Grünes Band der Solidarität: Menschenkette am Kölner Dom

Am heutigen bundesweiten Tag der Kinderhospizarbeit setzten hunderte Menschen auf der Domplatte ein sichtbares Zeichen für Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern. Zwischen 14:00 und 15:00 Uhr formierte sich eine große Menschenkette rund um den Kölner Dom, um auf die Situation betroffener Kinder und Jugendlicher aufmerksam zu machen.
Das zentrale Symbol der Aktion ist das grüne Band, das als Zeichen der Hoffnung und Verbundenheit die Teilnehmer symbolisch miteinander verknüpft. Der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Köln, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert, rief zu der Demonstration auf, um das Thema Sterben und Trauer bei Kindern zu enttabuisieren und mehr gesellschaftliche Teilhabe zu fordern.

„Jede Hand zählt, um die Isolation betroffener Familien zu durchbrechen“, so die Organisatoren. Die Aktion am Dom ist Teil zahlreicher bundesweiter Veranstaltungen, die seit 2006 jährlich am 10. Februar stattfinden.
Und auch ich persönlich habe meine eigenen Erfahrungen in diesem zu häufig tabuisierten Themenfeld machen dürfen.
So durfte ich seit mehreren Jahren eine ganz besondere Aktion begleiten:
Denn jedes Jahr in der Adventszeit und zu besonderen Anlässen sind die Weihnachtsmänner der „Biker for Kids Cologne“ auf Motorrädern unterwegs, um Spenden zu sammeln und Geschenke zu übergeben. Diese werden auch in Kinderkrankenhäusern und Kinderheimen verteilt. Seit 1997 erfreuen sich Kinderherzen immer wieder aufs Neue ob dieser tollen Aktionen.
Und auch während der Durchreise der „schweren Jungs“ winken zahlreiche Passanten am Wegesrand voller Begeisterung den Männern und Frauen zu. Die Mitglieder des Vereins „Biker for Kids Cologne“ sind ein beliebtes Fotomotiv. Kein Wunder, schließlich wirkt es beeindruckend, wenn viele Weihnachtsmänner mit weißen Rauschebärten und roten Anzügen auf großen Maschinen durch die Straßen Kölns und des Kölner Umlands fahren.
Und so begab es sich, dass auch ich mit diesen tollen Menschen erstmalig am 3. Dezember 2013 unterwegs sein durfte und wir schwerkranken Kindern (und deren Angehörigen) mit einem Besuch der „Biker for Kids Cologne“ und der Motorradpolizisten der Kölner Polizei ein paar Minuten Ablenkung schenken konnten.
Es ist schwer vorstellbar, wie der Alltag einer Familie unter derart schicksalsträchtigen Umständen durch die lebensverkürzende Krankheit eines Kindes aussehen muss. Mit dabei u.a. auch mein guter Freund Don (er selbst erkrankte vor Jahren an Krebs und gilt inzwischen glücklicherweise als geheilt.), der sich seit Jahren in der Patientenhilfe engagiert und die großartige Tina, die sich neben weiteren sozialen ehrenamtlichen Tätigkeiten auch der Hospizarbeit widmet und eineFamilie in diesem Bereich leidenschaftlich unterstützt.
„Wir wollen, dass die kleinen Patienten einfach mal für einen kurzen Moment all ihre Schmerzen und ihr großes Leiden vergessen. Wir wissen, dass die Kleinen total auf Polizei stehen. Wenn das Blaulicht zuckt und wir vorfahren, dann ist das für sie ein spannender Moment. Wenn es dann noch einen Teddy und Geschenke gibt, dann ist die Welt für einen Augenblick viel besser“, erzählt Don.
Und ich selbst habe damals auch den Sohn meines Trauzeugen ein Jahr lang fast täglich auf der Kinderkrebsstation besucht und begleitet. Mein Gleichaltriger durfte in der Zeit gesund zu Hause spielen. Nichts hat mein Leben mehr geprägt als dieser starke und stets gutgelaunte Kämpfer, der den Kampf gegen den Krebs auch meisterlich gewonnen hat. Diese Erfahrung macht mich maximal demütig und lässt mich anders auf viele angebliche Probleme blicken.
Außerdem durfte ich auch die engagierte Anja Eschweiler persönlich kennenlernen. Ihr unermüdlicher Einsatz für die Kinderhospizarbeit schenkt betroffenen Familien wertvolle Unterstützung und Hoffnung. In ihren Berichten gibt sie zudem bewegende Einblicke in ihren herausfordernden, aber erfüllenden Arbeitsalltag.
Kristian Beara


