommen. Oft entstehen keine Symptome oder bestehende Symptome gehen weg.

Manche Patienten berichten mir, sie wurden mit einer meistens Cortison haltigen Salbe versorgt und nach Hause geschickt, sie sollten die Stelle weiter beobachten. Oder sie erhalten ein Antibiotikums das zumeist zu kurz in zu niedriger Dosierung und unzureichend wirksam gegen die Borrelien verabreicht wird.

Und dann kann es sein, dass nach einer gewissen Zeit, nach Wochen, Monaten oder auch erst nach Jahren wieder eine vermehrte Aktivität der Borrelien besteht. Spürbar durch unterschiedliche Symptome: z.B. ausgeprägte Erschöpfung und Müdigkeit, anhaltender Nacken- und Kopfschmerz, Gelenk- und Muskelschmerzen, Kribbeln am ganzen Körper, sogenannte Parästhesien.

Bekommt man als Betroffener keine Hilfe kann das dazu führen, dass die noch im Körper in hoher Zahl vorhandenen Bakterien neue Organsysteme befallen können. Und noch wichtiger: die psychische Belastung, durch die Ablehnung ärztlicher Behandlung und fehlendem Glauben an den Patienten, schwächt zusehends das Immunsystem.

Die Symptomvielfalt bei der Infektion mit Borrelien kann alle Organe befallen:
Individuell und in unterschiedlicher Ausprägung abhängig

  • vom eigenen Immunsystem
  • von den Schwachstellen im Körper
  • von bereits durchgemachten Erkrankungen
  • von dauerhaften chronischen körperlichen Belastungen
  • vom Stress im Alltag
  • von der mentalen Konstitution
  • von der körperlichen Konstitution
  • von der im Körper vorhandenen Ausgewogenheit der Biochemie
  • von der Intensität der Wahrnehmung.

Wenn die Biochemie im Körper vor dem Zeckenstich stimmt und das Immunsystem auf Zack ist kann eine chronische Belastung mit Borrelien, die es ohne Zweifel gibt, viel besser toleriert werden.

Das heißt im Umkehrschluss: Habe ich nachweisbar eine Borreliose, dann muss in meinem Körper auch nachgeschaut werden ob meine Biochemie stimmt!!

Die Behandlung meiner Borreliose Patienten führe ich unter dem Aspekt ganzheitlich durch. Mein Leitsatz lautet:

Nur eine genaue umfassende Diagnostik führt zu einer erfolgreichen Therapie.

Vor der Therapie ist es daher immens wichtig, sich neben dem Nachweis der bestehenden Infektion einen Überblick zu verschaffen, ob Mangelzustände im Körper bestehen.

Es besteht die Möglichkeit, durch Vollblutanalysen genau herauszufinden, ob genügend Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine, Aminosäuren und Antioxidantien – von mir auch als Vitalstoffe bezeichnet – zur Verfügung stehen. Die Borrelien bedienen sich nämlich gerne daran, um im Körper zu überleben und sich fleißig zu vermehren.

Sie können sich vorstellen was es heißt, wenn die Nährstoffe nicht mehr ausreichend im Körper zur Verfügung stehen. Jede Menge Beschwerden und ein Abenteuerspielplatz für die Borrelien.

Erfreulicherweise sehe ich bei meinen Patienten nach gezielter Zufuhr der im Blut fehlenden Nährstoffe, durch Infusionen, Spritzen oder Einnahme von hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln, dass Symptome nachlassen oder ganz weggehen.

Hier kommt es aber wirklich darauf an gezielt zu behandeln. Einfach mal ein Komplexvitaminpräparat einzunehmen bringt zumeist nicht den gewünschten Erfolg.

Manchmal stellen mir die Patienten 20 verschiedene Dosen auf den Tisch teils hochwertiger Nahrungsergänzungsmittel und sind ganz verzweifelt, dass sie weiterhin müde, erschöpft und schmerzgeplagt sind und die Borrelien noch da sind.

Und dann kommt mein Satz: VIEL HILFT NICHT UNBEDINGT VIEL!

