Geschlossen für das Rheinland: Spitzenvertreter von Kommunen, Kammern und Region werben in Berlin für eine gemeinsame Strategie für die Rheinquerungen

Der Kölner Oberbürgermeister und Vorstandsvorsitzende der Metropolregion Rheinland (MRR), Torsten Burmester, der Landrat des Rhein-Sieg-Kreises und Vorsitzende des Region Köln/Bonn e. V.  Sebastian Schuster, der Bonner Oberbürgermeister Guido Déus, der Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein Sieg Dr. Hubertus Hille sowie MRR-Geschäftsführer Paul Stertz haben heute im Bundesministerium für Verkehr in Berlin Gespräche über die zunehmend kritische Situation der Rheinquerungen im Rheinland geführt.

Im Austausch mit Staatssekretärin Dr. Claudia Elif Stutz wurde sich im Ergebnis u.a. darauf verständigt, die Koordinierung des Themas „Rheinquerungen“ künftig noch breiter aufzustellen und dabei alle relevanten Akteure und Stakeholder einzubinden, weitere Fördermöglichkeiten – insbesondere für Maßnahmen der Multimodalität – sowie die Priorisierung des Projekts Rheinspange553 zu prüfen. 

Torsten Burmester, Oberbürgermeister der Stadt Köln und Vorsitzender der Metropolregion Rheinland mahnt: „Die Brückenkrise im Rheinland ist längst kein regionales Einzelproblem mehr. Sie betrifft zentrale Verkehrsachsen Deutschlands und Europas, die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft und die Resilienz unserer Infrastruktur. Deshalb erwarten wir vom Bund, die Rheinquerungen als zusammenhängende nationale Aufgabe zu begreifen und entsprechend zu handeln.“

Die gemeinsame Reise nach Berlin unterstreicht den Schulterschluss der kommunalen Familie im Rheinland zusammen mit den Wirtschaftskammern. Städte, Kreise, regionale Zusammenschlüsse und Kammern verfolgen das gemeinsame Ziel, die Leistungsfähigkeit der Rheinquerungen dauerhaft zu sichern und die anstehenden Sanierungen und Ersatzneubauten koordiniert umzusetzen. Ziel ist es, durch ein abgestimmtes Vorgehen aller staatlichen Ebenen Mobilität, Wirtschaftskraft und Lebensqualität in einer der bedeutendsten Metropolregionen Europas langfristig zu sichern.

Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises und Vorsitzender des Region Köln/Bonn e. V.: „Die Verkehrsströme machen nicht an Stadt- oder Kreisgrenzen Halt. Die Menschen in der Region Köln/Bonn erleben jeden Tag, wie eng unsere Kommunen miteinander verflochten sind. Umso wichtiger ist es, dass wir als Region geschlossen auftreten und gemeinsam mit dem Bund Lösungen entwickeln, die das gesamte Netz im Blick haben – nicht nur einzelne Brücken.“

Guido Déus, Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn ergänzt: „Die Sperrung der Bonner Nordbrücke führt uns vor Augen, wie verletzlich unser Verkehrsnetz geworden ist. Die Auswirkungen treffen täglich zehntausende Pendlerinnen und Pendler, Unternehmen und Einsatzkräfte. Jetzt kommt es darauf an, schnell zu handeln und gleichzeitig die richtigen Weichen für die kommenden Jahrzehnte zu stellen.“

Dr. Hubertus Hille, Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg und ebenfalls MRR-Vorstandsmitglied:„Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Brückensperrung auf viele Unternehmen der Region sind massiv. Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft sind dringend erforderlich. Ich bitte das BMV darum, Fördermöglichkeiten zu prüfen. Die Bonner Nordbrücke muss rasch neu gebaut werden. Die Kapazität des neuen Bauwerkes muss so dimensioniert sein, dass in Zukunft der mögliche Ausfall anderer Rheinbrücken nicht zu einem regionalen Problem führt.“

Ausgangspunkt der Gespräche ist die sich weiter zuspitzende Lage der Brückeninfrastruktur im Rheinland. Mit der Vollsperrung der Bonner Friedrich-Ebert-Brücke hat sich die Situation seit Anfang Juni 2026 nochmals erheblich verschärft. Bereits heute ist rund ein Drittel der Straßen-Rheinquerungen im Rheinland für den Verkehr ganz oder teilweise eingeschränkt. Die Auswirkungen reichen weit über die Region hinaus und betreffen Wirtschaft, Lieferketten, Pendlerverkehre sowie die Leistungsfähigkeit eines der wichtigsten europäischen Verkehrskorridore.

Vor diesem Hintergrund haben der Metropolregion Rheinland e. V. in Person seines Vorstandsvorsitzenden OB Torsten Burmester sowie der Region Köln/Bonn e.V. in Person von Sebastian Schuster Staatssekretärin Dr. Claudia Elif Stutz ein gemeinsam abgestimmtes Forderungspapier übergeben. Darin fordern die Kommunen und Wirtschaftskammern unter anderem beschleunigte Ersatzneubauten und Ertüchtigungender Rheinquerungen, eine verlässliche Finanzierung kommunaler Brückenprojekte, die Stärkung des nachgeordneten Straßennetzes, die prioritäre Umsetzung der Rheinspange553 sowie eine verbindliche bundesweite Koordinierung der anstehenden Brückenprojekte. Ebenso wird eine stärkere finanzielle Beteiligung des Bundes an den Folgekosten von Umleitungen und betrieblichen Entlastungsmaßnahmen – bspw. zur Stärkung des ÖPNV- gefordert.

(Text:Pressemitteilung der Metropolregion Rheinland und des Region Köln/Bonn e.V. zu den Rheinquerungen im Rheinland)