Es wird geklaut wie die Raben

Schade, auf einmal ist es weg, das abgestellte Fahrrad vor der Tür, die Lampe auf dem Friedhof, der Blumenkasten vor einem Geschäft und der Rasenmäher im Schrebergarten, selbst die Bohrmaschine im Handwerkerauto verschwindet wie von Geisterhand. Dinge, die einmal selbstverständlich ihren Platz hatten, scheinen heute für manche nur noch „Mitnahmeprodukte“ zu sein, denn sicher scheint nichts mehr zu sein. Es wird geklaut wie die Raben. Ein unbeobachteter Moment und Tabugrenzen verschwinden, Anstand wirkt wie ein Relikt aus einer anderen Zeit, und die bewusste Entscheidung zur Straftat scheint für einige kein inneres Hindernis mehr zu sein. Selbst dort, wo Schlösser klicken, Kameras wachen und Technik Sicherheit verspricht, bleibt das Gefühl: Es könnte trotzdem verschwinden. Es wird einfach alles mitgenommen, was nicht niet- und nagelfest ist. Die Polizei bittet um Nachbarschaftshilfe, offene Augen und im Notfall um Kontaktaufnahme zur Wache. Gerade jetzt im Sommer ist ein offenes Fenster fast eine Einladung, auch ein Auto mit Luftschlitz und der E-Roller, der kurz abgestellt wird, können schwere Folgen haben. Darum sollte jeder achtsam sein und wenn etwas zur Sorge scheint, auch einmal etwas sagen. Wegschauen ist kein guter Stil und zu schweigen keine vorbildliche Art.