Tatspuren sichern, in Ruhe überlegen

Anonyme Spurensicherung nach Sexualstraftaten in Köln

Das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern der Stadt Köln zeigt auf den Infoscreens der U-Bahnstationen der KVB in der Woche von Montag, 30. Mai, bis Sonntag, 5. Juni 2022, einen Infospot, um die Kölner Stadtgesellschaft über das Angebot „Anonyme Spurensicherung nach Sexualstraftaten“ zu informieren.  

Seit Juli 2011 haben Opfer von Sexualstraftaten auch in Köln die Möglichkeit, Spuren gerichtsverwertbar zu sichern, ohne direkt eine Strafanzeige erstatten zu müssen. Eine Gruppe des Kölner Arbeitskreises „Gegen Gewalt an Frauen“ hat in Kooperation mit dem Institut für Rechtsmedizin der Uniklinik Köln ein Verfahren entwickelt, das Betroffenen den Schritt erleichtern soll, auch später noch Anzeige zu erstatten.  

In 2021 haben sich die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. In etwa jedem zehnten Fall wurde auf die gelagerten Spuren zurückgegriffen, um rückwirkend eine Anzeige zu erstatten. Viele Betroffene sind nach einer Vergewaltigung unsicher, ob sie Anzeige erstatten sollen oder nicht. Auch sind sie meist emotional nicht in der Lage, diesbezüglich eine zeitnahe Entscheidung zu treffen. Wichtig für eine spätere Beweisführung ist jedoch, dass mögliche Tatspuren gerichtsverwertbar gesichert werden.  

Die „Anonyme Spurensicherung nach Sexualstraftaten“ ist somit ein wichtiger Beitrag, um die enorme Dunkelziffer bei Sexualstraftaten zu verringern. In welchen Kölner Krankenhäusern eine anonyme Spurensicherung möglich ist, zeigt die Übersichtskarte auf der Internetseite der Stadt Köln. Folgende Krankenhäuser beteiligen sich:

  • Frauenklinik Krankenhaus Holweide
  • Evangelisches Krankenhaus Köln-Kalk
  • Krankenhaus Porz am Rhein
  • Universitäts-Frauenklinik
  • Evangelisches Krankenhaus Köln-Weyertal und das Heilig Geist-Krankenhaus Longerich  

Die „Anonyme Spurensicherung nach Sexualstraftaten“ ist für die Betroffenen selbstverständlich kostenlos. Doch nicht nur die Kostenfreiheit, sondern auch die Bekanntheit ist ein wichtiger Faktor dieses Angebots. Die „Anonyme Spurensicherung nach Sexualstraftaten“ soll für Betroffene sexualisierter Gewalt ein Signal setzen, dass sie Anspruch auf Hilfe haben, auch wenn sie den Schritt zur Polizei erst später schaffen. Zusätzlich wird so die Möglichkeit zu fachlicher Beratung und Unterstützung für die Bewältigung dieser Krisensituation geboten. Alle Informationen zur „Anonyme Spurensicherung nach Sexualstraftaten“ in Köln finden Sie auf: www.notruf-koeln.de/ass. Die „Anonyme Spurensicherung nach Sexualstraftaten“ in Köln wird mit finanzieller Unterstützung durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW durchgeführt.

Krankenhäuser mit Spurensicherung nach Sexualstraftat in Köln

Notruf und Beratung für vergewaltigte Frauen

(Text: Stadt Köln/ PI/ Robert Baumanns)