Was ist in Köln im Frühling los?

Was ist in Köln im Frühling los?

Jetzt wird es wieder bunt und mit großen Schritten geht es in den Frühling. Man merkt förmlich, wie alle mit den Füßen scharren und den Corona-Blues hinter sich lassen möchten. Wir alle wollen wieder unbeschwert Freude erleben, uns mit Freunden treffen, und so hoffen wir auch, dass es die letzte Pandemieprobe war, auf die wir gestellt wurden. Wir alle freuen uns auf den Frühling, der kalendarisch am 20. März, um genau 16:33 Uhr beginnt und wie bekannt nach dem Stand der Sonne errechnet wird. Die sogenannte „Tagundnachtgleiche“, wenn die Sonne senkrecht über dem Äquator steht, ist das Startzeichen für die erste Jahreszeit. Ob das Wetter dann natürlich schon perfekt frühlingshaft sein wird, können wir nicht versprechen. Fest steht aber: Es wird wieder wärmer.

Zur Stillung unseres Tatendrangs haben wir einmal ein paar Dinge in der Stadt herausgesucht, die es zu erleben gibt.

Was hat ein Graffitikünstler mit dem Mittelalter zu tun? Jede Menge

Im Museum Schnütgen gibt es dazu eine Sonderausstellung: „Harald Naegeli in Köln – Sprayer und Zeichner“. Dort werden in der Zeit vom 09.03.- 12.06. die Bezüge zum Mittelalter deutlich, derer sich der international renommierte Künstler immer wieder bedient. Dabei war die Begegnung von Künstler und Stadt mit unterstützender Anerkennung als auch mit Gegenwehr auf die Interventionen des Künstlers behaftet. Denn Naegeli verewigte sich Anfang der 1980er Jahre auf Tiefgaragen, auf Brückenpfeilern, Hauswänden, Treppen und Mauern der Stadt. Seine Kunst war dabei weder käuflich noch genehmigt und das hatte unterschiedliche Folgen. Er war übrigens einer der ersten Street-Art-Künstler Kölns. Weitere Informationen auf www.museum-schnuetgen.de

 

Das digitale Gedächtnis und unsere Bilder vom Menschen

Am Dienstag, den 15.03.2022 um 18 Uhr gibt es im Rahmen der Ausstellungen: „Vergiss es! Nicht. Vom Erinnern und Vergessenwerden“ eine kostenlose Veranstaltung im Historisches Archiv der Stadt Köln, Eifelwall 5. Die Professorin Dr. Christiane Woopen hält einen Vortrag über „Das digitale Gedächtnis und unsere Bilder vom Menschen“. Natürlich ist eine Anmeldung erforderlich unter AnmeldungArchiv@stadt-koeln.de. Weitere Termine sind unter anderem am 22.03. um 18 Uhr „Vor der eigenen Haustür das Gestern im Heute entdecken!“. Kinder und Jugendliche auf historischer Spurensuche im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten vorgetragen von Gabriele Woidelko oder am 03.05. um 18 Uhr „Vergessenwerden – Fluch oder Segen? Archive und die Herausforderungen unserer digitalen Zeit“ mit Dr. Julia Krämer-Riedel. Unter vergissesnicht.de sind weitere Veranstaltungen nachlesbar.

Am Eierplätzchen Kultur erleben

Jedes Veedel hat einen Platz, um sich zu treffen. Dort stehen meist viele Bänke bzw. ist durch seine zentrale Lage ein idealer Platz für ein geselliges Beisammensein unter freiem Himmel. Das Eierplätzchen in der Südstadt ist so einer. Ein ganz Besonderer, um genau zu sein. Für viele ist der Kreisverkehr in der Nähe des Römerparks, der Kunsttreff, der Musikszenen-Stützpunkt und Dreh- und Angelpunkt der Südstadt. Im Frühling und Sommer wird hier die Sonne genossen und den Künstlern über die Schulter geschaut, wenn diese zeichnen. Bei schönem Wetter ist das Eierplätzchen in der Mainzer Straße von Jung und Alt besucht und nicht selten packt jemand ein Musikinstrument aus, um  die Gäste des Platzes zu unterhalten. Hier steht übrigens auch ein offener Bücherschrank, an dem immer wieder tolle Lesungen stattfinden im öffentlichen Raum.

