Verwaltung empfiehlt Brücke zur Querung des Verteilerkreises Süd

Die Verwaltung legt dem Verkehrsausschuss in seiner Sitzung am Dienstag, 21. November 2023, einen ergänzenden Planungsbeschluss zur StadtBahn Süd mit der Empfehlung vor, die Planung einer Brückenvariante über den Verteilerkreis Süd mit Erhalt des Kunstwerks „Standortmitte“ weiterzuführen und keine weiteren Untersuchungen der Varianten für eine Unterfahrung durchführen zu lassen.  

Der Rat der Stadt Köln hatte im Frühjahr 2023 die grundsätzliche Linienführung für die Verlängerung der Nord-Süd Stadtbahn von der geplanten Endhaltestelle „Arnoldshöhe“ der dritten Baustufe der Nord-Süd Stadtbahn bis nach Meschenich-Süd beschlossen. Damit verbunden wurde die Verwaltung beauftragt, mindestens drei Gestaltungsvarianten für das Brückenbauwerk über den Verteilerkreis Süd zu entwerfen und eine Kurztunnelvariante für die Unterfahrung des Verteilerkreises Süd zu prüfen.  

Um den besonderen Anforderungen an die städtebauliche Gestaltung, den Verteilerkreis Süd und das Kunstwerk Standortmitte gerecht zu werden, wurde seitens des Generalplaners Schüßler Plan/Lindschulte das auf Brückenbauwerke spezialisierte und international renommierte Büro „Knight Architects“ aus London hinzugezogen. Das Büro hat sich intensiv mit der Situation vor Ort auseinandergesetzt und vier Entwürfe entwickelt, die sich alle durch eine leichte, filigrane Brückengestaltung auszeichnen. Drei der Entwürfe integrieren das Kunstwerk „Standortmitte“, eine vierte Variante formuliert die Brücke als eigenständiges Objekt im städtischen Raum bei gleichzeitigem Rückbau des Kunstwerkes und trägt den Anforderungen an eine optimale Trassierung stärker Rechnung.  

Die Vor- und Nachteile der Varianten wurden unter anderem im Hinblick auf Trassierung, Wirtschaftlichkeit, Auswirkungen auf Stadtbild, verkehrliche Situation, Umwelt, Trinkwasserschutz und die Planungs- und Bauzeiten bewertet. Alle Varianten sind nach den allgemeinen urheberrechtlichen Regeln zulässig. Seitens der Verwaltung wird empfohlen, mit Variante 1, die eine Koexistenz von Stadtbahn und Kunst anstrebt, als bevorzugten Brückenentwurf weiter zu planen. Diese Variante ist zudem aus wirtschaftlicher Sicht und aus Sicht des Trinkwasserschutzes eine sehr geeignete Option.  

Die gutachterliche Prüfung des Kurztunnels kommt zu dem Ergebnis, dass alle Tunnelvarianten ein nicht tragbares Risiko für die Trinkwassergewinnung des Wasserwerks Hochkirchen mit sich bringen würden. Beim Bau eines Tunnels wäre im Vergleich zur Brücke ein zehnfach größerer Flächeneingriff in die das Trinkwasser schützende Deckschicht erforderlich. Zudem könnte im Betrieb nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass durch Alterung des Bauwerks beziehungsweise der Baustoffe, durch Änderung der Umweltrandbedingungen, durch Havariefälle wie Unfall, Brand oder Starkregen entsprechende Gefährdungen auftreten würden. Nach weiterer Gremienbeteiligung soll der Rat am Donnerstag, 7. Dezember 2023, über die Vorlage entscheiden.

(Text: Stadt Köln/Robert Baumanns)