Beiträge

Der Rheinauhafen. Seltsam, wie oft ich doch hier spaziere oder mit dem Rad vorbeikomme.

Viel ist da gewichen und hat Neuem Platz gemacht. Für die Kranhäuser zum Beispiel, viel fotografiert und in Szene gesetzt – aber ein Fan bin ich persönlich jetzt nicht. Für mich fühlen sie sich fremd an und verbauen die Sicht auf den Dom.

Die Halbinsel, auf der sie stehen, heißt übrigens „Werthchen“. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war hier tatsächlich eine kleine Insel, die eben seit Jahrhunderten „Werthchen“ genannt wurde. Sie ist der Ursprung des Hafens.

Hier lagen hier die Oberländer-Schiffe, die die Waren der Niederländer-Schiffe aufnahmen und umgekehrt. Die Niederländer-Schiffe waren fette, große Lastkähne, geeignet, viele Waren auf einmal aufnehmen zu können. Sie haben den Rhein bis an die Mündung bedient. Sie hatten aber kurz hinter Köln das Problem, dass sie zu groß waren, um den Fluss Richtung Süden zu befahren. Dies übernahmen in Köln als Umschlagsplatz eben die Oberländer-Schiffe, die kleiner waren und wesentlich weniger Tiefgang hatten. Ein Teil dieses Umladens geschah eben hier auf dieser Insel. Viel Arbeit für kräftige Männer, die mit dem ständigen Be- und Entladen ihr Auskommen hatten.

Erst mit der Industrialisierung, recht spät sogar, in den 1890’er Jahren, entstand der Rheinauhafen in seiner heutigen Form. Das Werthchen wurde aufgeschüttet und mit dem Festland verbunden. Mit dem Ruhrgebiet und seinem aufstrebenden Hafen in Duisburg wollte man mithalten, indem man die Häfen Kölns vergrößerte. Der Rheinauhafen wurde zu einem der modernsten Häfen Deutschlands mit einem 18 km Schienennetz. Diesen Wettbewerb wollte man unbedingt gewinnen. Gut, wie es ausgegangen ist, wissen wir. Duisburg ist die absolute Nummer eins der Binnenhäfen. Man muss auch gönnen können.

Mein Lieblingsgebäude, das Siebengebirge, offiziell „Danziger Lagerhaus“ tituliert, entstand kurz danach, 1909. Ein 177 Meter langes, sechsgeschossiges Lager für Stückgut und Korn. Es soll eines der ersten Stahlskelettbetonbauten – was ein Wort – gewesen sein, die je gebaut wurden. Das mag für Architekten bemerkenswert sein. Ich bin froh, dass es so fein verputzt und getüncht ist.

Vielleicht mag ich es, weil der Name so passend ist.

„Siebengebirge“ – jeder weiß sofort warum – es sieht wie ein Gebirge aus, mit seinen neun Giebeln. Neun? Das lässt sich ganz einfach von Deutz aus zählen. Neun Giebel hat es, drei hohe und sechs niedrige. Der Architekt hat getrickst. Auf der „richtigen“ Seite wurden zwei Giebel durch Türmchen ersetzt. Das habe ich aber erst spät verstanden. Das Problem ist, dass die westliche Seite ein wenig schwer einsehbar ist. Man kann nur sehr nah am Gebäude stehen, dass man kaum die Front überblickt oder man geht weiter weg, um festzustellen, dass die Sicht durch große Bäume verstellt ist. Man muss sich schon etwas Zeit nehmen.

1946, nach dem Krieg entschied der Rat, diesen Teil des Güterhafens aufzugeben und größere Becken in Niehl anzulegen. Das hat übrigens zur Folge, dass wir uns ständig mit Hamburg um Platz zwei unter den wichtigsten Binnenhäfen in Deutschland rangeln. Hättet Ihr das gedacht? Duisburg ist unumstritten Nummer eins und danach direkt wir und in manchen Jahren Hamburg? Ich nicht.

Unser Siebengebirge wurde aber gerettet. Ein Wohn- und Gewerbegebäude ist es seit 2006. Und das wiederum finde ich prima. Mit den Kranhäusern, meine ich, haben wir ein altes Stück Köln aufgegeben. Wofür überhaupt? Um mit dem Medienhafen in Düsseldorf zu konkurrieren? Ich weiß es nicht. Mit dem Siebengebirge aber, haben wir einem schönem Stück Köln einen neuen Sinn gegeben und können unseren Enkeln noch zeigen, wie das in Köln so war. Damals.

Michael

Der Rheinauhafe. Komisch, wie off ich doch hee e Gängelche maache ov mem Rädche lans kumme.

Vill es do fott un hät Plaatz för Neues gemaht. För de Kranhüüser för e Beispill, vill fotografeet un in Szen gesatz – ävver ene Fan bin ich selver jetz nit. För mich föhle se sich fremb aan und verbaue de Seech op unse Dom.

Die Halvinsel, op dä se stonn, heiß üvvrigens „Werthchen“. Bes en et 19. Johrhundert wor hee wirklich en klein Insel, die evvens zick Johrhunderte „Werthche“ genannt woodt. Se es der Grundstein vum Hafe.

Hee loge de Oberländer-Scheffe, die de Ware vun de Niederländer-Scheffe opnohme un ömgedriht. De Niederländer-Scheffe wore fette, große Lasskähn, die vill Ware op eimol opnemme kunnte. Noh Süde, koot hinger Kölle, kome se ävver en de Bräng weil se zo groß wore öm wiggerzefahre. Dat üvvernohme evvens de Oberländer-Scheffe, die kleiner wore un vill winniger Deefgang hatte. Ene Deil vun däm Ömlade passeete evvens hee op dä Insel. Vill Arbeid för kräftige Kääls, die mem laufende Be- un Entlode ehr Uskumme hatte.

Eescht met der Industrialisierung, rääch späd esugar, en der 1890’er Johre, woodt der Rheiauhafe en singer Form vun hügg gebaut. Et Werthche woodt opgeschodt un mem Festland verbunge. Mem Ruhrgebiet un singe neu Häfe wollte mer methalde, wie mer die Häfe vun Kölle größer gemaht hät. Der Rheinauhafe woodt zo einem vun de modernste Häfe vun Deutschland met singem 18 km Schinnenetz. Dä Wettbewerb wollte mer unbedingk gewenne. God, wie et usgegange es, wesse mer. Duisburg es de – dat weed keiner avstrigge – Nummer eins vun de Bennehäfe. Mer muss och gönne künne.

Minge Lieblingsbau, et Sibbegebirg, offiziell „Danziger Lagerhuus“ tituleet, entstundt koot donoh, 1909. E 177 Meter lang Lager met sechs Etage för Stöckgod un Koon. Et soll eine vun de eeschte Stahlskelettbetonbaute – wat e Wood – gewäs sin, die je gebaut woodte sin. Dat mag för Architekte gelunge sin. Ich ben fruh, dat et esu fing verputz un getünch es.

Villeich mag ich et, weil der Name su passend es. „Sibbegebirg“ – jeder weiß tirek woröm – et süht us wie e Gebirg, met singe nüng Givvele. Nüng? Dat löös sich ganz einfach vun der Schäl Sick us zälle. Nüng Givvele sin et, drei huhe un sechs niddrige. Der Architek hät getricks. Op der „räächte“ Sigg woodte zwei Givvele durch Türmcher ersatz. Dat han ich ävver eesch späd verstande. Dat Problem es, dat mer met Hänge un Würge de Front üvverbleck ov mer geiht e wigger fott, öm fasszestelle, dat de Seech durch huhe Bäum verstallt es. Mer muss sich ald jet Zigg nemme.

1946, nohm Kreeg, entscheed der Rod, dä Deil vum Göderhafe opzegevve un größere Becke en Niehl aanzeläge. Dat hät üvvrigens zur Folg, dat mer uns luuter met Hamburg öm der Patz zwei vun de wichtigste Bennehäfe en Deutschland rangele. Hätt ehr dat gedaach? Duisburg es unbestredde de Nummer eins und donoh tirek mir un en mänche Johr Hamburg? Ich nit.

Uns Sibbegebirg woodt ävver gerett. E Wonn- un Gewerbegebiet es et zick 2006. Un dat widderöm fing ich prima. Met de Kranhüüser, mein ich, han mer e aal Stöck Kölle opgegovve. Woför üvverhaup? Öm mem Medienhafe en Düsseldorf zo konkuriere? Ich weiß et nit. Mem Sibbegebirg ävver, han mer e schön Stöckelche Kölle ene neue Senn gegovve und künne unse Enkelcher noch zeige, wie et en Kölle esu wor. Dozomol.

Mechel

Weitere Informationen auf www.koelschgaenger.net

Ihr wisst nicht, wo das Siebengebirger liegt? Dann schaut mal schnell heimlich hier nach: https://findpenguins.com/koelschgaenger

Rodenkirchen mag ich ja sehr. Immer wenn ich das Kapellchen sehe, muss ich schmunzeln. Weit über 1000 Jahre Geschichte stecken allein in diesem Kirchlein. Die Gegend um es herum lädt zum Spaziergang und noch mehr zum Verweilen ein.

Wie passt da ein Prozess hin, der mehr als drei Menschenleben andauert?

Rodenkirchen gehört ja nun erst seit 1975 zur Stadt Köln, politisch gesehen. Ich weiß, nicht jeder ist da so glücklich drüber. Aber sei es drum, ich finde es besser als die Verhältnisse bis 1798, in denen man Rodenkirchen als „Ausland“ betrachtet.

