Stefan Kaiser, Bildhauer und Musiker aus Rodenkirchen

Stefan Kaiser, Bildhauer und Musiker aus Rodenkirchen

Stefan Kaiser, Jahrgang 1956, ist ein echtes Rodenkirchener Kind – verwurzelt in dritter Generation. Seine Familie ist seit dem 19. Jahrhundert hier zu Hause und ihre Spuren sind tief in die Geschichte des Ortes eingeschrieben. Die Großeltern lebten und arbeiteten bereits in Rodenkirchen: Die Großmutter zunächst als Haushaltshilfe in der sogenannten Kolvenbach-Villa, später als Schaffnerin der Pferdebahn, die den Ort mit der Stadt verband. Die Großväter verdienten ihr Leben als Schlosser und als Schiffer, der die vorbeiziehenden Schiffe mit Lebensmitteln versorgte. In vielen überlieferten Familiengeschichten wird das frühe 20. Jahrhundert bis heute lebendig – Geschichten von Arbeit, Wandel und einem Ort am Rhein, der nie stillstand.

Aufgewachsen in einer musikalischen Familie mit drei Geschwistern, die alle Musiker wurden, fand Stefan Kaiser früh Zugang zu Kunst und Klang. Dennoch entschied er sich nach der Schulzeit zunächst für das Handwerk: Er absolvierte seine Ausbildung zum Steinmetz und Steinbildhauer an der Kölner Dombauhütte – einem Ort, an dem Präzision, Geduld und Respekt vor dem Material bis heute den Alltag bestimmen. Ein prägendes Jahr als Privatschüler im Atelier des Bildhauers Elmar Hillebrand schloss sich an. Eine Verbindung, die bis zum Tod Hillebrands bedeutsam war. Anschließend studierte Stefan Kaiser mit Begeisterung Bildhauerei an der Fachhochschule für Kunst und Design in Köln und arbeitete von 1978 bis 2022 in seinem Atelier in Köln-Weiß. Dort entstanden zahlreiche Auftragsarbeiten für das Erzbistum Köln, die Stadt Köln sowie für private Auftraggeber. Er entwickelte seit den 90er Jahren sein bis heute bedeutsames Werk „Architektonische Plastik“, in dem Raum, Form und Material in einen spannungsreichen Dialog treten.

Seine freien Arbeiten sind übrigens heute auch in Rodenkirchen sichtbar – nicht in abgeschlossenen Räumen, sondern mitten im Alltag. Der von ihm 2020 initiierte „Skulpturenpfad Rodenkirchen“ führt durch private Vorgärten und lässt Kunst und Nachbarschaft auf ungezwungene Weise zusammentreffen. Ein Spaziergang wird so zur Begegnung mit Skulptur, Ort und Geschichte. Auf www.kaiserskulpturen.de finden sie dazu viele Informationen.

Parallel zu seiner bildhauerischen Arbeit ist die Musik fester Bestandteil seines Lebens und künstlerischen Schaffens, welche ihn ein Leben lang begleitet. Mit sechs Jahren begann er nämlich, Violoncello zu spielen – ein Instrument, das ihn bis heute nicht losgelassen hat. Später, im Jahr 2000, begann er das Spiel auf dem Kontrabass und erweiterte damit die Möglichkeiten musikalischer Verwirklichung auch in der Jazzmusik. Seit der Corona-Pandemie komponiert er mit Begeisterung eigene kammermusikalische Werke, die er gemeinsam mit seinen Geschwistern und befreundeten Musikerinnen und Musikern bei verschiedenen Anlässen zur Aufführung bringt.

Ein bewegtes und interessantes Leben, und anlässlich seines 70. Geburtstages lädt Stefan Kaiser nun zu einer besonderen Ausstellung mit Konzert ein. Gezeigt werden bildhauerische Arbeiten aus dem Werkkomplex „Architektonische Plastik“ sowie erstmals eine Serie von Bleistiftzeichnungen mit dem Titel „Veduten von Rom“. Diese entstanden 1994 während eines einjährigen freien Aufenthalts in Rom und zeugen von genauer Beobachtung, Ruhe und einem tiefen Interesse am gebauten Raum.

Der offizielle Teil der Ausstellung mit Konzert findet am Samstag, 7.3.2026, von 17 bis 19:30 Uhr in der Kulturkirche der Link-Architekten in Köln-Rondorf, Rondorfer Hauptstraße 45, statt.

Zur Finissage am Sonntag, den 15.3., erklingt um 12 Uhr ein abschließendes Konzert mit dem Jazzensemble „Klangklau“, in dem Stefan Kaiser am Kontrabass zu hören ist.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, mitzufeiern, zuzuhören und mitzusehen – an einem Ort, an dem Kunst, Musik und gelebte Geschichte zusammenkommen und ein Mann mit prägender Geschichte die Bühne betritt. Die reine Ausstellung kann übrigens von Montag, 09.03. bis Samstag, 14.03.2026, von 15 bis 18 Uhr besichtigt werden.

 

 

Auf Wunsch des Künstlers ein Selbstporträt

Auf Wunsch des Künstlers ein Selbstporträt