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Der Rheinauhafen. Seltsam, wie oft ich doch hier spaziere oder mit dem Rad vorbeikomme.

Viel ist da gewichen und hat Neuem Platz gemacht. Für die Kranhäuser zum Beispiel, viel fotografiert und in Szene gesetzt – aber ein Fan bin ich persönlich jetzt nicht. Für mich fühlen sie sich fremd an und verbauen die Sicht auf den Dom.

Die Halbinsel, auf der sie stehen, heißt übrigens „Werthchen“. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war hier tatsächlich eine kleine Insel, die eben seit Jahrhunderten „Werthchen“ genannt wurde. Sie ist der Ursprung des Hafens.

Hier lagen hier die Oberländer-Schiffe, die die Waren der Niederländer-Schiffe aufnahmen und umgekehrt. Die Niederländer-Schiffe waren fette, große Lastkähne, geeignet, viele Waren auf einmal aufnehmen zu können. Sie haben den Rhein bis an die Mündung bedient. Sie hatten aber kurz hinter Köln das Problem, dass sie zu groß waren, um den Fluss Richtung Süden zu befahren. Dies übernahmen in Köln als Umschlagsplatz eben die Oberländer-Schiffe, die kleiner waren und wesentlich weniger Tiefgang hatten. Ein Teil dieses Umladens geschah eben hier auf dieser Insel. Viel Arbeit für kräftige Männer, die mit dem ständigen Be- und Entladen ihr Auskommen hatten.

Erst mit der Industrialisierung, recht spät sogar, in den 1890’er Jahren, entstand der Rheinauhafen in seiner heutigen Form. Das Werthchen wurde aufgeschüttet und mit dem Festland verbunden. Mit dem Ruhrgebiet und seinem aufstrebenden Hafen in Duisburg wollte man mithalten, indem man die Häfen Kölns vergrößerte. Der Rheinauhafen wurde zu einem der modernsten Häfen Deutschlands mit einem 18 km Schienennetz. Diesen Wettbewerb wollte man unbedingt gewinnen. Gut, wie es ausgegangen ist, wissen wir. Duisburg ist die absolute Nummer eins der Binnenhäfen. Man muss auch gönnen können.

Mein Lieblingsgebäude, das Siebengebirge, offiziell „Danziger Lagerhaus“ tituliert, entstand kurz danach, 1909. Ein 177 Meter langes, sechsgeschossiges Lager für Stückgut und Korn. Es soll eines der ersten Stahlskelettbetonbauten – was ein Wort – gewesen sein, die je gebaut wurden. Das mag für Architekten bemerkenswert sein. Ich bin froh, dass es so fein verputzt und getüncht ist.

Vielleicht mag ich es, weil der Name so passend ist.

„Siebengebirge“ – jeder weiß sofort warum – es sieht wie ein Gebirge aus, mit seinen neun Giebeln. Neun? Das lässt sich ganz einfach von Deutz aus zählen. Neun Giebel hat es, drei hohe und sechs niedrige. Der Architekt hat getrickst. Auf der „richtigen“ Seite wurden zwei Giebel durch Türmchen ersetzt. Das habe ich aber erst spät verstanden. Das Problem ist, dass die westliche Seite ein wenig schwer einsehbar ist. Man kann nur sehr nah am Gebäude stehen, dass man kaum die Front überblickt oder man geht weiter weg, um festzustellen, dass die Sicht durch große Bäume verstellt ist. Man muss sich schon etwas Zeit nehmen.

1946, nach dem Krieg entschied der Rat, diesen Teil des Güterhafens aufzugeben und größere Becken in Niehl anzulegen. Das hat übrigens zur Folge, dass wir uns ständig mit Hamburg um Platz zwei unter den wichtigsten Binnenhäfen in Deutschland rangeln. Hättet Ihr das gedacht? Duisburg ist unumstritten Nummer eins und danach direkt wir und in manchen Jahren Hamburg? Ich nicht.

Unser Siebengebirge wurde aber gerettet. Ein Wohn- und Gewerbegebäude ist es seit 2006. Und das wiederum finde ich prima. Mit den Kranhäusern, meine ich, haben wir ein altes Stück Köln aufgegeben. Wofür überhaupt? Um mit dem Medienhafen in Düsseldorf zu konkurrieren? Ich weiß es nicht. Mit dem Siebengebirge aber, haben wir einem schönem Stück Köln einen neuen Sinn gegeben und können unseren Enkeln noch zeigen, wie das in Köln so war. Damals.

Michael

Der Rheinauhafe. Komisch, wie off ich doch hee e Gängelche maache ov mem Rädche lans kumme.

Vill es do fott un hät Plaatz för Neues gemaht. För de Kranhüüser för e Beispill, vill fotografeet un in Szen gesatz – ävver ene Fan bin ich selver jetz nit. För mich föhle se sich fremb aan und verbaue de Seech op unse Dom.

Die Halvinsel, op dä se stonn, heiß üvvrigens „Werthchen“. Bes en et 19. Johrhundert wor hee wirklich en klein Insel, die evvens zick Johrhunderte „Werthche“ genannt woodt. Se es der Grundstein vum Hafe.

Hee loge de Oberländer-Scheffe, die de Ware vun de Niederländer-Scheffe opnohme un ömgedriht. De Niederländer-Scheffe wore fette, große Lasskähn, die vill Ware op eimol opnemme kunnte. Noh Süde, koot hinger Kölle, kome se ävver en de Bräng weil se zo groß wore öm wiggerzefahre. Dat üvvernohme evvens de Oberländer-Scheffe, die kleiner wore un vill winniger Deefgang hatte. Ene Deil vun däm Ömlade passeete evvens hee op dä Insel. Vill Arbeid för kräftige Kääls, die mem laufende Be- un Entlode ehr Uskumme hatte.

Eescht met der Industrialisierung, rääch späd esugar, en der 1890’er Johre, woodt der Rheiauhafe en singer Form vun hügg gebaut. Et Werthche woodt opgeschodt un mem Festland verbunge. Mem Ruhrgebiet un singe neu Häfe wollte mer methalde, wie mer die Häfe vun Kölle größer gemaht hät. Der Rheinauhafe woodt zo einem vun de modernste Häfe vun Deutschland met singem 18 km Schinnenetz. Dä Wettbewerb wollte mer unbedingk gewenne. God, wie et usgegange es, wesse mer. Duisburg es de – dat weed keiner avstrigge – Nummer eins vun de Bennehäfe. Mer muss och gönne künne.

Minge Lieblingsbau, et Sibbegebirg, offiziell „Danziger Lagerhuus“ tituleet, entstundt koot donoh, 1909. E 177 Meter lang Lager met sechs Etage för Stöckgod un Koon. Et soll eine vun de eeschte Stahlskelettbetonbaute – wat e Wood – gewäs sin, die je gebaut woodte sin. Dat mag för Architekte gelunge sin. Ich ben fruh, dat et esu fing verputz un getünch es.

Villeich mag ich et, weil der Name su passend es. „Sibbegebirg“ – jeder weiß tirek woröm – et süht us wie e Gebirg, met singe nüng Givvele. Nüng? Dat löös sich ganz einfach vun der Schäl Sick us zälle. Nüng Givvele sin et, drei huhe un sechs niddrige. Der Architek hät getricks. Op der „räächte“ Sigg woodte zwei Givvele durch Türmcher ersatz. Dat han ich ävver eesch späd verstande. Dat Problem es, dat mer met Hänge un Würge de Front üvverbleck ov mer geiht e wigger fott, öm fasszestelle, dat de Seech durch huhe Bäum verstallt es. Mer muss sich ald jet Zigg nemme.

1946, nohm Kreeg, entscheed der Rod, dä Deil vum Göderhafe opzegevve un größere Becke en Niehl aanzeläge. Dat hät üvvrigens zur Folg, dat mer uns luuter met Hamburg öm der Patz zwei vun de wichtigste Bennehäfe en Deutschland rangele. Hätt ehr dat gedaach? Duisburg es unbestredde de Nummer eins und donoh tirek mir un en mänche Johr Hamburg? Ich nit.

