„Wir holen die Kultur zurück“
Protest in Zollstock mit Straßenmusik

Straßenmusik, wo ist sie geblieben? – Anwohner und Geschäftsleute in der Innenstadt fühlen sich genervt, zu laut und zu viel ist die Argumentation. „Straßenmusik gehört zum Stadtbild“, sagen die Straßenmusiker, die auf das Geld angewiesen sind. Schon lange schwelt hier ein Konflikt und zu verstehen sind beide Seiten. Was tun? Mitte Juni hat der Stadtrat entschieden: Es muss ruhiger werden in Sachen Straßenmusik. Das Wirken der Straßenmusiker wurde extrem begrenzt. Nur wenige Standorte sind erlaubt, die Entfernung der Musiker untereinander und die erlaubte Lautstärke sind genau festgelegt. Sensoren messen den Schall, bei Zuwiderhandlungen wird das Ordnungsamt informiert.

Straßenmusiker wehren sich – „Wir holen die Kultur zurück“

Unter den Straßenmusikern formiert sich Widerstand. Das Duo Anyway formulierte es beim Protestauftritt in Zollstock ganz klar: „Wir holen die Kultur zurück, Straßenmusiker gehören einfach zum Stadtbild.“ Früher sei Köln ein Mekka für diese Künstler gewesen, „heute wird Köln von ihnen gemieden.“ Zum Statement wurde Musik gemacht, dezent und ohne Verstärker, aber mit Gitarrenkasten für die obligatorische Spende. Schnell sammelten sich einige Menschen und freuten sich über das für Zollstock ungewöhnliche Konzert, hörten zu und zogen dann weiter. Beschwerden gab es übrigens keine. Nach 30 Minuten war die ganze Sache auch schon vorbei. Einhelliges Fazit: Die Zollstocker wünschen sich öfter eine solche musikalische Einlage. Mögen die Spiele doch wieder beginnen. (kgs)