Verträge für Interimsstandorte sind unterzeichnet – Neubau an der Hauptstraße

Während der Zeit des Abbruchs und Neubaus des Bezirksrathauses Rodenkirchen an der Hauptstraße 85 werden die Verwaltung und die Bezirksvertretung Rodenkirchen an zwei Ausweichstandorten zu finden sein. Die entsprechenden Verträge für die nahe gelegenen Interimsstandorte wurden nun unterzeichnet. Es handelt sich um ein Objekt an der Industriestraße 161. Dieses soll durch den Eigentümer möglichst ab 1. Oktober 2020 zur Verfügung gestellt werden. Das zweite Objekt liegt an der Mannesmannstraße 10. Dieses ist zur Nutzung ab 1. Dezember 2020 vorgesehen.

Die Umzüge der bisherigen Nutzer sollen schnellstmöglich noch in diesem Jahr erfolgen, um am Standort Hauptstraße bald mit den vorbereitenden Arbeiten beginnen zu können. Zu den vorbereitenden Arbeiten gehört es unter anderem auch, das Innere des Gebäudes auf mögliche Schadstoffe zu untersuchen, die beim Abbruch besonders behandelt werden müssen. Dies ist nur bei einem Leerstand der Räume möglich.   Mit der Errichtung des neuen Bezirksrathauses Rodenkirchen wurde ein Generalplaner beauftragt. Es handelt sich um das Architekturbüro „JSWD Architekten GmbH & Co. KG“ aus Köln, das mit fünf Fachplanungsbüros ein Generalplanerteam für Abbruch und Neubau bildet.

Von dem Büro stammt der Entwurf, der 2018 als Sieger aus einem Realisierungswettbewerb hervorgegangen war. Nach dem Abbruch entsteht anstelle des nicht mehr sanierungsfähigen Altbaus aus den 1960er Jahren ein modernes und repräsentatives Bezirksrathaus mit fünf statt der heutigen acht Vollgeschosse und einer deutlich attraktiveren Wegeverbindung als „Rheinpassage“ zwischen dem Platz vor dem Rathaus und dem Rheinufer.

Der Siegerentwurf stellt ein bürgernahes und offenes Bezirksrathaus dar. Das Raumprogramm für den Neubau wurde in Abstimmung mit den Nutzern erstellt. Der Rathausvorplatz wird nach Fertigstellung des Neubaus autofrei sein. Statt der Parkplätze wird eine Tiefgarage gebaut. Damit wird auch die Aufenthaltsqualität auf dem Platz vor dem Gebäude erheblich gesteigert und mehr Sicherheit für alle, die zu Fuß unterwegs sind, geschaffen.

Mit dem Wettbewerbsergebnis aus 2018 wurde auf der Grundlage des prämierten Projektes der Leistungskatalog für das Bauvorhaben erarbeitet. Seitens des Generalplanerteams wurden Angebote für Leistungsergänzungen nachgereicht, die Grundlage für Nachverhandlungen waren. Parallel bereitete die Stadt Köln die Vergabe von Leistungen außerhalb des Generalplanervertrages vor und ermittelte die technischen sowie rechtlichen Grundlagen zur Umsetzung des Projektes insgesamt.

Ebenso wurden die technischen „Arbeitsplattformen“ eingerichtet. So dient den rund 22 verwaltungsinternen sowie 17 externen Projektbeteiligten ein virtueller Projektraum als „Treffpunkt“, in dem sie Unterlagen teilen können. Da auf diese Weise jeder Beteiligte jederzeit auf demselben Informationsstand ist, erleichtert dies die Gesamtsteuerung für das Projekt enorm.

Nach der aktuellen vertraglichen Vereinbarung mit dem Generalplanerteam wird dieses nun eine konkrete, auf die baulichen Begebenheiten vor Ort abgestimmte Entwurfsplanung vorbereiten. Anschließend wird die Verwaltung einen Baubeschluss der politischen Gremien einholen. Eine erste grobe Kostenschätzung geht von reinen Baukosten in Höhe von rund 19 Millionen Euro netto ohne die ebenfalls neu zu gestaltenden Außenanlagen aus. Das Leistungsbild wurde teilweise erweitert, so dass der Vertrag nun auch den Abbruch des bestehenden Gebäudes beinhaltet sowie die Anwendung der Methodik „Building Information Modeling“ (kurz BIM) vorschreibt. Davon verspricht sich die Stadtverwaltung einen störungsarmen Projektverlauf.

Hintergrund für BIM-Projekte: BIM ermöglicht es, ein Bauprojekt von der Bedarfsplanung bis hin zum Facility-Management softwarebasiert digital zu planen und zu begleiten. Mit diesem Instrument werden alle wichtigen Daten eines Bauwerks digital erfasst und über den gesamten „Lebenszyklus“ einer Immobilie – von der Planung über die Realisierung, den Betrieb, die Instandhaltung bis hin zum Abriss – fortgeschrieben. Die Planung mit BIM ist eine Weiterentwicklung der so genannten „3D-Planung“. Durch BIM werden die Planunterlagen zudem „intelligenter“: Nicht nur Länge, Breite und Höhe sind im Plan hinterlegt, sondern auch Informationen über Ausschreibungstexte, die Kosten- und Zeitplanung sowie technische Spezifizierungen. Sehr viel früher als in der herkömmlichen Planung müssen die Projektbeteiligten verbindliche Abstimmungen und Festlegungen treffen, um zielgerichtet arbeiten zu können.

Ebenfalls zu einem deutlich früheren Zeitpunkt werden dadurch auch alle Fachplanungen, die im Projekt notwendig sind, zusammengeführt. Der Datenaustausch zwischen den beteiligten Fachplanern wird verbessert. Beispiel: Ändert sich etwa die Anzahl der Fenster, so pflegt der Architekt diese Information im Modell ein. Die verknüpften Beschaffungslisten sowie die entstehenden Kosten werden automatisch aktualisiert. Alle Daten können nach der Fertigstellung des Gebäudes für das Facility-Management verwendet werden. Es entsteht ein „digitaler Zwilling“ des Gebäudes. Ein spezialisierter BIM-Manager überwacht diesen Prozess.

(Text: Stadt Köln – Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Jürgen Müllenberg)