Uns Sibbegebirg woodt ävver gerett. E Wonn- un Gewerbegebiet es et zick 2006. Un dat widderöm fing ich prima. Met de Kranhüüser, mein ich, han mer e aal Stöck Kölle opgegovve. Woför üvverhaup? Öm mem Medienhafe en Düsseldorf zo konkuriere? Ich weiß et nit. Mem Sibbegebirg ävver, han mer e schön Stöckelche Kölle ene neue Senn gegovve und künne unse Enkelcher noch zeige, wie et en Kölle esu wor. Dozomol.

Mechel

Weitere Informationen auf www.koelschgaenger.net

Ihr wisst nicht, wo das Siebengebirger liegt? Dann schaut mal schnell heimlich hier nach: https://findpenguins.com/koelschgaenger

H.A. Schult ist ja ein Künstler. Ich selbst bin ja oft bei dem Gedanken „Das sollt Kunst sein?“. Aber gut, Kunst, da bin ich ein Banause. Kurt Sol, der auf Kos fröhlich seine Bilder malt und Kurse gibt, fragte mich zu seinem Bild „Was siehst Du denn darin?“. Ich sagte „Das ist für mich ein Partyabend.“ Er nickte, nahm das Bild, stellte es zurück und sagte „Denk nochmal darüber nach.“. Das muss ich vorwegschicken.

In Köln verfolgen mich eben Flügelautos, Müllhäuser und Müllmenschen. Und dann hat er auch noch eine Muse, Elke Koska, die vor Jahren aus der gemeinsamen Wohnung in der Deutzer Brücke ausgezogen ist. Also ich habe „nur“ eine Frau und es gibt Orte, da könnte ich niemals ausziehen, weil ich nie eingezogen wäre. Mein Leben ist einfach zu sehr das eines Spießbürgers. Und das meine ich nicht negativ. Bürger mit Spießen in der Hand, waren der Grund, weswegen kein Feind je über die Kölner Zinnen kam.

Das erste Mal, wie ich H.A. Schult wahrgenommen habe, fuhr ich gerade mit meinem roten Nissan-Micra über die Severinsbrücke. Das war 1996. Da prangte plötzlich da oben diese bunte Neon-Weltkugel. Jeder Kontinent leuchtet in einer anderen Farbe und ein Männlein steht auf ihr. Irre albern fand ich das.

Mir erklärt man, dass es ein Zeichen ist, dass Köln Menschen integriert und dass Köln eine weltoffene Stadt ist. Ja, nun, na und? Köln, Menschen kommen, Menschen gehen, Menschen bleiben. Alles ist im Fluss, in ständiger Bewegung. Nichts bleibt, wie es ist. Das ist hier Grundgesetz seit Anbeginn dieser Stadt. Römer, Ubier, Merowinger, Franken, Franzosen und Preußen ließen sich hier nieder. Holländer, Engländer, Friesen und noch viel mehr kamen, um zu handeln oder suchten Schutz.

Erzkatholisch, diese Stadt. Aha. Den Anfang machten aber Odin und Thor, Jupiter und Mars. Darf man mal nicht vergessen. Neben den ganzen christlichen Gruppen, leben hier jetzt Juden, Moslems, Hindus, Buddhisten und eine Bahá’i-Gemeinde, von der ich mal gehört habe. Bei dem ganzen bunten Haufen fallen die Atheisten schon gar nicht mehr auf. Am Ende wollen alle lachen und Kölsch trinken.

Köln und nicht weltoffen? Selbstverständlich ging und geht es hier nicht immer friedlich zu. Nach meiner Beobachtung immer dann, wenn jemand stehen bleibt, die Bewegung ganz aufhalten will, anstatt mitzuschwimmen und die Richtung als Teil des Ganzen mitzubestimmen. Oft genug stellen wir hier Persönlichkeiten vor, die mit der harten Konfrontation berühmt wurden. Hatten sie jemals dauerhaften Erfolg? Ich glaube nicht. Es dauert nur meist sehr lange, bis sich das Misstrauen legt und man wieder menschlich miteinander umgeht. Wem hat das am Ende je genutzt?

Und über diesen Ganzen schillert seit 1996 diese Weltkugel. Der Rat erlaubte den Standort auf der Severinsbrücke bis zum 1. Mai 2000 und bestand auch konsequent auf den Abbau. H.A. Schult zankte sich und kämpfte mit der Stadt. Er drohte, aus der Stadt auszuziehen, wenn die Kugel wegkäme. Am 15. Oktober 2000 wurde ein russischer Transporthubschrauber angemietet, der die tonnenschwere Last bewegen konnte. Die Kugel wurde auf dem Dach der DEVK, gegenüber dem Zoo, platziert. Ein akzeptabler Mittelweg für den Künstler. Sie steht ein wenig am Rande, aber von der Zoobrücke her, kann man sie gut sehen. Ob wir ihn wohl so lieb haben, dass wir ihn nicht gehen lassen wollen?

Mittlerweile habe ich auch eine Meinung, was H.A. Schult mit der Kugel sagen möchte, die ja in dunkelster Nacht am hellsten leuchtet. Sollte der russische Hubschrauber gerade einfach mal wieder vorbeikommen und die Weltkugel auf das Rathaus setzen? Nur für ein paar Monate?

Michael

Der H.A. Schult es jo ene Künsler. Ich selvs denke jo off „Dat soll Kuns sin?“. Ävver god, Kuns, do ben ich ene Banause. Der Kurt Sol, der op Kos löstig singe Belder molt un Lihrgäng gitt, frogte mich zo singem Beld „Wat sühs Do dann dodren?“. Ich saht „Dat es för mich ene Partyovend.“ Hä nickte, nohm et Beld, stallt et zoröck un saht „Denk noch ens dorüvver noh.“. Dat muss ich vürm Tex sage.

En Kölle verfolge mich evvens Flügelautos, Müllhüüser und Müllminsche. Un dann hät hä och noch en Mus, et Elke Koska, die vür Johre us der gemeinsame Wonnung en der Düxer Bröck usgetrocke es. Also ich han „nor“ en Frau un et gitt Oote, do künnt ich nie ustrecke, weil ich nie engetrocke wör. Mi Levve es einfach zo sehr dat vum Spießbürger. Un dat mein ich nit bös. Bürger mit Speeße en der Hand, wore der Grund, weswäge keine Feind je üvver de Kölsche Zinne kom.

Et eeschte Mol, wie ich der H.A. Schult metgekräge han, wor ich met mingem rude Nissan-Micra üvver de Vringsbröck am fahre. Dat wor 1996. Da wor op eimol do bovve die bunte Neon-Weltkugel. Jeder Kontinent leuch en einer andere Färv un e Männche steiht op ehr. Ärg jeck fung ich dat.

Mir verklört mer, dat et e Zeiche es, dat Kölle Minsche integreet un dat Kölle en weltoffene Stadt es. Jo, no, no un? Kölle, Minsche kumme, Minsche gonn, Minsche blieve. Alles es em Fluss, luuter en Bewägung. Nix bliev, wie et es. Dat es he Grundgesetz zick Aanfang vun der Stadt selvs. Römer, Ubier, Merowinger, Franke, Franzuse un Preuße leete sich hee nidder. Holländer, Engländer, Freese un noch vill mih kome, för ze handele ov soke Schotz.

Ääzkatollisch, die Stadt. Aha. Der Aanfang mahte ävver der Odin un der Thor, der Jupiter un der Mars. Darf mer ens nit vergesse. Nevve de ganze chressliche Schmölzche, levve hee Jude, Moslems, Hindus, Buddhiste un en Bahá’i-Gemeinde. Bei däm ganze bunte Haufe falle de Atheisste ald gar nit mih op. Am Engk wolle alle laache un Kölsch drinke.

Kölle un nit weltoffe? Selvsverständlich ging un geiht et hee nit luuter friddlich zo. Noh minger Beobachtung luuter dann, wann einer stonn bliev, die Bewägung ganz ophalde well, statt metzeschwemme un die Richtung als Deil vum Ganze metzebestemme. Off genog stelle mer hee Persönlichkeite vür, die mem hadde Strigg bekannt gewoode sin. Hatte die je beständige Erfolg? Ich gläuv nit. Et duurt nor miets ärg lang, bes sich et Meßtraue läg un mer widder minschlich ungerein es. Wäm hatt dat am Engk je genötz?

