Während Betroffene monatelang warten: schuldenexit.de hilft über 1.000 verschuldeten Menschen in vier Wochen
Während Betroffene monatelang warten: schuldenexit.de hilft über 1.000 verschuldeten Menschen in vier Wochen
Die kostenlose Plattform hat in den ersten vier Wochen über 1.000 Gespräche mit verschuldeten
Menschen geführt und mehrere tausend Dokumente analysiert. Jetzt soll die Schuldenexit-
Plattform auch Beratungsstellen, Anwälte und Schuldnerberater entlasten.
Während Betroffene monatelang auf Schuldnerberatung warten, hat schuldenexit.de in vier Wochen
bereits über 1.000 verschuldeten Menschen sofort geholfen.
Eine Kontopfändung wartet nicht. Ein Mahnbescheid auch nicht. Trotzdem warten überschuldete
Menschen in Deutschland vielerorts wochen- oder monatelang auf einen Beratungstermin, bei freien,
kirchlichen und kommunalen Beratungsstellen teils mehrere Monate, in einzelnen Kommunen sogar
länger als ein Jahr.
Diese Wartezeit ist für Betroffene nicht nur belastend, sondern kann sie noch tiefer in die Krise stürzen.
Denn Schulden bleiben währenddessen nicht stehen: Zinsen, Gebühren, Mahnbescheide,
Vollstreckungskosten und neue Schreiben können die Lage weiter verschärfen. Wer Unterlagen nicht
versteht, Fristen verpasst oder aus Angst gar nicht reagiert, verliert oft genau die Zeit, die jetzt
entscheidend wäre.
Genau in dieser Lücke setzt schuldenexit.de an. Die kostenlose Plattform hat in den ersten vier Wochen
bereits mit über 1.000 verschuldeten Menschen Gespräche geführt. Einige Nutzerinnen und Nutzer
stellten im Chat mehr als 100 Fragen. Gleichzeitig wurden tausende Dokumente mit mehreren hunderten
Seiten analysiert, darunter Inkassoschreiben, Mahnungen, Vollstreckungsunterlagen und andere
Dokumente aus realen Schuldensituationen.
„Diese Zahlen zeigen, wie riesig der Bedarf ist“, sagt Rebecca Kehrl, Rechtsanwältin und
Geschäftsführerin der Kölner Gruner Richter + Partner GmbH, die hinter Schuldenexit steht. „Viele
Menschen suchen keine abstrakte Finanzbildung. Sie sitzen zu Hause mit einem Schreiben, verstehen es
nicht und wissen nicht, ob sie heute, morgen oder überhaupt reagieren müssen.“
Laut Creditreform SchuldnerAtlas 2025 gelten in Deutschland 5,67 Millionen Menschen als überschuldet
– rund 111.000 mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen nahm 2025 deutlich zu:
Das Statistische Bundesamt meldete 77.219 Verbraucherinsolvenzen, 8,4 Prozent mehr als im Vorjahr.
Bei Unternehmensinsolvenzen lag der Anstieg 2025 sogar bei 10,3 Prozent.
„Schulden sind kein Thema, mit dem man politisch glänzt. Es ist unbequem, schambehaftet und wird oft
erst beachtet, wenn Mahnbescheide, Pfändungen oder Insolvenzen längst da sind“, so Kehrl. „Dabei
entscheidet sich häufig ganz am Anfang, ob Betroffene wieder handlungsfähig werden oder tiefer in die
Krise rutschen.“
schuldenexit.de ist die kostenlose Hilfe für Betroffene. Nutzerinnen und Nutzer können anonym und rund
um die Uhr Fragen stellen, ihre Situation schildern und Dokumente hochladen. Die Plattform erklärt
Schreiben, ordnet Forderungen ein und gibt erste Orientierung bei Inkasso, Mahnbescheid, P-Konto,
Pfändung, Gläubigern und Verbraucherinsolvenz.
Davon zu unterscheiden ist die Schuldenexit-Plattform für professionelle Nutzer. Beratungsstellen,
Anwälte und Schuldnerberater können Schuldenexit in ihre eigene Webseite einbinden und für die
Bearbeitung von Fällen nutzen. Dann entsteht aus Chatverläufen und hochgeladenen Unterlagen eine
digitale Vorakte: mit Gläubigern, Forderungen, Dokumenten, offenen Fragen, Fristenhinweisen und einer
strukturierten Übersicht für die weitere Beratung.
„Schuldenexit ist keine KI, die nur über Dokumente spricht“, sagt Kehrl. „Die Plattform überführt
Informationen in einen fachlichen Workflow. Sie baut eine Akte auf, verknüpft Dokumente mit Forderungen
und macht die Informationen für die weitere Beratung nutzbar.“
Gerade für überlastete Beratungsstellen kann das entscheidend sein. Wer erst nach Monaten einen
Termin bekommt und dann mit ungeordneten Mahnungen, Inkassoschreiben, Kontoauszügen und
Vollstreckungsunterlagen erscheint, verliert erneut Zeit. Mit Schuldenexit kann die Sortierung schon vorher
beginnen.
Auch neue Verschuldungsrisiken verschärfen die Lage. Ratenkauf, Kleinkredite, Dispo, digitale
Zahlungsdienste und „Buy now, pay later“-Modelle machen Konsum einfach, verschieben die Belastung
aber häufig nur nach hinten. Die neue EU-Verbraucherkreditrichtlinie erfasst künftig auch kleinere,
kurzfristige und teils zinsfreie Kreditformen stärker.
„Wir müssen Schuldnerhilfe früher beginnen lassen“, sagt Kehrl. „Nicht erst, wenn ein Termin frei ist.
Sondern dann, wenn der gelbe Umschlag kommt, das Konto gepfändet wird oder der Betroffene vor einem
Stapel Schreiben sitzt und nicht mehr weiterweiß.“
Über Schuldenexit
schuldenexit.de ist eine kostenlose digitale Plattform für Menschen mit Schuldenfragen. Nutzerinnen und
Nutzer können anonym Fragen zu Inkasso, Mahnverfahren, Pfändung, P-Konto, Gläubigern und
Verbraucherinsolvenz stellen. Die Plattform ist rund um die Uhr erreichbar, mehrsprachig nutzbar und
ermöglicht den Upload von Dokumenten.
Für Beratungsstellen, Anwälte und Schuldnerberater kann Schuldenexit zusätzlich als professionelle
Plattform eingesetzt werden. Sie kann in die eigene Webseite eingebunden werden und unterstützt bei
der strukturierten Vorbereitung von Fällen, indem Chatverläufe, Dokumente, Forderungen, Gläubiger und
offene Fragen in einer digitalen Vorakte aufbereitet werden.
Über Gruner Richter + Partner
Schuldenexit ist eine Plattform der Gruner Richter + Partner GmbH. Das Kölner Unternehmen entwickelt
technologische Lösungen für komplexe Geschäfts- und Wissensprozesse und betreibt Schuldenexit als
öffentliches Anwendungsprojekt im gesellschaftlichen Kontext.
( Text: Rebecca Kehrl
Geschäftsführerin, Rechtsanwältin
Gruner Richter + Partner GmbH)

