A555: Die eine Seite ist nun fast fertig
Täglich fahren mehr als 120.000 Fahrzeuge über die A555 zwischen dem Kölner Süden und Bonn, das ist eine beachtliche Zahl, für die vor 94 Jahren fertiggestellte und am 6. August 1932 von Konrad Adenauer, damals Oberbürgermeister von Köln, eröffnete Strecke. Sie gilt übrigens als die erste kreuzungsfreie Straße für Kraftfahrzeuge in Deutschland. Während der Zeit des Nationalsozialismus durfte sie jedoch nicht „Autobahn“ heißen. 1933 wurde sie zunächst zur „Kraftfahrbahn“ herabgestuft, da der Begriff „Autobahn“ von den Nationalsozialisten für ihre Propaganda genutzt werden sollte.
Seit rund vier Jahren wird die Strecke nun umfassend modernisiert. Erst seit wenigen Tagen rollen die Fahrzeuge nun aber wieder auf den neu gebauten Fahrbahnen zwischen den Anschlussstellen Köln-Godorf und Wesseling in Richtung Bonn. Am 12. März wurden nämlich zunächst die rechte und die mittlere Fahrspur freigegeben, während an der linken Spur noch gearbeitet wird. Dort entstehen unter anderem Nothaltebuchten sowie zusätzliche Schutzwände. Ab dem 23. März sollen dann aber alle Fahrstreifen wieder genutzt werden können. Anschließend beginnen die Arbeiten dann natürlich auf der Gegenfahrbahn.
Zu den Maßnahmen gehören auch der Einbau von sogenanntem Flüsterasphalt, der für weniger Verkehrslärm sorgt, sowie Verbesserungen bei der Verkehrssicherheit und der Entwässerung.
Was bei der fertiggestellten Strecke sehr ärgerlich war und ist, ist, dass einige der neu errichteten Schutzwände bereits kurz nach dem Bau mit Graffiti besprüht wurden. Dadurch lassen sich zukünftig mögliche Schäden oder Risse später schwieriger erkennen. Das neu gebaute Pumpenhaus wurde deshalb übrigens noch einmal neu gestrichen und kurz darauf erneut besprüht. Aus Kostengründen hat man sich nun entschieden, die Wände und das Gebäude so zu belassen – da es nicht zu finanzieren ist, die Schmierereien immer wieder zu entfernen.
Sehr positiv sind dagegen die neuen Anlagen zur Regenwasseraufnahme: Zwei Regenrückhaltebecken sowie ein rund 700 Meter langer und etwa 2,5 Meter dicker Staukanal wurden gebaut. In diesem System können nun mehr als 3000 Kubikmeter Wasser zwischengespeichert werden.
Die kompletten Bauarbeiten sollen voraussichtlich im Jahr 2028 vollständig abgeschlossen sein, wenn auch der dritte Bauabschnitt beendet ist und die Fahrbahnen zwischen Godorf und Wesseling komplett mit Flüsterasphalt ausgestattet sind. Die Kosten liegen derzeit bei rund 64 Millionen Euro, ursprünglich waren etwa 40 Millionen Euro vorgesehen.
Sind wir mal gespannt für das Allzeit-Gute-Fahrt-Projekt.