Die meisten wissen ja, im Mittelalter ist die stolze Stadt Köln frei. Umgeben ist sie aber von Kurkölner Gebiet. Das unmittelbar angrenzende Land gehört der Kurie, sprich den Erzbischöfen von Köln. Das allein ist ja schon nicht leicht, weil das Verhältnis der Kölner Bürger zu den eigenen Erzbischöfen ja meistens, sagen wir, angespannt ist. Tatsächlich setzt Rodenkirchen da noch eins drauf.

Im Jahr 1432 wird Johann von Heinsberg Lehnsherr von Rodenkirchen. Das ist jetzt nicht schlimm. Aber in der Erbfolge fällt Rodenkirchen an Gräfin Elisabeth von Nassau – Saarbrücken. Das wiederum ist schlimm. Die gute Dame ist so weit Weg von Kölner Gefühlen, wie ihr Name sagt. Sie macht genau das, was für eine richtige Kölner Dame nicht denkbar ist: sie heiratet 1472 Herzog Wilhelm III. von Berg und bringt selbstverständlich Ihre Güter als Mitgift in die Ehe mit ein.

Was für ein Gift, diese Mitgift. Rodenkirchen ist ja damit Bergisches Land. Ist das zu fassen? Rodenkirchen ist eine Bergische Enklave, die nicht mal mehr der Rhein von Köln trennt. Köln weiß ja gern den Rhein zwischen sich und unangenehmen Zeitgenossen. Richtig giftig ist dies für die lange gewachsenen Strukturen:

Das Maternus-Kapellchen gehört seit dem Jahr 1233 ganz offiziell dem Kölner Severinstift. Dieser darf bestimmen, wer hier an Alt St. Maternus Pfarrer ist und darf auch die Menge der Abgaben festlegen. Die Abgaben benötige der Pfarrer von den paar Dutzend Einwohnern des Dorfes als Unterhalt für sich selbst. Zudem besitzen die Kartäuser und die Benediktiner von Groß St. Martin nicht unerheblich viel Land in Rodenkirchen, dass sie bewirtschaften und den Ertrag fleißig nach Köln bringen.

Was nützt so ein Besitz einem Herzog von der anderen Rheinseite überhaupt? Ihn und seinem erbenden Schwiegersohn Johann III. von Berg, genannt „der Friedfertige“, stört das erstmal nicht. Die nächste Generation, Herzog Wilhelm V. von Berg, genannt der Reiche, stört das dafür umso mehr. Ihm gehört das Land und allen anderen der Ertrag davon? So wird man nicht reich! Dann diese faktische Entmachtung durch den Severinstift. Das darf nicht sein! Er klagt im Jahr 1550 sein Recht ein.

Wie will man jetzt so eine verzwickte Lage entscheiden? Wie wägt man sowas gerecht ab. Man überlegt, berät sich und streitet und überlegt, berät sich und streitet – ganze 170 Jahre lang. Im Jahr 1720 hat man einen Geistesblitz! Man kommt zu dem Schluss „War doch immer schon so? Warum sollten wir das ändern? Es bleibt einfach wie es ist.“ Warum auch anders, funktioniert doch? Die Kurie gewinnt! Der Pfarrer wird vom Severinstift bestimmt, die Abgaben darf er behalten und die Erträge der fleißigen Kartäuser und Benediktiner werden schön weiter nach Köln gebracht.

Naja, im Jahr 1798 ordnet eine gewaltige neue Macht alles neu, die sich nicht um alte Regeln schert. Die Franzosen nehmen allen einfach alles ab. Die Säkularisation übergibt kirchlichen Besitz an den Fiskus und Rodenkirchen wird von der Bürgermeisterei Rondorf verwaltet. Ätsch….

Michael

En Rudekirche ben ich jo gään. Luuter wann ich et Kapellche sinn, muss ich griemele. Wigg üvver 1000 Johr Historie steche allein en däm Kirchche. De Gägend öm et eröm läd op en Promenad un noch mih op en Rass en.

Wie pass do ene Prozess hin, dä mih wie drei Minschelevve duurt?

Rudekirche es jo no eesch zick 1975 e Stöck vun der Stadt Kölle, politisch gesinn. Ich weiß, nit jeder es do esu glöcklich drüvver. Ävver god, ich finge et besser wie die Verhäldnisse bes 1798. En dä Zigg häld mer Rudekirche för „Usland“.

De mihste wesse jo, em Meddelalder es de stolze Stadt Kölle frei. Ömgevve es se ävver vun Kurkölner Gebiet. Dat Land, dat tirek an Kölle dran litt, gehürt der Kurie, mer kann einfach de Ääzbischöff vun Kölle sage. Dat allein es ja ald nit leicht, weil et Verhäldnis vun de kölsche Bürger zo de eige Ääzbischöff jo miestens, sage mer, jet diffisil es. Ungeloge setz Rudekirche do noch eine drop.

Em Johr 1432 weed der Johann von Heinsberg der Lehnshäär vun Rudekirche. Dat es jetz nit schlemm. Ävver en singer Ervfolg kritt de Gräfin Elisabeth vun Nassau – Saarbrücke dat Dörp. Dat widderöm es schlemm. Dat Frauminsch es esu wigg fott vun kölsche Geföhle, wie singe Name et säht. Et mäht genau dat, wat för e richtig kölsch Mädche nit uszedenke es: et hierod 1472 der Herzog Wellem III. vun Berg und brängk selvsverständlich sing Güter als Metgeff en de Ih met en.

Wat för en Geff die Metgeff es! Rudekirche es jo domet Bergisch Land. Häs de doför Tön? Rudekirche es en Bergische Enklav, die nit ens der Rhing vun Kölle trennt. Kölle weiß jo gään der Rhing zwesche sich un fiese Zigggenosse. Richtig geftig es dat ävver för de lang gewahsene Verhäldnisse:

Et Maternus-Kapellche gehürt zick dem Johr 1233 ganz offiziell bei der Kölsche Vringssteff. Dä darf bestemme, wä hee an Ald Zinter Mätern Pastur es und darf och fassläge wie huh de Avgabe sin. Die Avgabe bruch der Pastur vun dä paar Dotzend Buure un Fescher vum Dörp, öm selv üvver de Runde zo kumme. Zodäm besetze de Kartäuser un de Benediktiner vun Groß Zinter Määtes e god Stöckelche Land en Rudekirche. Dat bestelle se und drage der Ertrag fließig noh Kölle.

Wat nötz esu ene Besetz enem Herzog vun der andere Rhingsigg üvverhaup? In un singe Schwiegersonn, dä erv, der Johann III. vun Berg, genannt „der Friddfäädige“, stürt dat eesch ens nit. De nächste Generation, der Herzog Wellem V. vun Berg, genannt „der Riche“, stürt dat doför ömsu mih. Im gehürt dat Land un der Notze dovun all däe andere? Su weed mer nit rich! Dann die faktische Entmachtung durch der Vringssteff. Dat darf nit sin! Hä klag em Johr 1550 si Rääch en.

Wie well mer jetz esu en vertrackte Lag entscheide? Wie deit mer sujet gerääch avwäge? Mer üvverläg, deit sich berode un strigg un üvverläg, deit sich berode un strigg – ganze 170 Johr lang. Em Johr 1720 hät mer ene Geistesbletz! Mer kütt zom Schluss „Wor doch luuter ald esu? Woröm sollte mer dat ändere? Et bliev einfach wie et es.“ Woröm och anders, et flupp doch? De Kurie gewennt! Der Pastur weed vum Vringssteff bestemmp, de Avgabe darf hä behalde un der Erdrag vun de fließige Kartäuser un Benediktiner weed schön wigger noh Kölle gebraht.

Nojo, em Johr 1798 oodent en gewaltige neu Maach alles neu, die sich nit öm aal Regele kömmert. De Franzuse nemme inne all einfach alles av. De Säkularisation üvvergitt der Besetz vun der Kirch an der Fiskus un die för Rudekirche zoständgie Mairie weed die vun Rondorf. Am Aasch e Trötche…

Mechel

Ihr möchtet schmökern? Hier: www.koelschgaenger.de

Bleibt neugierig!

Heute möchte ich Euch von einem recht unbekannten Kölner erzählen, der aber mit einer kleinen Tat etwas Wichtiges für uns heute hier getan hat.

Ich habe letzte Woche ja geschrieben, dass die Stadt Probleme hatte, um den Rathenauplatz Grundstücke zu erwerben. Der Grund war, dass die Besitzer merkten, dass die Grundstücke, die in einem sumpfigen Gebiet vor der Stadtmauer lagen, durch die Schleifung der Mauer im Wert steigen würden. Von diesem Kuchen wollten sie ein Stück abhaben und trieben die Preise in die Höhe. Damit war es um den Volksgarten, der am Rathenauplatz geplant war, geschehen.

Einen Volksgarten haben wir aber ja nun in der Stadt. Etwas weiter südlich direkt vor der „Neustadt Süd“ liegt er.

Einen großen Anteil daran hat Wilhelm Kaesen. Wilhelm Kaesen ist 1816 in Köln geboren und verdient sein Geld als Kaufmann. Aus heutiger Sicht kann man ihn wohl als „Juniorpartner“ von keinem Geringeren als Johann Heinrich Richartz bezeichnen. Johann Heinrich Richartz hat ja so viel Erfolg mit seinem Handel von Leder und Wildhäuten, dass er uns eher als Kunstmäzen bekannt ist. Immerhin kann er damit das wohlbekannte Wallraf-Richartz-Museum finanzieren.

