Von Köln-Weiß zur Roboter-WM nach Puerto Rico
Drei Jugendliche aus Köln-Weiß haben einen autonomen Tunnel-Scan-Roboter entwickelt: „SubterraX“ kann schwer zugängliche unterirdische Hohlräume selbstständig erkunden und daraus hochpräzise digitale 3D-Karten erstellen.
Entstanden ist der Roboter in den kostenlosen Robotik- und KI-Kursen der Brainbuster Academy im Jugend- und Kulturzentrum Köln-Weiß. Die von Markus Lückingsmeier gegründete Bildungsinitiative vermittelt Kindern und Jugendlichen praxisnah Kenntnisse in Robotik, Künstlicher Intelligenz und Programmierung. Die Kurse finden in Kooperation mit dem gemeinnützigen Verein transfer e. V. statt.
Die Nachwuchsentwickler Ben (14), Giacomo (14) und Julian (15) haben mit ihrer Erfindung bereits beim Deutschlandfinale der World Robot Olympiad den dritten Platz belegt und qualifizierten sich damit für das Weltfinale im Dezember 2026 in Puerto Rico.
Doch die Reise nach San Juan ist teuer. Da „SubterraX“ im Rahmen eines kostenlosen Freizeitangebots entstanden ist, müssen die Jugendlichen die Teilnahme am Weltfinale selbst finanzieren. Deshalb waren sie monatelang auf der Suche nach Sponsoren und Unterstützern.
„Wir haben ganz viele Leute angeschrieben, eine Crowdfunding-Seite gestartet und einen Garagenflohmarkt gemacht. Das ist zwar viel Aufwand, aber im Endeffekt hat es sich gelohnt“, erzählt Julian.
Einen entscheidenden Beitrag leistete die Weißer Rheinbogen Stiftung: Mit einer Spende von 3.000 Euro half sie, die Finanzierung der Reise zu sichern. „Wir finden es großartig, was die Jungs erfunden und entwickelt haben. Das ist eine vorbildliche Freizeitbeschäftigung. Deshalb soll es nicht am fehlenden Geld scheitern, dass diese Jungs nach Puerto Rico fahren“, sagt Stiftungsgründer Willi Esser.
Seit 15 Jahren unterstützt die Stiftung soziale und kulturelle Projekte im Kölner Süden. Ihr Motto lautet: „Vor der Haustür helfen“. Die Förderung des Robotik-Teams ist ein Beispiel für dieses lokale Engagement.
Am 8. Dezember werden in San Juan über 600 Teams aus mehr als 100 Ländern erwartet. Die drei Schüler aus Köln.- Weiß sind aufgeregt, aber gut vorbereitet. Neben ihrem Wettbewerbsroboter haben sie ein zweites Modell als Ersatz gebaut. Es verfügt über eine verbesserte Hardware und ein stabileres Gehäuse, damit die empfindliche Technik auch mit schwierigen Bedingungen im Tunnel zurechtkommt – selbst eine Pfütze soll kein Problem sein.
Dass „SubterraX“ auch über den Wettbewerb hinaus interessant sein könnte, zeigt das Interesse der Stadt Köln. Gregor Wagner, Abteilungsleiter für Bodendenkmalpflege, sieht einen möglichen praktischen Nutzen: „Für die Erkundung nicht begehbarer Bereiche unter der Stadt könnte ein solcher Scan-Roboter sehr nützlich sein.“ Er hat den Jugendlichen bereits angeboten, „SubterraX“ in einem echten Tunnel zu testen.
Für Ben, Giacomo und Julian wäre das eine weitere spannende Perspektive – ganz unabhängig davon, welchen Platz sie beim Weltfinale erreichen.
Jetzt heißt es aber: Daumen drücken für das junge Team aus Köln-Weiß!