Un üvver däm Ganze schillert zick 1996 die Weltkugel. Der Rod erlaubte der Standoot op der Vringsbröck bes zum 1. Mai 2000 un bestundt och konsequent op der Avbau. Der H.A Schult zänkte sich un kämfte met der Stadt. Hä drohte, us der Stadt uszetrekke, wann die Kugel fottköm. Am 15. Oktober 2000 woodt ene russische Transporthubschrauber aangemeedt, dä die tonneschwere Lass bewäge kunnt. Die Kugel woodt om Daach vun der DEVK, gägeüvver vum Zolonische Gaade, platzeet. Ene akzeptabele Meddelwäg för dä Künsler. Se steiht e winnig am Rand, ävver vun der Zoobrück her, kann mer se god sinn. Ov mer en wall esu leev han, dat mer en nit gonn looße wolle?

Meddlerwiel han ich och en Meinung, wat der H.A. Schult met der Kugel sage mööch, die jo am hellste leuch, wann et dunkelste Naach es. Sollt der russische Hubschrauber grad einfach ens widder vürbeikumme un die Weltkugel op et Rodhuus setze? Nor för e paar Monate?

Mechel

Unsere Beiträge findet Ihr wie immer unter „http://www.koelschgaenger.de/„.

 

Severin ein Regengott? Ist der hl. Severin eigentlich ein Regengott? Diese Frage stelle ich mir immer wieder. Immer, wenn es regnet ohne Ende und ich ihn bitte, ein Einsehen zu haben, oder wenn es mal wieder so heiß ist, so wie diesen Sommer, und ich ihn schon wieder anrufe. Und kann ich ihn von überall bitten, oder muss ich in die Südstadt? Bin ich ihm da näher und es funktioniert besser? Jede Menge Fragen, und ihr fragt euch vermutlich, wovon schwätzt der Ronald eigentlich? Schon wieder ne Frage. Ahhhhhhh……. Damit ihr mich besser versteht, sollte ich euch wahrscheinlich eine Legende über den hl. Severin erzählen. Wir schreiben das Jahr 397, es ist November, arschkalt, Sonntag. Und wie immer begibt sich Bischof Severin von seinem selbst gegründeten Kloster aus auf einen Sonntagsspaziergang. Nicht alleine, er ist beliebt und wird geachtet, so einer wird gerne begleitet. Kennt ihr vom Frühschoppen. Junge Praktikanten und Anhänger Severins begleiten ihn also auf seinem Weg, dieser führt ihn aufs Martinsfeld, das heutige Gebiet am Kartäuserhof. Auf einmal bleibt Severin stehen, lauscht, fragt die anderen, ob sie auch die singenden Stimmen vernommen haben. Haben sie nicht, das sagen ihm die ratlosen Blicke. So hört doch genauer hin, bittet er, aber nichts, er schaut nur in ratlos dreinblickende Gesichter. Severin jedoch hat himmlische Psalmen vernommen, so klar und deutlich, dass er völlig hin und weg ist. Dies erzählt er seinen Begleitern, aber niemand außer ihm hatte etwas gehört. Nun ist Severin aber nicht als Spinner verschrien und fest im Glauben, deshalb lässt er sich nicht beirren. Einzig, was hatte das zu bedeuten, fragte er sich. Einige Tage später, als die Nachricht vom Tode Bischof Martins Köln erreicht, ist Severin sich sicher. Er hat die Engelschöre gehört, die den heiligen Bischof Martin im fernen Tours in den Himmel begleitet haben. Einige Zeit später beschließt der noch rüstige Severin, sich seinen Traum zu erfüllen und in seine Heimatstadt Bordeaux zurückzukehren. Er verlässt also Köln und kehrt in seine Heimatstadt zurück, wo er schon bald verstirbt. Hier wird er nach seinem Tod um etwa 403 heiliggesprochen. Kurze Zeit später wird Bordeaux von Feinden eingekesselt und belagert. Und was unternehmen die Bürger? Sie legen die Reliquien des heiligen Severin auf die Mauer und siehe da, die Feinde fliehen. Absurd? Legende halt. Aber zurück nach Köln. Denn hier herrscht Not. Severin ist vor drei Jahren aus Köln weggegangen, und seitdem hat es hier in Köln kaum geregnet. Überall verdorrte Felder, das Vieh verdurstet, die Not ist groß und kein Regen in Sicht. Doch eines Nachts träumt ein Domvikar, es müsse mit Severin zusammenhängen. Deshalb solle man die Reliquien des heiligen Severin nach Köln holen. Ihr könnt euch vorstellen, wie begeistert man den Vorschlag in Bordeaux aufnahm. Doch da in Köln die Not so groß ist, und die Kölner Abgesandten nicht aufhören zu bitten und betteln, hat man endlich ein Einsehen und willigt ein. Die Kölner dürfen die Hälfte der Knochen mitnehmen. Nach zügiger Rückreise an den Rhein, der Geleitzug ist gerade auf Höhe von Melaten, passiert was? Riiichtiiig, es fängt an zu regnen. Dä. Heute liegen die Reliquien des heiligen Severin in einem Hochschrein hinter dem Altar von St. Severin. Mich aber zieht es an die Ecke Kartäuserhof, Ecke Kartäusergasse, denn hier in einer Häusernische steht ein Denkmal des heiligen Severin. Und hier sage ich ihn auf, den heilsbringenden Spruch: „Heiliger Severinus, der Du an diesem Orte die Seele des heiligen Bischofs Martinus von den Engeln in den Himmel hast tragen sehen, bitt für uns“. So lautet die Inschrift hier an diesem Denkmal. Besucht ihn doch mal, hier in der Südstadt. Euer Ronald Weitere Informationen auf www.koelschgaenger.net
Severin ein Regengott? Ist der hl. Severin eigentlich ein Regengott? Diese Frage stelle ich mir immer wieder. Immer, wenn es regnet ohne Ende und ich ihn bitte, ein Einsehen zu haben, oder wenn es mal wieder so heiß ist, so wie diesen Sommer, und ich ihn schon wieder anrufe. Und kann ich ihn von überall bitten, oder muss ich in die Südstadt? Bin ich ihm da näher und es funktioniert besser? Jede Menge Fragen, und ihr fragt euch vermutlich, wovon schwätzt der Ronald eigentlich? Schon wieder ne Frage. Ahhhhhhh……. Damit ihr mich besser versteht, sollte ich euch wahrscheinlich eine Legende über den hl. Severin erzählen. Wir schreiben das Jahr 397, es ist November, arschkalt, Sonntag. Und wie immer begibt sich Bischof Severin von seinem selbst gegründeten Kloster aus auf einen Sonntagsspaziergang. Nicht alleine, er ist beliebt und wird geachtet, so einer wird gerne begleitet. Kennt ihr vom Frühschoppen. Junge Praktikanten und Anhänger Severins begleiten ihn also auf seinem Weg, dieser führt ihn aufs Martinsfeld, das heutige Gebiet am Kartäuserhof. Auf einmal bleibt Severin stehen, lauscht, fragt die anderen, ob sie auch die singenden Stimmen vernommen haben. Haben sie nicht, das sagen ihm die ratlosen Blicke. So hört doch genauer hin, bittet er, aber nichts, er schaut nur in ratlos dreinblickende Gesichter. Severin jedoch hat himmlische Psalmen vernommen, so klar und deutlich, dass er völlig hin und weg ist. Dies erzählt er seinen Begleitern, aber niemand außer ihm hatte etwas gehört. Nun ist Severin aber nicht als Spinner verschrien und fest im Glauben, deshalb lässt er sich nicht beirren. Einzig, was hatte das zu bedeuten, fragte er sich. Einige Tage später, als die Nachricht vom Tode Bischof Martins Köln erreicht, ist Severin sich sicher. Er hat die Engelschöre gehört, die den heiligen Bischof Martin im fernen Tours in den Himmel begleitet haben. Einige Zeit später beschließt der noch rüstige Severin, sich seinen Traum zu erfüllen und in seine Heimatstadt Bordeaux zurückzukehren. Er verlässt also Köln und kehrt in seine Heimatstadt zurück, wo er schon bald verstirbt. Hier wird er nach seinem Tod um etwa 403 heiliggesprochen. Kurze Zeit später wird Bordeaux von Feinden eingekesselt und belagert. Und was unternehmen die Bürger? Sie legen die Reliquien des heiligen Severin auf die Mauer und siehe da, die Feinde fliehen. Absurd? Legende halt. Aber zurück nach Köln. Denn hier herrscht Not. Severin ist vor drei Jahren aus Köln weggegangen, und seitdem hat es hier in Köln kaum geregnet. Überall verdorrte Felder, das Vieh verdurstet, die Not ist groß und kein Regen in Sicht. Doch eines Nachts träumt ein Domvikar, es müsse mit Severin zusammenhängen. Deshalb solle man die Reliquien des heiligen Severin nach Köln holen. Ihr könnt euch vorstellen, wie begeistert man den Vorschlag in Bordeaux aufnahm. Doch da in Köln die Not so groß ist, und die Kölner Abgesandten nicht aufhören zu bitten und betteln, hat man endlich ein Einsehen und willigt ein. Die Kölner dürfen die Hälfte der Knochen mitnehmen. Nach zügiger Rückreise an den Rhein, der Geleitzug ist gerade auf Höhe von Melaten, passiert was? Riiichtiiig, es fängt an zu regnen. Dä. Heute liegen die Reliquien des heiligen Severin in einem Hochschrein hinter dem Altar von St. Severin. Mich aber zieht es an die Ecke Kartäuserhof, Ecke Kartäusergasse, denn hier in einer Häusernische steht ein Denkmal des heiligen Severin. Und hier sage ich ihn auf, den heilsbringenden Spruch: „Heiliger Severinus, der Du an diesem Orte die Seele des heiligen Bischofs Martinus von den Engeln in den Himmel hast tragen sehen, bitt für uns“. So lautet die Inschrift hier an diesem Denkmal. Besucht ihn doch mal, hier in der Südstadt. Euer Ronald Weitere Informationen auf www.koelschgaenger.net

