Gerade in Zeiten von COVID-19 bietet das Grillen im eigenen Garten eine
willkommene Ablenkung. Nicht selten kommt es durch den Einsatz von Spiritus
und anderen flüssigen Brandbeschleunigern zu schwerwiegenden Grillunfällen.
Insbesondere Kinder sind aufgrund ihrer Körpergröße gefährdet. Die Folgen:
großflächige Verbrennungen am Körper und extrem einschneidende seelische
und physische Spätfolgen.Der Bund der Versicherten macht deutlich, dass Personen, die Spiritus zum Grillen nutzen
oder die Verwendung von flüssigen Brandbeschleunigern nicht verhindern, bei einem Unfall
haften (laut Oberlandesgericht Hamm (Az.: 9 U 129/08).
Adelheid Gottwald, Vorsitzende von Paulinchen e.V. betont: „Grillunfälle mit
Brandbeschleunigern sind extrem schwerwiegend, da die hohen Flammenwände besonders
Kinder, die auf Augenhöhe zum Grill stehen, großflächig erfassen. Leider sind sich die
Grillenden meist nicht bewusst, welche gravierenden Folgen der Einsatz von Spiritus beim
Grillen haben kann.“
Dr. Ingo Königs, Facharzt für Kinderchirurgie aus Hamburg und Vorstandsmitglied des
Arbeitskreises „Das schwerbrandverletzte Kind“ erklärt: „Jedes Jahr sehen wir in der Klinik
Kinder mit schwersten Brandverletzungen nach Grillunfällen.“ Er fordert: „Machen Sie sich der
Gefahr bewusst und schützen Sie sich und andere! Grillunfälle sind zu 100 % vermeidbar.“

Tipps zum sicheren Grillen:
• Grill kippsicher und windgeschützt aufstellen.
• Niemals flüssige Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin verwenden – weder zum
Anzünden noch zum Nachschütten – Explosionsgefahr!
• Feste, geprüfte Grillanzünder aus dem Fachhandel verwenden.
• Grill stets beaufsichtigen.
• Kinder nicht in die Nähe des Grills lassen – Sicherheitsabstand von 2 bis 3 Metern!
• Grill nicht von Kindern bedienen oder anzünden lassen.
• Kübel mit Sand, Feuerlöscher oder Löschdecke zum Löschen des Grillfeuers bereithalten.
• Brennendes Fett niemals mit Wasser, sondern durch Abdecken löschen.
• Nach dem Grillen das Grillgerät weiter beaufsichtigen, bis die Glut vollständig auskühlt ist.
• Nicht in geschlossenen Räumen grillen und den Grill niemals zum Auskühlen ins Haus
stellen – Vergiftungsgefahr!
• Heiße Grillglut nach dem Grillen am Strand nie im Sand vergraben – die Kohle bleibt noch
tagelang glühend heiß – Kinder ziehen sich immer wieder schwere Verbrennungen zu, weil
sie in die Glut hineinkrabbeln/-treten oder -fallen.
• Einmalgrills am Strand mit Wasser löschen und abkühlen – auch den Sand unter dem Grill!
Weitersagen!
Je mehr Menschen sich aktiv an der Aufklärungsarbeit beteiligen, umso weniger Grillunfälle wird
es geben. Der Präventionsfilm von Paulinchen e.V. gibt anschauliche Tipps zum sicheren Grillen.
Jeder ist aufgerufen, in seinem Umfeld vor dieser so häufig unterschätzten Gefahr zu warnen.

Weitere Informationen über www.paulinchen.de