„Was lange währt, wird endlich gut!“ in der Flüchtlingsunterkunft Ringstraße

Dr. Ellen Behnke berichtet:

Vorstellung der Gemeinschaftsräume in der Flüchtlingsunterkunft Ringstraße
am 25. 10. 2017 15.00 Uhr in der Unterkunft Ringstraße

Würdigung der ehrenamtlichen Arbeit
Anwesende: Herr Ludwig, Leiter Amt für Wohnungswesen der Stadt Köln
Dr. Ellen Behnke WiSü Orgateam
Monika Wilke, Ehrenamtskoordinatorin für Flüchtlingshilfe der Diakonie Michaelshoven und WiSü-­Orgateam
Dagmar Buchwald, Heimleitung und Leiterin Sozialdienst Unterkunft Ringstraße
Melanie Köroglu, Unternehmenskommunikation, Diakonie Michaelshoven
Carlos Stemmerich Ehrenamtskoordinator der Diakonie Michaelshoven
Ehrenamtlich Tätige bei WiSü

„Was lange währt, wird endlich gut!“
Während in der Gesellschaft und in der Politik immer noch kontrovers darüber diskutiert wird, was die Flüchtlinge mit Deutschland machen, geht das Leben an der Basis weiter.
Die Umsetzung unserer Idee, einen Pressetermin mit Herrn Ludwig, Leite des Wohnungsamtes der Stadt in der Flüchtlingsunterkunft, Ringstraße zu machen, war uns von WiSü sehr wichtig. Denn wir und alle Ehrenamtlichen von WiSü möchten ihm für sein gehaltenes Versprechen, während der Bürgerinformationsversammlung im Rodenkirchener Gymnasium am 29. Februar 2016, hier in der Unterkunft Räume für das ehrenamtliche Engagement zur Verfügung zu stellen, danken. Somit hat er als
Hauptamlicher Raum für ein Miteinander ermöglicht.
Dank seiner Unterstützung und mit einer gewissen Portion Ausdauer und Hartnäckigkeit unsererseits wurden die notwendigen sicherheitsrelevanten Baumaßnahmen zur Nutzung der Räumlichkeiten im A-­Gebäude an der Ringstraße umgesetzt. Nun freut sich WiSü, seit gut einem halben Jahr, die 7
Gemeinschaftsräumen sowie zwei zusätzliche Räume für die WiSü-­ Fahrradwerkstatt im Keller nutzen zu dürfen. Von den Bewohnern der Unterkunft wird die Fahrrad-­Werkstatt sehr gerne angenommen und erfreutsich großer Beliebtheit.

2016 sind wir mit der WiSü Fahrradwerkstatt zuerst im Jugendzentrum Weiß gestartet. Hier fehlten vor allem Lagermöglichkeiten für die gespendeten Fahrräder. Mit dem „WiSümobil“ einem zur mobilen Fahrradwerkstatt umgebauten Lastenfahrrad, haben wir zunächst die Unterkunft Turnhalle
Mainstraße angefahren, die bis Mai 2017 wechselnd mit ca. 200 Menschenbelegt war. Mit Hilfe der Bewohner haben wir die Fahrräder verkehrssicher repariert und fahrtüchtig gehalten. Seit Juni sind wir nun in der Ringstraße.
Das Fahrrad wird neben der Bewegungsmöglichkeit auch für den täglichen Weg zur Schule und zu den Integrationskursen genutzt. Gleichzeitig finden Menschen der Unterkunft eine Aufgabe durch das Mithelfen bei der Reparatur der Fahrräder. Auch die einzelnen Bestandteile des Fahrrades und
deren Funktionen werden ebenso wie die Verkehrsregeln erklärt.