Der Rheinauhafen. Seltsam, wie oft ich doch hier spaziere oder mit dem Rad vorbeikomme.

Viel ist da gewichen und hat Neuem Platz gemacht. Für die Kranhäuser zum Beispiel, viel fotografiert und in Szene gesetzt – aber ein Fan bin ich persönlich jetzt nicht. Für mich fühlen sie sich fremd an und verbauen die Sicht auf den Dom.

Die Halbinsel, auf der sie stehen, heißt übrigens „Werthchen“. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war hier tatsächlich eine kleine Insel, die eben seit Jahrhunderten „Werthchen“ genannt wurde. Sie ist der Ursprung des Hafens.

Hier lagen hier die Oberländer-Schiffe, die die Waren der Niederländer-Schiffe aufnahmen und umgekehrt. Die Niederländer-Schiffe waren fette, große Lastkähne, geeignet, viele Waren auf einmal aufnehmen zu können. Sie haben den Rhein bis an die Mündung bedient. Sie hatten aber kurz hinter Köln das Problem, dass sie zu groß waren, um den Fluss Richtung Süden zu befahren. Dies übernahmen in Köln als Umschlagsplatz eben die Oberländer-Schiffe, die kleiner waren und wesentlich weniger Tiefgang hatten. Ein Teil dieses Umladens geschah eben hier auf dieser Insel. Viel Arbeit für kräftige Männer, die mit dem ständigen Be- und Entladen ihr Auskommen hatten.

Erst mit der Industrialisierung, recht spät sogar, in den 1890’er Jahren, entstand der Rheinauhafen in seiner heutigen Form. Das Werthchen wurde aufgeschüttet und mit dem Festland verbunden. Mit dem Ruhrgebiet und seinem aufstrebenden Hafen in Duisburg wollte man mithalten, indem man die Häfen Kölns vergrößerte. Der Rheinauhafen wurde zu einem der modernsten Häfen Deutschlands mit einem 18 km Schienennetz. Diesen Wettbewerb wollte man unbedingt gewinnen. Gut, wie es ausgegangen ist, wissen wir. Duisburg ist die absolute Nummer eins der Binnenhäfen. Man muss auch gönnen können.

Mein Lieblingsgebäude, das Siebengebirge, offiziell „Danziger Lagerhaus“ tituliert, entstand kurz danach, 1909. Ein 177 Meter langes, sechsgeschossiges Lager für Stückgut und Korn. Es soll eines der ersten Stahlskelettbetonbauten – was ein Wort – gewesen sein, die je gebaut wurden. Das mag für Architekten bemerkenswert sein. Ich bin froh, dass es so fein verputzt und getüncht ist.

Vielleicht mag ich es, weil der Name so passend ist.

„Siebengebirge“ – jeder weiß sofort warum – es sieht wie ein Gebirge aus, mit seinen neun Giebeln. Neun? Das lässt sich ganz einfach von Deutz aus zählen. Neun Giebel hat es, drei hohe und sechs niedrige. Der Architekt hat getrickst. Auf der „richtigen“ Seite wurden zwei Giebel durch Türmchen ersetzt. Das habe ich aber erst spät verstanden. Das Problem ist, dass die westliche Seite ein wenig schwer einsehbar ist. Man kann nur sehr nah am Gebäude stehen, dass man kaum die Front überblickt oder man geht weiter weg, um festzustellen, dass die Sicht durch große Bäume verstellt ist. Man muss sich schon etwas Zeit nehmen.

1946, nach dem Krieg entschied der Rat, diesen Teil des Güterhafens aufzugeben und größere Becken in Niehl anzulegen. Das hat übrigens zur Folge, dass wir uns ständig mit Hamburg um Platz zwei unter den wichtigsten Binnenhäfen in Deutschland rangeln. Hättet Ihr das gedacht? Duisburg ist unumstritten Nummer eins und danach direkt wir und in manchen Jahren Hamburg? Ich nicht.

Unser Siebengebirge wurde aber gerettet. Ein Wohn- und Gewerbegebäude ist es seit 2006. Und das wiederum finde ich prima. Mit den Kranhäusern, meine ich, haben wir ein altes Stück Köln aufgegeben. Wofür überhaupt? Um mit dem Medienhafen in Düsseldorf zu konkurrieren? Ich weiß es nicht. Mit dem Siebengebirge aber, haben wir einem schönem Stück Köln einen neuen Sinn gegeben und können unseren Enkeln noch zeigen, wie das in Köln so war. Damals.

Michael

Der Rheinauhafe. Komisch, wie off ich doch hee e Gängelche maache ov mem Rädche lans kumme.

Vill es do fott un hät Plaatz för Neues gemaht. För de Kranhüüser för e Beispill, vill fotografeet un in Szen gesatz – ävver ene Fan bin ich selver jetz nit. För mich föhle se sich fremb aan und verbaue de Seech op unse Dom.

Die Halvinsel, op dä se stonn, heiß üvvrigens „Werthchen“. Bes en et 19. Johrhundert wor hee wirklich en klein Insel, die evvens zick Johrhunderte „Werthche“ genannt woodt. Se es der Grundstein vum Hafe.

Hee loge de Oberländer-Scheffe, die de Ware vun de Niederländer-Scheffe opnohme un ömgedriht. De Niederländer-Scheffe wore fette, große Lasskähn, die vill Ware op eimol opnemme kunnte. Noh Süde, koot hinger Kölle, kome se ävver en de Bräng weil se zo groß wore öm wiggerzefahre. Dat üvvernohme evvens de Oberländer-Scheffe, die kleiner wore un vill winniger Deefgang hatte. Ene Deil vun däm Ömlade passeete evvens hee op dä Insel. Vill Arbeid för kräftige Kääls, die mem laufende Be- un Entlode ehr Uskumme hatte.

Eescht met der Industrialisierung, rääch späd esugar, en der 1890’er Johre, woodt der Rheiauhafe en singer Form vun hügg gebaut. Et Werthche woodt opgeschodt un mem Festland verbunge. Mem Ruhrgebiet un singe neu Häfe wollte mer methalde, wie mer die Häfe vun Kölle größer gemaht hät. Der Rheinauhafe woodt zo einem vun de modernste Häfe vun Deutschland met singem 18 km Schinnenetz. Dä Wettbewerb wollte mer unbedingk gewenne. God, wie et usgegange es, wesse mer. Duisburg es de – dat weed keiner avstrigge – Nummer eins vun de Bennehäfe. Mer muss och gönne künne.

