Kölner StadtteilLiebe – Magazin für das Stadtgebiet Rodenkirchen

Ein Zuhause für den Fastelovend: Die Kapelle Jonge weihen ihre Hofburg in Köln-Weiß ein

Ein besonderer Abend, zwei Dreigestirne und jede Menge Vorfreude auf 35 närrische Tage

Am Schildkrötenplätzchen, im Schatten der kleinen Kapelle von St. Georg, lag an diesem Abend etwas ganz Besonderes in der Luft: Vorfreude, ein wenig Aufregung und ganz viel kölsches Hätz. Hunderte Karnevalisten aus den verschiedenen Gesellschaften der Altgemeinde Rodenkirchen waren zusammengekommen, um einen großen Moment mitzuerleben: Die Hofburg Einweihung.

Traditionell wird das nämlich mit viel TamTam, als erste Handlung der bevorstehenden Session zelebriert. In diesem Jahr sind es die Kapelle Jonge die ihre Hofburg in Köln-Weiß einweihen und in dieser Session wartet auf die Gesellschaft eine ganz besondere Aufgabe. Nicht nur, dass sie ihr 80-jähriges Jubiläum feiern. Auch stellen Sie gleich die beiden Dreigestirne der Altgemeinde Rodenkirchen!

So sorgte das designierte Kinderdreigestirn für Begeisterung. Nach 30 Jahren kehrt diese schöne Tradition nämlich zurück.
Die Pänz können es kaum erwarten und so strahlten sie über das ganze Gesicht.

Ebenso glücklich war auch das große designierte Dreigestirn, das sich auf 35 wundervolle Tage voller Auftritte, Begegnungen und unvergesslicher Karnevalsmomente freut. Denn die Hofburg ist weit mehr als nur ein Treffpunkt. Sie wird zum Zuhause auf Zeit, zum Ort für Absprachen, zum Durchatmen zwischen den Terminen und zum Mittelpunkt einer ganz besonderen Session.

Mit Fackeln, Musik und großen Gefühlen

Alles war demnach bestens vorbereitet. Die wichtigen Vertreter der Gesellschaft erhielten ihre Fackeln, während die Gäste gespannt auf den kleinen Parademarsch warteten. Zu Ehren der beiden Dreigestirne zeigte die Kinder- und Jugendtanzgruppe der Kapelle Jonge, was sie über Monate hinweg fleißig einstudiert hatte. Mit sichtbarem Stolz präsentierten die jungen Tänzerinnen und Tänzer ihr Können auf der Straße.

Für den passenden musikalischen Rahmen sorgte der Regimentsspielmannszug der Kölner Funken Artillerie von 1870 e. V. Mit einem Medley wunderschöner Karnevalslieder wurde die Stimmung immer ausgelassener. Und dann ging es endlich los!

Das designierte Kinderdreigestirn führte den Zug voller Stolz an. Dahinter folgte das große Dreigestirn – bewusst im gleichen karnevalistischen Outfit. Ein schönes Zeichen dafür, dass beide zusammengehören und in dieser Session Seite an Seite unterwegs sein werden. Begleitet von den Farben der verschiedenen Gesellschaften zog die närrische Schar zu ihrer Hofburg, der Gaststätte Alt Weiß.

Dort wartete der Pächter bereits voller Vorfreude mit zahlreichen Gästen am festlich geschmückten Eingangsbereich. Weil in vielen Gastronomiebetrieben heute ein Saal für solche Veranstaltungen fehlt, wurde das Programm kurzerhand unter freiem Himmel fortgesetzt. Das Wetter spielte wunderbar mit, die Kindertanzgruppe legte noch einmal einen Auftritt hin, bevor es anschließend in die Gaststätte ging.

Dort wurde geschunkelt, gelacht, gesungen und mit einem kühlen Kölsch auf die bevorstehende Session angestoßen. Auch brachte dort ein Liveact die Gäste schnell zum Mitsingen und Schunkeln. So wurde aus der Hofburg-Einweihung ein Abend, an dem der Fastelovend schon einmal zeigte, was er kann.

Erinnerungen, die bleiben

Dass dieser Abend noch lange in Erinnerung bleiben wird, dafür sorgen auch die wunderbaren Aufnahmen von Elli Wijman. Seit Jahrzehnten begleitet sie den Rodenkirchener Karneval ehrenamtlich mit ihrer Kamera und stellt die Vielzahl an Fotos im Nachklang auf Facebook. Mit inzwischen über 80 Jahren hält sie noch immer die Augenblicke fest, die sonst viel zu schnell vergehen würden: stolze Blicke, lachende Gesichter, kleine Gesten und große Momente.

Liebe Elli, dafür gilt dir ein ganz besonderer Dank! Deine Bilder erzählen Geschichten, die man auch Jahre später noch einmal erleben kann. Sie bewahren die Erinnerungen an Menschen und Veranstaltungen, die unseren Karneval so wertvoll machen. Wir Danken Dir dafür.

Und so sieht man, auf ihre neue Hofburg waren die Kapelle Jonge an diesem Abend sichtlich stolz. Gefeiert wurde bis tief in die Nacht – mit vielen Gesprächen, herzlichem Lachen und dem guten Gefühl, dass nun eine aufregende Zeit beginnen darf.

Wer das designierte Dreigestirn einmal persönlich treffen möchte, wird in der Gaststätte Alt Weiß künftig sicher Gelegenheit dazu finden. Auch für Anfragen zu Auftritten gibt es einen unkomplizierten Weg: Eine entsprechende Anfrage auf einem Bierdeckel kann dort hinterlassen werden.

Denn die beiden Dreigestirne möchten nicht nur auf den großen Bühnen stehen. Sie kommen gerne zu kleinen und großen karnevalistischen Veranstaltungen im Veedel. Ob Geburtstage, Hochzeiten oder Firmenfeiern im Januar – sie freuen sich darauf, mit ihren Auftritten kölsche Lebensfreude zu verbreiten und besondere Anlässe zu bereichern.

In der Gaststätte Alt Weiß an der Ruhr wird künftig also karnevalistische Luft zu spüren sein. Und wer dort einkehrt, dürfte so manches „Kölle Alaaf!“ zu hören bekommen.

Die Session kann kommen – Köln-Weiß ist bereit!

(Fotos: Ellie Wijman)