Die Adler-Schützen – Ein Verein, der Zollstock bewegt und jetzt nicht nur Schützenfest feiert
Schützenfest, Tradition, Musik und Kölsch – aber vor allem Gemeinschaft
Bei den Adler-Schützen in Zollstock ist in den vergangenen Jahren viel geschehen: Haben sie auch weiterhin keine Internetseite, haben sie etwas geschafft was weit über das klassische Bild eines Schützenvereins hinausgeht. Der Verein hat sich nämlich zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens im Veedel entwickelt und verbindet dabei Tradition mit Offenheit, Engagement und einem ausgeprägten Gemeinschaftssinn in allen Altersschichten.
Und wenn die Schützen einladen, kommt gefühlt halb Zollstock.
Am Sonntag, den 20. September 2026, feiern sie zum Beispiel ihr legendäres Schützenfest. Um 11:00 Uhr beginnt es mit der Messe in der Melanchthon-Kirche, die Präses Oliver J. Kießig halten wird. Anschließend zieht die Schützengesellschaft gemeinsam mit ihrem Ehrentambourcorps „In Treue Fest“ in einem kurzen Festzug zum Vereinsheim.
Dort steht zunächst ein gemeinsames Mittagessen auf dem Programm.
Ab etwa 14:00 Uhr wird es dann spannend: Die neuen Würdenträger werden ermittelt.
Gegen 16:00 Uhr folgt die feierliche Proklamation.
Es ist immer sehr gesellig und eine tolle Mischung aus gebürtigen Zollstockern und Zugezogenen. Denn bei den Adler Schützen bleibt keiner lange alleine.
Wer die Adler-Schützen bisher noch nicht kennt, sollte die Gelegenheit nutzen, einfach einmal vorbeizuschauen. Schon ein halbes Stündchen reicht, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie lebendig das Vereinsleben in Zollstock ist.
Eine besondere Premiere in fast 100 Jahren Vereinsgeschichte
Besonders bemerkenswert war das vergangene Königsjahr.
In der fast 100-jährigen Geschichte der Adler-Schützen stand mit Anke Jongen erstmals eine Frau an der Spitze des Vereins. Mit viel Engagement, Herzblut und Bravour meisterte sie ihr Königsjahr und setzte damit ein ganz besonderes Zeichen.
Ihre Regentschaft steht zugleich beispielhaft für die Entwicklung, die der Verein genommen hat: Tradition wird bei den Adler-Schützen nicht nur bewahrt, sondern immer wieder neu mit Leben gefüllt.
Vier Tage voller Musik, Brauchtum und Begegnungen
Das eigentliche Schützenfest bietet anschließend zahlreiche Höhepunkte.
Am Freitag, 25. September, steht der große Schlagerabend auf dem Programm. Die Veranstaltung ist bereits seit Monaten ausverkauft, dass zeigt wie beliebt die Adler Schützen sind. Unter anderem werden Thomas Livehaftig und Olaf Henning für musikalische Unterhaltung sorgen und jeder der einmal da war, bestellt gleich fürs nächste Jahr seine Karte.
Der Samstag, 26. September, steht zunächst im Zeichen des Gedenkens. Traditionell erinnern die Adler-Schützen am Ehrenmal auf dem Südfriedhof an ihre verstorbenen Mitglieder. Nach der Messe in St. Pius folgt der Große Zapfenstreich.
Ab 19:30 Uhr beginnt anschließend der Krönungsabend mit einem abwechslungsreichen Programm.
Der Sonntag gehört schließlich ganz dem Veedel:
Um 15:00 Uhr setzt sich der große Festzug durch Zollstock in Bewegung. Wenn Musik durch die Straßen klingt, die Schützen in ihren Uniformen durch das Veedel ziehen und sich die Menschen am Straßenrand versammeln, wird sichtbar, wie eng das Vereinsleben inzwischen mit Zollstock verbunden ist.
Am Montag, 28. September, folgt der traditionelle Königsfrühschoppen für geladene Gäste und alle Mitglieder. Den Abschluss bildet am Mittwoch das traditionelle Fischessen.
Und auch das ist bemerkenswert: Der Eintritt ist an allen Tagen frei.
Ein Verein, der wächst und eine uglaubliche Herzlichkeit zu HAuse ist
Während zahlreiche Schützenvereine und Schützenbruderschaften mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen haben, erleben die Adler-Schützen eine ganz andere Entwicklung.
Der Verein ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen und zählt inzwischen rund 140 Mitglieder, darunter etwa 40 aktive Schützen. Die Jugendabteilung umfasst gut 10 Jugendliche.
Hinzu kommen rund 100 fördernde Mitglieder. Auch sie sind nicht lediglich auf dem Papier Teil des Vereins. Viele von ihnen nehmen regelmäßig am Training und am geselligen Vereinsleben teil – insbesondere mittwochs ab 18:00 Uhr.
Das ist ein deutlicher Beleg dafür, dass die Adler-Schützen Menschen erreichen und Gemeinschaft schaffen.
