Alle Menschen mit Migrationshintergrund sollten mal für einen Tag streiken – dann sähe es in Köln ganz schön schlecht aus

Stell dir vor, alle Menschen mit Migrationshintergrund würden für einen einzigen Tag in Köln einmal streiken. Dann würde in unserer geliebten Stadt ganz schön das Chaos ausbrechen. Denn fast die Hälfte der Kölner hat fremde Wurzeln. Es würden dann keine Busse mehr fahren und im Krankenhaus sähe es auch schlecht aus. Auch würden eine Vielzahl an Baustellen stillstehen und in der Automobilbranche ginge auch fast nichts. Restaurants wären auch dunkel und viele Geschäfte hätten dann geschlossen. Im Schulwesen und im internationalen Geschäft sowie in so mancher Geschäftsführerposition wäre es dann auch ruhig. In Köln würde man es sofort merken – überall. Unsere Stadt lebt nämlich von Vielfalt in allen Schichten. Sie wird getragen von Menschen aller Herkunft, die gekommen sind, weil Deutschland und Köln, Perspektiven und Hoffnung geben. Sie sind bei uns, um Gutes zu tun, die Uni zu besuchen, die Wirtschaft zu erhalten und um dazuzugehören. Viele Flüchtlinge sind natürlich aus der Not gekommen und sind heute fest integriert. Sie arbeiten, helfen, bauen auf, sie pflegen, kochen, reinigen, lehren und retten. Oft sind es Menschen, die mehr leisten, als man ihnen zugesteht. Auch wollen Sie etwas zurückgeben und sichtbar machen, was für sie als selbstverständlich gilt. Würden sie alle einmal streiken, na dann prost Mahlzeit. Eins würde sich danach vielleicht verändern: der Blick. Die Wertschätzung. Das Bewusstsein.

Vielleicht würde man öfter Danke sagen.
Vielleicht würde man weniger „die“ und mehr „wir“ sagen.
Vielleicht würde man begreifen, dass Integration keine Einbahnstraße ist, sondern ein gemeinsames Projekt. Und vielleicht, würde man feststellen, dass wir schon lange eine multikulturelle Gesellschaft sind und nicht werden. Auch würde man einmal mehr darüber sprechen, dass wir Neubürger nicht finanzieren, sondern als Fachkräfte bezahlen, die wir so dringend brauchen. Denkt mal darüber nach.