Unter Berücksichtigung der folgenden Vorgehensweise einer gezielten Diagnostik:

  • der Borrelienaktivität
  • der Vitalstoffe
  • der Darmbeschaffenheit

entscheidet es sich, wie die gezielte Therapie erfolgt:

  • ob durch oft notwendige effektive Antibiotika um die Last der Borrelien zu senken
  • immer mit Probiotika
  • mit gezielter Nahrungsergänzung
  • begleitet oder manchmal auch alleine durch naturheilkundlich bei Borrelien wirksame Kräuter

Also nicht verzweifeln. Borreliose ist behandelbar. Was man braucht ist einen Therapeuten, der Erfahrung hat, Vertrauen in diesen Behandler und Geduld.

Und man braucht Vertrauen in sich selber. 
GESUNDHEIT BEGINNT IM KOPF!

Herzlichst
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Dr. Karin Müller informiert

Denkst Du noch oder schläfst Du schon?

Kennst Du das? Du stehst wie jeden Morgen in der Woche zeitig auf, naja vielleicht nochmal kurz auf die Schlummertaste gedrückt aber dann raus aus dem Bett! Und weißt schon – heute geht es ab. Viiieeel zu tun!!!! Ganz normal, wenn man dann auch schon beim Frühstück an den Abend denkt und sich darauf freut, wieder in der Horizontallage zu liegen und zu schlafen.

Der Tag war auch wirklich gut ausgefüllt durch die Arbeit. Super, wenn Du vielleicht auch beim Sport warst oder am Abend noch eine andere Freizeitaktivität für Dich im Programm hattest.

Und dann bist Du zu Hause, bist todmüde und fällst ins Bett und…

…schläfst nicht ein. Drehst dich von einer Seite auf die andere, wälzt dich von rechts nach links aber es funktioniert nicht.

Vielleicht gehen dir viele Gedanken durch den Kopf, über den vergangenen tag, über das was morgen ist, über das Wochenende und was du noch alles erledigen musst bis dahin.

Dabei willst du nicht an irgendetwas denken sondern nur schlafen, denn morgen ist ja schon heute und der Wecker ist erbarmungslos und nicht zu betören.

Stop!!!! Finde für Dich das richtige Ritual!

Es kann z.B. sein, auch wenn Du keinen Hunger verspürst, dass Du, je nachdem wann du zu Abend gegessen hast, in einer leichten Unterzuckerung bist. Das hält Dich ungewollt wach.

Dann hilft:

Aufstehen und

  • etwas Wasser trinken
  • ein kleines Stück Vollkornbrot essen, ein Stück Schokolade, oder eine Reiswaffel oder ähnliches.
  • Kurz Zähneputzen und dann wieder ins Bett.

Wenn Deine Gedanken kreisen und du das durchbrechen willst dann mache Folgendes:

Bewusst atmen

  • Nimm dir einen Daumen und umgreife ihn mit den Fingern der anderen Hand. Dann atmest du 7mal aus und ein und hältst den Daumen dabei fest.
  • Mache das gleiche mit dem Zeigefinger der gleichen Hand- wieder 7mal aus,- und einatmen.
  • Dann mit dem Mittelfinger, Ringfinger, Kleinfinger.
  • Wechsele über zur anderen Hand und wiederhole dort die 7 Atemzüge pro Finger.
  • Achte darauf, dich auf den Atem zu konzentrieren – atme langsam und bewusst.

Diese Übung ist besonders wirkungsvoll denn du beruhigst Dich über die Akupunkturendpunkte an den Fingern und nimmst einen positiven Einfluss auf Deine inneren Organe. Auf die Lunge, das Herz, die Nieren und den Darm.

Schlafforscher sind der Meinung, dass 7-8 Stunden Schlaf optimal sind. Aber hier gibt es keine Regeln, die Individualität ist entscheidend. Wer schon lange unter Schlafstörungen leidet sollte das auf jeden Fall ärztlich abklären lassen. Es können auch andere Ursachen als das Gedankenkarussell oder die Unterzuckerung vorliegen.