Nun kann ich schlecht über das Motiv von Herrn Richartz philosophieren. Ich meine aber, dass etwas Selbstlosigkeit dazu gehört, wenn man sein Vermögen für die Kunst hergibt.

Wilhelm Kaesen muss die Art seines Senior-Partners beeindruckt haben. Neben seiner Tätigkeit als Kaufmann, ist Wilhelm Kaesen Mitglied des Rates der Stadt Köln. In dieser Funktion setzt er sich stets für den Abriss der mittelalterlichen Mauer ein, weil Köln Platz braucht. Vor den Toren der südlichen Stadt liegt das Fort IV des inneren Festungsringes, „Erbherzog Paul von Mecklenburg“. Dieses Fort, als eines der ersten im Jahr 1825 von den Preußen fertiggestellt, ist schon vor dem Abriss der Mauer militärisch nutzlos, weil in den 1870’er bis 1880’er Jahren vorgezogene Forts und ein großer Schutzwall gebaut wurden – der äußere Festungsring. Das Areal um das Fort ist längst an viele kleine Landbesitzer verkauft – auch recht nutzlos. Das weiß er. Ab 1886 kauft er daher mehr als 60 kleine Landparzellen den Eigentümern ab, ohne großes Aufsehen darum zu machen. Das kostet ihn 582.000 Mark.

Diese zehn Hektar, die zusammenhängen, sind jetzt natürlich viel mehr wert. Und was macht Wilhelm Kaesen? Er ist ein kölscher Junge, er strebt hier nicht nach dem großen Gewinn. Er überlässt das Grundstück der Stadt Köln, zu dem Preis, den er selbst bezahlt hat. Er macht aber zur Auflage, dass sie um das Fort einen „Garten für jedermann“ anlegen soll.

Die Stadt hält sich daran, fügt sogar noch 5 Hektar bei und legt zwischen 1887 und 1890 den Volksgarten an. Und dieser ist bis heute ein wichtiges Stück Kölner Naherholung. Ein kleiner See, der mit Kähnen befahren werden kann, eine Wasserfontäne, die, wenn sie mal läuft, es auf stattliche 28 Meter Höhe schafft, ein Biergarten, ein kleiner Wasserfall und Steingarten und ein kleines Theater in der ehemaligen Orangerie, die für die kälteempfindlichen Pflanzen im Volksgarten gedacht war, findet man hier neben alten Bäumen, die herrlich anzusehen sind und großen Wiesen zum Sonnen und Picknicken. Ach! Und nach dem Zweiten Weltkrieg haben uns die Schweden das „Haus Gotland“ spendiert, damit hier auch ein Kindergarten stehen kann. – Tack så mycktet, kära Sverige.

Wir alle haben etwas von ihm – alle, bis auf einen. Wilhelm Kaesen stirbt 1877 und erlebt die Fertigstellung 1890 nicht mehr. Doch, einen Nutzen hat er davon. Er wollte etwas bleibendes für Köln schaffen, vielleicht, damit wir ab und an über ihn reden. Das ist ihm gelungen.

Michael

Hügg mööch ich Üch vun enem Kölsche verzälle, dä nit vill Lück kenne, dä ävver met ener kleine Tat, jet Wichtiges för uns hügg hee gedon hät.

Ich han letzte Woch jo geschrevve, dat de Stadt en Brasel kom, wie se öm der Rathenauplatz Grundstöck kaufe wollt. Der Grund wor, dat de Besetzer merkte, dat die Grundstöck, die en enem sumfige Gebeet vür der Stadtmuur loge, durch et Schleife vun der Muur em Wäät steige däte. Vun däm Koche wollte se e Stöckelche avkrige un drevve de Priese en de Hüh. Domet wor et öm der Volksgaade, dä am Rathenauplatz geplant wor, passeet.

Ene Volksgaade han mer ävver jo no en der Stadt. Jet wigger südlich tirek vür der „Neustadt Süd“ litt hä.

Ene große Aandeil dodran hät der Wellem Kaesen. Der Wellem Kaesen es 1816 en Kölle gebore un verdeent sing Moppe als Kaufmann. Hüggzedags dät mer en wall als „Juniorpartner“ vun keinem Geringer wie dem Jan Drickes Richartz bezeichne. Der Jan Drickes Richartz hät jo esu vill Erfolg met singem Handel met Ledder un Weldhügg, dat mer en ihter als Kunsmäzen kenne. Immerhin kann hä domet et Wallraf-Richartz-Museum finanzeere, dat mer hügg noch kenne.

No kann ich schlääch üvver et Motiv vum Herr Richartz philosophiere. Ich meine ävver, dat mer jet selvsloss sin muss, öm si Vermöge för de Kuns herzegevve.

Der Wellem Kaesen muss die Aat vun singem Senior-Partner beendrock han. Nevven singem Berof als Kaufmann, es der Wellem Kaesen Metgleed em Rod vun der Stadt Kölle. En dä Funktion es hä luuter för der Avress vun der Muur usem Meddelalder, weil Kölle Platz bruch. Vür de Pooze vun der südliche Stadt litt et Fort IV vum innere Festungsgöödel, „Erbherzog Paul von Mecklenburg“. Dat Fort, als eins vun de eeschte em Johr 1825 vun de Preuße fäädiggestallt, es ald vürm Avress vun der Muur militärisch unnötz, weil en de 1870’er un 1880’er Johre vürgetrocke Forts un ene große Schotzwall gebaut woodte – der üssere Festungsring. Et Gebiet öm dat Fort es längs an vill kleine Landbesetzer verkauf – och rääch unnötz. Dat weiß hä. Av 1886 käuf hä doher die mih wie 60 kleine Landparzelle de Eigedümer av, ohne groß Opsinn dröm ze maache. Dat koss in 582.000 Reichsmark.

Die zehn Hektar, die zesammehänge, sin jetz natürlich vill mih wäät. Un wat mäht der Wellem Kaesen? Hä es ene kölsche Jung, hä well hee keine Raibach maache. Hä üvverlööt dat Grundstöck der Stadt Kölle, för der Pries, dä hä selvs berapp hät. Hä mäht ävver zur Oplag, dat se öm et Fort ene „Gaade för jeder“ aanläge soll.

De Stadt häld sich draan, deit noch fünf Hektar dobei un läg zwesche 1887 un 1890 der Volksgaade aan. Und dä es bes hügg e wichtig Stöck kölsche Noherholung. Ene kleine Sie, dä met Naache befahre wääde kann, en Wasserfontän, die, wann se ens läuf, et op staatse 28 Meter Hühde brängk, ene Biergaade, ene kleine Wasserfall un Steingaade un e klei Theater en der fröhere Orangerie, die för de Flanze em Gaade gedaach wor, die Käld nit god avkünne, fingk mer hee nevve aal Bäum, die herrlich aanzesinn sin un große Wiese för et Sonne un Picknicke. Ach! Un nohm Zweite Weltkreeg han uns de Schwede et „Haus Gotland“ spendeet, domet hee och ene Kindergaade stonn kann. – Tack så mycktet, kära Sverige.

Mir all han jet vun im – all, bes op einer. Der Wellem Kaesen stirv 1877 un erläv nit, wie der Gaade em Johr 1890 fäädig weed. Doch, eine Notze hät hä dovun. Hä wolllt jet en Kölle schaffe, dat bliev, villleich, domet mer av un an üvver in schwaade. Dat es im gelunge.

Mechel

Alle unsere Beiträge findet Ihr unter www.koelschgaenger.net

Liebe Kölschgänger, ich, Michael, habe eine kurze kreative Pause.

Aber kennt ihr diesen Artikel aus den ersten Monaten von Kölschgänger? Hier ist er nochmal:

Kalt heute. Gut, Februar. Da friert es, wenn man vom Wirtshaus heimgeht. Aber so kalt? Was sauf ich auch so lange. Dunkel – schon lang. Auf dem Rhein steht das Eis. Selten. Ach, Maria. Heiraten werden wir. Lass nur das Frühjahr kommen. Gut, Geld hast du nicht, Vater versteht es und willigt ein. Hübsch, ach was, schön bist du. Tüchtig obendrein, gescheit. Er würde dich auch wählen. 1737 bin ich geboren, Johann Stemmeler, 21 Jahre jetzt. Es mangelt an nichts. Es wird Zeit, eine Familie zu gründen.

Was bildet sich dieser Anton auch ein. Wirtssohn! Ich bin Sohn des Bürgermeisters und werde später selbst Bürgermeister. Einfältiger, hinterlistiger Hund. Meint, es mit mir aufnehmen zu können. Sieht nicht ein, dass er weniger taugt. Dem habe ich es gezeigt. Meint, er sei der bessere für dich. Gut, die Rechte schmerzt. Aber umgefallen ist er wie ein Sack. Ein einziger Haken. Vier Tage ist es jetzt her. Was plustert er sich auch auf. Gesindel. Streitet mit mir. Ist das heute kalt…

Nun, das mag Johanns Gemütslage sein, als er am 6. Februar 1758 nicht mehr heimkommt und zunächst verschwunden bleibt.