Eine besondere Rolle spielt in diesem Jahr außerdem das Stadtbürgerkönigspaar Ferdinand Bischoff und Christine Bischoff. Beide durften sich im vergangenen Dezember in das Goldene Buch der Stadt Köln eintragen – eine besondere Auszeichnung, die auch die Verbundenheit der Adler-Schützen mit der Stadt und ihrem Veedel unterstreicht.
Ein Schützenfest für ganz Zollstock
Mittlerweile sind die Adler-Schützen mit ihren Veranstaltungen aus dem gesellschaftlichen Leben Zollstocks kaum noch wegzudenken. So verstehen sie ihr Schützenfest ausdrücklich nicht als Veranstaltung, die nur Vereinsmitgliedern vorbehalten ist. Das Schützenfest soll ein Fest für ganz Zollstock sein und jedes Jahr wird es voller. Denn alle Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils sind willkommen – unabhängig davon, ob sie seit Jahren Mitglied sind oder zum ersten Mal neugierig durch die Tür kommen.
Denn Schützenwesen bedeutet bei den Adlern längst mehr als Schießsport und Uniformen.
Es geht um Begegnungen. Um ein gemeinsames Kölsch. Um Gespräche, die vielleicht lange überfällig waren. Um alte Freundschaften, die gepflegt werden, und neue Bekanntschaften, die entstehen.
Gerade dieses ungezwungene Miteinander macht den besonderen Reiz des Vereinslebens aus.
Engagement, das über den Verein hinausgeht
Dass die Adler-Schützen Gemeinschaft nicht nur innerhalb des Vereins leben, zeigt auch ihr soziales Engagement.
Ende November veranstalten sie einen kleinen Weihnachtsmarkt, dessen Erlös dem Ronald McDonald Haus an der Kinderklinik Amsterdamer Straße zugutekommt.
Regelmäßig unterstützen sie außerdem das Zollstocker Tierheim und beteiligen sich am Projekt „Biker for Kids“. Dafür werden im Verein Kronkorken gesammelt und der Wiederverwertung zugeführt. Der Erlös kommt krebskranken Kindern, Kinderkrankenhäusern und der Forschung zugute.
Auch der Jahresbeginn ist mittlerweile zu einem festen Termin im Zollstocker Veranstaltungskalender geworden.
Am 2. Januar 2027 findet der traditionelle Neujahrsempfang mit Brezelschießen und Bürgerkönigschießen statt. Rund 150 Gäste aus Zollstock, der Geschäftswelt, den Vereinen und der Bürgerschaft werden inzwischen regelmäßig erwartet.
Am 16. Januar 2027 folgt die mittlerweile sehr beliebte 6. Adler-Kostümsitzung. Dass diese bereits zum dritten Mal innerhalb von nur 24 Stunden ausverkauft war, spricht für sich.
Und im Sommer wird weitergefeiert
Auch für den kommenden Sommer haben die Adler-Schützen bereits große Pläne.
Auf dem eigenen Vereinsgelände und einem Teil des Geländes der Arminia soll ein großes Sommerfest für den gesamten Stadtteil stattfinden. Geplant ist ein buntes Programm, kühles Kölsch vom Fass und vielen Köstlichkeiten vom Grill. Und natürlich bleibt es bei freiem Eintritt für alle eine Möglichkeit der Geselligkeit.
Die Idee dafür kommt nicht von ungefähr. Immer wieder haben Zollstocker Bürgerinnen und Bürger den Verein angesprochen und gefragt, ob nicht einmal ein solches Fest für das gesamte Veedel veranstaltet werden könne.
Das bisherige Grillfest der Adler-Schützen für Mitglieder und Freunde zeigt bereits seit Jahren, wie gut das funktioniert: Mehr als 150 Besucherinnen und Besucher kommen regelmäßig.
Nun soll aus diesem erfolgreichen Konzept ein Fest für ganz Zollstock werden.
Tradition mit Blick nach vorn
Die Entwicklung der Adler-Schützen zeigt eindrucksvoll, dass ein Schützenverein im Jahr 2026 weit mehr sein kann als Schießsport und gelebtes Brauchtum.
Tradition und Moderne müssen sich nicht widersprechen.
Im Gegenteil: Die Adler-Schützen zeigen, dass Tradition dann besonders stark ist, wenn sie offen bleibt für neue Menschen, neue Ideen und neue Generationen.
Sie bewahren ihr Brauchtum, ohne sich abzuschotten. Sie pflegen ihre Vereinsgeschichte, richten den Blick aber gleichzeitig nach vorne. Und sie verstehen sich zunehmend als Teil einer größeren Gemeinschaft – als Verein mitten in Zollstock und für Zollstock.
Vielleicht liegt genau darin das Erfolgsrezept.
Denn ein Verein lebt letztlich nicht von seinen Uniformen, seinen Pokalen oder seinen Traditionen.
Er lebt von den Menschen, die zusammenkommen.
Und bei den Adler-Schützen kommen offenbar immer mehr Menschen zusammen.
Darum lohnt sich ein Besuch. Nicht nur für Schützenfreunde, sondern für alle, die erleben möchten, wie Veedel, Brauchtum und Gemeinschaft miteinander verbunden werden können.
Das Schützenfest der Adler-Schützen ist deshalb nicht nur ein Fest des Vereins. Es ist ein Stück Zollstock.