Minge Lieblingsbau, et Sibbegebirg, offiziell „Danziger Lagerhuus“ tituleet, entstundt koot donoh, 1909. E 177 Meter lang Lager met sechs Etage för Stöckgod un Koon. Et soll eine vun de eeschte Stahlskelettbetonbaute – wat e Wood – gewäs sin, die je gebaut woodte sin. Dat mag för Architekte gelunge sin. Ich ben fruh, dat et esu fing verputz un getünch es.

Villeich mag ich et, weil der Name su passend es. „Sibbegebirg“ – jeder weiß tirek woröm – et süht us wie e Gebirg, met singe nüng Givvele. Nüng? Dat löös sich ganz einfach vun der Schäl Sick us zälle. Nüng Givvele sin et, drei huhe un sechs niddrige. Der Architek hät getricks. Op der „räächte“ Sigg woodte zwei Givvele durch Türmcher ersatz. Dat han ich ävver eesch späd verstande. Dat Problem es, dat mer met Hänge un Würge de Front üvverbleck ov mer geiht e wigger fott, öm fasszestelle, dat de Seech durch huhe Bäum verstallt es. Mer muss sich ald jet Zigg nemme.

1946, nohm Kreeg, entscheed der Rod, dä Deil vum Göderhafe opzegevve un größere Becke en Niehl aanzeläge. Dat hät üvvrigens zur Folg, dat mer uns luuter met Hamburg öm der Patz zwei vun de wichtigste Bennehäfe en Deutschland rangele. Hätt ehr dat gedaach? Duisburg es unbestredde de Nummer eins und donoh tirek mir un en mänche Johr Hamburg? Ich nit.

Uns Sibbegebirg woodt ävver gerett. E Wonn- un Gewerbegebiet es et zick 2006. Un dat widderöm fing ich prima. Met de Kranhüüser, mein ich, han mer e aal Stöck Kölle opgegovve. Woför üvverhaup? Öm mem Medienhafe en Düsseldorf zo konkuriere? Ich weiß et nit. Mem Sibbegebirg ävver, han mer e schön Stöckelche Kölle ene neue Senn gegovve und künne unse Enkelcher noch zeige, wie et en Kölle esu wor. Dozomol.

Mechel

Weitere Informationen auf www.koelschgaenger.net

Ihr wisst nicht, wo das Siebengebirger liegt? Dann schaut mal schnell heimlich hier nach: https://findpenguins.com/koelschgaenger

Severin ein Regengott? Ist der hl. Severin eigentlich ein Regengott? Diese Frage stelle ich mir immer wieder. Immer, wenn es regnet ohne Ende und ich ihn bitte, ein Einsehen zu haben, oder wenn es mal wieder so heiß ist, so wie diesen Sommer, und ich ihn schon wieder anrufe. Und kann ich ihn von überall bitten, oder muss ich in die Südstadt? Bin ich ihm da näher und es funktioniert besser? Jede Menge Fragen, und ihr fragt euch vermutlich, wovon schwätzt der Ronald eigentlich? Schon wieder ne Frage. Ahhhhhhh……. Damit ihr mich besser versteht, sollte ich euch wahrscheinlich eine Legende über den hl. Severin erzählen. Wir schreiben das Jahr 397, es ist November, arschkalt, Sonntag. Und wie immer begibt sich Bischof Severin von seinem selbst gegründeten Kloster aus auf einen Sonntagsspaziergang. Nicht alleine, er ist beliebt und wird geachtet, so einer wird gerne begleitet. Kennt ihr vom Frühschoppen. Junge Praktikanten und Anhänger Severins begleiten ihn also auf seinem Weg, dieser führt ihn aufs Martinsfeld, das heutige Gebiet am Kartäuserhof. Auf einmal bleibt Severin stehen, lauscht, fragt die anderen, ob sie auch die singenden Stimmen vernommen haben. Haben sie nicht, das sagen ihm die ratlosen Blicke. So hört doch genauer hin, bittet er, aber nichts, er schaut nur in ratlos dreinblickende Gesichter. Severin jedoch hat himmlische Psalmen vernommen, so klar und deutlich, dass er völlig hin und weg ist. Dies erzählt er seinen Begleitern, aber niemand außer ihm hatte etwas gehört. Nun ist Severin aber nicht als Spinner verschrien und fest im Glauben, deshalb lässt er sich nicht beirren. Einzig, was hatte das zu bedeuten, fragte er sich. Einige Tage später, als die Nachricht vom Tode Bischof Martins Köln erreicht, ist Severin sich sicher. Er hat die Engelschöre gehört, die den heiligen Bischof Martin im fernen Tours in den Himmel begleitet haben. Einige Zeit später beschließt der noch rüstige Severin, sich seinen Traum zu erfüllen und in seine Heimatstadt Bordeaux zurückzukehren. Er verlässt also Köln und kehrt in seine Heimatstadt zurück, wo er schon bald verstirbt. Hier wird er nach seinem Tod um etwa 403 heiliggesprochen. Kurze Zeit später wird Bordeaux von Feinden eingekesselt und belagert. Und was unternehmen die Bürger? Sie legen die Reliquien des heiligen Severin auf die Mauer und siehe da, die Feinde fliehen. Absurd? Legende halt. Aber zurück nach Köln. Denn hier herrscht Not. Severin ist vor drei Jahren aus Köln weggegangen, und seitdem hat es hier in Köln kaum geregnet. Überall verdorrte Felder, das Vieh verdurstet, die Not ist groß und kein Regen in Sicht. Doch eines Nachts träumt ein Domvikar, es müsse mit Severin zusammenhängen. Deshalb solle man die Reliquien des heiligen Severin nach Köln holen. Ihr könnt euch vorstellen, wie begeistert man den Vorschlag in Bordeaux aufnahm. Doch da in Köln die Not so groß ist, und die Kölner Abgesandten nicht aufhören zu bitten und betteln, hat man endlich ein Einsehen und willigt ein. Die Kölner dürfen die Hälfte der Knochen mitnehmen. Nach zügiger Rückreise an den Rhein, der Geleitzug ist gerade auf Höhe von Melaten, passiert was? Riiichtiiig, es fängt an zu regnen. Dä. Heute liegen die Reliquien des heiligen Severin in einem Hochschrein hinter dem Altar von St. Severin. Mich aber zieht es an die Ecke Kartäuserhof, Ecke Kartäusergasse, denn hier in einer Häusernische steht ein Denkmal des heiligen Severin. Und hier sage ich ihn auf, den heilsbringenden Spruch: „Heiliger Severinus, der Du an diesem Orte die Seele des heiligen Bischofs Martinus von den Engeln in den Himmel hast tragen sehen, bitt für uns“. So lautet die Inschrift hier an diesem Denkmal. Besucht ihn doch mal, hier in der Südstadt. Euer Ronald Weitere Informationen auf www.koelschgaenger.net

Wie die Jungfrau zu dem Kinde

So kam auch Köln zu den vielen Sagen und Legenden.

Aber wo wir gerade bei Jungfrau sind…bleiben wir doch gleich dabei. Und weil eine allein langweilig ist, nehmen wir gleich derer elf, nämlich die heilige Ursula und ihre Gefährtinnen.

Das Grab der Märtyrerinnen soll sich unter der romanischen Basilika St. Ursula befinden, ihnen zu Ehren ist diese seinerzeit erbaut worden.

Im 5. Jahrhundert in England…König Deonetus, inzwischen Christ geworden, und seiner Frau wurde nach langem Warten eine Tochter geschenkt. Ursula. Dieses Kind wurde im christlichen Glauben erzogen. Immer wieder ließ sie sich die Geschichten von Jesus Christus erzählen, und als sie zur jungen Frau herangewachsen war, las sie die Geschichten selbst in der Bibel. Sie war vom Leben und Wirken Christi derart ergriffen, dass sie erklärte, nur diesem einen König des Himmels gehören zu wollen, und ebenso Gutes zu tun.

Man sagt, sie sei von außerordentlicher Schönheit gewesen, doch jeder Prinz aus nah oder fern, der an den Hof kam und um ihre Hand anhalten wollte, musste unverrichteter Dinge und ohne Ursula wieder von dannen ziehen.