Ein weiteres Angebot von WiSü in den Gemeinschaftsräumen der Unterkunft Ringstraße ist die wöchentlich stattfindende Handarbeits-­AG, die sich ebenfalls großer Beliebtheit erfreut. Von WiSü ins Leben gerufen, fand die Handarbeits-­AG zunächst in den Räumen des Gymnasiums Rodenkirchen
statt, nun wird seit etwa einem halben Jahr hier geschneidert und genäht und Kleidung und Dekorationen für die Räumlichkeiten angefertigt. Zahlreiche Frauen und auch einige Männer aus unterschiedlichsten Herkunftsländern verbindet die Begeisterung für’s Nähen. Verschiedene Sprachen stellen kein Problem dar, mit Nähmaschinen, Nadel und Stoff können alle umgehen, darüber kann man sich verständigen. Gemeinsame Sprache ist deutsch. Manche waren in ihren Heimatländern als Schneider oder Näherinnen berufstätig. Die Möglichkeit, selbst etwas herzustellen, kreativ zu sein, etwas
Sinnvolles und auch Vertrautes tun zu können, ist sehr wichtig für die Menschen hier in dieser Situation. Es gibt ihnen einen Teil ihre Autonomie zurück.
In Kürze wird die Handarbeits-­AG sogar erweitert, da das Angebot einen so starken Zulauf hat.
Einen weiteren Bereich bildet die Sprachförderung.

In Kooperation mit der Diakonie Michaelshoven und den Ehrenamtlichen der Diakonie werden hier in
mehreren Kursen ehrenamtliche Sprachkurse mit unterschiedlichen Levels angeboten. Auch Unterstützung der Menschen, die bereits in den Integrationskursen sind wird von der Sprachförderung geleistet. Z.B. als Einzelhilfe beim Verstehen der tagsüber gelernten Inhalte in den Integrations-­
oder Sprachkursen oder Nachhilfe für Schüler.

Darüber hinaus bieten Ehrenamtliche für Kinder und Jugendliche Fußball an sowie seit kurzem ein Musiktreff mit selbstgebauten Cajon und von Bürgern gespendeten, sowie von den Bewohnern mitgebrachten Musikinstrumenten. Dies ist nur ein Teil des ehrenamtlichen Engagements von WiSü, angefangen bei der ersten Begegnung im Café Fuga, entwickelt sich hier oft aus dem
Kontakt zwischen Ehrenamtlichen und Geflüchteten, die Begleitung und letztendlich die Unterstützung für das Leben in Deutschland. Die meisten Fragen drehen sich um die Unterstützung bei der fast aussichtslosen Wohnungssuche, Möbelsuche, Tipps zum Verbraucherschutz, Formulare
ausfüllen, Schulplätze und Schulplatzwechsel, fehlende Kitaplätze, Erklärung des Amtsdeutsch von Bescheiden, Begleitung zum Amt oder Arzt, Deutschland erklären.

WiSü möchte die heutige Gelegenheit nutzen, allen Ehrenamtlern von ganzem Herzen für Ihr unermüdliches, und häufig schon mehrjähriges Engagement zu danken. Ob sie nun unter der WiSü-­Flagge tätig sind oder für die Diakonie spielt für uns keine große Rolle. Für WiSü ist das gemeinsame
Ziel von Bedeutung. Wir alle möchten den Menschen, die zu uns geflüchtet sind, helfen, ein weitgehend selbstständiges Leben in Deutschland in einer Atmosphäre des respektvollen Miteinanders führen zu können.
Um dieses Ziel gemeinsam zu erreichen, ist ein Umgang voller Respekt und Wertschätzung
untereinander und zwischen hauptamtlich und ehrenamtlich Tätigen unabdingbar.
Anhand dieses gelungenen Beispiels für gemeinschaftliche Projekte zwischen Haupt-­ und Ehrenamt, erhoffen wir, Herrn Ludwig und andere Entscheider dazu zu motivieren, neben dem dringend notwendigen Bau von geförderten Wohnungen Räume für ähnliche gemeinsame Projekte von
Ehrenamt und Hauptamt für ein Miteinander zu schaffen.

Dr. Ellen Behnke und Monika Wilke
Wisü-­Orgateam
info@wisue.de
Weitre Informationen finden sie unter www.wisue.de