Zunächst. Am 18. März 1758 schmilzt das Eis des Rheins und gibt den Leichnam im Rheinbogen südlich von Rodenkirchen frei. Fürchterlich entstellt ist er, der Bürgermeisterssohn. Der fest verbissene Kiefer und das über den Kopf gezogene, verknotete Hemd, das die Arme blockiert, erzählen von seiner heftigen Gegenwehr. Die weit aufgerissenen Augen zeugen von seinem Todeskampf. Die brutalen Messerstiche in Rumpf und Kopf sind das jähe Ende des jugendlich, hoffnungsfrohen Lebens. Die Brüche und Quetschungen, die verdrehten Gliedmaßen eher eine Tat des malmenden Eises, dem seine Mörder ihn im kalten, dunklen Winter 1758 überlassen.

Sein Gedenkstein informiert bis heute „Anno 1758 den 6ten February wurde Ioan Stemmeler von Bruehl ermordet, RIP“. Anton, der Täter, sowie sein Bruder und vermutlich Mittäter Johann Georg werden nie gefunden. Der Tod des Johann Stemmeler wird nicht gesühnt.

Nun, wie Du seit früher Jugend weißt, sind ungesühnte Morde ein Problem. So wandelt Johann Stemmeler bis heute durch die Rheinaue, einen jeden, der ihm begegnet eingehend befragend, ob er denn vom Anton wisse.

Jetzt phantasiere ich? Johann Stemmeler geht nicht um? Nun, wie erklärst Du Dir bitte, dass die Rodenkirchener nach seinem Tod alsbald am südlichen Ende des Ortes einen Sühnestein aufstellen und pflegen? Sie pflegen ihn bis heute, 259 Jahren nach der Tat. Johann wird dafür nie im Ort gesehen. Allerdings wird die Ortschaft auch nicht über diesen Stein hinaus nach Süden erweitert. Selbst in den 30’ern Jahren nicht, als die Honoratioren der Stadt ihre modernen Bauhaus-Villen südlich des alten Ortskerns aufstellen. Einen langgezogenen Camping-Platz mit unbedarften Touristen will man schon zwischen sich und dem Auenwald wissen, in Rodenkirchen. Ach, und wie bitte erklärst Du Dir, dass die Personen, die den Stein vor Jahren nächtens stehlen wollen, es nicht vollenden und auch nicht gefunden werden?

Finde es gern heraus. Ich bin nicht dabei. Ich gehe da nur an lichten Tagen spazieren.

Michael

Kald hügg. God, Februar. Do freet et, wann mer vum Weetshuus heim geiht. Ävver esu kald? Wat suffe ich och esu lang. Düster – ald lang. Om Rhing steiht et Ies. Selde. Ach, Marie. Hierode weede mir. Loss nor et Fröhjohr kumme. God, Marie häs do nit, eckersch heiße deist do su, Vatter versteiht et un wellig en. Aadig, ach wat, staats bes do. Düchtig bovvendren, luus. Hä dät dich och wähle. 1737 ben ich gebore, Jan Stemmeler, 21 Johre jetz. Et mankeet an nix. Et weed Zigg, en Famillich ze gründe.

Wat bild sich der Tünn och en? Weetssonn! Ich ben Sonn vum Bürgermeister und weede späder selvs Bürgermeister. Verkindschte, nitsche Hungk. Meint, et met mir opnemme ze künne. Süht nit en, dat hä winniger daug. Däm han ich et gezeig. Meint, hä wör dä bessere för dich. God, die Räächte deit wih. Ävver ömgefalle es he wie ene Sack. Eine enzige Hoke. Veer Dag es dat jetz her. Wat deit hä sich och esu opplustere. Gesocks. Strigg met mir. Es dat kald hück…

No, dat mog de Gemödslag vum Jan sin, wie hä am 6. Februar 1758 nit mih heim kütt un zenöchs verschödt bliev.

Zenöchs. Am 18. Määz 1758, schmilz et Ies vum Rihng un gitt dä Leichnam em Rhingboge südlich vun Rudekirche frei. Fürchterlich verschängeleet es hä, der fröhtere Bürgermeistersonn. Dä fass verbesse Kiefer un dat üvver der Kopp getrocke, verknöddelte Hemb, dat de Ärm blockeet, verzälle vun singer ärge Gägewehr. De wigg opgersse Auge zeuge vun singem Dudeskamf. Die brutale Messerstech em Rump un em Kopp sin dat jihe Engk vun däm jugendlich, hoffnungsfruhe Levve. De Bröch un Quetschunge, de verdrihte Gleedmaße iher en Tat vum malmende Ies, däm se in em kaale, düstere Winter 1758 üvverlooße han.

Singe Gedenkstein informeet bes hück „Anno 1758 den 6ten Frebruary wurde Ioan Stemmeler von Bruehl ermordet, RIP“. Der Tün, dä et gedon hät, esu wie singe Broder, der Jan Schorsch, dä womöglich metgedon hät, weede nie gefunge. Der Dud vum Jan Stemmeler weed nit gesühnt.

No, wie Do zick fröher Jugend weiß, sorge nit gesühnte Morde för Moleste. Esu wandelt der Jan Stemmeler bes hück durch die Rhingaue. Allemann, die im begähne, fröh hä ääns, ov hä dann vum Tünn wöss….

Jetz han ich se nit mih all? Jan Stemmeler geiht nit öm? No, wie verklörs Do Der et dann, dat de Rudekircher baal noh singem Dud am südliche Engk vum Dörp ene Sühnestein opstelle un fläge? Se flägen en bes hügg, 260 Johr nohdäm et passeet es. Der Jan weed doför niemols em Oot gesinn. Ävver die Ortschaff weed och nit üvver dä Stein erus noh Süde gebaut. Selvs en de 30’er Johr nit, wie de Honoratiore vun der Stadt ehre modern Bauhuus-Ville südlich vum aale Ootskään opstelle. Ene langgetrocke Camping-Platz met unbedarfte Touriste well mer ald zwesche sech un däm Auewald wesse, en Rudekirche. Ach, un wie erklärs Do Der, dat die Persone, die dä Stein vür Johre ens en der Naach stelle wollte, et nit fäädig gebraht han und och nit gefunge woodte?

Fingk et gään erus. Ich ben nit dobei. Ich gonn do nor aan hell Dage spazeere.

Mechel

Unsere Artikel findet Ihr auch im www unter Koelschgaenger.de! Schaut gern nach.

Teilt gern, wenn es Euch gefällt – anderenfalls, falls Ihr Eure Mitmenschen ärgern wollt.

Rodenkirchen mag ich ja sehr. Immer wenn ich das Kapellchen sehe, muss ich schmunzeln. Weit über 1000 Jahre Geschichte stecken allein in diesem Kirchlein. Die Gegend um es herum lädt zum Spaziergang und noch mehr zum Verweilen ein.

Wie passt da ein Prozess hin, der mehr als drei Menschenleben andauert?

Rodenkirchen gehört ja nun erst seit 1975 zur Stadt Köln, politisch gesehen. Ich weiß, nicht jeder ist da so glücklich drüber. Aber sei es drum, ich finde es besser als die Verhältnisse bis 1798, in denen man Rodenkirchen als „Ausland“ betrachtet.

Die meisten wissen ja, im Mittelalter ist die stolze Stadt Köln frei. Umgeben ist sie aber von Kurkölner Gebiet. Das unmittelbar angrenzende Land gehört der Kurie, sprich den Erzbischöfen von Köln. Das allein ist ja schon nicht leicht, weil das Verhältnis der Kölner Bürger zu den eigenen Erzbischöfen ja meistens, sagen wir, angespannt ist. Tatsächlich setzt Rodenkirchen da noch eins drauf.

Im Jahr 1432 wird Johann von Heinsberg Lehnsherr von Rodenkirchen. Das ist jetzt nicht schlimm. Aber in der Erbfolge fällt Rodenkirchen an Gräfin Elisabeth von Nassau – Saarbrücken. Das wiederum ist schlimm. Die gute Dame ist so weit Weg von Kölner Gefühlen, wie ihr Name sagt. Sie macht genau das, was für eine richtige Kölner Dame nicht denkbar ist: sie heiratet 1472 Herzog Wilhelm III. von Berg und bringt selbstverständlich Ihre Güter als Mitgift in die Ehe mit ein.

Was für ein Gift, diese Mitgift. Rodenkirchen ist ja damit Bergisches Land. Ist das zu fassen? Rodenkirchen ist eine Bergische Enklave, die nicht mal mehr der Rhein von Köln trennt. Köln weiß ja gern den Rhein zwischen sich und unangenehmen Zeitgenossen. Richtig giftig ist dies für die lange gewachsenen Strukturen:

Das Maternus-Kapellchen gehört seit dem Jahr 1233 ganz offiziell dem Kölner Severinstift. Dieser darf bestimmen, wer hier an Alt St. Maternus Pfarrer ist und darf auch die Menge der Abgaben festlegen. Die Abgaben benötige der Pfarrer von den paar Dutzend Einwohnern des Dorfes als Unterhalt für sich selbst. Zudem besitzen die Kartäuser und die Benediktiner von Groß St. Martin nicht unerheblich viel Land in Rodenkirchen, dass sie bewirtschaften und den Ertrag fleißig nach Köln bringen.

Was nützt so ein Besitz einem Herzog von der anderen Rheinseite überhaupt? Ihn und seinem erbenden Schwiegersohn Johann III. von Berg, genannt „der Friedfertige“, stört das erstmal nicht. Die nächste Generation, Herzog Wilhelm V. von Berg, genannt der Reiche, stört das dafür umso mehr. Ihm gehört das Land und allen anderen der Ertrag davon? So wird man nicht reich! Dann diese faktische Entmachtung durch den Severinstift. Das darf nicht sein! Er klagt im Jahr 1550 sein Recht ein.