Nun gab es im nordischen Hochland einen äußerst kampfwütigen König, dessen Sohn Ätherius das wilde und kriegerische Leben allerdings verabscheute. Er war eher sanfter Natur. Auch er hörte von der schönen Prinzessin und wollte um sie werben, also begab er sich auf die Reise durchs Land zu ihr. Als er sie gefunden hatte, erkannte Ursula ihn wieder, denn sie hatte ihn seit langer Zeit im Herzen, obwohl sie ihn nie zuvor gesehen hatte (ja, so sind Legenden).

Aber auch ihn schickte sie fort, mit der Erklärung, sich Jesus Christus versprochen zu haben.

Wieder im Norden angekommen, sah Ätherius‘ Vater das Leid seines Sohnes und fragte, was geschehen war. Ätherius berichtete ihm von der schönen Ursula, in die er sich so sehr verliebt hatte, die sich aber dem König der Christen versprochen hatte. Der Vater, selbst Heide und dem Christentum alles andere als zugetan, versprach seinem Sohn die Heirat mit der schönen Prinzessin. Er schickte einige Abgesandte auf die Reise zum englischen Hof, um bei König Deonetus um die Hand seiner Tochter Ursula anzuhalten, gleichzeitig aber mit der Drohung, sollte er nicht einwilligen, würde es Krieg geben und Ursula mit Gewalt geholt. Die Tochter gab zunächst den flehenden Bitten des Vaters, angesichts des drohenden Krieges, nicht nach, entschied sich aber nach einem Traum in der folgenden Nacht dann doch dazu, Ätherius zu ehelichen. Allerdings stellte sie drei Bedingungen…

Sie wolle mit 10 weiteren Jungfrauen, die allesamt aus vornehmen Häusern stammen sollten, eine Pilgerreise nach Rom unternehmen, die 3 Jahre dauern würde und Ätherius solle auf sie warten. Des Weiteren würden elf Schiffe ausgerüstet werden müssen und Bedingung Nummer drei war, dass ihr zukünftiger Gemahl den christlichen Glauben annehmen solle.

Nachdem in alle Bedingungen eingewilligt worden war und die Vorbereitungen einige Monate später abgeschlossen waren, begann die Pilgerreise mit elf Schiffen, von denen jedes einzelne von einer Jungfrau geführt wurde. In Basel schließlich wurden die Schiffe vertäut und der Weg nach Rom zu Fuß fortgesetzt. Dort angekommen, erhielten die Gefährtinnen den Segen vom Papst.

Ausgeruht und gestärkt, begannen sie den anstrengenden Rückweg über die Alpen bis nach Basel, wo sie die Reise dann mit den dort wartenden Schiffen fortsetzen konnten.

Ätherius, dessen Vater kurz zuvor verstorben war, hatte sich indes auf den Weg zu seiner Liebsten gemacht, ohne die Wartezeit von 3 Jahren abgewartet zu haben. Nachdem er Ursula versprechen musste, vollends zu ihr zu gehören, setzten sie die Fahrt gemeinsam fort in Richtung Köln, wo sie auf dem Hinweg nur kurz Rast gemacht hatten. Attila, König der Hunnen aber war inzwischen in die Stadt eingefallen und sorgte dort für Tod und Verwüstung. Am Ufer stehende Menschen warnten laut rufend davor, in Köln anzulegen, doch die Jungfrauen taten genau das. Ursula hatte zuvor in einem Traum den himmlischen Auftrag erhalten, dies zu tun und ihre Gefährtinnen folgten ihr…

Eine nach der anderen wurde getötet. Von Pfeilen durchbohrt endete ihr Leben. Auch Ätherius wurde getroffen und starb.

Als Attila Ursula erblickte, hielt er inne. Sie, so sagte er, wolle er verschonen und zur Frau nehmen. Als sie sich ihm verweigerte, kannte er keine Gnade und tötete auch sie.

Des Nachts im Traum erschien sie ihm. Sie und tausende bewaffnete Jungfrauen. Um genau zu sein…elftausend.

Von Angst gepeinigt, verschwanden Attila und seine Männer noch in derselben Nacht aus Köln. Die Stadt war gerettet.

Ob die Zahl elftausend nun tatsächlich Attilas Traum von elftausend Jungfrauen oder doch eher dem viel späteren Verkauf von „Knöchelchen“ geschuldet ist…wer weiß das schon. Wir werden es nie erfahren. In diesem Sinne…träumt schön kommende Nacht…

Bis bald, eure Ramona

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Wie die Jungfrau zu dem Kinde

So kam auch Köln zu den vielen Sagen und Legenden.

Aber wo wir gerade bei Jungfrau sind…bleiben wir doch gleich dabei. Und weil eine allein langweilig ist, nehmen wir gleich derer elf, nämlich die heilige Ursula und ihre Gefährtinnen.

Das Grab der Märtyrerinnen soll sich unter der romanischen Basilika St. Ursula befinden, ihnen zu Ehren ist diese seinerzeit erbaut worden.

Im 5. Jahrhundert in England…König Deonetus, inzwischen Christ geworden, und seiner Frau wurde nach langem Warten eine Tochter geschenkt. Ursula. Dieses Kind wurde im christlichen Glauben erzogen. Immer wieder ließ sie sich die Geschichten von Jesus Christus erzählen, und als sie zur jungen Frau herangewachsen war, las sie die Geschichten selbst in der Bibel. Sie war vom Leben und Wirken Christi derart ergriffen, dass sie erklärte, nur diesem einen König des Himmels gehören zu wollen, und ebenso Gutes zu tun.

Man sagt, sie sei von außerordentlicher Schönheit gewesen, doch jeder Prinz aus nah oder fern, der an den Hof kam und um ihre Hand anhalten wollte, musste unverrichteter Dinge und ohne Ursula wieder von dannen ziehen.

Nun gab es im nordischen Hochland einen äußerst kampfwütigen König, dessen Sohn Ätherius das wilde und kriegerische Leben allerdings verabscheute. Er war eher sanfter Natur. Auch er hörte von der schönen Prinzessin und wollte um sie werben, also begab er sich auf die Reise durchs Land zu ihr. Als er sie gefunden hatte, erkannte Ursula ihn wieder, denn sie hatte ihn seit langer Zeit im Herzen, obwohl sie ihn nie zuvor gesehen hatte (ja, so sind Legenden).

Aber auch ihn schickte sie fort, mit der Erklärung, sich Jesus Christus versprochen zu haben.

Wieder im Norden angekommen, sah Ätherius‘ Vater das Leid seines Sohnes und fragte, was geschehen war. Ätherius berichtete ihm von der schönen Ursula, in die er sich so sehr verliebt hatte, die sich aber dem König der Christen versprochen hatte. Der Vater, selbst Heide und dem Christentum alles andere als zugetan, versprach seinem Sohn die Heirat mit der schönen Prinzessin. Er schickte einige Abgesandte auf die Reise zum englischen Hof, um bei König Deonetus um die Hand seiner Tochter Ursula anzuhalten, gleichzeitig aber mit der Drohung, sollte er nicht einwilligen, würde es Krieg geben und Ursula mit Gewalt geholt. Die Tochter gab zunächst den flehenden Bitten des Vaters, angesichts des drohenden Krieges, nicht nach, entschied sich aber nach einem Traum in der folgenden Nacht dann doch dazu, Ätherius zu ehelichen. Allerdings stellte sie drei Bedingungen…

Sie wolle mit 10 weiteren Jungfrauen, die allesamt aus vornehmen Häusern stammen sollten, eine Pilgerreise nach Rom unternehmen, die 3 Jahre dauern würde und Ätherius solle auf sie warten. Des Weiteren würden elf Schiffe ausgerüstet werden müssen und Bedingung Nummer drei war, dass ihr zukünftiger Gemahl den christlichen Glauben annehmen solle.

Nachdem in alle Bedingungen eingewilligt worden war und die Vorbereitungen einige Monate später abgeschlossen waren, begann die Pilgerreise mit elf Schiffen, von denen jedes einzelne von einer Jungfrau geführt wurde. In Basel schließlich wurden die Schiffe vertäut und der Weg nach Rom zu Fuß fortgesetzt. Dort angekommen, erhielten die Gefährtinnen den Segen vom Papst.