Verschreibungspflichtige Schlaftabletten sind keine Lösung, denn sie machen auf Dauer abhängig.

Es kann jedoch sein, dass bei ausgeprägten Schlafstörungen ein Hormon fehlt, das Melatonin. Die Einnahme ist sinnvoll bei durch den Arzt nachgewiesenem Mangel. Da es rezeptpflichtig ist, musst Du dafür auf jeden Fall den Arzt aufsuchen.

Aus der Naturheilkunde kennt man beruhigende Substanzen, die frei verkäuflich sind und auch echt gut helfen wie z.B.

Baldrian, Melisse, Kamille oder Lavendel.

Diese Substanzen gibt es in verschiedenen Formen als Tee, Tabletten oder auch z.B. als Spray für den Raum oder das Kissen. Hier musst Du aber unbedingt auf Bio Qualität achten.

Natur-und Bioläden haben ein großes Angebot.
Was Du unbedingt wissen musst: Geduld brauchst du schon.
Atemrituale wollen geübt werden.
Tees und Naturstoffe brauchen eine Zeit, bis Dein Körper die wohltuende Wirkung verspürt.

Eine andere Lösung kann noch sein, abends zu meditieren. Es gibt mittlerweile richtig gute Apps zur Meditation.

VORSICHT ! ALKOHOL IST KEINE LÖSUNG !

Alkohol verhilft Dir kurzfristig schnell einzuschlafen. Aber ganz nachteilig ist, dass Du meistens nicht durchschläfst und der Schlaf daher nicht erholsam ist.

Und Alkohol führt in die Abhängigkeit und ist eine der gefährlichsten Krankheiten

Ich wünsche Dir immer einen erholsamen Schlaf und hoffe, dass Du das Denken für immer auf den Tag verschieben kannst!

Herzlichst
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Hör doch mal die Ruhe

„Es klingeln die Motoren, es dröhnt in meinen Ohren“

…singt Herbert Grönemeyer in einem Lied.

Ich sitze gerade im Flugzeug auf dem Weg in den Urlaub. Es war ein riesiges Geräuschgewusel vor und beim Start. Fluggäste, die fröhlich ausgelassen ihre Plätze einnahmen, Durchsagen der Crew, und dann die Motoren der Boing… Kinder, die weinten als der Flieger abhob, wahrscheinlich auch weil der Druck auf den Ohren plötzlich da war und Schmerzen entstanden – Kinder schaffen das mit dem Druckausgleich nicht immer so leicht.

Gerade habe ich mir meine Kopfhörer aufgesetzt, mit spanischer Musik in Vorfreude auf den Urlaub und bin dankbar, dass ich mit meinen Ohren wunderbar hören kann.

Es gibt mehrere Millionen Schwerhörige in Deutschland, viele alte Menschen weil im Alter die Organfunktionen schlechter werden, aber auch viele Kinder, die taub auf die Welt kommen oder durch Infektionen im Ohr an Hörkraft früh verlieren.

Das Sinnesorgan Ohr ist ein phantastisches Gebilde, individuell – es gibt für jeden Menschen einen eigenen Ohrabdruck, wie der eigene Fingerabdruck – und ich bin froh, daß das Menschenohr seitlich am Kopf angebracht ist.

Wie sähen wir aus, wenn wir wie Heuschrecken die Ohren an den Beinen hätten oder wie bei Eidechsen der Hörapparat im Brustkorb säße? Ja, das passt schon alles wunderbar bei der Gattung Mensch und wenn man sich so den Aufbau eines Ohres anschaut, dann sieht man wie phänomenal unser Körper mit den Organen ausgestattet ist.

Anatomisch betrachtet besteht unser Ohr aus drei Teilen.

Das äußere Ohr besteht aus der sichtbaren Ohrmuschel, über die Schallwellen aufgenommen werden und dann durch den äußeren Gehörgang bis zum Trommelfell geleitet werden. Diese dünne Haut trennt das äußere Ohr vom Mittelohr und wird in Schwingung versetzt, von den ankommenden Schallwellen.