Wie will man jetzt so eine verzwickte Lage entscheiden? Wie wägt man sowas gerecht ab. Man überlegt, berät sich und streitet und überlegt, berät sich und streitet – ganze 170 Jahre lang. Im Jahr 1720 hat man einen Geistesblitz! Man kommt zu dem Schluss „War doch immer schon so? Warum sollten wir das ändern? Es bleibt einfach wie es ist.“ Warum auch anders, funktioniert doch? Die Kurie gewinnt! Der Pfarrer wird vom Severinstift bestimmt, die Abgaben darf er behalten und die Erträge der fleißigen Kartäuser und Benediktiner werden schön weiter nach Köln gebracht.

Naja, im Jahr 1798 ordnet eine gewaltige neue Macht alles neu, die sich nicht um alte Regeln schert. Die Franzosen nehmen allen einfach alles ab. Die Säkularisation übergibt kirchlichen Besitz an den Fiskus und Rodenkirchen wird von der Bürgermeisterei Rondorf verwaltet. Ätsch….

Michael

En Rudekirche ben ich jo gään. Luuter wann ich et Kapellche sinn, muss ich griemele. Wigg üvver 1000 Johr Historie steche allein en däm Kirchche. De Gägend öm et eröm läd op en Promenad un noch mih op en Rass en.

Wie pass do ene Prozess hin, dä mih wie drei Minschelevve duurt?

Rudekirche es jo no eesch zick 1975 e Stöck vun der Stadt Kölle, politisch gesinn. Ich weiß, nit jeder es do esu glöcklich drüvver. Ävver god, ich finge et besser wie die Verhäldnisse bes 1798. En dä Zigg häld mer Rudekirche för „Usland“.

De mihste wesse jo, em Meddelalder es de stolze Stadt Kölle frei. Ömgevve es se ävver vun Kurkölner Gebiet. Dat Land, dat tirek an Kölle dran litt, gehürt der Kurie, mer kann einfach de Ääzbischöff vun Kölle sage. Dat allein es ja ald nit leicht, weil et Verhäldnis vun de kölsche Bürger zo de eige Ääzbischöff jo miestens, sage mer, jet diffisil es. Ungeloge setz Rudekirche do noch eine drop.

Em Johr 1432 weed der Johann von Heinsberg der Lehnshäär vun Rudekirche. Dat es jetz nit schlemm. Ävver en singer Ervfolg kritt de Gräfin Elisabeth vun Nassau – Saarbrücke dat Dörp. Dat widderöm es schlemm. Dat Frauminsch es esu wigg fott vun kölsche Geföhle, wie singe Name et säht. Et mäht genau dat, wat för e richtig kölsch Mädche nit uszedenke es: et hierod 1472 der Herzog Wellem III. vun Berg und brängk selvsverständlich sing Güter als Metgeff en de Ih met en.

Wat för en Geff die Metgeff es! Rudekirche es jo domet Bergisch Land. Häs de doför Tön? Rudekirche es en Bergische Enklav, die nit ens der Rhing vun Kölle trennt. Kölle weiß jo gään der Rhing zwesche sich un fiese Zigggenosse. Richtig geftig es dat ävver för de lang gewahsene Verhäldnisse:

Et Maternus-Kapellche gehürt zick dem Johr 1233 ganz offiziell bei der Kölsche Vringssteff. Dä darf bestemme, wä hee an Ald Zinter Mätern Pastur es und darf och fassläge wie huh de Avgabe sin. Die Avgabe bruch der Pastur vun dä paar Dotzend Buure un Fescher vum Dörp, öm selv üvver de Runde zo kumme. Zodäm besetze de Kartäuser un de Benediktiner vun Groß Zinter Määtes e god Stöckelche Land en Rudekirche. Dat bestelle se und drage der Ertrag fließig noh Kölle.

Wat nötz esu ene Besetz enem Herzog vun der andere Rhingsigg üvverhaup? In un singe Schwiegersonn, dä erv, der Johann III. vun Berg, genannt „der Friddfäädige“, stürt dat eesch ens nit. De nächste Generation, der Herzog Wellem V. vun Berg, genannt „der Riche“, stürt dat doför ömsu mih. Im gehürt dat Land un der Notze dovun all däe andere? Su weed mer nit rich! Dann die faktische Entmachtung durch der Vringssteff. Dat darf nit sin! Hä klag em Johr 1550 si Rääch en.

Wie well mer jetz esu en vertrackte Lag entscheide? Wie deit mer sujet gerääch avwäge? Mer üvverläg, deit sich berode un strigg un üvverläg, deit sich berode un strigg – ganze 170 Johr lang. Em Johr 1720 hät mer ene Geistesbletz! Mer kütt zom Schluss „Wor doch luuter ald esu? Woröm sollte mer dat ändere? Et bliev einfach wie et es.“ Woröm och anders, et flupp doch? De Kurie gewennt! Der Pastur weed vum Vringssteff bestemmp, de Avgabe darf hä behalde un der Erdrag vun de fließige Kartäuser un Benediktiner weed schön wigger noh Kölle gebraht.

Nojo, em Johr 1798 oodent en gewaltige neu Maach alles neu, die sich nit öm aal Regele kömmert. De Franzuse nemme inne all einfach alles av. De Säkularisation üvvergitt der Besetz vun der Kirch an der Fiskus un die för Rudekirche zoständgie Mairie weed die vun Rondorf. Am Aasch e Trötche…

Mechel

Ihr möchtet schmökern? Hier: www.koelschgaenger.de

Bleibt neugierig!

Severin

…ich wache über euch, ich der heilige Severin, der dritte Bischof von Köln.

Warum ich so aufgebracht bin, wollt ihr wissen? Lasst euch erzählen, wie es dazu kam.

Also, vor kurzem habe ich an einer Stadtführung teilgenommen. Ok, nicht wirklich teilgenommen, die Leute kamen zu mir, wie es sich ja auch gehört. Ich stehe oberhalb der Severinsbrücke, passe auf meine Südstadt auf, wie jeden Tag. Jedenfalls kam plötzlich ein Grüppchen anmarschiert, die waren drüben beim Berbuer, passiert ja schon mal, wir werden halt verehrt in unserer Stadt und die Menschen kommen uns besuchen.

Die Leute stellen sich um mich herum auf, ich gewähre ein paar Fotos und gut. So läuft es eigentlich immer ab. Doch heute hörte ich die Stadtführerin auf einmal etwas von Legende erzählen. Und kann nicht so gewesen sein und so. Unverschämtheit. Natürlich war alles so, wie es über mich erzählt wird. Ich muss es ja wissen, war schließlich dabei.

Es war ein Sonntag, ich erinnere mich genau. Wir, eine Gruppe von Klerikern, waren nach der Messe auf dem Weg zu unseren heiligen Stätten, so wie jeden Sonntag. Plötzlich vernahm ich Stimmen. Es war ein Engelschor, der da sang. Doch als ich in die Gesichter der anderen schaute, war mir eines schnell klar, außer mir hörte niemand den Engelsgesang. So wussten wir, dass ich ein Zeichen erhalten hatte. Also erklärte ich meinen Mitbrüdern, was ich vernommen hatte. Unser Herr, der Bischof Martin war von dieser Welt gegangen. Die Engel sangen und geleiteten ihn mit ihrem Gesang in die Höhe.

Was war passiert? Nun, der heilige Martin war an diesem Tage, dem 8. November 397 in Tours, also weit weg von hier gestorben und ich habe zeitgleich in Köln die Engel gehört und den Tod des heiligen Martin verkündet. Lasst euch also nichts anderes erzählen.

Und wenn ich gerade dabei bin, das Vringsveedel hat nichts mit Kardinal Frings zu tun, sondern mit mir. SEVERINSVIERTEL: Severin. Merkt ihr was? Nur, damit das auch mal geklärt ist.

Bis heute bin ich bin der Schutzpatron dieser Stadt und der Weber, werde bei anhaltender Trockenheit für Regen angerufen. Das ist aber eine andere Geschichte, erzähle ich euch auch demnächst mal.

Leider werde ich nicht mehr so oft angerufen, moderne Zeiten halt. Auch eine Bauernregel über mich gibt es. „Wenn’s Severin gefällt, so bringt er mit die erste Kält“ (23. Oktober)

So, und wenn ihr das nächste mal über die Severinsbrücke rollt oder durch die Südstadt spaziert, dann schadet es nichts, wenn ihr kurz zu mir schaut und mich grüßt, schließlich bin ich euer Stadtpatron.

…ich wache über euch…

Ronald

Der Rheinauhafen. Seltsam, wie oft ich doch hier spaziere oder mit dem Rad vorbeikomme.

Viel ist da gewichen und hat Neuem Platz gemacht. Für die Kranhäuser zum Beispiel, viel fotografiert und in Szene gesetzt – aber ein Fan bin ich persönlich jetzt nicht. Für mich fühlen sie sich fremd an und verbauen die Sicht auf den Dom.

Die Halbinsel, auf der sie stehen, heißt übrigens „Werthchen“. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war hier tatsächlich eine kleine Insel, die eben seit Jahrhunderten „Werthchen“ genannt wurde. Sie ist der Ursprung des Hafens.