Ausgeruht und gestärkt, begannen sie den anstrengenden Rückweg über die Alpen bis nach Basel, wo sie die Reise dann mit den dort wartenden Schiffen fortsetzen konnten.

Ätherius, dessen Vater kurz zuvor verstorben war, hatte sich indes auf den Weg zu seiner Liebsten gemacht, ohne die Wartezeit von 3 Jahren abgewartet zu haben. Nachdem er Ursula versprechen musste, vollends zu ihr zu gehören, setzten sie die Fahrt gemeinsam fort in Richtung Köln, wo sie auf dem Hinweg nur kurz Rast gemacht hatten. Attila, König der Hunnen aber war inzwischen in die Stadt eingefallen und sorgte dort für Tod und Verwüstung. Am Ufer stehende Menschen warnten laut rufend davor, in Köln anzulegen, doch die Jungfrauen taten genau das. Ursula hatte zuvor in einem Traum den himmlischen Auftrag erhalten, dies zu tun und ihre Gefährtinnen folgten ihr…

Eine nach der anderen wurde getötet. Von Pfeilen durchbohrt endete ihr Leben. Auch Ätherius wurde getroffen und starb.

Als Attila Ursula erblickte, hielt er inne. Sie, so sagte er, wolle er verschonen und zur Frau nehmen. Als sie sich ihm verweigerte, kannte er keine Gnade und tötete auch sie.

Des Nachts im Traum erschien sie ihm. Sie und tausende bewaffnete Jungfrauen. Um genau zu sein…elftausend.

Von Angst gepeinigt, verschwanden Attila und seine Männer noch in derselben Nacht aus Köln. Die Stadt war gerettet.

Ob die Zahl elftausend nun tatsächlich Attilas Traum von elftausend Jungfrauen oder doch eher dem viel späteren Verkauf von „Knöchelchen“ geschuldet ist…wer weiß das schon. Wir werden es nie erfahren. In diesem Sinne…träumt schön kommende Nacht…

Bis bald, eure Ramona

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Wie die Jungfrau zu dem Kinde

So kam auch Köln zu den vielen Sagen und Legenden.

Aber wo wir gerade bei Jungfrau sind…bleiben wir doch gleich dabei. Und weil eine allein langweilig ist, nehmen wir gleich derer elf, nämlich die heilige Ursula und ihre Gefährtinnen.

Das Grab der Märtyrerinnen soll sich unter der romanischen Basilika St. Ursula befinden, ihnen zu Ehren ist diese seinerzeit erbaut worden.

Im 5. Jahrhundert in England…König Deonetus, inzwischen Christ geworden, und seiner Frau wurde nach langem Warten eine Tochter geschenkt. Ursula. Dieses Kind wurde im christlichen Glauben erzogen. Immer wieder ließ sie sich die Geschichten von Jesus Christus erzählen, und als sie zur jungen Frau herangewachsen war, las sie die Geschichten selbst in der Bibel. Sie war vom Leben und Wirken Christi derart ergriffen, dass sie erklärte, nur diesem einen König des Himmels gehören zu wollen, und ebenso Gutes zu tun.

Man sagt, sie sei von außerordentlicher Schönheit gewesen, doch jeder Prinz aus nah oder fern, der an den Hof kam und um ihre Hand anhalten wollte, musste unverrichteter Dinge und ohne Ursula wieder von dannen ziehen.

Nun gab es im nordischen Hochland einen äußerst kampfwütigen König, dessen Sohn Ätherius das wilde und kriegerische Leben allerdings verabscheute. Er war eher sanfter Natur. Auch er hörte von der schönen Prinzessin und wollte um sie werben, also begab er sich auf die Reise durchs Land zu ihr. Als er sie gefunden hatte, erkannte Ursula ihn wieder, denn sie hatte ihn seit langer Zeit im Herzen, obwohl sie ihn nie zuvor gesehen hatte (ja, so sind Legenden).

Aber auch ihn schickte sie fort, mit der Erklärung, sich Jesus Christus versprochen zu haben.

Wieder im Norden angekommen, sah Ätherius‘ Vater das Leid seines Sohnes und fragte, was geschehen war. Ätherius berichtete ihm von der schönen Ursula, in die er sich so sehr verliebt hatte, die sich aber dem König der Christen versprochen hatte. Der Vater, selbst Heide und dem Christentum alles andere als zugetan, versprach seinem Sohn die Heirat mit der schönen Prinzessin. Er schickte einige Abgesandte auf die Reise zum englischen Hof, um bei König Deonetus um die Hand seiner Tochter Ursula anzuhalten, gleichzeitig aber mit der Drohung, sollte er nicht einwilligen, würde es Krieg geben und Ursula mit Gewalt geholt. Die Tochter gab zunächst den flehenden Bitten des Vaters, angesichts des drohenden Krieges, nicht nach, entschied sich aber nach einem Traum in der folgenden Nacht dann doch dazu, Ätherius zu ehelichen. Allerdings stellte sie drei Bedingungen…

Sie wolle mit 10 weiteren Jungfrauen, die allesamt aus vornehmen Häusern stammen sollten, eine Pilgerreise nach Rom unternehmen, die 3 Jahre dauern würde und Ätherius solle auf sie warten. Des Weiteren würden elf Schiffe ausgerüstet werden müssen und Bedingung Nummer drei war, dass ihr zukünftiger Gemahl den christlichen Glauben annehmen solle.

Nachdem in alle Bedingungen eingewilligt worden war und die Vorbereitungen einige Monate später abgeschlossen waren, begann die Pilgerreise mit elf Schiffen, von denen jedes einzelne von einer Jungfrau geführt wurde. In Basel schließlich wurden die Schiffe vertäut und der Weg nach Rom zu Fuß fortgesetzt. Dort angekommen, erhielten die Gefährtinnen den Segen vom Papst.

Ausgeruht und gestärkt, begannen sie den anstrengenden Rückweg über die Alpen bis nach Basel, wo sie die Reise dann mit den dort wartenden Schiffen fortsetzen konnten.

Ätherius, dessen Vater kurz zuvor verstorben war, hatte sich indes auf den Weg zu seiner Liebsten gemacht, ohne die Wartezeit von 3 Jahren abgewartet zu haben. Nachdem er Ursula versprechen musste, vollends zu ihr zu gehören, setzten sie die Fahrt gemeinsam fort in Richtung Köln, wo sie auf dem Hinweg nur kurz Rast gemacht hatten. Attila, König der Hunnen aber war inzwischen in die Stadt eingefallen und sorgte dort für Tod und Verwüstung. Am Ufer stehende Menschen warnten laut rufend davor, in Köln anzulegen, doch die Jungfrauen taten genau das. Ursula hatte zuvor in einem Traum den himmlischen Auftrag erhalten, dies zu tun und ihre Gefährtinnen folgten ihr…

Eine nach der anderen wurde getötet. Von Pfeilen durchbohrt endete ihr Leben. Auch Ätherius wurde getroffen und starb.

Als Attila Ursula erblickte, hielt er inne. Sie, so sagte er, wolle er verschonen und zur Frau nehmen. Als sie sich ihm verweigerte, kannte er keine Gnade und tötete auch sie.

Des Nachts im Traum erschien sie ihm. Sie und tausende bewaffnete Jungfrauen. Um genau zu sein…elftausend.

Von Angst gepeinigt, verschwanden Attila und seine Männer noch in derselben Nacht aus Köln. Die Stadt war gerettet.

Ob die Zahl elftausend nun tatsächlich Attilas Traum von elftausend Jungfrauen oder doch eher dem viel späteren Verkauf von „Knöchelchen“ geschuldet ist…wer weiß das schon. Wir werden es nie erfahren. In diesem Sinne…träumt schön kommende Nacht…

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Heute möchte ich Euch von einem recht unbekannten Kölner erzählen, der aber mit einer kleinen Tat etwas Wichtiges für uns heute hier getan hat.

Ich habe letzte Woche ja geschrieben, dass die Stadt Probleme hatte, um den Rathenauplatz Grundstücke zu erwerben. Der Grund war, dass die Besitzer merkten, dass die Grundstücke, die in einem sumpfigen Gebiet vor der Stadtmauer lagen, durch die Schleifung der Mauer im Wert steigen würden. Von diesem Kuchen wollten sie ein Stück abhaben und trieben die Preise in die Höhe. Damit war es um den Volksgarten, der am Rathenauplatz geplant war, geschehen.

