Wie Maternus nach Rodenkirchen kam

In Stein gemeißelt, von den meisten unbeachtet, begrüßt er stumm die Spaziergänger am Rheinufer. Vielem im Veedel gibt er einen Namen – dem Wahrzeichen Rodenkirchens, dem Kapellchen „Alt St. Maternus“, dem großen Platz im Zentrum, einer angrenzenden Straße, der neueren Kirche auf der Hauptstraße, zwei Seniorenzentren im Ort und einer urigen Kneipe am gleichnamigen Platz: Der heilige Maternus.

In einer Wandnische an der Treppe herunter zur „Alten Liebe“ steht er majestätisch! Der erste (historisch überlieferte) Bischof Kölns, der den Quellen nach auch Bischof von Trier und Tongeren, der ältesten Stadt Belgiens, war. Deshalb trägt er nicht nur eine Mitra auf dem Kopf, sondern zwei weitere auf den Händen. Da nach seinem Tod alle drei Städte seine Reliquien beanspruchten, ließ man ein Gottesurteil fällen. So wurde der Leichnam Maternus‘ auf einem Nachen in die Mitte des Rheins gezogen und seine sterblichen Überreste sollten denen zustehen, wo Maternus anlandete. Der Kahn trieb zunächst naturgemäß stromabwärts, drehte dann plötzlich wie von Geisterhand, schwamm gegen den Strom Richtung Trier und strandete in Rodenkirchen. Genau an der Stelle, wo der Leichnam an Land trieb, wurde „das Kapellchen“ Alt St. Maternus erbaut.

Eine Vielzahl von Legenden ranken sich um den heiligen Maternus, zahlreiche Bildzeugnisse finden wir in ganz Köln.

In Rodenkirchen steht der „Schutzheilige in Wassernöthen“ in einem 4 ½ Meter hohen Bildstock in der Hochwasser-Schutzwand an der „Alten Liebe“ sowie in einer Wandnische im oberen Teil des dem Rhein zugewandten Chors des Kapellchens am Leinpfad. Dort sehen wir den heiligen Maternus als wunderbares Relief, in seinem Kahn stehend gegen die Wellen kämpfen, bevor er am Fuße des Kapellchens an Land trieb.

Ihr wollt mehr wissen? Auskunft gibt gerne Elke Hecker, www.blickpunkt-koeln.de