 

Kunstsonntag in der Wachsfabrik

„Die rund zwanzig Ateliers in der Rodenkirchener Wachsfabrik vertreten bis heute die romantische Idee von der künstlerischen Arbeit in Gemeinschaft, Idylle, Ruhe und Freiheit.“ Zitat Jürgen Kisters, so steht es auf der Internetseite der Wachsfabrik und so ist es auch. Hier in der Industriestraße 170, 50999 Köln, wohnen, leben und arbeiten die unterschiedlichsten Menschen und einmal im Monat öffnen sie am ersten Sonntag ihre Türen und laden zum Kunstsonntag in der Wachsfabrik ein.  Zwischen 14 und 18 Uhr sind ein Großteil der Ateliers geöffnet und die Künstler freuen sich auf die Besucher und persönliche Begegnungen. Bei schönem Wetter kann man sogar Glück haben, dann heißt es sogar zusätzlich noch „Lesen unter Bäumen“ oder „Musik unter den Bäumen“, dazu muss man sich allerdings auf kunstzentrum-wachsfabrik.de anmelden.

 

Südstadt-Flohmarkt

Seit über 25 Jahren wird auf dem Parkplatz vor dem Tierheim und der Fortuna Sportanlage bei Wind und Wetter der Südstadt-Flohmarkt am ersten Sonntag im Monat von 11 – 18 Uhr mit weit über 300 Händlern durchgeführt. Antiquitäten, Raritäten, Second-Hand, alte Platten, Vasen und Gläser, hier gibt es nichts was es nicht gibt, nur eins wird vermieden, Neuware. Wenn dieser Markt stattfindet, scheint es, dass ganz Köln auf den Beinen ist. Darum solltest Du Dein Auto auch immer ordentlich parken, damit Du weder abgeschleppt noch später eine Knolle hast.

 

Der Rheinauhafen, die Architektur, die Skateboarder und die Außenterrassen

Egal, ob man spazieren geht, sich die Architektur anschauen möchte oder ein Abendessen mit Rheinblick genießen will. Der Rheinauhafen bietet sich dafür an und im Rheinauhafen ist immer etwas los. Der Rheinauhafen ist einfach ein Anziehungspunkt mit Gegensätzen. Der Skatepark Kap686, die Salsa Nachmittage bei Sonnenschein oder der regelmäßig stattfindende Lifestyle-Markt, Überraschungen gibt es genug, um in urbaner Atmosphäre das schöne Wetter stylisch zu genießen. Ein Nachteil, das Parkhaus ist unverschämt teuer, darum ist es ratsam, entweder mit dem ÖPNV oder mit dem Rad zu kommen.

 

Neue Frauenbewegung und feministische Kunst präsentiert das Frauenmuseum

Mit der interdisziplinären Ausstellung WIR SIND! Neue Frauenbewegung und feministische Kunst präsentiert das Frauenmuseum, Im Krausfeld 10 -53111 Bonn, die Erfolgsgeschichte feministischer Bewegungen in Gesellschaft und Kunst. Ausgehend von den 70ern bis zum Ende der 1980er Jahre werden Aufbrüche, Wendepunkte und nachhaltige Veränderungen aufgezeigt. Der zeithistorische Ausstellungsteil entwickelt, dass Frauen an den Umbrüchen nach 1968 in besonderer Weise beteiligt waren. Unter der Losung „Das Private ist politisch!“ gingen sie daran, eigene Frauenräume und eine Frauenöffentlichkeit zu schaffen. Ab 1971 mobilisierte der Kampf gegen §218 weite Kreise. Das Thema Gewalt gegen Frauen wurde aus den patriarchalen Ecken und Betten familiärer Heimlichkeiten gerissen. Lesben-Gruppen gründeten sich ebenso wie autonome Frauenzentren, Frauenverlage und -buchhandlungen und vieles mehr. WIR SIND! versammelt Werke aus den Bereichen Video, Performance, Fotografie, Skulptur, Installation, Collage und Malerei. Präsentiert werden Arbeiten aus der hauseigenen Sammlung, den Depots der Künstlerinnen sowie öffentlichen wie privaten Leihgaben. Weitere Informationen finden Sie unter www.frauenmuseum.de