Einen Volksgarten haben wir aber ja nun in der Stadt. Etwas weiter südlich direkt vor der „Neustadt Süd“ liegt er.

Einen großen Anteil daran hat Wilhelm Kaesen. Wilhelm Kaesen ist 1816 in Köln geboren und verdient sein Geld als Kaufmann. Aus heutiger Sicht kann man ihn wohl als „Juniorpartner“ von keinem Geringeren als Johann Heinrich Richartz bezeichnen. Johann Heinrich Richartz hat ja so viel Erfolg mit seinem Handel von Leder und Wildhäuten, dass er uns eher als Kunstmäzen bekannt ist. Immerhin kann er damit das wohlbekannte Wallraf-Richartz-Museum finanzieren.

Nun kann ich schlecht über das Motiv von Herrn Richartz philosophieren. Ich meine aber, dass etwas Selbstlosigkeit dazu gehört, wenn man sein Vermögen für die Kunst hergibt.

Wilhelm Kaesen muss die Art seines Senior-Partners beeindruckt haben. Neben seiner Tätigkeit als Kaufmann, ist Wilhelm Kaesen Mitglied des Rates der Stadt Köln. In dieser Funktion setzt er sich stets für den Abriss der mittelalterlichen Mauer ein, weil Köln Platz braucht. Vor den Toren der südlichen Stadt liegt das Fort IV des inneren Festungsringes, „Erbherzog Paul von Mecklenburg“. Dieses Fort, als eines der ersten im Jahr 1825 von den Preußen fertiggestellt, ist schon vor dem Abriss der Mauer militärisch nutzlos, weil in den 1870’er bis 1880’er Jahren vorgezogene Forts und ein großer Schutzwall gebaut wurden – der äußere Festungsring. Das Areal um das Fort ist längst an viele kleine Landbesitzer verkauft – auch recht nutzlos. Das weiß er. Ab 1886 kauft er daher mehr als 60 kleine Landparzellen den Eigentümern ab, ohne großes Aufsehen darum zu machen. Das kostet ihn 582.000 Mark.

Diese zehn Hektar, die zusammenhängen, sind jetzt natürlich viel mehr wert. Und was macht Wilhelm Kaesen? Er ist ein kölscher Junge, er strebt hier nicht nach dem großen Gewinn. Er überlässt das Grundstück der Stadt Köln, zu dem Preis, den er selbst bezahlt hat. Er macht aber zur Auflage, dass sie um das Fort einen „Garten für jedermann“ anlegen soll.

Die Stadt hält sich daran, fügt sogar noch 5 Hektar bei und legt zwischen 1887 und 1890 den Volksgarten an. Und dieser ist bis heute ein wichtiges Stück Kölner Naherholung. Ein kleiner See, der mit Kähnen befahren werden kann, eine Wasserfontäne, die, wenn sie mal läuft, es auf stattliche 28 Meter Höhe schafft, ein Biergarten, ein kleiner Wasserfall und Steingarten und ein kleines Theater in der ehemaligen Orangerie, die für die kälteempfindlichen Pflanzen im Volksgarten gedacht war, findet man hier neben alten Bäumen, die herrlich anzusehen sind und großen Wiesen zum Sonnen und Picknicken. Ach! Und nach dem Zweiten Weltkrieg haben uns die Schweden das „Haus Gotland“ spendiert, damit hier auch ein Kindergarten stehen kann. – Tack så mycktet, kära Sverige.

Wir alle haben etwas von ihm – alle, bis auf einen. Wilhelm Kaesen stirbt 1877 und erlebt die Fertigstellung 1890 nicht mehr. Doch, einen Nutzen hat er davon. Er wollte etwas bleibendes für Köln schaffen, vielleicht, damit wir ab und an über ihn reden. Das ist ihm gelungen.

Michael

Hügg mööch ich Üch vun enem Kölsche verzälle, dä nit vill Lück kenne, dä ävver met ener kleine Tat, jet Wichtiges för uns hügg hee gedon hät.

Ich han letzte Woch jo geschrevve, dat de Stadt en Brasel kom, wie se öm der Rathenauplatz Grundstöck kaufe wollt. Der Grund wor, dat de Besetzer merkte, dat die Grundstöck, die en enem sumfige Gebeet vür der Stadtmuur loge, durch et Schleife vun der Muur em Wäät steige däte. Vun däm Koche wollte se e Stöckelche avkrige un drevve de Priese en de Hüh. Domet wor et öm der Volksgaade, dä am Rathenauplatz geplant wor, passeet.

Ene Volksgaade han mer ävver jo no en der Stadt. Jet wigger südlich tirek vür der „Neustadt Süd“ litt hä.

Ene große Aandeil dodran hät der Wellem Kaesen. Der Wellem Kaesen es 1816 en Kölle gebore un verdeent sing Moppe als Kaufmann. Hüggzedags dät mer en wall als „Juniorpartner“ vun keinem Geringer wie dem Jan Drickes Richartz bezeichne. Der Jan Drickes Richartz hät jo esu vill Erfolg met singem Handel met Ledder un Weldhügg, dat mer en ihter als Kunsmäzen kenne. Immerhin kann hä domet et Wallraf-Richartz-Museum finanzeere, dat mer hügg noch kenne.

No kann ich schlääch üvver et Motiv vum Herr Richartz philosophiere. Ich meine ävver, dat mer jet selvsloss sin muss, öm si Vermöge för de Kuns herzegevve.

Der Wellem Kaesen muss die Aat vun singem Senior-Partner beendrock han. Nevven singem Berof als Kaufmann, es der Wellem Kaesen Metgleed em Rod vun der Stadt Kölle. En dä Funktion es hä luuter för der Avress vun der Muur usem Meddelalder, weil Kölle Platz bruch. Vür de Pooze vun der südliche Stadt litt et Fort IV vum innere Festungsgöödel, „Erbherzog Paul von Mecklenburg“. Dat Fort, als eins vun de eeschte em Johr 1825 vun de Preuße fäädiggestallt, es ald vürm Avress vun der Muur militärisch unnötz, weil en de 1870’er un 1880’er Johre vürgetrocke Forts un ene große Schotzwall gebaut woodte – der üssere Festungsring. Et Gebiet öm dat Fort es längs an vill kleine Landbesetzer verkauf – och rääch unnötz. Dat weiß hä. Av 1886 käuf hä doher die mih wie 60 kleine Landparzelle de Eigedümer av, ohne groß Opsinn dröm ze maache. Dat koss in 582.000 Reichsmark.

Die zehn Hektar, die zesammehänge, sin jetz natürlich vill mih wäät. Un wat mäht der Wellem Kaesen? Hä es ene kölsche Jung, hä well hee keine Raibach maache. Hä üvverlööt dat Grundstöck der Stadt Kölle, för der Pries, dä hä selvs berapp hät. Hä mäht ävver zur Oplag, dat se öm et Fort ene „Gaade för jeder“ aanläge soll.

De Stadt häld sich draan, deit noch fünf Hektar dobei un läg zwesche 1887 un 1890 der Volksgaade aan. Und dä es bes hügg e wichtig Stöck kölsche Noherholung. Ene kleine Sie, dä met Naache befahre wääde kann, en Wasserfontän, die, wann se ens läuf, et op staatse 28 Meter Hühde brängk, ene Biergaade, ene kleine Wasserfall un Steingaade un e klei Theater en der fröhere Orangerie, die för de Flanze em Gaade gedaach wor, die Käld nit god avkünne, fingk mer hee nevve aal Bäum, die herrlich aanzesinn sin un große Wiese för et Sonne un Picknicke. Ach! Un nohm Zweite Weltkreeg han uns de Schwede et „Haus Gotland“ spendeet, domet hee och ene Kindergaade stonn kann. – Tack så mycktet, kära Sverige.

Mir all han jet vun im – all, bes op einer. Der Wellem Kaesen stirv 1877 un erläv nit, wie der Gaade em Johr 1890 fäädig weed. Doch, eine Notze hät hä dovun. Hä wolllt jet en Kölle schaffe, dat bliev, villleich, domet mer av un an üvver in schwaade. Dat es im gelunge.

Mechel

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