
Bild: Attila Radnai
Ein neues Zuhause für die Feuerwehr sowie den Rettungsdienst und ein bewegender Abschied
Rodenkirchen hat am Samstag einen besonderen Moment erlebt: Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Köln, Torsten Burmester, und Feuerwehrchef Dr. Christian Miller feierte die Löschgruppe Rodenkirchen die Eröffnung ihres neuen Gerätehauses und der angeschlossenen Rettungswache an der Sürther Straße neben der OSK.
Damit geht für die Einsatzkräfte ein neues Kapitel auf. Der bisherige Standort an der Schillingsrotter Straße war nämlich längst in die Jahre gekommen und musste sich verändern. Mit der Planung und Umsetzung des Sürther Feldes wurde ein langjähriger Traum nun endlich Wirklichkeit.
Nun steht den Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehr und dem Rettungsdienst ein modernes und zeitgemäßes Gebäude zur Verfügung und gemeinsam unter einem Dach, schauen nun alle positiv in Richtung Zukunft. Insgesamt wurden rund 16 Millionen Euro in die Sicherheit und den Rettungsdienst investiert: Ein gut aufgestellter Fuhrpark, kurze Wege und eine nachhaltige Ausstattung mit Photovoltaikanlage auf dem Dach gehören zum neuen Standort. Die zentrale Lage und die gute Erreichbarkeit für die Ehrenamtlichen unterstützen nicht nur die Übungseinsätze, sondern sind für den Ernstfall eine echte Bereicherung für das Stadtgebiet.
Wie wichtig die neue Rettungswache für Rodenkirchen ist, machte Oberbürgermeister Torsten Burmester demnach auch in seiner Ansprache und in den anschließenden Gesprächen deutlich. Durch die Nähe zum „Weißen Bogen“, nach Sürth und auf die Industriestraße sollen die Einsatzkräfte künftig noch schneller vor Ort sein können. Gerade im Notfall können wenige Minuten entscheidend sein und für einen schnellen Einsatz ist die Lage einfach perfekt.
Auch die Bedeutung des Ehrenamtes hob der Oberbürgermeister hervor. Denn hinter der Freiwilligen Feuerwehr stehen Menschen, die neben Beruf und Familie ihre Freizeit dafür einsetzen, anderen zu helfen und Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. Ohne dieses Engagement wäre ein zuverlässiger Brandschutz in Köln nicht denkbar.
Retten, Löschen, Bergen, Schützen sind für Feuerwehrleute eine Berufung und das merkte man auch bei der Einweihung. Jeder Einzelne war unglaublich stolz. Regelmäßige Weiterbildung und Schulungen sowie Übungsdienste gehören für sie nämlich zum Alltag und sind nun in diesem neuen Gebäude vorbildlich möglich. Auch technische Hilfeleistung, die Jugendarbeit, die Unfallhilfe und der Katastrophenschutz sind am neuen Standort vorbildlich umsetzbar.

Bild: Attila Radnai
Doch neben der Freude über das neue Feuerwehrhaus stand an diesem Tag aber auch ein sehr persönlicher und emotionaler Abschied im Mittelpunkt.
Nach 18 Jahren an der Spitze der Löschgruppe Rodenkirchen übergab Brandoberinspektorin Katja Radnai ihr Amt. Seit 2008 hat sie die Löschgruppe entscheidend mitgeprägt, vorbildlich geleitet und als Frau in Führungspositionen mit fachlicher Kompetenz und Stärke ins gute Licht gerückt. Als erste weibliche Einheitsführerin der Freiwilligen Feuerwehr Köln schrieb sie nämlich Feuerwehrgeschichte und bis heute ist sie die einzige Frau, die eine Kölner Löschgruppe führte. Dass Katja Radnai ein Vorbild für Frauen in Männerberufen ist, versteht sich von selbst, und demnach waren auch einige Damen in Uniform vor Ort. Um „ihrer“ Katja, zu zeigen: „Du hast alles richtig gemacht und wir machen es Dir nach.“

Bild: Attila Radnai
Mit viel Herzblut, Engagement und Verantwortungsbewusstsein hat sie nämlich die vergangenen 18 Jahre gestaltet. Sie hatte für jeden immer ein offenes Ohr, eine unsagbare Disziplin und immer ein Vorbildprofil, wenn es um das Leben bei der Feuerwehr geht.
Umso bewegender war der Moment, als sie die Verantwortung an ihren Nachfolger Tobias Schmickler übergab, der einst aus ihrer Jugendgruppe den langfristigen Weg in die Feuerwehrlaufbahn gefunden hat.
Mit nur wenigen Worten, aber großer Bedeutung, sagte sie:
„Tobi, die Löschgruppe gehört jetzt Dir.“
Tobias Schmickler kennt die Löschgruppe seit seiner Jugend. Er selbst ist in der Jugendfeuerwehr Rodenkirchen groß geworden und übernimmt nun die Verantwortung für die Einheit, die ihn schon viele Jahre begleitet.

Bild: Attila Radnai
Seine Worte an seine Vorgängerin waren demnach voller Dank und Anerkennung:
„18 Jahre lang (2008–2026) hat sie als unsere Chefin an der Spitze der Löschgruppe die Herausforderungen perfekt gemeistert. Danke für alles!“
Der damit verbundene Generationenwechsel, dazu der Wechsel von Frau zu Mann, der Einsatz für die neue Wache ließ die Gäste für einen Moment innehalten: Dankbarkeit für das, was war, Respekt vor dem Geleisteten und gleichzeitig der Blick nach vorn brauchten für jeden Anwesenden Raum und Zeit. Und so war der anschließende Applaus würdevoll, mit Überzeugung und auch mit viel Stolz ihres Teams zu erleben. Selbst der Oberbürgermeister verbeugte sich vor ihr bei der Übergabe der Blumen, was ein tolles Zeichen der Dankbarkeit und der Ehre war.

Bild: Attila Radnai
Denn sie geht jetzt als ganz normales Feuerwehrmitglied zurück in die Gruppe und wird diese weiter begleiten. Denn einmal Feuerwehrfrau ist für sie immer Feuerwehrfrau.
Die Löschgruppe Rodenkirchen blickt damit auf eine lange Geschichte zurück. Seit 1880 ist sie für die Menschen im Veedel da. Heute gehören mehr als 50 aktive Feuerwehrleute sowie Mitglieder der Jugend- und Kinderfeuerwehr dazu.
Ein neues Haus, ein neuer Anfang und ein Führungswechsel, aber eines bleibt unverändert: der Einsatz für die Menschen in Rodenkirchen, und dafür sagen wir ihr alle DANKE ! Die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr Rodenkirchen war und ist in guten Händen, und wer sich weiter darüber informieren möchte: Es gibt eine tolle Internetseite dazu: www.ff-rodenkirchen.de