Immendorf wurde laut wegen des neuen Gewerbegebietes am Ortsrand

Infoveranstaltung zum Gewerbegebiet Claudiusstraße: Aktueller Stand, Perspektiven und Bürgerdialog

Im Rahmen einer öffentlichen Infoveranstaltung von Dorfgemeinschaft Köln-Immendorf 1973 e.V. (ehemals Immendorf 2000 e.V.) zum Gewerbegebiet Claudiusstraße informierten KölnBusiness Wirtschaftsförderung sowie das Ordnungsamt der Stadt Köln umfassend über den aktuellen Stand der Entwicklung, zukünftige Perspektiven und bestehende Herausforderungen im Gebiet. Die Veranstaltung bot Raum für sachliche Informationen ebenso wie für Wortmeldungen aus Bürgerschaft und Politik.

Aktueller Stand des Gewerbegebiets Claudiusstraße

Zu Beginn wurden der Planungsstand und die bisherigen Entwicklungen des Gewerbegebiets Claudiusstraße vorgestellt. Der Bebauungsplan ist seit 2013 in Kraft, der Vermarktungsstart erfolgte 2019.

Das gesamte Plangebiet umfasst rund 25 Hektar, wovon aktuell 10 Hektar aktiv vermarktet werden.

Von insgesamt 32 Grundstücken wurden zum Stand der Veranstaltung:

17 Flächen verkauft 11 Flächen reserviert lediglich 4 Flächen bzw. rund 10.000 Quadratmeter sind noch verfügbar

Der Quadratmeterpreis liegt bei 215 Euro. Offen wurde darauf hingewiesen, dass bei überwiegender Fremdvermietung der errichteten Gebäude eine Investoren-Zulage von 15 % anfällt.

Transparente Vergabe- und Auswahlkriterien

Kai Kröger und Leon Heese von KölnBusiness erläuterten detailliert die Auswahlkriterien und Vergabeverfahren, die 2024 im Auftrag der Stadtverwaltung entwickelt wurden. Ziel ist eine transparente, objektive und nachhaltige Nutzung der begrenzten Gewerbeflächen.

Grundsätzliche Eignungsprüfung

Bewertet werden unter anderem:

• Finanzierungssicherheit: Nachweis der Finanzierbarkeit durch ein Bankinstitut

• Photovoltaik: Verpflichtende PV-Anlage mit mindestens 1 kWp je Gebäude

• Energieeffizienz: Gebäude mindestens im KfW-Effizienzstandard 40 EE

• Flächeneffizienz: Nutzung von mindestens 40 % der zulässigen GRZ sowie eine Mindestbauhöhe von 6,50 m

• Arbeitsplätze: Mindestens 7 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte pro 1.000 m² Grundstücksfläche

Bonuspunkte für besondere Qualitäten

Zusatzpunkte erhalten u. a.:

• Bereits in Köln ansässige Unternehmen

• Unternehmen aus Leit- und Zukunftsbranchen der Stadt Köln

• Handwerks- und Produktionsbetriebe mit lokaler Versorgungsfunktion

• Eigentümergeführte Betriebe Existenzgründer und Nachfolgebetriebe

• Branchen mit überdurchschnittlichem Wachstum

• Inklusion im Arbeitsmarkt, z. B. Beschäftigung schwerbehinderter Menschen

• Ökologische Bauweisen, Dach- und Fassadenbegrünung

• Nachhaltige Mobilitätskonzepte, E-Ladestationen Nachgewiesene Nachhaltigkeitszertifikate

Entwicklung, Perspektiven und Integration ins Umfeld

KölnBusiness betonte als 100-prozentige Tochter der Stadt Köln, dass ein zentrales Ziel die bestmögliche Integration des Gewerbegebiets in den bestehenden Stadtraum sei. Die Vertreter hörten demnach den Beiträgen der anwesenden Bürgerinnen und Bürger aufmerksam zu und gingen sachlich auf Fragen und Anregungen ein.

Denn die Präsentation nutzten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie politische Vertreter. Auch nutzen sie sachlich die Gelegenheit zur Diskussion. Besonders konzentriert und kritisch wurde das Thema AWB und Wirtschaftshof angesprochen. Zu diesen Punkten konnte KölnBusiness keine konkreten Aussagen treffen, da sie außerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs liegen. Auch die geplanten Grünflächen, Spielflächen und Park- sowie Verkehrsflächen wurden thematisiert und zufriedenstellend erläutert.

Bei den aktuellen Themen: Müll, Parken und nächtliche Ruhestörungen wurde es dann etwas hitziger, aber als wichtiger Schwerpunkt der Veranstaltung wahrgenommen. Die ordnungsrelevante Themen wurden gemeinsam mit dem Ordnungsamt der Stadt Köln sachlich eingeordnet und als wichtige Daueraufgaben benannt. Die Wortmeldungen aus Bürgerschaft und Politik, waren nämlich sehr sachlich und keiner persönlichen Empfindung geschuldet sondern ernst zu nehmende Äußerungen. So wurde über das Nacht parken von LKWs berichtet und der damit verbundenen Verunreinigung. Auch wurden die nächtlichen Rotlicht Erfahrungen ausgetauscht und Zukunftsorgen, bezüglich Verkehrsaufkommen, ÖPNV Anbindung und der aktuellen immer schlechter werdenden Parkplatzsituation im Wohngebiet besprochen. Auch das befahren von Schleichwegen, Parkverbot im entstehenden Gewerbegebiet und zukünftigen Auswirkungen wurden besprochen. Bezirksbürgermeisterin, Dr. Sabine Müller hörte aufmerksam zu und hatte sich im Vorfeld ordentlich informiert, was sich in persönlichen Gesprächen zum Ende der Veranstaltung, als sehr positive herausstellte. Denn es war eine tolle Veranstaltung und ein guter Austausch, unter allen Beteiligten.

Fazit

Die Infoveranstaltung zum Gewerbegebiet Claudiusstraße zeigte deutlich, dass Transparenz, Nachhaltigkeit und Bürgerdialog zentrale Bestandteile der Gewerbeflächenentwicklung in Köln sind. Gleichzeitig wurde sichtbar, dass es weiterhin offene Fragen gibt, die in zukünftigen Formaten vertieft behandelt werden müssen.

Alles in allem, waren alle Anwesenden mit dieser Veranstaltung sehr zufrieden und werden nun einen Frage/Antworten Katalog mit der Interessengemeinschaft Blühendes Immendorf erarbeiten und im regelmäßigen Austausch bleiben.

Büglerinnen und Bürger haben unter  dorfverein@koeln-immendorf.de
die Möglichkeit offen Fragen zu stellen und sich so am weiteren Austausch zu beteiligen.

Es bleibt also spannend in Immendorf, denn das kleine Dorf am Rande der Stadt, wird laut und möchte informiert Richtung Zukunft schauen und das Gewerbegebiet, möchte zukünftig dazugehören, Arbeitsstellen schaffen und ein wirtschaftlich starker Standort werden.