Hier lagen hier die Oberländer-Schiffe, die die Waren der Niederländer-Schiffe aufnahmen und umgekehrt. Die Niederländer-Schiffe waren fette, große Lastkähne, geeignet, viele Waren auf einmal aufnehmen zu können. Sie haben den Rhein bis an die Mündung bedient. Sie hatten aber kurz hinter Köln das Problem, dass sie zu groß waren, um den Fluss Richtung Süden zu befahren. Dies übernahmen in Köln als Umschlagsplatz eben die Oberländer-Schiffe, die kleiner waren und wesentlich weniger Tiefgang hatten. Ein Teil dieses Umladens geschah eben hier auf dieser Insel. Viel Arbeit für kräftige Männer, die mit dem ständigen Be- und Entladen ihr Auskommen hatten.

Erst mit der Industrialisierung, recht spät sogar, in den 1890’er Jahren, entstand der Rheinauhafen in seiner heutigen Form. Das Werthchen wurde aufgeschüttet und mit dem Festland verbunden. Mit dem Ruhrgebiet und seinem aufstrebenden Hafen in Duisburg wollte man mithalten, indem man die Häfen Kölns vergrößerte. Der Rheinauhafen wurde zu einem der modernsten Häfen Deutschlands mit einem 18 km Schienennetz. Diesen Wettbewerb wollte man unbedingt gewinnen. Gut, wie es ausgegangen ist, wissen wir. Duisburg ist die absolute Nummer eins der Binnenhäfen. Man muss auch gönnen können.

Mein Lieblingsgebäude, das Siebengebirge, offiziell „Danziger Lagerhaus“ tituliert, entstand kurz danach, 1909. Ein 177 Meter langes, sechsgeschossiges Lager für Stückgut und Korn. Es soll eines der ersten Stahlskelettbetonbauten – was ein Wort – gewesen sein, die je gebaut wurden. Das mag für Architekten bemerkenswert sein. Ich bin froh, dass es so fein verputzt und getüncht ist.

Vielleicht mag ich es, weil der Name so passend ist.

„Siebengebirge“ – jeder weiß sofort warum – es sieht wie ein Gebirge aus, mit seinen neun Giebeln. Neun? Das lässt sich ganz einfach von Deutz aus zählen. Neun Giebel hat es, drei hohe und sechs niedrige. Der Architekt hat getrickst. Auf der „richtigen“ Seite wurden zwei Giebel durch Türmchen ersetzt. Das habe ich aber erst spät verstanden. Das Problem ist, dass die westliche Seite ein wenig schwer einsehbar ist. Man kann nur sehr nah am Gebäude stehen, dass man kaum die Front überblickt oder man geht weiter weg, um festzustellen, dass die Sicht durch große Bäume verstellt ist. Man muss sich schon etwas Zeit nehmen.

1946, nach dem Krieg entschied der Rat, diesen Teil des Güterhafens aufzugeben und größere Becken in Niehl anzulegen. Das hat übrigens zur Folge, dass wir uns ständig mit Hamburg um Platz zwei unter den wichtigsten Binnenhäfen in Deutschland rangeln. Hättet Ihr das gedacht? Duisburg ist unumstritten Nummer eins und danach direkt wir und in manchen Jahren Hamburg? Ich nicht.

Unser Siebengebirge wurde aber gerettet. Ein Wohn- und Gewerbegebäude ist es seit 2006. Und das wiederum finde ich prima. Mit den Kranhäusern, meine ich, haben wir ein altes Stück Köln aufgegeben. Wofür überhaupt? Um mit dem Medienhafen in Düsseldorf zu konkurrieren? Ich weiß es nicht. Mit dem Siebengebirge aber, haben wir einem schönem Stück Köln einen neuen Sinn gegeben und können unseren Enkeln noch zeigen, wie das in Köln so war. Damals.

Michael

Der Rheinauhafe. Komisch, wie off ich doch hee e Gängelche maache ov mem Rädche lans kumme.

Vill es do fott un hät Plaatz för Neues gemaht. För de Kranhüüser för e Beispill, vill fotografeet un in Szen gesatz – ävver ene Fan bin ich selver jetz nit. För mich föhle se sich fremb aan und verbaue de Seech op unse Dom.

Die Halvinsel, op dä se stonn, heiß üvvrigens „Werthchen“. Bes en et 19. Johrhundert wor hee wirklich en klein Insel, die evvens zick Johrhunderte „Werthche“ genannt woodt. Se es der Grundstein vum Hafe.

Hee loge de Oberländer-Scheffe, die de Ware vun de Niederländer-Scheffe opnohme un ömgedriht. De Niederländer-Scheffe wore fette, große Lasskähn, die vill Ware op eimol opnemme kunnte. Noh Süde, koot hinger Kölle, kome se ävver en de Bräng weil se zo groß wore öm wiggerzefahre. Dat üvvernohme evvens de Oberländer-Scheffe, die kleiner wore un vill winniger Deefgang hatte. Ene Deil vun däm Ömlade passeete evvens hee op dä Insel. Vill Arbeid för kräftige Kääls, die mem laufende Be- un Entlode ehr Uskumme hatte.

Eescht met der Industrialisierung, rääch späd esugar, en der 1890’er Johre, woodt der Rheiauhafe en singer Form vun hügg gebaut. Et Werthche woodt opgeschodt un mem Festland verbunge. Mem Ruhrgebiet un singe neu Häfe wollte mer methalde, wie mer die Häfe vun Kölle größer gemaht hät. Der Rheinauhafe woodt zo einem vun de modernste Häfe vun Deutschland met singem 18 km Schinnenetz. Dä Wettbewerb wollte mer unbedingk gewenne. God, wie et usgegange es, wesse mer. Duisburg es de – dat weed keiner avstrigge – Nummer eins vun de Bennehäfe. Mer muss och gönne künne.

Minge Lieblingsbau, et Sibbegebirg, offiziell „Danziger Lagerhuus“ tituleet, entstundt koot donoh, 1909. E 177 Meter lang Lager met sechs Etage för Stöckgod un Koon. Et soll eine vun de eeschte Stahlskelettbetonbaute – wat e Wood – gewäs sin, die je gebaut woodte sin. Dat mag för Architekte gelunge sin. Ich ben fruh, dat et esu fing verputz un getünch es.

Villeich mag ich et, weil der Name su passend es. „Sibbegebirg“ – jeder weiß tirek woröm – et süht us wie e Gebirg, met singe nüng Givvele. Nüng? Dat löös sich ganz einfach vun der Schäl Sick us zälle. Nüng Givvele sin et, drei huhe un sechs niddrige. Der Architek hät getricks. Op der „räächte“ Sigg woodte zwei Givvele durch Türmcher ersatz. Dat han ich ävver eesch späd verstande. Dat Problem es, dat mer met Hänge un Würge de Front üvverbleck ov mer geiht e wigger fott, öm fasszestelle, dat de Seech durch huhe Bäum verstallt es. Mer muss sich ald jet Zigg nemme.

1946, nohm Kreeg, entscheed der Rod, dä Deil vum Göderhafe opzegevve un größere Becke en Niehl aanzeläge. Dat hät üvvrigens zur Folg, dat mer uns luuter met Hamburg öm der Patz zwei vun de wichtigste Bennehäfe en Deutschland rangele. Hätt ehr dat gedaach? Duisburg es unbestredde de Nummer eins und donoh tirek mir un en mänche Johr Hamburg? Ich nit.

Uns Sibbegebirg woodt ävver gerett. E Wonn- un Gewerbegebiet es et zick 2006. Un dat widderöm fing ich prima. Met de Kranhüüser, mein ich, han mer e aal Stöck Kölle opgegovve. Woför üvverhaup? Öm mem Medienhafe en Düsseldorf zo konkuriere? Ich weiß et nit. Mem Sibbegebirg ävver, han mer e schön Stöckelche Kölle ene neue Senn gegovve und künne unse Enkelcher noch zeige, wie et en Kölle esu wor. Dozomol.

Mechel

Weitere Informationen auf www.koelschgaenger.net

Ihr wisst nicht, wo das Siebengebirger liegt? Dann schaut mal schnell heimlich hier nach: https://findpenguins.com/koelschgaenger

Severin

…ich wache über euch, ich der heilige Severin, der dritte Bischof von Köln.

Warum ich so aufgebracht bin, wollt ihr wissen? Lasst euch erzählen, wie es dazu kam.

Also, vor kurzem habe ich an einer Stadtführung teilgenommen. Ok, nicht wirklich teilgenommen, die Leute kamen zu mir, wie es sich ja auch gehört. Ich stehe oberhalb der Severinsbrücke, passe auf meine Südstadt auf, wie jeden Tag. Jedenfalls kam plötzlich ein Grüppchen anmarschiert, die waren drüben beim Berbuer, passiert ja schon mal, wir werden halt verehrt in unserer Stadt und die Menschen kommen uns besuchen.

Die Leute stellen sich um mich herum auf, ich gewähre ein paar Fotos und gut. So läuft es eigentlich immer ab. Doch heute hörte ich die Stadtführerin auf einmal etwas von Legende erzählen. Und kann nicht so gewesen sein und so. Unverschämtheit. Natürlich war alles so, wie es über mich erzählt wird. Ich muss es ja wissen, war schließlich dabei.

Es war ein Sonntag, ich erinnere mich genau. Wir, eine Gruppe von Klerikern, waren nach der Messe auf dem Weg zu unseren heiligen Stätten, so wie jeden Sonntag. Plötzlich vernahm ich Stimmen. Es war ein Engelschor, der da sang. Doch als ich in die Gesichter der anderen schaute, war mir eines schnell klar, außer mir hörte niemand den Engelsgesang. So wussten wir, dass ich ein Zeichen erhalten hatte. Also erklärte ich meinen Mitbrüdern, was ich vernommen hatte. Unser Herr, der Bischof Martin war von dieser Welt gegangen. Die Engel sangen und geleiteten ihn mit ihrem Gesang in die Höhe.