Das Mittelohr muss man sich als Hohlraum vorstellen, der mit Luft gefüllt ist. Drei klitzekleine Knochen, die man wegen ihrer Form Hammer, Amboss und Steigbügel nennt, nehmen die Schwingungen vom Trommelfell auf und leiten sie dann in das Innenohr. Das Mittelohr ist durch einen Gang, den man Eustachische Röhre nennt, mit dem Nasenrachenraum verbunden. Also deshalb hilft es immer bei Druck auf den Ohren den Mund aufzumachen, wie z.B. auch im Flugzeug. Kleine Kinder machen das automatisch richtig, schreien und weinen um den Druck rauszulassen.

Im Innenohr, das gut geschützt ist, befindet sich das eigentliche Hörorgan: die Gehörschnecke. Drei lange eingerollte Kanäle, die an ein Schneckenhaus erinnern. In den Kanälen befindet sich Flüssigkeit. Die Schwingungen aus dem Mittelohr, gelangen also in die Gehörschnecke und erzeugen Wellen in der Flüssigkeit, die angepasst an Lautstärke und Tonlage stärker oder schwächer sind. Die Kanäle sind mit tausenden kleiner Härchen ausgekleidet. Ihre Funktion besteht darin Informationen über die ankommenden Wellen zu filtern und diese dann zum Hörnerv weiterzuleiten. Der Hörnerv gibt sie zum Gehirn, zum Beispiel auch in die Emotionsareale. Daher sind wir in der Lage, vertraute Stimmen wiederzuerkennen.

Auch das Gleichgewichtsorgan befindet sich im Ohr.

Der kleine Anatomieexkurs ist wichtig um zu verstehen, wie wir Ohrenerkrankungen vorbeugen können. Gerade im Sommer und in der Urlaubszeit häufen sich oft epidemieähnlich Infektionen der Ohren durch mögliche Keimbesiedlungen in den Pools. Vorbeugend ist es ganz wichtig:

  • Nicht den Fettfilm der sich im äußeren Gehörgang befindet ständig mit Wattestäbchen zu entfernen! Er schützt uns vor bakterieller Infektion.
  • Nach dem Schwimmen die Ohren nochmal mit Wasser unter der Dusche leicht zu spülen.
  • Wenn schon Ohrenprobleme oder häufige Infektionen bestanden kann eine Tropfenlösung aus Glycerin/ Wasser helfen das Ohr zu schützen.

Ist die Infektion einmal da muss meist schnell ein Arzt aufgesucht werden. Denn wenn das Trommelfell undicht ist, kommt es schnell zu Infektionen des Mittelohres, oft mit hohem Fieber und ausgeprägtem Krankheitsgefühl, aufgrund der bakteriellen Belastung. Der untersuchende Arzt entscheidet dann ob ein Antibiotikum gegeben werden muss.

Mal weg von der Krankheit jetzt wieder hin zu Tönen und Geräuschen, die wir hören. Eine Freundin sagte vor kurzem nach ihrem Umzug in eine ganz ruhige Wohngegend: „weißt du wie schön dass ist, dass ich jetzt auch mal Ruhe hören kann“.

Ich schaute sie an und musste zunächst lachen aber da ist ja was Wahres dran.

Gerade im Urlaub hat man fernab von den gewöhnlichen Geräuschbelastungen die Muße, bewusst zu hören und auf Stille zu achten. Das entspannt ungemein und ist für die Ohren eine Wohltat.

Probier es mal aus. In den Bergen, am Meer, im Wald… Es gibt viele Orte wo Du Ruhe hören kannst. Und dann mal einzelne Geräusche wahrnehmen, ganz bewußt: Vogelstimmen, Meeresrauschen… 
Tue was, um das Feintuning Ihrer Ohren zu trainieren.

Hör doch mal die Ruhe

Ich wünsche Dir eine erholsame Zeit, insbesondere auch für die Ohren.

Herzlichst

www.diegrossstadtaerztin.de