Zick eröm- Ellie Wijman und das Dreigestirn verlassen die Bühne
Als bei „Zick eröm“ in der kleinen Hofburg „Hinger der Heck“ in Rodenkirchen die letzten Töne erklangen, lag eine Wärme im Raum, die man nicht beschreiben kann, ohne dass einem selbst das Herz ein wenig schwer und zugleich selig wird. Die Lichter spiegelten sich in feuchten Augen, und während das Rodenkirchener Dreigestirn seine Ornate ablegte und Ellie Wijmann ein letztes Mal den Auslöser drückte, wusste jeder: Ein Kapitel voller Lachen, Nähe und gelebter Tradition ging zu Ende.

Es war der schwerste Abend in der Altgemeinde Rodenkirchen – nicht, weil die Freude fehlte, sondern weil so viel Gefühl im Spiel war. Denn der Rodenkirchener Karneval ist weit mehr als ein paar Tage Ausnahmezustand und Spaß auf Knopfdruck. Er ist ein Lebensgefühl, das Menschen verbindet, ein leises Herzklopfen, das schon mit der Proklamation des Dreigestirns beginnt und von Woche zu Woche stärker wird. Es ist Emotion und Vorfreude, es ist Spaß und Ernst sowie Tanzen, Lachen und Zusammenhalt. Wenn dann die ersten Kostüme im Straßenbild auftauchen, aus den Kneipen vertraute Lieder klingen und die Karnevalsmessen die Seele berühren, dann spürt man: Fastelovend ist nicht nur eine Zeit – er ist Heimat.

Und doch kam dieser Abend, der Abend vor Aschermittwoch. Ein letztes „Kölle Alaaf“, ein letztes Hochlebenlassen des Dreigestirn und unserer allseits geliebten Fotografin. Alle wussten, was nun folgt: Aus der Jungfrau wird wieder der Fliesenleger, aus dem Bauern der Fahrlehrer der AWB, und der Prinz kehrt zurück in seine Polizeiuniform. Und aus Ellie wird wieder die nette Halbkölnerin aus Kerkrade. Doch an diesem Abend waren sie noch einmal das, was sie für Rodenkirchen gewesen sind: Hoffnungsträger, Frohsinnsboten, Herzöffner.

Mit jedem „Kölle Alaaf“ wurde es André Skibbe, Bert Tobijnski und Alexander Reimer ganz warm ums Herz. Denn dieser Ruf ist mehr als ein Wort – er ist ein Versprechen: Wir gehören zusammen. Man sah es den Drei an, sie hätten noch ein paar Wochen weiter machen können.
Denn sie wussten mit Kölle Alaaf kann man jeden hochleben lassen, und an diesem Abend wurde wirklich jeder hochgelebt. Bei allen Anwesenden wurde sich bedankt, vor der Dreigestirnsbegleitung wurde sich verneigt und Ellie wurde geehrt.

Auch wurden ein letztes Mal Bützje verteilt, herzlich und freundschaftlich, so wie es nur der Karneval kann – als Zeichen der Verbundenheit, des gerne mögen und der Freundschaft.
Es wurde gesungen, geschunkelt, gelacht und geweint. Jedes abgelegte Kleidungsstück des Dreigestirns wurde gefeiert, als würde man einen kostbaren Schatz verabschieden.

Und so wurde auch der Abschied, der besonders tief ging: der von Ellie Wijman. Jahrzehntelang hat sie Rodenkirchen begleitet, hat Dreigestirne, Sitzungen und stille Momente mit ihrer Kamera festgehalten. Oft sah man sie noch spät in der Nacht, wenn sie Bilder hochlud, damit alle die Magie des Tages noch einmal erleben konnten.
Nun wissen die Karnevalisten: Es ist eine große Lücke entstanden. Denn Ellie hat nicht nur dokumentiert – sie hat bewahrt, was uns ausmacht. Erinnerungen, die bleiben, wenn der letzte Ton verklungen ist.
Und so endete dieser Abend mit Tränen, aber auch mit Dankbarkeit. Denn was bleibt, ist stärker als der Abschied: das Gefühl von Gemeinschaft, das Lächeln im Herzen und die Gewissheit, dass der nächste Fastelovend kommen wird.
Und so war das letzte Kölle Alaaf – auf das Leben, auf Rodenkirchen und auf all die Menschen, die es mit Liebe füllen ausgerichtet.