Was war passiert? Nun, der heilige Martin war an diesem Tage, dem 8. November 397 in Tours, also weit weg von hier gestorben und ich habe zeitgleich in Köln die Engel gehört und den Tod des heiligen Martin verkündet. Lasst euch also nichts anderes erzählen.

Und wenn ich gerade dabei bin, das Vringsveedel hat nichts mit Kardinal Frings zu tun, sondern mit mir. SEVERINSVIERTEL: Severin. Merkt ihr was? Nur, damit das auch mal geklärt ist.

Bis heute bin ich bin der Schutzpatron dieser Stadt und der Weber, werde bei anhaltender Trockenheit für Regen angerufen. Das ist aber eine andere Geschichte, erzähle ich euch auch demnächst mal.

Leider werde ich nicht mehr so oft angerufen, moderne Zeiten halt. Auch eine Bauernregel über mich gibt es. „Wenn’s Severin gefällt, so bringt er mit die erste Kält“ (23. Oktober)

So, und wenn ihr das nächste mal über die Severinsbrücke rollt oder durch die Südstadt spaziert, dann schadet es nichts, wenn ihr kurz zu mir schaut und mich grüßt, schließlich bin ich euer Stadtpatron.

…ich wache über euch…

Ronald

Rodenkirchen mag ich ja sehr. Immer wenn ich das Kapellchen sehe, muss ich schmunzeln. Weit über 1000 Jahre Geschichte stecken allein in diesem Kirchlein. Die Gegend um es herum lädt zum Spaziergang und noch mehr zum Verweilen ein.

Wie passt da ein Prozess hin, der mehr als drei Menschenleben andauert?

Rodenkirchen gehört ja nun erst seit 1975 zur Stadt Köln, politisch gesehen. Ich weiß, nicht jeder ist da so glücklich drüber. Aber sei es drum, ich finde es besser als die Verhältnisse bis 1798, in denen man Rodenkirchen als „Ausland“ betrachtet.

Die meisten wissen ja, im Mittelalter ist die stolze Stadt Köln frei. Umgeben ist sie aber von Kurkölner Gebiet. Das unmittelbar angrenzende Land gehört der Kurie, sprich den Erzbischöfen von Köln. Das allein ist ja schon nicht leicht, weil das Verhältnis der Kölner Bürger zu den eigenen Erzbischöfen ja meistens, sagen wir, angespannt ist. Tatsächlich setzt Rodenkirchen da noch eins drauf.

Im Jahr 1432 wird Johann von Heinsberg Lehnsherr von Rodenkirchen. Das ist jetzt nicht schlimm. Aber in der Erbfolge fällt Rodenkirchen an Gräfin Elisabeth von Nassau – Saarbrücken. Das wiederum ist schlimm. Die gute Dame ist so weit Weg von Kölner Gefühlen, wie ihr Name sagt. Sie macht genau das, was für eine richtige Kölner Dame nicht denkbar ist: sie heiratet 1472 Herzog Wilhelm III. von Berg und bringt selbstverständlich Ihre Güter als Mitgift in die Ehe mit ein.

Was für ein Gift, diese Mitgift. Rodenkirchen ist ja damit Bergisches Land. Ist das zu fassen? Rodenkirchen ist eine Bergische Enklave, die nicht mal mehr der Rhein von Köln trennt. Köln weiß ja gern den Rhein zwischen sich und unangenehmen Zeitgenossen. Richtig giftig ist dies für die lange gewachsenen Strukturen:

Das Maternus-Kapellchen gehört seit dem Jahr 1233 ganz offiziell dem Kölner Severinstift. Dieser darf bestimmen, wer hier an Alt St. Maternus Pfarrer ist und darf auch die Menge der Abgaben festlegen. Die Abgaben benötige der Pfarrer von den paar Dutzend Einwohnern des Dorfes als Unterhalt für sich selbst. Zudem besitzen die Kartäuser und die Benediktiner von Groß St. Martin nicht unerheblich viel Land in Rodenkirchen, dass sie bewirtschaften und den Ertrag fleißig nach Köln bringen.

Was nützt so ein Besitz einem Herzog von der anderen Rheinseite überhaupt? Ihn und seinem erbenden Schwiegersohn Johann III. von Berg, genannt „der Friedfertige“, stört das erstmal nicht. Die nächste Generation, Herzog Wilhelm V. von Berg, genannt der Reiche, stört das dafür umso mehr. Ihm gehört das Land und allen anderen der Ertrag davon? So wird man nicht reich! Dann diese faktische Entmachtung durch den Severinstift. Das darf nicht sein! Er klagt im Jahr 1550 sein Recht ein.

Wie will man jetzt so eine verzwickte Lage entscheiden? Wie wägt man sowas gerecht ab. Man überlegt, berät sich und streitet und überlegt, berät sich und streitet – ganze 170 Jahre lang. Im Jahr 1720 hat man einen Geistesblitz! Man kommt zu dem Schluss „War doch immer schon so? Warum sollten wir das ändern? Es bleibt einfach wie es ist.“ Warum auch anders, funktioniert doch? Die Kurie gewinnt! Der Pfarrer wird vom Severinstift bestimmt, die Abgaben darf er behalten und die Erträge der fleißigen Kartäuser und Benediktiner werden schön weiter nach Köln gebracht.

Naja, im Jahr 1798 ordnet eine gewaltige neue Macht alles neu, die sich nicht um alte Regeln schert. Die Franzosen nehmen allen einfach alles ab. Die Säkularisation übergibt kirchlichen Besitz an den Fiskus und Rodenkirchen wird von der Bürgermeisterei Rondorf verwaltet. Ätsch….

Michael

En Rudekirche ben ich jo gään. Luuter wann ich et Kapellche sinn, muss ich griemele. Wigg üvver 1000 Johr Historie steche allein en däm Kirchche. De Gägend öm et eröm läd op en Promenad un noch mih op en Rass en.

Wie pass do ene Prozess hin, dä mih wie drei Minschelevve duurt?

Rudekirche es jo no eesch zick 1975 e Stöck vun der Stadt Kölle, politisch gesinn. Ich weiß, nit jeder es do esu glöcklich drüvver. Ävver god, ich finge et besser wie die Verhäldnisse bes 1798. En dä Zigg häld mer Rudekirche för „Usland“.

De mihste wesse jo, em Meddelalder es de stolze Stadt Kölle frei. Ömgevve es se ävver vun Kurkölner Gebiet. Dat Land, dat tirek an Kölle dran litt, gehürt der Kurie, mer kann einfach de Ääzbischöff vun Kölle sage. Dat allein es ja ald nit leicht, weil et Verhäldnis vun de kölsche Bürger zo de eige Ääzbischöff jo miestens, sage mer, jet diffisil es. Ungeloge setz Rudekirche do noch eine drop.

Em Johr 1432 weed der Johann von Heinsberg der Lehnshäär vun Rudekirche. Dat es jetz nit schlemm. Ävver en singer Ervfolg kritt de Gräfin Elisabeth vun Nassau – Saarbrücke dat Dörp. Dat widderöm es schlemm. Dat Frauminsch es esu wigg fott vun kölsche Geföhle, wie singe Name et säht. Et mäht genau dat, wat för e richtig kölsch Mädche nit uszedenke es: et hierod 1472 der Herzog Wellem III. vun Berg und brängk selvsverständlich sing Güter als Metgeff en de Ih met en.

Wat för en Geff die Metgeff es! Rudekirche es jo domet Bergisch Land. Häs de doför Tön? Rudekirche es en Bergische Enklav, die nit ens der Rhing vun Kölle trennt. Kölle weiß jo gään der Rhing zwesche sich un fiese Zigggenosse. Richtig geftig es dat ävver för de lang gewahsene Verhäldnisse:

Et Maternus-Kapellche gehürt zick dem Johr 1233 ganz offiziell bei der Kölsche Vringssteff. Dä darf bestemme, wä hee an Ald Zinter Mätern Pastur es und darf och fassläge wie huh de Avgabe sin. Die Avgabe bruch der Pastur vun dä paar Dotzend Buure un Fescher vum Dörp, öm selv üvver de Runde zo kumme. Zodäm besetze de Kartäuser un de Benediktiner vun Groß Zinter Määtes e god Stöckelche Land en Rudekirche. Dat bestelle se und drage der Ertrag fließig noh Kölle.

Wat nötz esu ene Besetz enem Herzog vun der andere Rhingsigg üvverhaup? In un singe Schwiegersonn, dä erv, der Johann III. vun Berg, genannt „der Friddfäädige“, stürt dat eesch ens nit. De nächste Generation, der Herzog Wellem V. vun Berg, genannt „der Riche“, stürt dat doför ömsu mih. Im gehürt dat Land un der Notze dovun all däe andere? Su weed mer nit rich! Dann die faktische Entmachtung durch der Vringssteff. Dat darf nit sin! Hä klag em Johr 1550 si Rääch en.

Wie well mer jetz esu en vertrackte Lag entscheide? Wie deit mer sujet gerääch avwäge? Mer üvverläg, deit sich berode un strigg un üvverläg, deit sich berode un strigg – ganze 170 Johr lang. Em Johr 1720 hät mer ene Geistesbletz! Mer kütt zom Schluss „Wor doch luuter ald esu? Woröm sollte mer dat ändere? Et bliev einfach wie et es.“ Woröm och anders, et flupp doch? De Kurie gewennt! Der Pastur weed vum Vringssteff bestemmp, de Avgabe darf hä behalde un der Erdrag vun de fließige Kartäuser un Benediktiner weed schön wigger noh Kölle gebraht.

