In der heutigen Zeit fällt es eigentlich
schon gar nicht mehr auf, wie viele
Menschen schwer hören. Ein sehr laut
eingestellter Fernseher, laute Musik
oder häufi ges Nachfragen zum Verständnis
alltäglicher Unterhaltungen
sind heute fast normal. Schwerhörigkeit
bei Kindern, der Hörsturz und die
Altersschwerhörigkeit sind heute keine
Zauberwörter mehr. Bei Kindern ist es
gar nicht so selten. Wird jedoch das
Problem nicht rechtzeitig durch einen
HNO-Arzt diagnostiziert, kann sich das
Kind in Sprachvermögen und Sozialverhalten
nicht richtig entwickeln
und hat dadurch oft Schwierigkeiten
im Kindergarten und in der Schule.
Typischerweise verschlechtert sich
das Gehör im Normalfall nur langsam
und für die meisten Menschen zunächst
unmerklich. Sie selbst haben
sogar das Gefühl, gut zu hören, und
es sind immer »die Anderen«, die zu
sehr nuscheln und nicht mehr deutlich
sprechen. Meist fällt es dem Umfeld
auf, dass Fragen öfter wiederholt
oder die Betroffenen nochmals direkt
nachfragen und darum bitten, lauter
angesprochen zu werden. Gruppengespräche
werden schwer und oft
als unschön empfunden. Dann heißt
es, die Umweltgeräusche sind schuld,
doch oft liegt es daran nicht. Hörminderung
kann durch viele Gründe
hervorgerufen werden und eine regelmäßige
Kontrolle ist in jedem Alter
wichtig. Auch sollte man keine Angst
vor einer eventuellen Notwendigkeit
der Hörgeräteversorgung haben.
In der heutigen Zeit sind diese fast
unsichtbar und bieten neben einer
App-Unterstützung eine Möglichkeit,
Musik oder Podcasts und den
Fernseh-Ton direkt ins Ohr zu
streamen. Gunnar Klee von
»Die Hörakustiker« kennt sich
darin bestens aus. »Ich bin
schon lange in diesem Geschäft
und merke, dass viele
schwerhörige Personen
noch immer Angst haben,
es sich einzugestehen, dabei
würden sie sich selbst den
größten Gefallen tun. Durch
Schwerhörigkeit isoliert man
sich aus der Gesellschaft und das
muss nicht sein«. Er kommt aus dem
Kölner Süden und ist wie sein Kollege
Timo Schmidt Hörakustikmeister.
Zusammen haben sie sich mit einem
Fachgeschäft in Rondorf selbstständig
gemacht. »Zu uns kommen Jung
und Alt. Viele kommen einfach so, zu
einem Hörtest. Oft besteht gar kein
Bedarf. Wenn aber doch, zeigen wir,
dass ein Hörgerät nichts Schlimmes
ist. Die modernen Geräte sind in der
Handhabung kinderleicht und gesehen
werden diese oft nicht.«