Stadt Köln und Partner bauen Pflege-und Unterstützungssysteme weiter aus

Angesichts der besonderen Herausforderungen in den Pflegeeinrichtungen ist die Stadt Köln bestrebt, die medizinischen, pflegerischen und sorgenden Unterstützungssysteme für Kölnerinnen und Kölner nicht zu überlasten. In den nächsten Wochen ist die größte Herausforderung, das medizinische Intensiv-Versorgungssystem bestmöglich zu nutzen. Dies gilt für die kritischen Verläufe in dieser am meisten gefährdeten Personengruppe, ebenso wie für jeden, der ganz unabhängig von Corona plötzlich eine Intensivversorgung benötigt, wegen eines Unfalls, eines Herzinfarktes oder anderen schweren Erkrankungen.

Neben der Schaffung von ergänzenden Krankenversorgungssystemen für leichte Corona-Verläufe durch die Stadt Köln mit dem geplanten Behandlungszentrum Covid-19 bedarf es eines funktionierenden Pflegesystems. Insbesondere ein funktionierendes Kurzzeitpflegesystem ist aktuell unverzichtbar. Dieser Herausforderung hat sich die Stadt Köln bereits vor der Corona-Krise mit großer Tatkraft gemeinsam mit den Kliniken und Pflegeeinrichtungen gestellt. Die Fachkräfte in den verschiedenen Wohnformen unterstützt die Stadt Köln bei ihrer wichtigen Arbeit seit einiger Zeit intensiv durch Beratungen und Schulungen, um mit dieser speziellen Viruserkrankung noch besser umzugehen.

Um pflege- und unterstützungsbedürftigen Menschen in Köln sichere Systeme außerhalb von Krankenhäusern bieten zu können, wird die Stadt Köln gemeinsam mit den Kölner Fachleuten bedarfsgerecht geschlossene Tagespflegeeinrichtungen herrichten und für die Kurzzeitpflege umgestalten. Ein erstes Modell wird so unverzüglich 19 Kurzzeitpflegeplätze schaffen. Bereits in der vergangenen Woche konnten diese Überlegungen gemeinsam mit den Experten der Diakonie Michaelshoven weiterentwickelt werden und gehen bereits ab dem morgigen Montag, 6. April 2020, in die Umsetzung.

Die Diakonie Michaelshoven wird das Haus Simeon wieder als stationäre Pflegeeinrichtung herrichten. Insgesamt entstehen dort in kürzester Zeit 96 zusätzliche Einzelzimmer, die ersten 30 schon innerhalb der nächsten drei Wochen.   Die Stadt Köln ist dankbar für die Bereitschaft, den Neubau einer Reha-Klinik aufzuschieben, um die Kölner Kapazitäten in der stationären Versorgung pflegebedürftiger Menschen ohne kritischen Corona-Krankheitsverlauf auszuweiten.

Ziel ist es, so vielen Menschen wie möglich eine funktionierende Quarantäne in ihrem Lebensraum, notfalls in einem Kurzzeitpflege-Setting in Haus Simeon zu ermöglichen, und damit eine Überweisung in Krankenhäuser so lange wie möglich zu vermeiden.

Mit einer 80-prozentigen Einzelzimmerquote nach Wohn- und Teilhabegesetz (WTG) bieten die meisten Pflegeheime in Köln sehr gute und ausreichende Isolationsmöglichkeiten, die eine Quarantäne und Versorgung vor Ort sicherstellen. Mit diesen Einzelzimmern können sie im Fall einer Erkrankung, Mitbewohnende und Mitarbeitende gut vor einer Ansteckung schützen. In Doppelzimmern gelingt diese Isolation nur, wenn beide Bewohner oder Bewohnerinnen krank sind (so genannte Isolationskohorten).

Bei manchen Menschen, wie beispielsweise Personen mit einer demenziellen Veränderung oder einer Autismus-Spektrum Einschränkung ist es darüber hinaus nur schwer vorstellbar, sie den ganzen Tag in einem Zimmer zu isolieren.

Für all jene Menschen werden mit Haus Simeon ergänzende Kapazitäten geschaffen, die eine zielgruppenspezifische Begleitung spezieller, außerhalb von Corona bestehender Unterstützungsbedarfe ermöglichen und gleichzeitig eine Isolation sicherstellen, insbesondere durch Einzelzimmer. Um gemeinsam mit den Fachleuten der Diakonie für diese Menschen da zu sein, werden zudem ständig zusätzliche Pflegefachkräfte gesucht.

(Text:Stadt Köln – Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit;Inge Schürmann)