Nojo, em Johr 1798 oodent en gewaltige neu Maach alles neu, die sich nit öm aal Regele kömmert. De Franzuse nemme inne all einfach alles av. De Säkularisation üvvergitt der Besetz vun der Kirch an der Fiskus un die för Rudekirche zoständgie Mairie weed die vun Rondorf. Am Aasch e Trötche…

Mechel

Ihr möchtet schmökern? Hier: www.koelschgaenger.de

Bleibt neugierig!

Heute möchte ich Euch von einem recht unbekannten Kölner erzählen, der aber mit einer kleinen Tat etwas Wichtiges für uns heute hier getan hat.

Ich habe letzte Woche ja geschrieben, dass die Stadt Probleme hatte, um den Rathenauplatz Grundstücke zu erwerben. Der Grund war, dass die Besitzer merkten, dass die Grundstücke, die in einem sumpfigen Gebiet vor der Stadtmauer lagen, durch die Schleifung der Mauer im Wert steigen würden. Von diesem Kuchen wollten sie ein Stück abhaben und trieben die Preise in die Höhe. Damit war es um den Volksgarten, der am Rathenauplatz geplant war, geschehen.

Einen Volksgarten haben wir aber ja nun in der Stadt. Etwas weiter südlich direkt vor der „Neustadt Süd“ liegt er.

Einen großen Anteil daran hat Wilhelm Kaesen. Wilhelm Kaesen ist 1816 in Köln geboren und verdient sein Geld als Kaufmann. Aus heutiger Sicht kann man ihn wohl als „Juniorpartner“ von keinem Geringeren als Johann Heinrich Richartz bezeichnen. Johann Heinrich Richartz hat ja so viel Erfolg mit seinem Handel von Leder und Wildhäuten, dass er uns eher als Kunstmäzen bekannt ist. Immerhin kann er damit das wohlbekannte Wallraf-Richartz-Museum finanzieren.

Nun kann ich schlecht über das Motiv von Herrn Richartz philosophieren. Ich meine aber, dass etwas Selbstlosigkeit dazu gehört, wenn man sein Vermögen für die Kunst hergibt.

Wilhelm Kaesen muss die Art seines Senior-Partners beeindruckt haben. Neben seiner Tätigkeit als Kaufmann, ist Wilhelm Kaesen Mitglied des Rates der Stadt Köln. In dieser Funktion setzt er sich stets für den Abriss der mittelalterlichen Mauer ein, weil Köln Platz braucht. Vor den Toren der südlichen Stadt liegt das Fort IV des inneren Festungsringes, „Erbherzog Paul von Mecklenburg“. Dieses Fort, als eines der ersten im Jahr 1825 von den Preußen fertiggestellt, ist schon vor dem Abriss der Mauer militärisch nutzlos, weil in den 1870’er bis 1880’er Jahren vorgezogene Forts und ein großer Schutzwall gebaut wurden – der äußere Festungsring. Das Areal um das Fort ist längst an viele kleine Landbesitzer verkauft – auch recht nutzlos. Das weiß er. Ab 1886 kauft er daher mehr als 60 kleine Landparzellen den Eigentümern ab, ohne großes Aufsehen darum zu machen. Das kostet ihn 582.000 Mark.

Diese zehn Hektar, die zusammenhängen, sind jetzt natürlich viel mehr wert. Und was macht Wilhelm Kaesen? Er ist ein kölscher Junge, er strebt hier nicht nach dem großen Gewinn. Er überlässt das Grundstück der Stadt Köln, zu dem Preis, den er selbst bezahlt hat. Er macht aber zur Auflage, dass sie um das Fort einen „Garten für jedermann“ anlegen soll.

Die Stadt hält sich daran, fügt sogar noch 5 Hektar bei und legt zwischen 1887 und 1890 den Volksgarten an. Und dieser ist bis heute ein wichtiges Stück Kölner Naherholung. Ein kleiner See, der mit Kähnen befahren werden kann, eine Wasserfontäne, die, wenn sie mal läuft, es auf stattliche 28 Meter Höhe schafft, ein Biergarten, ein kleiner Wasserfall und Steingarten und ein kleines Theater in der ehemaligen Orangerie, die für die kälteempfindlichen Pflanzen im Volksgarten gedacht war, findet man hier neben alten Bäumen, die herrlich anzusehen sind und großen Wiesen zum Sonnen und Picknicken. Ach! Und nach dem Zweiten Weltkrieg haben uns die Schweden das „Haus Gotland“ spendiert, damit hier auch ein Kindergarten stehen kann. – Tack så mycktet, kära Sverige.

Wir alle haben etwas von ihm – alle, bis auf einen. Wilhelm Kaesen stirbt 1877 und erlebt die Fertigstellung 1890 nicht mehr. Doch, einen Nutzen hat er davon. Er wollte etwas bleibendes für Köln schaffen, vielleicht, damit wir ab und an über ihn reden. Das ist ihm gelungen.

Michael

Hügg mööch ich Üch vun enem Kölsche verzälle, dä nit vill Lück kenne, dä ävver met ener kleine Tat, jet Wichtiges för uns hügg hee gedon hät.

Ich han letzte Woch jo geschrevve, dat de Stadt en Brasel kom, wie se öm der Rathenauplatz Grundstöck kaufe wollt. Der Grund wor, dat de Besetzer merkte, dat die Grundstöck, die en enem sumfige Gebeet vür der Stadtmuur loge, durch et Schleife vun der Muur em Wäät steige däte. Vun däm Koche wollte se e Stöckelche avkrige un drevve de Priese en de Hüh. Domet wor et öm der Volksgaade, dä am Rathenauplatz geplant wor, passeet.

Ene Volksgaade han mer ävver jo no en der Stadt. Jet wigger südlich tirek vür der „Neustadt Süd“ litt hä.

Ene große Aandeil dodran hät der Wellem Kaesen. Der Wellem Kaesen es 1816 en Kölle gebore un verdeent sing Moppe als Kaufmann. Hüggzedags dät mer en wall als „Juniorpartner“ vun keinem Geringer wie dem Jan Drickes Richartz bezeichne. Der Jan Drickes Richartz hät jo esu vill Erfolg met singem Handel met Ledder un Weldhügg, dat mer en ihter als Kunsmäzen kenne. Immerhin kann hä domet et Wallraf-Richartz-Museum finanzeere, dat mer hügg noch kenne.

No kann ich schlääch üvver et Motiv vum Herr Richartz philosophiere. Ich meine ävver, dat mer jet selvsloss sin muss, öm si Vermöge för de Kuns herzegevve.

Der Wellem Kaesen muss die Aat vun singem Senior-Partner beendrock han. Nevven singem Berof als Kaufmann, es der Wellem Kaesen Metgleed em Rod vun der Stadt Kölle. En dä Funktion es hä luuter för der Avress vun der Muur usem Meddelalder, weil Kölle Platz bruch. Vür de Pooze vun der südliche Stadt litt et Fort IV vum innere Festungsgöödel, „Erbherzog Paul von Mecklenburg“. Dat Fort, als eins vun de eeschte em Johr 1825 vun de Preuße fäädiggestallt, es ald vürm Avress vun der Muur militärisch unnötz, weil en de 1870’er un 1880’er Johre vürgetrocke Forts un ene große Schotzwall gebaut woodte – der üssere Festungsring. Et Gebiet öm dat Fort es längs an vill kleine Landbesetzer verkauf – och rääch unnötz. Dat weiß hä. Av 1886 käuf hä doher die mih wie 60 kleine Landparzelle de Eigedümer av, ohne groß Opsinn dröm ze maache. Dat koss in 582.000 Reichsmark.

Die zehn Hektar, die zesammehänge, sin jetz natürlich vill mih wäät. Un wat mäht der Wellem Kaesen? Hä es ene kölsche Jung, hä well hee keine Raibach maache. Hä üvverlööt dat Grundstöck der Stadt Kölle, för der Pries, dä hä selvs berapp hät. Hä mäht ävver zur Oplag, dat se öm et Fort ene „Gaade för jeder“ aanläge soll.

De Stadt häld sich draan, deit noch fünf Hektar dobei un läg zwesche 1887 un 1890 der Volksgaade aan. Und dä es bes hügg e wichtig Stöck kölsche Noherholung. Ene kleine Sie, dä met Naache befahre wääde kann, en Wasserfontän, die, wann se ens läuf, et op staatse 28 Meter Hühde brängk, ene Biergaade, ene kleine Wasserfall un Steingaade un e klei Theater en der fröhere Orangerie, die för de Flanze em Gaade gedaach wor, die Käld nit god avkünne, fingk mer hee nevve aal Bäum, die herrlich aanzesinn sin un große Wiese för et Sonne un Picknicke. Ach! Un nohm Zweite Weltkreeg han uns de Schwede et „Haus Gotland“ spendeet, domet hee och ene Kindergaade stonn kann. – Tack så mycktet, kära Sverige.

Mir all han jet vun im – all, bes op einer. Der Wellem Kaesen stirv 1877 un erläv nit, wie der Gaade em Johr 1890 fäädig weed. Doch, eine Notze hät hä dovun. Hä wolllt jet en Kölle schaffe, dat bliev, villleich, domet mer av un an üvver in schwaade. Dat es im gelunge.

Mechel

Alle unsere Beiträge findet Ihr unter www.koelschgaenger.net